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Borlag Lanzsaffe 21

„T^btMlyraS".

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P'ts>»«°' gfettlK. 9 * 0*1 tot Lütz,« 620£ u. 6203. g^ggag'ffiS

Freitag, 1. Dezember 1916.

Morgen-klusgabe.

Nr. 584. . 64. Jahrgang.

Der vonauübergang der kjeeresgruppe Riackensen.

Von zuständiger militärischer Seite vird nns geschrieben:

Nachdem Teile der siebenbürgischen Armee die wala- hische Tiesebene erreicht hatten, war sür die Heeres- ;ruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen der Zeitpunkt herangereift, den feit langem geplanten und n allen Teilen vorbereiteten Vorstoß über die Donau iitr Ausführung zu bringen.

Fiir den Übergang war die bei Svistov gelegene itdge Stelle des Grenzstromes seit Monaten ausersehen, das hochgelegene bulgarische Donauufer beherrscht sier weithin die feindlichen Stellungen. Bukarest liegt n nordöstlicher Richtung in der Luftlinie etwa 100 Kilometer von Svistov entfernt. Von Nordwesten läherte sich die Kavallerie des Generals von f a l k e n h a y n. Das Räderwerk faßte von Norden md Süden her ineinander. In eiliger Flucht suchten ie Überreste der geschlagenen rumänischen Verbände er zermalmenden Wirkung der ineinander greifenden )perationen zu entrinnen. Sie hatten bereits bis svistov den Uferschutz preisgegeben. Ein erster rascher äetohtn von größter Bedeutung!

Die vor den Falkenhaynschen Truppen zurück- >eichenden, aber an den großen Flußabschnitten noch ihen Widerstand leistenden Divisionen traf der B o r- oß des Generalfeldmarschalls von Mackensen so überraschend in die Flanke, daß ihre euett Stellungen sofort stark bedroht mrden. So erzielte auch hier wieder die Überraschung eben dem militärischen Erfolge eine durchgreifende wralische Wirkung.

Während der Feind noch völlig durch die Ereignisse l der Dobrudscha in Anspruch genommen war, wurde urch das wohldurchdachte Zusammenarbeiten der he­iligten Stellen vor seinen Augen, aber von ihm völlig nbemerkt, der Donauübergang vorbereitet. >urch schärffte Bewachung wurde jeder Greuzverkehr verbunden. Im Schutze der Nacht entstanden sorg- ltig verdeckte Zufahrtsstraßen zmn Ufer. Me Stadt irbarg hinter einer Maske ihr kriegeristlies Gesicht, inter den Böschungen grub sich vorerst schweigsames, lweres Geschütz ein. In dem nahen Belene-Kanal nden die K. und K. Monitors, die deutschen Patrouil- n- und Motorboote, die Pontons und die zum Zu- lllunensetzen fertig bereitgestellten Brückenteile ge­hörten Unterschlupf. Langsam hatte sich aus weiten - chienenwegen der fiir den Übergang erforderliche amsterbau mit Munition, Gerät und Verpflegung füllt.

Die Erkundung des gegenüberliegenden Ufers ließ rs Wagnis aussichtsreich erscheinen. Unsicher <tr nur, ob der Feind nicht noch von den Vorberefiun- 3t erfahren und Verstärkungen herangezogen hatte.

1 och vor wenigen Tagen lag schweres Geschützfeuer auf rn bulgarischen Landstädtchen Svistov. Unruhig tatterten nachts die feindlichen Gewehre über das lasser. Regungslos lag das Land im Banne der tuernden Geschosse.

1 Nach dem Fall von Craiova kam für die südlich der onau aufmarschierten verbündeten Truppen der ag des Handelns. Die Blutopfer im Westen »d Osten, an der mazedonischen und italienischen Front sten es nicht verhindern tonnen, daß sich hier starke ätsche, bulgarische, türkische und österreichisch-ungari- e Kräfte in Bewegung setzten. Vorausschauende Tat­est und organisatorische Willensbelebung Hutten früh- tsig dafür Vorsorge getroffen, daß abseits der starken mee, die den Feldzug in der Dobrudscha fortzuführen >t, an der Donau eine neue schlagbereite ffensivarmee erstand, die den Donauübergang llzog, und zu der mit dem freiwerdenden Ufer in lchsender Stärke immer weitere Verbände stoßen fnen.

