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Verlag Laasgaffe 21

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13 Busgaben.

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Griechenland unter effettiver Blockade.

Der Wortlaut der Blockade-Erklärung.

V/. T.-B. ®cnf, 8. Dez. (Drahlbericht.) Amtlich wird nachstehender Wortlaut, betr. die Verhängung der Blockade über Griechenland, veröffentlicht,

Regierung der französischen Republik verhängt rm Einver­nehmen mit ihren Alliierten die Blockade über Griechenland und gibt hierdurch die Bedingungen bekannt, unter denen s ausgeübt werden wird: Die Blockade wird am 8. Dezem­ber. 8 Uhr morgens, als °ksektlv erklärt erstreckt sich auf die an der griechischen Küste mit Einschluß der Inseln Euboä. Zakvnthos und Leukas von rm 39,-(b«D nördlicher Breite von Greenwich und 20.2V Miuuten östlicher Länge gelegenen Punkt bis zu dem in 38.50 Gr°d n°rdl,cher Breite und 22chv Minuten östlicher Lange gelegenen Puntt. sowie aus die gegenwürtrq unter »bhaugigkelt oder Besry- nahme der königlich griechischen Behörden besuchichen Jn^.lm Schiffe dritter Mächte,, die sich >n den Hasen befinden, können bis zum 10. Dezember, 8 Uhr morgens, frei auslaufen. Dem Oberbefehlshaber der die Blockade vollziehenden Seestrrtt- kcäfte wurde die Weisung erteilt, den örtlichen Behörden diese Erklärung zur Kenntnis zu bringen.

Die Abschüttelung des Entente-Jochs in Athen.

W T-B. Bern, 8. Dez. (Drahtbericht.) „Corriere della Sern"'meldet aus Achen: Der italienische Gesandte Bo s- dari hatte mit dem König eine Unterredun g. Gestern früh schifften sich weitere Mitglieder der engilschen und ftanzMchen Kolonie ein. Bon der französischen Gesandt­schaft. die nicht mehr von französischen Matrosen, sofern von griechischen Soldaten bewacht wird, wurde,: gestern auf

12 Wagen das gesamte Gepäck des diplomatischen und konsula­rischen Personals Serbiens nach den: Piräus weggesch^ft. Am Mittwochabend wurden die letzten französischen Matrosen von den den Piräus beherrschenden Hohen z u - rückgezogen.

Ein Pyrrhussieg Vriarrds in der sranzösischen Uammer.

Beetrnuensvotnm gegen 360 Stimmen.

W. •p.-B. Gens. 8. Dez. Nachdem die ftanzösische^ Kam­mer die Gcheimsistungen beendet hatte, nahm sie die öffent­liche Sitzung wieder auf. Deschanel verlas neunzehn Tagesordnungen. B r i a n d erklärte: Nach längeren Erortt- rungen, die es der Kammer ermöglichten. ,ich ein Urteil zu, bildeu, werde die Regierung nur die Tages o r d:iung Badaub-Lacroze annehmen. die von den Regie- «MbgserAärungen über die Reorganisierung e Oberbefehls sowie über die Tätigkeit der Regierung yin- stckttich des Kriegs Kenntnis nehme. Diese Tagesordnung -drücke klar das Vertrauen zu der Regierung aus. dessen sie nach der Debatte bedürfe, nm ihre Aufgabe mrt der nötigen Autrrttät zu erfüllen. Nach der Erklärung Briands antzerten mehrere Abgeordnete ihre Ansicht. Chaumet krttchevte die Maßnahmen der Regierung, deren Mangel an Weit­blick vor allem die Unternehmung rm Orient lahme. Wir sind, sagte er, in Athen in einer Lage, dre zum mindesten unser Prestige nicht erhöht Briand evw,^ da- Presttge Frankreichs fei erhaben über eme solche Auffassung Chaumet schloß, indem er an die Verpflichtungen emnnerte, die das Mmisterium nicht eüigehalten 'habe. Auch Com- perre-Morel tadelte di« Regierung. Millerand und Renmider «Märten, sie würden für das Kabinett stimmen. Dm Kam­mer lehnte 'odann mit 395 gegen 117 -Stimmen dre Tage s- ordnung Tardieu. die der Regierung fc» ,V er - trauen versagt, ab und nahm im Anschluß an die Er- örtern no der verschiedenen Interpellationen m den Geherm- sitzungen in öfsentticher Sitzung mtt 344 gegen IbO Stimmen eine Tagesordnung an, dre der Regierung da-, Vertrauen crusspricht.

