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Samstag, 9. Dezember 1916.

Die Humanen im weiteren vollen Rückzug!

Die rumänische Division vom predeal- und Slltschanzpatz aufgeriebrn! Mehrere tausend Gefangene.

Zeit dem 1. Dezember 70009 Rumänen gefangen und 184 Geschütze erbeutet.

Der ^Tagesbericht vom 9. Dezember,

W. T:-B. Großes Hauptquartier, S. Dezember. Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Im Sommegebiet war zu einzelnen Stunden der

Geschütztampf h e f t i 8 . , ^

Nachts gegen unsere Stellungen bei Le T r a n s l o >> vorgehendc starke Patrouillen wurden durch Feuer und Nah. kamps vertrieben;'eine Anzahl von Australier blieb dabei in unserer Hand.

Lstlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.

Nördlich des Narocz-Sees, in der Skory-Enge, griffen nach Feuervorbereitung mehrere russische Kompagnien vergeblich unsere Stellungen an.

Front des Generalobersten Erzherzog Joseph. Zwischen K i r l i b a b a und B i st r i tz a - T a l setzte der Russe gestern starke Angriffe an. Zumeist scheiter­ten sie verlustreich in unserem Feuer. Nördlich von Dorna Watra verlorener Boden wurde vom Angreifer teuer erkauft.

Auch bei in der Hauptsache fehlgeschlagenen Angriffen südlich des Trotösul-Tals errang der Russe bei erheblichem Krästeverbrauch nur geringen örtlichen Erfolg.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.

Der liuke Flügel der 9. Armee hat die rumänische Division, die von den Pässen nordöstlich von Sinaia sich i-.ack Südoste» durchzuschlagen versuchte, aufgerte- le«; mehrere tausend Mann wurden gefangen, vicleFlefchütze erbeutet.

Bor dem rechten Armeeslügel und vor der rasch vor­dringenden Don au armer ist der Feind in vollem Rückzug.

Seit dem 1. Dezember hat der Rumäne an die beiden Armeen — so weit die zunächst f l ü ch t i g e A u f r ä u m u n g der Schlachtfelder um Bukarest ergab — 70 000 Mann, 184 Geschütze. ILO Maschinengewehre verloren. Die Höhe der Zahlen läßt einen klaren Rückschluß auf die Größe des Er­folges der verbündeten Truppen zu. und zeigt den Grad der Auflösung des rumänischen Heeres, dessen Verluste an Toten und Verwundeten zur Gefangenenzahl im Verhältnis stehen. Die Beute an Feld gerät und Kriegs­material ist unabsehbar.

Mazedonische Front.

Auf den Höhenstellungen nördlich von Monastir und nordöstlich von Pa r « l o v o lag starkes Artilleriefeuer, dem leiMt abgewiesene Angriffe im Eernabogen folgten. Östlich des oberen Tahinos-Sees schlugen bulgarische Borposten eine

D englische Kompagnie zurück.

Der erste Generalquarticrmeister: Ludendorff.

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Der deutsche Rbenöbericht.

Fortschreitende verfolguny.

w. IV B. Berlin, 8. Dez., abends. (Amtlich.)

Keine besonderen Ereignisse im W e st e n und Osten.

In Rumänien gewann die Verfolgung Raum.

Ereignisse zur §ee.

Tin französisches Linienschiff verloren.

W. T.-B. Paris, S. Dez. Das Marineministerium gibt bekannt: Das Linienschiff „Suffren" (12 730 Tonnen), das am 24. November nach dem Orient abgegangen war, ist nicht angekammen. Es wird für verloren gehalten. Die Besatzung des „Suffren" betrug 18 Offiziere, 700 Mann.

Gin verkleidetes deutsches Schiff wieder im nördlichen Atlantischen Ozean?

W. T-B. London, 9. Dez. (Drahtbericht. Reuter.) Die Admiralität meldet, sie Härte einen Bericht crhal- en, daß ein bewaffnetes, verkleidetes Schiss vom Haudelsschiiftyp am 4. Dezember im nördlichen Atlantischen Ozean gesichtet worden sei. Gne weitere Meldung sei nicht ciuge- laufen.

