f Der Roman.
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o Morgen-Beilage der Wiesbadener Tagblattr. l
( 16 . Fortsetzung.)
Unö dar Glück kam.
Was.nachher kam. wir bet Abend Vvrüberging vEe Philipp nre zu sagen gewußt.
0', aufstand. um nach Hause zu gehen, holte ^-nes unscheinbares Buch, das sie ihm in
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.. "D", sagte Philipp, „danke!" Er neigte sich über ihre Hand und drückte einen Kuß darauf. Aber seinem offenen, stolzen Charakter widerstrebte jede Heimlich-
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„Dafür muß ich deiner Frail einen Kuß geben' £)fm e auf eine Antwort zu warten, küßte er die ge- lebte Frau - heißer als vorhin. Dann riß er sicki los und stürmte hinaus. Viktor folgte ihm.
Einen Augenblick gingen die Freunde sckiweiaend Dann sagte Viktor mit belegter Stimme:
ttar/t mir sehr fehlen, alter Freund, und ich — danke dir für alles, was du mir warst."
Es nützte nichts, daß er sich Mühe gab tavfcr zu erscheinen — auch ihm standen die Augen voll Tranen. „Ser gut zu ihr", bat Philipp.
Noch ein heftiger Händedruck, eine rasche Um arnrung, dann trennten sie sich. w Uin
pr Ferber in „Villa Friede" eintrat, sah
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„Mütterchen, du noch wack?" fraate er VeaH.-ri „da wir doch morgen so früh aufstehen müssen'"
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sn^irlüv °« nC ff s?6te sie weich.
, Philipp schossen die Tränen in die Augen. Er leate
/ io f Pj a P te Schulter der treuen Mutter und ubeiließ sich einen Augenblick dem brennenden Weh von dem sein ganzes Sein erfüllt war. '
, »Das hat wohlgetan", sagte er. als er sich endlicki p'ieder in der Gewalt hatte, „ich danke dir. Mutter "
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das kleine Buch — das Neue Testanmni halte Alix folgendes Gedicht geschrieben:
..Bor allem halte fest an, Glauben An deine», Gotte halte fest:
^ast dir den Hunmclstrost nicht rauben.
Der nie zu schänden werden labt:
Den Himmelstrost, vor Gott den Herrn zu treten.
Wenn Erdennot die Seele drückt:
Wer beten kann, von Herzen beten,
Ter kann auch tragen, was Gott schickt."
x»„.Uul'PP Ferber las es wieder und wieder auf der Fahrt nach Bremen. Es war schließlich doch eine Er- feichterung für ihn gewesen, als er sich in Frankfurt von den Schwestern trennen konnte, obwohl er sie sehr tzebgowoniien hatte. Aber die Eindrücke des gestrigen Abends stürmten zu sehr mtf ihn ein. als daß er die
Bon Elisabeth FrieS.
(Nachdruck verbot«,,.)
Unterhaltimg mit den jungen Mädchen, soviel Muh« ste sich gaben. Rücksicht ans seine leisesten Wünsche ;u NZ.77- anders als eine unlvillkon.mene Ablenkung ^tte eknpf'nden können. Es gibt Zustände im Leben, wfr?! a"Pclu z,,m zwingenden Bedürfnis wird, weil wir suhlen, daß Unersetzliches uns sonst verloren geht.
nlit ! lie £ a beschäftigten sich hauptsächlich
mtt „-aiidolp.,. Er war noch einmal über Sonntag in Schwalbgch gewesen und hatte ihnen auf Tod und Leben f°' .^"'acht. Beim Abschied hatte er versichert.
I 5r ^irate er bestimmt, er niüsse nur jetzt ein ^ahr lang überlegen, welche. Von Frau Ferber s atte er nur noch als von seiner Schwieqermiitt->r gesprochen, so daß man, da alle ans seine Scherze einzu-
gekommen ^var^n Wten ' nicf,t oug bem Lachen heraus
, ^liPP. der genau wußte, daß ihm der Abschied sehr schwer fallen wurde. war daher froh, daß Randolph
all/s" ^lsen mußte, um in Bremen noch
alles Notwendige, zu ordnen. Seine Schwestern frei- lich bedauerten einmal über das anders dak der lustige Gesellschafter nicht dabei sein konnte^ Sch trugen Philipp alles Mögliche für ihn auf. was er rüde,sen nur mit halbem Ohr hörte. '
endlich saß er allein in eiilem Abteil ziveiter
«i a Jl e ff U P,r r 01 r’!c lt r ^ me t n Gedanken nachhangen. Seine Hand stlich liebkosend über das unscheinbare Büchelche». auf dem ihre Hand geruht hatte. Wie sinnig von ihr. Zl a " »u denken ihm dies Buch mitzugeben! Der Abend stand stebhaft vor seinen, Geiste, als Viktor so gereizt und spöttisch sagte, nun finge Alixe gar noch an. fromm zu werden. ö ’
Er sah ihr süßes Gesicht vor sich mit den schönen Blauaugen, die so traurig blickten, und der blonden Flechtenkrone. Das Heimweh krampfte ihm das Herz zusainmen, er schloß die Augen und gab sich einem wilden Schmerzensausbruch hin.
Musik empfing die Abreisenden, als sie auf di"
Jeder Ton schmerzte Philipp, aber Randolphs Anwesenheit zwang chnr, sich seiuein Trüb- stnn zu entreißen. Im Augenblick der Abfahrt wurde ihm ein Brief mit dem Poststempel „Lanaenschwalbach" ^5 ^ß ttfn in die Tasche gleiten und ivar- tete die erste Gelegenheit ab. um sich unauffällig zuriick- Wwhen. der Einsamkeit der Kabine las er, was Alix ihm schrieb.
„Mein lieber Freund?
Das Unbegreifliche ist wahr geworden, der nei ,4 Tag zreht heraus, und Sie sind ferne von uns' Aber rm Geiste werden Sie immer bei uns sein, nichts wird geschehen können, ohne daß ich daran denke, Sle dazu sagen würden. Sie sind mit* soviel zweien m diesen Monaten, daß ich nicht weiß, wi" ich das Leben ertragen soll, nun. du Sie ferne sind. Aber ©te wollen, daß ich es ertrage, und so wird es gehen.