Am 23. November, dem Tag des llfersturmes, lag chtgeballter Nebel auf den gelben Fluten des nomes. Der Angriff erfolgte, um den Feind zu »scheu, gleichzeitig an mehreren Stellen ^ Donau. Die Demonstrationen beschränkten sich 'otä) nicht auf eine Artilleriekanonade; es wurden Jn- u besetzt und an mehreren Punkten die feindlichen tkr erkämpft.

So blieb der Feind zunächst in Ungewißheit, wo der °rstoß beabsichtigt war, wohin er Verstärkungen zu "ven hatte. Nachdem ihm das rasche Übersetzen und "kwärtsdringen der Truppen des Generalfeld- ?fichalls v. Mackensen wohl tmterdesien die Augen rnnet hat, ist der Brückenschlag bei Svistov st Geheimnis mehr. Die Überraschung ist völlig ge- , Das Unternehmen lvar so umsichtig vorbereitet,

P die deutschen und bulgarischen Regimenter fast Verluste das rumänische Ufer er­achten und in wenigen Stunden die stark qpsge-

bauten feindlichen Stellungen iü ihreni Besitz hatten. Es wurde zunächst in im voraus befohlenen Linien am ersten Tage ein engerer, am zweiten Tage ein weiterer Brückenkopf ausgebaut und hinter deren Schutz die ratlose Unsicherheit des Gegners dazu benützt, Fähren einzurichten, Brücken zu schlagen, die rückwärtigen Ver­bindungen zu sichern, mit ihrer Hilfe eiligst die ge­samten Offensivkräfte auf das andere Ufer zu schaffen und deren Nachschubbedarf nachzuziehen.

Nachdem in zweitägiger fieberhafter Arbeit der Aufmarsch in dem jenseitigen Brückenkopf beendet, die Operationsbasis gegen die stärksten feindlichen Gegen­maßnahmen gesichert war, die Donau für den Nachschub keinerlei Gefahr und Hindernis mehr bildete, begann der Vo r m a r s ch. Alles entwickelte sich auf Grund der geleisteten Vorarbeit genau und spielend nach den ergangenen Befehlen. Der Mechanismus brauchte nur eingeschaltet zu werden. Die verbündeten Truppen Von vier von Natur verschiedenartigen Völkern haben sich in bewundernswerter Disziplin einein einheitlichen Willen eingefügt. Die Fürsorge, die sie umgab, er­starkte ihr Sicherheitsgefühl, ihren SiegesGillen. Der Erfolg war ihrem hingebenden Vertrauen eine Selbst­verständlichkeit.

Die Vorbereitung und Durchführung dieses Donau- überganges wird in der Kriegsgeschichte wohl als ein meisterliches Vorbild weiterleben. An sechs Stellen ist nunmehr die Donau in diesem Kriege unter dem Oberbefehl des Generalfeldmarschalls v. Mackensen erfolgreich überwunden worden. Es standen diesmal aber nicht nur deutsche Truppen, sondern gemischte Verbände zur Verfügung. Und gegenüber befand sich ein mit dem kriegserprobten starken Rußland ver­bündeter Gegner. Er hatte sich derart in Sicherheit wiegen lassen, daß er den Uferschtttz an dieser gefähr­lichen Stelle schwächeren Kräften übertrug. Mit brau­sendem Hurra betraten die bulgarischen Regi­menter das rumänische Ufer bei Simnitza, von dem aus genau an derselben Stelle im zweiten Balkankriege int Jahre 1913 die Rumänen die Brücken zum bulgari­schen Ufer geschlagen hatten. Auch für die T ü r k e n ist der Donauübergang eine stolze Genugtuung, denn hier bei Svistov haben die Russen 1877 bei ihrem Feld­zug gegen die Türkei, ihrem großangelegten Vorstoß auf Konstantinovel, die Donau überschritten. Das Welt geschichtliche Erlebnis durchzuckte die Herzen, und der Generalfeldmarschall, der mit seinem Stabschef General Tappen wenige Stunden, nachdem die ersten Pontons abgestoßen waren, sich auf das rumänische Ufer übersetzen ließ, war u m j u b e l t von begeisterten Huldigungen.