großen Sturmszenen geschildert, von denen m Pariser Müttern nichts veröffentlicht wurde. Der Abgeordnete M s erklärte, die Rede des russischen Mlnisterprasidenten Trepsw

habe schmerzliche Beunruhigung rn Frankreich, da- erneu Defensivkrieg führe, h-rvorgerufen. Das Wort, brs ans Ende den Krieg zu führen, dürfe nur tu bemCmne gebraucht werden, daß das Ziel die BefreiMV Nordftankreich- und Belgiens sei. von Eroberung dürfe nicht.dre^ Rede se. . Mistral verlangte eine „Organisation des Friedens durch ein internationales Tribunal, waö einen Riesenstumi hervor- rtef. Die Mehrheit brMte- „Hu, hu. hu! ^ Die Sozialisten applaudierten lärmend. Der radikale Abgeordnete und frühere Unterttaatssekretär Chaumet beschuldigte Bmand eine Politik d er Ronch a lance zu treiben. Se ne glänzende Idee der Orientkriegfuhrung versande .kläglich. Das Prestige der Nation wäre durch die Maulschelle in Athen befleckt worden. Auch der Sozialist Comvere-Morel ver­weigerte das Vertrauensvotum. Der ehemalige Krreg-mm,ster M i l l e r a n d, der zum erstenmal seit seinem Rücktritt auf- trat, wurde eine Viertelstunde lang durch Beschimp un- g e n der Sozialisten am Reden gehindert. Millemnd konnte schließlich erklären, er sttmme für das.R?Rrauensvotum. ab fnrinn müsse Bciand alle Fragen in öffentlicher Sltzuiig be­handeln. Präsident Deschanel teilte init, 19 Tagesordnungen wären eingebrackt worden, davon 18 gegen die Regierung g- richtet. Besonders scharf gefaßt war die Tagesordnung d.- bekannten Redakteurs des „Tcmps", Tardieu, des zweiten gemäßigten republikanischen Abgeordneteu Ebarle- Benoist und des Sozialistei. Compöre-Morel. Die Mehrheit verhin­derte durch u u g l a u b l i ch e n R a d a u m,t Pultdeckeln und Geschrei die Pcotefteeden der Radikalen Henesty und Charles Bernard. Trotzdem Briand nochmals euren erfolg davon- trua sagt der „Brogres". sei die Dtelnnng in den Boulevards, Briand errang einen Pyrrhussieg. Die Minderheit hatte sich sv verschärft und die Mithilfe Millecands und des Sczialistenführers Renaudel geschah nur so bediiigterwe s . daß Briand selbst wohl weiß, daß ft»«.« T a g e g e z a h l t gnd. L also ist oas Ergebnis seiner vertraulichen Mitteilungen iu den geheiitten Sitzungen. ______

Unsere Uriegsziele.

Der Wortlaut der angenommene» Tages­ordnung.

V/ T.-B. Genf. 8. Dez. (Drahtbericht.) Die. wie schon gemeldet, von der sranzöstschen Kammer mit 344 gegen 160 Stimmen angenommene Tagesordnung hat folgen eu Wortlaut: , _ .

Die Kammer nimmt die Erklärungen der Regierung über die Umgestaltung der Armeeleimng zur Kenntnis, olttigt ihren Entschluß, die allgemeine Führung.des Krieg- und d.r wirtschaftliche Organisierung des Landes unter erner verengerten Leitung straff zusammen- z u f a s s e n und geht, im Vertrauen darauf, daß die Reg-e ruug im Einvernehmen mit d e i^ 2 l l l i i e r t e n die als unerläßlich erkannten Opfer und Anstrengungen voll­bringen wird, zur Tagesordnung über.

Der stürmische Verlauf der Kammersitzung.

(Drahtbericht unseres Hlr.-Sonderberichterstatter-.)

