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Montag. 4. Dezember 1916.

Morgen-Ausgabe.

Nr. 539. . 64. Jahrgang.

SiemlAl AWW Hei Me« WM in «er WM

weiterer günstiger Zortgang der großen Schlacht in der Walachei.

Am 2. Dezember wieder 2KK0 Gefangene. 15 Geschütze erbeutet.

Ter untere Arges» überschritten.

Die erfolglose russi ch-ru,närrische ttarpathen- / Gegenoffensive.

Der Tagesbericht vom 3. Dezember.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 3. Dez. iAmtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Im Somme- und Maasgebiet nahm au einzelnen Tagesstunden die Artillerietütigteit zu und hielt stch auch nachts stellenweise an Stärke über dem gewöhn­lichen Maß.

östlicher Kriegsschauplatz.

Front drS Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bauern.

Abgesehen von lebhafterem Feuer an der R a r a j o w f a und südlich des D n j e st r keine besonderen Ereigniffe.

Front des Generalobersten Erzherzog Joseph.

Gestern, am fünften Tage der russisch-rumänischen Äarpathen-Offensive» richteten sic die Angriffe hauptsächlich gegen die dentschen Linie» in den W'a l d - karpathen. Am Gntin Toumatek, am Smotrrc, besonders heftig westlich der Baba-Ludova und oft wiederholt an der Creteala-Höhe, stürmten die Ruffen immer vergeblich an. Unser Feuer riß breite Lücken in die Massen der An­greifer. Bom Nachstoß hinter denr weichenden Feind her brachten an der Baba-Ludova deutsche Jagd- lommandos 4 Offiziere und über 300 Mann zurück.

Auch östlich von Ki r l i b a b a, beiderseits des Trotoful- und Oitoz-TaleS scheiterten starke Angriffe. Hier wurden mehrere hundert Gefangene gemacht.

HrereSgruppe des Generalseldmarschalls von Mackensen.

Die Schlacht am Arg esu dauert an; sie bat bisher den von unserer Führung beabsichtigten Bvrlauf genommen.

Bon Campnlong und Pitesti her gewannen deut­sche und österreichisch-ungarische Truppen kämpfend Boden.

Im Argesu-Tal stießen heute »acht zwei Bataillone des westpreußischeu Rkserve-Jnfanterie-RegimrntS Rr. 21 mit Artillerie unter Führung des verwundeten Majors v. Richter vom neumärkischen Fekdartillerie-Regiment Rr. 54 bis G a e st i vor und nahmen dem Feind dort sechs Haubitzen ab.

Der A r g e s u ist weiter stromabwärts über­schritten.

Eine rumänische Stoßtrupp e, die südwestlich von Bukarest über den Arges« und den R e a j l o v u vorge­drungen war, ist umfaßt und nnter schweren Ver­lusten nach Nordosten über den Neajlovu-Abschnitt zurück- geworfen worden.

Auf dem äußersten rechten Flügel an der Donau wurden am 1. Dezember russische Angriffe verlustreich abgewiesen. Dir Lage hat st» dort am 2. Dezember nicht geändert.

Die B e n t e der 9. und der Donau-Armee ans den gestri­gen Kämpfen beläuft sich auf 2860 Gefangene, 15 Ge­schütze» mehrere Kraftwagen und sehr viele andere Fahr­zeuge.

Am Westflügrl der Dobrudschafront wirsen bul­garische Regimenter starke Angriffe durch Feuer, zum Teil durch Borstoß über die eigenen Linien zurück. Weiter östlich gingen ottomanische und bulgarische Abtei- Inngen gegen dt» russischen Stellungen vor, stellten durch Ge­fangene von drei russischen Divisionen die Bertrilnng der feindlichen Kräfte fest und erbeuteten zwei Panzer- kraftvagen mit englischer Besatzung.

Mazedonische Front.

Nach Trommelfeuer griff der Gegner die von Bulgaren besetzte Höhe 1248 nordwestlich von Monastir an «nd holte sich dabei blutige Verluste. Die Höhe blieb ebenso wie der gleichfalls angegriffene Ruinenbrrg bei Gruniste in »er Hand der Brrteidtger.

Der erste Generalquartiermeifter: Ludendorff.

«

Der gestrige Abendbericht.

Erfolgreiches Vordringen am 6rgesu.

W. T.-B. Berlin, 3. Dez. (Amtlich. Abends.) Im Westen und Oste» nichts Besondere».

In Rumänien erfolgreiches Vordringen am Arges».

An mazedonischer Front starkes Feuer bei Monastir und Gruniste.

Der Sieg unserer 9. Armee.

Kirchengeläute am 4. Dezember! ,

W. T.-B. Berlin, 3. Dez. (Amtlich. Drahtdericht.) Die Schlacht am Arges», nordwestlich von Bukarest, ist von der 8. Armee gewonnen. Seine Majestät der Kaiser hat allerhöchst aus diesem Anlaß in Preußen und Elsaß-Lothringen am 4. Dezember 1916 Kirchcn- gelänte angeordnet.