Zusammenbruch eines russischen Maffeustnrmes.

österreichisch-ungarischer Tagesbericht.

W.T.-B. Wien, 30. Nov. (Drahtbericht.) Amtlich verlautet vom 30. lllvvember. mittags:

Östlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen.

Die erfolgreich Vordringen de Donau- arm e c hat seit dem Stromüberzang 43 rumänische Offiziere, 2421 Mann, 2 schwere und 36 Feldgeschütze, 7 kleine Kanonen und 7 Maschinengewehre cingcbracht. Hceresfront des Generalobersten Erzherzog Joseph. Truppen des Generals v. Falkcnhayn l nahmen gestern P i t c st i und Ca mp o In n g in Besitz. In Campolung 'fielen 17 Offiziere, 1200 Mann, 7 Geschütze und zahlreiches Kriegsgcpäck in die Hände der Bayern. Zwischen dem Uz-Tatc und dem Tatarcnpaß setzten die Russen die zur Entlastung ihres bedräng­ten rumänischen Bundesgenossen bestimmten A n - griffe unter großem Massenaufgebot fort. Die Armeen der Generale v. Arz und v. Kocvcß standen bei Tag und bei Nacht in erlnttertcm Ringen gegen den immer wieder aufs neue vorstoßenden Feind. Au vielen Stellen wurde Mann gegen Mann gekämpft. Der russische A v st u r m brach zusammen. Kleine örtliche Vorteile konnten nichts daran ändern, daß die großen Opfer des Feindes auch gestern vergeblich wären. Der Kampf geht fort.

Heeresfront des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.

Nichts von Belang.

Italienischer Kriegsschauplatz.

östlich von G ö r z und auf der K a r st h o ch f l ä ch e war der Artilleriekampf zeitweise sehr lebhaft. Südöstlicher Kriegsschauplatz.

In Albanien unverändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Die Beisetzung Baiser zranz Zosephr.

Von unserem ^u.-SouLerberichterstatter.

7m. Wien, 30. Nov. (zb.) Hunderttaus ende von W ie n ein waren schon in den Morgenstunden nach der Ringstraße gewandert, um Kaiser Franz Joseph auf seiner letzten Fahrt trauererfüllt eine letzte Huldigung dar­zubringen. Überall brannten die umflorten Latecknen, von den Bogenlampen hingen Trauerslaggen herab. Ein be­sonderes dusteres Gepräge hatte der Stephansplatz. Vor dem höhen Dom- war ein gewaltiges HolWernst vufgefchlagcn, dvS als Auffahrtshalle fiir die Trauerwagen (Menen sollte. Stuf bem Neuen Markt stand schmucklos die Fassade der Kapuziner­kirche, in deren weitem Gewölbe sich die Habsburger Fürstengruft ausdehnt. Überall an den Häusern auf Halbmast hängende Fahnen, bi* Valkone schwarz drapiert, die Zuschauer in TrauevkletLung. Um die Mittagsstuiüde war das Wild, das sich vor dem äußeren Burgtor bot, noch lebhaf­ter. Hunderttaufende drängten sich hier Kops an Kops zu­sammen. Gegen 1 Uhr nahm in der BuvgLapelle Hofpfmwer Seidl die erste Einsegnung der Leiche vor. Um %2 Uhr hoben Hofkammerd lener und Leiblakaien die Bahre vom Katafalk und trugen sie bis zum Leichenwagen, der im Schweizer Hof vorgefabrcn war. Der Kondukt setzte sich unter dem feierlichen Geläute sämtlicheir K i r ch e n g l o ck e n von Wien in Bewegung. An seiner Spitze ritten zwei Hofreitknechte mit brenneMon Laternen und eine Schwadron Kavallerie. In StaatÄvroffen folgten die Generaladjutanten und Würdenträger, dann kauten, ton acht Rappen gezogen, der schwarz drapierte Leichenwagen, zu dessen Seiten vier Leiblakaien mit bremrenden Wachssackein schritten. Es folgte der große Zug von österreichlsch-uugari- schen Leibtrabanten gu Fuß und zu Pferde, sowie eine Kom­pagnie Infanterie und eine Schwadron KabaKerie. Z utn letztenmal trat di e Burgwache für ichre-n Kaiser ins Gewehr. Bor idem Stophanstjurni einge­troffen, wuöde die Bahre von vielen hundert Offizieren, die als Slbordnung des Heeres koinmcrndiert waren, militärisch begrüßt. Die aufgestellten Truppen senkten die Regimentsfahnen und begleiteten mit dumpstn Wirbeln aus den umflorten Trommeln die Ehrenbezeugung. Die A uf'- b a h r u n g in der K t r ch e rvar ein glänzendes Bild.- Kurz nach 3 Ubr fuhren vor dem Hauptportal des Domes die Minister, Parlamentarier und die höchsten und allerhöchsten Herrschaften vor.