Versenkt.

W. T-B. L-mdo», 8. Dez. .Lloyds"., »beteel-: Der nor-. w«Mjche Dampfer „Meteor* wutixr versenkt. Die Besatzung

ktbend-Kusqabe.

ist gerettet. Der Dampfer „Rind ja ni" wurde am '8. Dezember versenkt.

IV. T.-B. Stavanger. 8. Dez. „Morgenbladet" teilt mit, der schwedische Dampfer „Orvas" von Goethebovg sei ^heute vormittag mit der Besatzung des Dampfers „Stettin von der Nordeiffi elbische» Dampffchiffahrts-Gesellschaft im Eyer sund eingelaufen. Der Dampfer „Stettin" sei von einem deutschen U-Boot 46 Seemeilen von der Küste versenkt loorden. Er hatte Bergen am 5. Dezember mit einer Kon- > e r v e n l a Ä u n g verlassen. Die Mannschaft wurde von dem U-Boot aufgenommen, das sie später an Bord eines schwedi­schen Dampfers brachte. Der „Stettin" faßte 412 Tonnen und war im Jahre 1873 gebaut worden.

W. T.-B. Ehristiania, 9. Dez. (Drahtbericht. Meldung des Norske Telegramm-Bureau.) Der norwegische Vizekonsul in Blyth teilt mit, daß der norwegische Dampfer „Ella" (878 Tonnen), mit 640 900 -Kronen gegen Kriegsgefahr ver­sichert. von Göteborg nach Goolc unterwegs, am 5. Dezember.

2 Uhr nachmittags, auf 56 Grad 55 Min. nördlicher Breite und S Grad 30 Min. östlicher Länge von eineni deutschen Unterseeboot versenkt wurde welches das Rettungsboot mit der Mannschaft ins Schlepptau genommen und später einem schwedischen Dampfer übergeben habe. Dieser landete die Mannschaft in Blyth.

IV. T.-B. London, 9. Dez. (Drahtbericht.) Lloyds meldet: Der holländische Dampfer „Borneo" landete die Besatzungen des belgischen Damprers „Keliier" (2860 Tonnen) und des norwegischen Dampfers „Meteor" (4211 Tonnen), zu­sammen 59 Personen. Beide Schiffe waren durch Untersee­boote versenkt worden.

Der norwegische Dampfer „N e r v i o n" (1020 Tonnen) ist gesunken.

W. T.-B. London, 9. Dez. (Drahtbericht. Reuter.) Der Dampfer „Rindjani" ist nicht gesunken. Er landete die Be­samungen des spanischen Dampfers „Cer-ma" und des hollän­dischen Dampfers „Kadiri", deren Versenkung früher gemeldet worden ist. .

Die norweflischeu Schisssverlustc im November.

W. T.-B. Ehristiania, 9. Dez. Eine Aufstellung des Handelsdep irtements zeigt, daß dtp norwegische Handelsflotte im November 49 Schiffe mit 32 993 Tonnen verloren hat.

Konzentrierung der Flotte der Alliierten gegen die U Bootsgefahr?

Amsterdam, 9. Dez. (zb.) Wie ans London mitgeteilt wird, bereitet die englische Admiralität die Verschmelzung aller Klotten der Alliierten vor, die unter dem Befehl der eng­lischen ?ldmrralität stehen sollen. Japan soll seine Seestreit- kräfte zum Teil nach Europa bringen, um andere Geschwader freizumachen. So hofft England der immer mehr zuneh­menden Üntevseebootsgefahr gegen die eigenen Küsten zu be­gegnen.

„Die U-Bootgesahr bedroht die wahren Wurzeln unseres nationalen Lebens."