Hsterreichisch-ungarischer Tagesbericht.

IV. T.-B. Wien, 8. Dez. (Dvahtbericht-) Amtlich ver­kantet vom 3. Dezember:

Lttlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalseldmarschalls v. Mackensen.

Südwestlich von Bukarest versuchte der Feind durch einen Vorstoß starker, rasch zusammrngezogener Kräfte, eine Wendung herbeizuführen. Die feindlichen Angriffsversuche wurden von Süden und Westen her gefaßt und über de» R i e s o v geworfen. Gleichzeitig überschritten deutsche Truppen westlich von Bukarest den A r g e s u.

Westlich und südwestlich von G a e s c i brachen öster­reichisch-ungarische nnd deutsche Divisionen erneuten rumäni­sche» Widerstand. Andere Kolonnen der Armee des Generals v. Falkrnhahn dringen int Dambovita-Tal ei«.

Die auf rumänischem Boden gestern ringebrachten Ge­fangenen übersteigen 2800, 15 Geschütze wurden erbeutet.

Heeressront des Generalobersten Erzherzog Joseph.

Die Karpnthenoffensive de» Feindes dauert an. Die gegnerischen Angriffe richteten sich vornehmlich gegen daS Gebiet beiderseits des oberen Trotus und gegen unsere Stellungen im Südostwinkrl Galiziens. Der Feind wurde, wie an den Vortagen überall unter schweren Ver­lusten abgeschlagen.

Heeresfront des Generalseldmarschalls Prinz Leopold von Baver».

Keine besondere» Ereigniffe.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Der Artilleriekampf am Südflügel der Küsten­ländischen Front hielt Tqg und Nacht an.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Nichts von Belang.

Der Stellvertreter des Chefs dr« Grneralstabs: y. Höfer, Feldmarfchalleutnant.

Der Krieg Rumäniens.

Der amtliche bulgarische Bericht.

Russische Entlastungsvorstösre auch in der Dobrudscha.

W- T-B- S»sia, 3. Dez. (Erg. Drahtb.'rtcht) Amtlicher Heeres­bericht: Mazedoniich« Front: Unsere Stellungen nordwestlich von Sitolio wmöen heftig brschoffe«. Wir wiesen durch Gegenan­griff einen Sturmangriff gegen die Höhe 124£ zurück. Auf dem übrigen Ablchnitt der Front schwache Artillerietütiglest.

RnmSnische Front: In der Walachei dauert der Vormarsch fort. Wir machte» 200 Eciangenc und erbeuteten eine Kanone. An der Donau Jnsanterieseuer. Zwischen Ceruavoda und Oltina Artilleiirsener. I» der Dobrudscha setzten heute die Rußen ihre verzwr,selten Angrtss« gegen de» lmken F üge! nuscrer Stellungen sort Nach heftiger Artillerie-, Maschineugewehe- und Jn- sautericfeuervorbereituug, di« de» ganzen Tag hindurch bis « Uhr nachmittags dauert«, unternahmen di« Ruß«» den siebente», der innerhalb der letzten beiden Tage augesetzten Angrisse. Schwere Artillerie aus dem linken Donauuser wirkte mit. Der Gegner konnte sich unseren Schützengräben aus 300 schritt nähern, wobei er belouders sildintz von Satisköj außerordentlich heftig angrifs, wo er in ziemlich dichten Kolonnen vorgiug. Richtsdestawemger Mulde der Angriff ans de» ganze» Front von unseren uner­schütterlichen Regimentern blutig abgewieseu, von denen das tovsere lg. Regiment sSchumen) sich am meisten auszeichnete. Au dem Angrifs nahmen drei Pauzeranto mobil» teil, von denen zwei durch unser Artillerieseuer zerstört wurden. Das dritte wurde vertrieben. Wir nahmen 132 Soldaten gefangen, die dem 10., 39. und 40. sibirffcheu Infanterieregiment »nd dem 242. russischen Jnsanterie-Regimeut ««gehörte». Ti« türkischen Truppen erbrüteten «in Pauzerautomobil, aus welche« str 2 eup»^ lisch« Offizier« und ß Soldaten ^sangen »ahmen.

Bukarest schon unter dem Feuer unserer schweren Artillerie.

Berlin, S. Dez Nach einer Londoner Depesche desSecolo" liegt Bukarest btrcits unter dem Feuer der schweren Artillerie der Deutschen. Die etiglischeu Milstärkriul« weise» daraus hin, daß Bukarests Befcstignnge» veraltet und darum demselben Lose wie Lüttich und N a m u r ausg'scyt seien. Muniticu scdle Die Rettung Bukarests läge m einem Siege der russisch- rnmänischenFeldarmee.