Kr»nprinz Friedrich Wilhelm als Traucraast in Wien.

\V. T.-B. Wien, 30. Nov. Heute früh tras der deutsche Kronprinz zur Teilnahme an der Leichenfeier ein. Im Rord- wcstbahnbof hntteu sich zum Empfang der Botschafter v. Wedel mit den Herren der Botschaft, der Gettcraladjuiant des deutschen Kaisers, v. Plessen, der dem verblichenen Kaiser zugetetkte General v. Cramon, der zuui Ehrendienst jpgcteilte Feldzeugmeistcr Nohn von Hermannstädten, der Kommandant des Kriegspresscanartiers General Poen, der Direktor der AordwestLahn Goudebrück, einge- inickcn. Kurz vor 8 Uhr traf Kaiser Karl in der Uniform seines preußischen Husarenregiments mit deni Bande des Schwatzen Ldlerordens und den Abzcicheu des Generalfeldmarschalls ein. Er hielt einen kurzen Cercle mit den zum Enipsauge erschienenen Per­sönlichkeiten ab. Der Kronprütz trug die Unisorm seines öster­reichisch-ungarischen HusarenregimeutS Nr. 13 mit dem Bande des St. Ctephanordens. Der Kaiser hieß den Kroitprinzen herzlich w i l l t o nt n» e n. Kaiser und Kronprinz küßten cinattder und drückten einander herzlich die Hand. Sodann begrüßte der Kronprinz den deutschen Botschafter und Herr» v. Plcsscn und die übrtgett Herren der Botschaft und nahur die Meldung des Feldzengmetsters Rohn entgegen. Hrerauf erfolgte die Vorstellung der beider» s c i t i g c n Begleitung. Sodann verließen der Kronprinz und der Kaiser den Bahnhof und fuhren mit dem Automobil in die Hofburg. Sogleich nach dem Eintreffen in der Hofburg machte der Krcnprinz der Katferin Zita seine Aufwartung. Um 1*11 Uhr vormittags empfingen Kaiser Karl und Kaiserin Zita in der Hof- brrg die freniden Fürjtltchkeiten, die in Wien zu den Leichenseier- lichkeiten eingetroffcn stad, hierauf die hierher entsandten Speztal- gesandten. _

Die Ereignisse in Griechenland.

Pressung der griechischen Truppen zum Heeresdienst unter Sarr«ril?

Br. Berlin, 30. Rvv. (Eig Drahtbericht, zb.) Me „Pass. Ztg." schreibt: In französischen Regiernngskreisen, die in der griechischen Frage die Führung unter den Berbandsmächten hatten, beabsichtigt man eine weitere Gewaltmaß­regel gegen das unglückliche Land. Man denkt in Frank­reich, wo der Menschenmangel aufs höchste gestiegen ist, ernstlich daran, aus oer griechischen Bevölkerung Streitkräfte zu gewinnen, die unter dem Kommando Sarrails kämpfen sollen. Man rechnet mit einem Heer von 450000 Mann. Die antivenizelistischen Blätter sollen stumm ge­macht -oder unterdrückt werden; neue, von der Entente unter­stützte Zeitungen werden begründet.

Die Frage der Waffenablieferung.

Br, Haag, 30. Nov. (Eig. Drahtbericht, zb.) „Times" meldet aus Slchen, (da die Unterredung des AdmtDalS Fournet mit König .Konstantin zu keinem Ergeb»- nis geführt hat, will Me griechische Rvgtekuwg zurst-ck-