Verlag Langzafse 21
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Samstag. 2. Dezember 1916. ftb€nösftu$9(!&£*
Nr. 587. * 64. Jahrgang.
Der Krieg Rumäniens.
20 km vom Zortgürtel Bukarests;
Der amtliche bulgarische Bericht«
W. T.-B. Sofia, 2. Dez. (Drah «bericht.) Bericht des
bulgarischen Generalstabes vom 1. Dezember.
Mazedonische Front: In der Gegend von
Monastir wiesen wir schwache Angriffe gegen das Dorf T a r - uow» und dir Höhe 124» ziemlich leicht zurück. Im Errnabogen wurde die Höhe 105« und der Gipfel östlich vom Dorfe Paralow, von Artillerie heftig beschossen. In der Mogleoiagegend und beiderseits des W a r d a r Ar- tillerietätigleit. An der B e l a s i c a f r o n t Ruhe. An der Stroma Artilleriefeuer. An der Sgäischeu Meeresküste näherten sich sechs von der Insel ThasoS kommende Barken der Mündung des Nesta-Fluffes. Wir vertrieben sie aber durch Gewehrfeuer.
Rumänische Front: In der Walachei dauert der B-rmarsch siegreich uud ohne Unterbrechung fort. Am 24. November überschritten unsere Divisionen rasch die Dona» bei C i m n i c e a «ad drängten stürmisch gegen Bukarest vor. überall brachen sie in erbitterten Kämpfen den verzweifelten Wider st and des Feindes und fügten ihm s ch w e r e B e r l u st e zu. Am 27. November besetzten sie nach schweren Kämpfen G i u r g i u, am 30. überschritten sie die Linie C»man»-Branistari-Jn- g u r e n i, ungefähr 2V Kilometer von dem Fortgürtel Bukarest« gelegen. Wir überwandtrn den verzweifelten Widerstand deS Feindes und erbeuteten zwei schwere Geschütze, 12 Feldgeschütze, 7 kleine Kanonen und 5 Maschinengewehre und machten ferner 4 Offiziere und 2M» Soldaten zu Gefangenen. Auf dem Schkachtfelde ließ der Feind zahlreiche Tote und Verwundete znrück. In der Do brudscha griff dasviertesibirischeKorpS, bestehend aus der zweiten und zehnten Infanteriedivision, mit ungefähr 15 Batterien nach langer Artillerievorbereitung, von 9 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags dauernd» unseren linken Flügel zwischen dem Dorfe S a t i s k o e j und der Donau an. Der Augriff war auch von Batterien von dem linken Donanufer her unterstützt. Gegen r/yZ Uhr nachmittags näherte sich die feindliche Infanterie ltnter dem Schutze des Nebels unseren Stellungen. Es entspann sich ein äußerst erbitterter Kampf. Zwei Panzernutomobile näherten sich mttten im stärksten Kampfgewühl uuseren Schützengräben. Unsere tapferen ruhmreichen Regimenter der Division Preslav unternahmen einen mutigen stürmischen Gegenangriff und schlugen den Angreifer überall blutig zurück. Sie erbeuteten die Panzerautomobile, in denen 4 Maschinengewehre gefunden wurden. 2 Offiziere und 25 Mann wurden hier gefangen genommen. Der Feind
§ g sich in seine ursprünglichen Stellungen zurück. An der onau Infanterie- und Artilleriefeuer.
Der deulscbe Abendbericht vom 1. Dezember.
W. T.-B. Berlin, 1. Dez., abends. (Amtlich.)
Im Somme-Gebiet Feuer auf beiden Flnßufern zeitweilig auflebend.
In der Walachei Fortschritte.
Am linken Flügel der Dobrudscha-Armee scheitelten wiederholle Angriffe des Feindes, der erneut Panzerkraftwagen obre Erfolg vorsandte.
Nordwestlich Monastir und bei G r u n i st e wurden Vorstöße deS Gegners abzewiesen.
&
Der österreichische Abendbericht.
W. T.-B. Wien, 1. Dez. Aus dem Kriegspressequartter wird vom 1. Dezember, abends, gemeldet:
Russischer Ansturm in den Karpathen dauert unvermindert heftig fort. Der Feind Holle sich, wie au deu Vortagen, blutige Köpfe.