W. T.-B. London, 8. Dez. Die „Daily Mail" bringt einen Artikel, der die Überschrift trägt: „Zehn Schiffe pro Tag. — Unterseeboots-Blockade!" . Der Artikel beginnt: Heute erschienen in unseren Spalten die Namen von fünfzehn Schiffen als Opfer der deutschen Unterseeboots-Blockade, am Samstag waren es 7, am Freitag 10, am Donnerstag 7, am Mittwoch 12. Die Deutschen nähern sich also einem Durch­schnitt von zehn Schiffen pro Tag, wenn fie. ihn nicht schon erreicht haben. Vermutlich werden noch nicht die Namen von allen versenkten Schiffen bekannt. Der fortgesetzte Ver­lust von zehn Schiffen pro Tag darf nicht geduldet werden. Bon den verhältnismäßig sicheren Bedingungen des vorigen Jahres, wo dank unserer guten Verteidigung durch­schnittlich nur ein britisches Schiff täglich verloren ging, sind wir in die höchst unbefriedigende gegenwärtige Lage ge­kommen. Die Unterseebootsgefahr bedroht die wahren Wurzeln unseres nationalen Lebens. Sie muß überwunden werden, oder sie kann uns überwinden.

*

Dänische Erbitterung über einen englischen Übergriff.

W T.-B. Kopenhagen, 8. Dez. Das dänische Re­tz i e r u n g s s ch i f f „G a d t h a a b" wurde auf der Heim­reffe von Grünland von den Engländern aufge­bracht und die Ladung beschlagnahmt. Dieser Kall hat in allen Kreffen das größte Aufsehen erregt. Die Blätter aller Richtungen besprechen den Fall, nennen ihn einen Über­griff urtb protestieren energisch gegen die Verletzung des Rechts der Neutralen durch die Engländer. — „Berlingske Tidende" erklärt: Wir sind überzeugt, daß der Übergriff in allen Kreffen Dänemarks als Unrecht und Verletzung empfunden wird. Wir sind klein. Es wird nicht viel nützen, daß wir gegen den Übergriff protestieren. Wir können diese Kränkung aber nicht in demütigem Schweigen hinnohmen. Sicher ist, daß die Angelegenheit viele Bitterkeit her- vori iffen wird. — Andere dänische Blätter äußern sich ähnlich scharf. „Extrabladet" schreibt z. B» die Engländer müssen offenbar zurzeit nicht in der Lage sein, sich mit Kleinigkeiten, wie es das unantastbare Recht kleiner schwacher Staaten ist, aufzuhaljssn^

Nr. 600. . 64. Jahrgang.

Die Süchtigung Humöniens. Die Donau bei Cutrakan überschritten.

Vernichtung einer englischen §Lompagnie in Mazedonien.

ver amtliche bulgarische Bericht.

W. T.-B. Sofia, 9. Dez. (Drahtbericht.) Amtlicher * Heeresbericht. M a z e d onische Front: In der Gegend von B i t o l i a und im Eernabogen schwaches feindliches Geschützfeuer. In der Nacht auf den 7. Dezember versuchte der Feind mehrmals, unsere Stellungen östlich der Eerna, südlich von Gradesnitza anzugreifen, aber alle An­griffe wurden von unsere» Truppen abgewicsen. Beiderseits des War dar schwaches Feuer der feindliche» Artillerie. An der B e l a s i c a P l a n i n a Ruhe. An der Struma Artilleriefeuer. Eine englische Kompagnie, die )ich Tschiflik Refik näherte, wurde durch Gewehr-, Maschinenge­wehr- und Artilleriefeuer vernichtet. Bor unseren Gräben liegen 120 feindliche Leichen.

Rumänische Front: I» der D-brndfcha un­terbrochenes beiderseitiges Artilleriefeucr. An der Do» an Einzelne Kanonenschüsse bei Silistria und Eernavoda. In der Walachei verfolgen ditz verbündeten Heere die sich östlich vor Bukarest zurückziehcnden russisch-rumänischen Armeen. Unsere Truppen überschritten bei Tutrakan die Donau.