Kr. Genf. 8. Dez. (zb.) Der Lyoner „Progres" bringt einen Bericht von der großen Kammersitzung, in der nach den langen Gckheimsttzungen Briand nochinals einen z werfet-

hasten Erfolg eerang. In diesem Bericht sind

Seit einigen Tagen ist es zu bemerken, daß die Erörterung der Krregszrele mcht mehr so unter­schiedslos unterbunden wird, wie dav br-her der San war. Blätter und Privatpersonen lasten sich in der Öffentlichkeit ziemlich deutlich über ihre Wunsche und Forderungen vernehmen, die „Kölnische Zeitung , die „Kölnische Vollszeitung". die „Magdeburglsche Zeitung haben manche Artikel über die Knegsziele gebracht, Professor Schäfer hat, ohne daran gehindert zu werden. Gebietserweiterungen im Westen verlangt, Fürst Salm-Horstmar hat sogar öffentlich schreiben können, daß wir einfach verloren waren, wenn wir mcfrt Belgien und das ganze besetzte Nordfranr reich in fester Hand behielten. Sr hat das zwar nur in der kleinen „Goslarer Zeitung bekannt gegeben, aber auf die Rednertribüne kommt es nicht an, wenn liur der Schall der Stimme weit genug tragt, und das geschieht in diesen Fällen ja zur Gennge. indem sich alsbald ein größeres Blatt findet, daS schon ans dem selbstverständlichen Interesse an der Wust chenswerimi Freigabe der Krisgszielerorterungen solche Kund- gebungen sammelt, wo sie sich finden lassen. Dre Öffentlichkeit ist dann mit einem Male unterrichtet, gleichgültig woher die einzelnen Llußerungen stanimen.

Es ist nicht weiter überraschend, daß nichts voii denr. was uns bisher auf diese Weise als Ergebnis einer er­freulich veränderten Praxis zu Gencht gekommen ist. Neues und Unvermutetes darbietet. . Es ergibt sich vielniebr daß der I n st i n k t der Öffentlichkeit stets so ungefähr gerade die Punkte erfaßt hatte, auf die es ankommt, und zwar gilt dies von beiden Rich­tungen. sowohl von der, die möglichst weltgesteckte Ziele verfolgt, wie von der anderen, die sich bescheiden mÄhte, weil sie von dem Gedanken geleitet ist, daß goldene Brücken gebaut werden sollten, um der Welt den Frie­den dauernd zu erhalten., Der Grund zu dieser zweiten Richtung ist, daß ein Friede, der nur völlig geschlage­nen Feinden abgezwungen werden kann, den Änrerz zur

Vergeltung in sich trägt lind den Kriegszustand ver- ^ergerrn y Wr Niebt naher dar

nichts in ihr enthalten lein, was nicht das Berständni^- des Volkes für die in der Kriegslage ruheiiden Mög­lichkeiten längst vorveggcnommen hat. Man rann es auch so ausdrücken: Je ausgiebiger wir siegen, desto weiter werden wir unsere F o r d e r u n g e h span­nen. Bleiben unsere Enderfolge hinrer unseren Er­wartungen zurück, dann werden wir uns dieser Sach­lage entsprechend anpassen, freilich stets nur 1 o,_ daß me unbedingte Sicherung unseres Besitz st a n- des durch erweiterte reale Bürgschaften an allen Fronten hergestellt lverden. ^ . -

Es ist also nicht nur keine Gefahr bei der Frergab- der Kriegszielerörterungen, sondern sie ist >v u n- schenswert und nützlich; sie rst.es um so nrehr. je schrankenloser alle unsere Fernde die Tätigkeit aus- üben, die bei uns bis dahin in allzu vorsichtiger Werse untersagt worden war. Wenn wir aus England und aus FrankreichStimmen hören, die unsere Zerstückelung fordern, so hören wir doch auch manche >Ltiinme. dre zur Mäßigurrg rnahnt. Unrgekehrt haben unsere Fernde bisher aus Deutschland eigentlich nur solche maßvolle Kundgebrmgen vernommen, und es wird ganz gut sein, wenn sie in den: Chor der deutschen Wunsche auch solche hören, die auf eine sehr scharfe Tonart abgestinimt sind. Nachdem man uns, wir es der Wge- ordnete Lensch erst kürzlich bezerchnete. als „ürrre- densschnorrcr" verhöhnt hat, sollen unsere Feinde wissen, daß ein deutscher.Frrede nicht so billig zu bekommen ist, sme iene eS sich einbilden. Er lvird sogar sehr teuer werden, teuer selbst dann, wenn die gemaßrgsten Elemente, was wir nach allem noch gar nicht als wünschenswert be­zeichnen können, die lebte Entscheidung rn ocr Hand bei uns haben sollten. *

..(Englands Weltherrschaft ist »eb roch eit."