Aus Rumäuien ist die Meldung noch ausständig.
..So günstig wie lmrge nicht."
Ei» Wort Ludeudorsfs über die Kriegslage.
Berlin, 2. Dez. (zb.) In der gestrigen Generalversammlung des Bundes der Landwirte im Königreich Sachsen teilte der Reichstagsabgeordnete Wildgrube eine Äußerung Ludendorffs mit, daß die Kriegslage im gegenwärtigen Augenblick so g ü n st i g sei, wie lange nicht.
Die Zusammenfassung des Oberbefehls in Rumänien.
Br. Berlin, 2. Dez. (Eig. Drahtbericht, zb.) Nach dem gestriger Heeresbericht hat eine Neueinteilung des Oberbefehls auf dem rumänischen Kriegsschauplatz stattgefunden. Bisher gehörten die von dem Wesfflügel der Armee Falkenhayn m Rumänien ausgefi'chrten Operationen zur Front des Erzherzogs Joseph, während die Donauarmee und die in der Dobrudscha stehende Gruppe die Heeresgruppe Mackensen bildet Offenbar um die EirchefilichLeit des Oberbefehls zu wahren und die Bewegungen der auf demselben Kriegsschauplatz befindlichen Truppen einheitlich zu leiten, sind jetzt die gesamten in Rumänien operierenden Armeen, Äso die Armee Falkenhayn, die Donauarmee und
die Dobrudfchagruppe dem Generalfeldmavschall von Mackensen unterstellt. Die Front des Erzherzogs Joseph erftreckt sich vom Dnfestr bis in die. Gegend östlich von K c g d i v a r s a h c I h, bis zu der Stelle, wo sich die ®te£>ert bünger Grenze aus ihrer Westostrichtung in ernern rechten Winkel nach Norden wendet.
Das verödete Bukarest.
Berlin, 2. Dez. (zb.) Die Flucht der rumänischen Bevölkerung aus Bukarest hatte bereits sie gänzliche Verödung einzelner Stadtteile zur Folge.
Rumäniens Untergang — ein grosses Unglück für die Alliierten.
Aus dem amtliche» russischen Blatt!
Berlin, 2. Dez. (zb.) Der amtliche „Ruhkij Jnva- l id" wendet sich gegen die leichtsinnigen russischen Pvesse- itaumeit über den rumänischen Bernichtungskamps. Der deutsche Feldzug sei keine Racheaktion, sondern ein großes takt'sch-ökonomisches Manöver. Riunä- ufen, das den drittgrößten Weizen-Export der ganzen Well habe, übertreffe sogar Kanada und Argentinien an Viehreichtum. Deutschland könne seinen Bedarf an Fleisch, M eh l und Pferden in voller Höhe auffüllen. Nach Rumäniens Reichtum an Petroleum und Metallen käme den Deutschen gelegen. Rumäniens Untergang sei ein großes Unglück f ü r d i e Alliierten, toeil durch ihn die Zentralstaaten ihre Widerstandskraft in UTtgevhnter Welse mehrten. Auch Rumäniens strategische Wichtigkeit wäre nicht gering.
Eine Ehrnnn des deutschen Kaisers für das Grab König Karols.
Mit der Einnahme von Curtev de Arges sind auch die dort befindlichen rumänischen Königsgräber unter dem Schutz der deuffchen Truppen gekommen. Der -deutsche Kaiser befahl, daß deuffche Truppen, welche Curtoa de Avges durchschreiten, an lden Gräbern des verstorbenen Königspaares Kränze niederlegen.