Alle 18 Forts von Bukarest völlig unversehrt!

Die kopflose panische Flucht der Geschlagenen.

Berlin, 9. Dez. (zb.) Aus dem eroberten Bukarest läßt ,ich der „L.-A." melden: Alle 18 Forts samt Zwischeubatterien gelangten völlig unversehrt m die Hände der Sieger. Die Festung befindet 'ich beinahe in demselbeii Zustand, Ivie sse vor einem Menschenaltec Bcialmont erbaute. Rur der östliche und der nördliche Festungsgürtel wurden modernisiert in der Annahme eines russischen Angriffes. Alles zeigt das Bild einer kopflosen panischen Flucht. Der Zustand des flüchtenden H.-ereS war nach zuverlässigen Slach- richten ein unbeschreiblicher, der im ganzen Kriege nicht seinesgleichen hat. Die Bevölkerung scheint eine Er­leichterung zu fühlen, weil sie dem verheerenden Bon»- bardement entging.

Der russische Bericht über die Räumung Bukarests.

Im russischen Heeresbericht voni 7. Dezember heißt cs: Rumänische Front: Südlich des Flusses Trotus dauern die Kämpfe fort. In der Walachei zogen sich die Rumänen unter dem Drucke des Feindes nach Osten zurück, indem sie den Feind durch Nachbutenkämpfe aufhielte,n. Bukarest wurde von den rumänischen Trappen am 6. Dezember gegen Mittag geräumt. Infolge des Rückzuges der rumänischen Truppen zogen sich auch unsere Streitkräfte zurück, indem sie den linken Flügel der rumänischen Armee südlich von Bukarest deckten.

Der Kaiser preist Hindenbvrq nnd Ludendorff.

Auf ein Glückwunschtelegramm, das däS Herzogs- p a a r von Sachsen-Meiningen an den Kaiser an­läßlich der Einnahme von Bukarest richtete, erwiderte der Kaiseik' laut „Meininger Tageblatt": „Charlotte und Dir aufrichtigen Dank für Euren mich sehr erfreuenden Glück­wunsch. Du kannst Dir denken, wie stolz ich auf diese großen Erfolge bin, welche wir den genialen Anlagen durch H i u d e n b u r g und Ludendorff und dem Heldenmut unserer unübertrefflichen, braven Truppen verdanken. Gott helfe uns weiter zum eadlickien siegreichen Ziele. Wilhelm."

Delelzrammwechsek zwischen dein König von Sachsen und dem 51aiser.

Dresden, 8. Dez. Anläßlich der Einnahme von Bukarest hat Mischen dem König von.Sachsen und dem Kaiser folgender Teleyrammwechsel stattgefunden:

„Seiner Majestät dem Kaiser, Großes Haript- quartier.

Von hellem Jubel erfüllt, habe ich soeben die Nachricht von der Einnahme von Bukarest erhalten. Damit ist mit Gottes Hilfe ein bedeutungsvoller M des- Krieges zu einemh errlichen Ende geführt. Voll Bewunde­rung bin ich den, Gange der v o n M e i st c r h a n d g e l e i - teten Operationen unserer Mivergleichlichen Truppen gefolgt, die unter Verachtung der größten Mühfeligkeiteu eines der steilsten Gebirge überwuirden haben. Mit dom Aus­druck ivärmsteu Glückwunsches weiß ich mich eins mit Dir im wärmsten Tank gegen Gott und. dem Wunsche, daß der All­mächtige Lenker aller irdischen Dinge unsere Waffen auch sernrvhm segnen löschte. 'Friedrich August."

Der Kaiser antwortete:

„Seiner Majestät dem Könige von Sachsen, Dresden.

Ich danke Dir herzlich für die warmen, mich tief bewegen­den Elückwunschworte zur Einnahme von Bukarest. Unsere herrlichen Truppen verdienen die größte Bewun­derung. Gott, der uns so sichtlich zur Seite stand, wird uns auch weiter helfen. W i l h e l m."