Ein norwegisches Urteil zur Lage.

W. T.-B. Christiania, 8. Dez. (Drahtbericht.) Die lang»» Ersrterunyen über die deutschen K r i e g s z i e I e in der deu-tschen Preffe und die dabei verschiedentlich wiederholt be­tonte Bereitwilligkeit Deutschlands, einen ehrenvollen, reale Garantien, einen fiir die «Sichccheit Deuffchlanids und seiner Verbündeten enthaltenden Frieden zu schließen, haben in der norwogifchen Presse mtter anderen folgendes bezeichnendes Echo in einem Artikel des „Dagbladet" gefunden: Der Angeüblick ist gekommen, de, die norwegische Regierung auffovdert, an den FriedensverV -mttlungen mitzuurbeften, da es für jeden, der scheu will, offenbar ist, daß Deutschland nicht unterjocht und zertrümmert ist, anderscfeits England nicht vollständig überwunden wer­den kann. Aber Englands Weltherrschaft ist ge­brochen, >oie auch der äußere Ansgang des Friedens fern wird. Eines steht ftst, daß Deutschland das stärkste B o l k d e r W e l t und an Kraft das gswawigste auf 'Erden ist. England ist von seinem Thron herabge- s'ürzt. nickt nur an Ansehen, sondern auch von seiner Stellung als Herrscher der Welt. Über diese Frage ist der Krieg geftihrt worden. Die Lösung der Frage ist gegeben, denn die Entscheidung ist bereits gefallen; hieran kann nichts geändert werden.

Wenn diese einzelne Stimme auch noch keineswegs einen ausschlaggebenden Teil der norwegischen Meinung darstttltz erscheint sie doch bezeichnend für die wachsende Einsicht.

ewig°n müßte. Wir wollen uns hier nHt näher dar- auf einlassen, welche der beiden AniMnungssormen unserer Interessen am zweckmäßigsten dienen kann, wir möchten nur betonen, daß es wirklich keine Er­örterung der Kriegsziele zu geben vermag, die ihren vermeintlichen Schaden nicht überrerchlich . durch dle Öffnung der verschlossenen Ventile allein aus- gleichen würde. In dem Augenblick, wo. alle Welt frank und frei über diele Dinge sprechen durste. Ware dafür gesorgt, daß der selbftveistandliche Widerspruch dec verschiedenen Richtungeii ein mittleres Niveau her­stellte zumal sich alsbald Herausstellen wurde,^ daß e- auf keiner Seite verborgene und rätselhafte Heimlich­keiten gibt und geben kann. Mit mideren Worten: Wer auch immer über Kriegsziele spricht, wie laut und be- cttmmt auch immer diese Auslprache iem mag, jo wird

vre Züchtigung Rumäniens.

Die unberechenbare Tragweite des Falls von Bukarest.

Eine Stimme aus der Schweiz.

W.T.-B. Bern, 8. Dez. (Drahtbericht.) Stegemann schreibt im „Bund" zur Kriegslage u. a.: Bukarest wnMe oon ten Rußen und Rumänen vrersgegeben und fiel in die Hände der Zentcalmächte. Es sie. als Swgerpr-r- eines groß angel-gtea, mit erstaunlicher Beweglichkeit ge­paarten und mit rastloser Energie geforderten Feldzugs. D.e Rumänen haben cs an großen Gegenbewegungen nicht fehlen lasten und haben alles aasgeboten, um stcy des Vor- tettes der inneren Lime zu bedienen. Sie waren aber taktisch nicht sattelfest, operativ nicht beschlagen genug und mrt Arttllerie zu schlecht versehen, um dem g e n l a l g e f u h r t e n Feinde mit Aussicht auf Erfolg die Spitze zu bieten, einem Leinde der auf allen Fronten die Verteidigung stoisch auf sich L, um Ä dem neu geöffneten Entscheidnngsflügel das Gesetz zu diktieren. D 's schlimmste wr die Rumänen war daß sie ihren Feldzug n n f e l n e r f a l s ch e n G r u n d c a g e aufaebant hatten und deshalb die Initiative schon nach dein ersten Zug vreisgeben mußten. Die Rumänen über- lasten den siegreichen Armeen der Zentralmachte ihre Haupt­stadt, mit dieser eine der größten Kraftquellen ihres Landes, i dazu die Walachei und mit dieser den Balkan. Der Fall