Die dem Andenken des in den Königsgräberii von Curtca de Arges bestatteten Königs Karo! und der Königin Carmen Sylva gellende Ehrung, die unser Kaffer verfügt bat, wird, wie der Jß.-SI." schreibt, in Deutschland aus das ref^aftefie begrüßt werden, hebt stcb doch von dem Bild seines Sohnes die ehrwürdige Gestalt des ersten Königs von Rumänien, der weder sein Hohenzollernblui noch sein Königs wort verleugnet hat, doppelt leuchtend ab. — .In der „Germania" heißt es: Wir und unsere Verbündeten werden ehrfurchtsvoll gesenkten Hauptes an die Begräbnisstätte des um sein Land so unvergleichlich verdienten Königs Karol treten, und ungehindert der Tatsache. daß uns Rumäni-ens Beirat nur Gelegenheit zu neuen Erfolgen gegeben hat, mit (echt „barbarischer") Wehmut sprechen: Wie glücklich und groß könnte dein Land üa- itehen, wärest du und wenigstens >deine Politik ihm erhalten geblieben. __
Die Ereignisse in Griechenland.
König Konstantin bleibt unerschütterlich.
Br. Lugano, 2. Dez. (Eig. DraLtbericht. zb.) Der Athener Berichterstatter des „Corriere della Sera" bestätigt, daß die griechische Reservistenliga dir F o r t f ü h r u u g des K r i e gs- materials aus Athen gegen Norden fortsetze. Der König bleibt unerschütterlich.
Der Entschluß des aricclnschen Heeres zum Widerstand.
Br. Basel, 2. Dez. (Eig. Dvahtberichi. zb.) .Liutzkvje Slvwo" meldet aus Athen, daß das zwette uud dritte griechische Korps eine Adresse an de» König richtete, worin "widerstand in Thessalien gefordert wird.
Ministerpräsident Lambros bestätigt die Weigerung.
W. T.-B. Berlin, 1. Dez. „Eorriere della Sera" meldet aus Athen: Ministerpräsident Lambros hat gestern abend Erklärungen abgegeben, mit denen er die ablehnende Haltung der Regierung bestätig t>. Die antivenizelistischen Blätter nehmen einstimmig eine drohende Haltung an und ver- langen Widerstand. Mehrere Athener Regimenter sind mit Ärieysm-tt-eial nach Norden abgezogen. In der Lage scheint eine Wendung einzutreten. Fournet läßt mitteilen, daß ihm Zusicherungen gegeben wordett seien, die öffentliche Ordnung werde nicht gestört, werden, und daß er geeignete Maßnahmen getroffen habe.
Dir Fortführung des Kriegsmaterials von Athen«
Berlin, 2. Dez. (zb.) Die griechische Reservistenliga soll die Fortführung des Kriegsmaterials aus Athen gegen Norden fortsetzen. — Wie »er „L.-A." meldet, bestätige der Befehl des Königs, oemz-tfolge die hauptstädtische Garnison mit Waffen und G e V r ck nach 2 e in Norden des Landes gesandt wurde, die Voraussicht, daß die Garnison außerstande sein werde, bei etwaigen Athener Straßenunruhen ein- zugreifen.
Benizrlos' „Kriegserklärung" an uns.
Berlin, 2. Dez. (zb.) Laut „Voff. Ztg." erließ nmunehr die Salomkrer provisorische Regierung die offizielle Kriegs- erklärung an Deuffchland und Bulgarien.
Die Begründung der „Kriegserklärung".
Genf, 2. Dez. Die Salonrkier provisorische Regierung begründet ihre „Kriegserklärung" an Deutschland und Bulgarien, indem sie an die deutsche Propaganda in Griechenland, an die Verletzung griechischen Gebiets durch Bulgarien, an die Versenkung griechischer Schiffe durch deutsche Unterseeboote und schließlich an die Tatsache erinnert, daß die ersten Einheiten de? griechischen Revolutionsheeres alsbald mit den deutsch-bulgarischen Truppen Zusammenstößen werden.
Eine Blockade der griechischen Häfen?
Freiwillige für das griechische Heer ausgcrufen!