Die Einsetzung einer Militärverwaltung im eroberten Teile Rumäniens.

W. T.-B. Berlin, 2. Dez. (Amtlich.) Sstachdem große Teile Rumäniens m die Hände der Mittelmächte gefallen sind, ist von diesen eme Bevwaltung des eroberten Gebiets eingerich­tet worden. An der Spitze dieserMilitärverwaltung in Rumänien" steht der Genera,! Tuelff v. Tschepe und Weidenbach, der bei Beginn des Kriegs Führer des 8. Rheinischen Korps war. Ihm unterstehen verschiedene Llbieilungen, in denen neben Deutschen auch Vertreter der anderen Mittelmächte sind. Die Ausnutzung des Landes göschieht nach genau vorher feftgelegten Grundsätzen die einerseits den Bedürfnissen Rumäniens, andererseits den Bedürfnissen der von England widerrechtlich abgeschlossenen Mittelmächte Rechnung tragen.

Getreide- und Llvernichtnng.

W. T.-B. London, 2. Dez. (Erg. Drahtbeclcht) Da- Remcrsche Bureau erfahr,. Auß Jassy wird telegraphiert, daß energische Mofnafweu getroffen werden, um alles Beneide und Öl in dem Teile Run,amen- zu z e r st ö r e », der unmittelbar in Gefahr ist, i» die Hände des Femdes zu fallen.

Die Krips in Griechenland.

Die Zusammenstöße zwischen griechischen und Entente-Truppe»».

W. T.-B. Athen, 1. Dez.. 7.30 Ufcr ubeab». Meldung des Reuterfchen Bureaus. Jru Laufe des Tages kam es zu aufreizenden Szenen. Tie griechischen Truppen versuchten die Alliierten an dem Passieren ge­wisser Punkte zu verhindern. Es^tam, zu Zu­sammenstößen, bei welchen auch Schüsse fielen und die den ganzen Nachmittag foktdauerten. Der griechische Ministerpräsident und der französische Ge­sandte Guillemin besuchten den König. Bon amtlicher Seite wurde erklärt, daß auf Vorschlag des Admirals Fournet ein Waffen st ill st and beschlossen werden soll. Trotzdem hörte man Kanonen­donner. Es heißt, baß die Franzosen die Hügel hinter dem Palais beschossen. Es herrscht große Panik.

W. T.-B. London, 1. Dez. Der Athener Korrespon­dent derEvening News" meldet, daß französische Matrosen und griechische Truppen heute mittag be- gönnen haben, aufeinander zu schießen.

Beschießung des Zappeion.

W. T.-B. Athen, 1. Deq. (Agence Havas.) Die Landung französischer, englischer und itakenisöber Seeleute erfolgte in der Nacht im Piräus. Französische Truppen wurden gleich­falls ausgeschifft. Alles verlief ohne Zwischenfall, aber dar­auf entstanden an verschiedenen Stellen Zusammenstöße. Am P n y x schossen Griechen aus englische Seeleute. Auch wurden aus italienische Seesoldaten in der RufsuS- tcrserne Gewehrschüffe abgegeben. Auf das Zavpeion, wo sich französisch« Se-foldaten befinden, wurden von einem Hügel, den Griechen besetzt hielten, zwei Kanonenschüsse ab­gegeben. Mehrere Seefoldaten wurden verletzt. Das Zappeion antwortete nicht und die Landtvuppen der Alliierten hielten sich außerhalb der Stadt. Ir. den Stvaßen herrscht Aufregung. Die Läden werden geschloffen.

W. T.-B. Athen, 1. Dez. (Agence Havas.) Die Lage wird ernster. Um 3 Uhr nachmitiags begaben sich die Ge­sandten Guillemin, Demidosf und Elliot, die sich in der frawzöfvschen Gesandtschaft befanden, nach denr Z a p p e i o n, wo sich Admiral d'Artige du Fournet aufhieü. Gewehrschüffe wurden an verschiedenen Stellen abgegeben. Maschinen- gewehrfeuer begann, das mehrere Opfer forderte. Athen bietet den Anblick einer belagerten Stadt. Reservisten­banden, teils in Uniform, teils in Zivil. Kiehen durch die Straßen und schießen auf die Häuker der Venizelisten, sowie auf die an die Gesandtschaften vor: Frankreich und Eng­land angrenzenderr Häuser urrd aus die Ecole d'Athenes.

W. T.-B. London, 2. Dez.Daily Mail" melket dem Reuterfchen Bureau zufolge aus Athen vorn 30. Nov.: Das Feuer begann in der Nahe der Endstation der Piräus- Eisenbahn zwischen französischen und griechischen Truppen. In Athen herrscht Parrik. Die Menschen drängen sich durch die Straßen und die ^ Läden schließen. Zwei französische Kreuzer fuhren im Hafen von Phaleron ein.