IV. T.-B. London, 1. Dez. „Times" erfährt aus Atheu, daß der König vorgestern den französischen Mili- lärattache in den Palast entboten und mit ihm die ernste Lage besprochen hat. Wie berichtet wird, rst die Haupturfache für die Weigerung der Regierung, die Geschütze auszulieferu, lie Furcht, daß dann Venizelos mit seinen Truppen nach Thessalien und Athen vorrücten würde. In einigen Kreisen verlautet, daß die Entente bereit ist, Bürgschaftett dagegen zu geben, wenn die Regierung einwilligt, il) Batterien und die erforderliche Munition auszuliefern, daß sie aber im Falle einer Weigerung die Sache selbst regeln werde. Ge- rüchtweise verlautet, daß die G eb i rgs b a tt e ri e n nach Ehalkis, Nauplia, Kalamata und anderen Orten verbracht worden seien. In diesem Falle erwartet man eine Blockade dergriechischen Häfen durch die Alliierten. — „Daily Telegraph" erfährt aus Athen, baß Transportschiffe der Alliierten mit französischen Truppen an den Landungs- brücken liegen. Der König hat ein Dekret unterzeichnet, durch das Freiwillige für die Armee aufgerusen würden. Am Mittwoch habe der König den Offizieren des 1. Armeekorps seine Anerkennung über ihre schneidige Haltung ausgesprochen und (wie bereits mitgeieilt) befohlen, bewaffneten Widerstand zu leisten, falls die Truppen der Alliierten versuchen sollten, von den Griechen besetzte Gebäude zu besetzen.
Sk-»-*k«spk--etär Zkmmei'mtnins A«»sk,»ttft.
Berlin, 2. Dez. Die Beaitw!)tt"ng *»r Frcge wegen d-; Ausweisung des deutschen Gesandten aus Athen, die gestern der neue Staatssekretär des Auswärtigen Amtes im Reichstag ergeben ließ, findet in den Blättern allgemeinen Beifall. Der Staatssekretär knüpfte einige Warte über seine S t e l l u n g z il m R e i ch s t a g an, die, wie der „L.-A." sagt, nicht weniger Anklang fanden. — In der „Baff. Ztg." heißt es: Man hörte aus der Dirlegung Zimmermanns förmlich die Not des so schandbar bedrängten Landes herausschreien. Zimmermann unterließ auch nicht, das Verfahren der „Beschützer der kleinen Staaten" als Verhöhnung aller Begriffe von Freiheit, Völkerrecht und Zivilisation fdbarf zu brandmarken. — Wie das „B. T." mitteilt, traf der Athener deutsche Gesandte Graf Mirbach gestern in Wien ein und setzte abends die Reise nach Berlin fort.
Aur den Kämpfen der deutschen Uarpathentrnppzn (191(6).
II.
Aus dem Großen Hauptquartier wird uns geschrieben:
Auf dem linken Flügel der K. und K. 7. Armee war inzwischen das beherrschende Höhengelände von Polonia Kocznlieska-Kukul in Feindeshand gefallen. Der Besitz dieser Höhenzüge konnte das Eindringen des Gegners in,das Tal der Lasczyna vorbereiten und bedeutete eine starke Gefährdung des wichtigen Ortes Körösmezö im Tal der Schwarzen Theiß., Auch der strategisch wichtige Tataren-Paß war nicht mehr fest in der Hand unserer Verbündeten. So war die Lage aus diesem Flügel besonders kritisch geworden. Zur Unterstützung wurden zu Beginn der 'etzten Augustwoche stärkere deutsch; Kräfte über Körösmezö herangeführt. Südöstlich Körösmezö stand ein österreichisch-ungarisches Korps seit Tagen ry chwerem Kampf gegen überlegenen Feind. Die deutschen Truppen erhielten deshalb den Befehl, bat K. und K. Korps im Angriff gegen die Linie Kowerla- Koczmieska-Kukul zu unterstützen.
Ter erfolgreiche Sturm auf die Höhenstelluuge« Polonia Koczmtcska-Kukul.
Bis zum Abend des 29. Augnst waren alle Angriffsvorbereitungen durchgeführt. Am folgenden Tage traten nach kurzer Artillerievorbereitung gegen die Höhen Polonia Koczmieska und Kukul (1540 Meter) die Hauptkräfte der Deutschen zum Sturm an. Bereits gegen 6 Uhr vormittags war der Höhenkamm der Koczmieska erreicht. Die Hänge des Kukul wurden fast ohne jede Artillerievorbereitung in kühnem Handstreich gestürmt und genommen. Doe
