Einzelbild herunterladen
 

Gelte 2 Samstag, ÄS 2rovemtzcr ISIS.

iwohl die willkürlich-: Behandlung der neutralen Staaten 'seitens der Entente den Höheounkt erreichen. Vermutlich aber wird die Welt noch mehr Beispiele für die Erfindungsgabe der Vertreter des neuen Völker rechts in Griechenland erleben. ES hätte einen besseren Eindruck gemacht, wenn inan das mili­tärische Bedürfnis, das doch der wirkliche Grund ist. zur Be­gründung der Enteignung angeführt hätte.

Ereignisse zur See.

Abermals ein englisches Hojpitaljctziff im ÄgLischen Meer untergegangen.

W. T.-B. London. 25, Rav. (Drahtbericht.) Die «du»:- imtrtät teillt mit, daß das britische Hospitasich fff „Brie mar C a st I e" (6280 Bruttoreyijtertomrenj, aus dem Wege von Salonukr nach Malta, mit Verwundeten an Bord, im Mykoni- tänal im Ägäischen Meer auf eine Rrnc gelaufen und versenkt worden ist. Alle Personen, die 'ich <m Bord befanden, sind gerettet,

2vv Personen mit der „Kritnnnie" nnter- gegangen.

Sr. Rotterdam. 25. Rav. (Eig. Drahtbericht, zb.) Der heutige „Daily Telegraph" melset aus Athen: Es ist jetzt festgestellt, datz rund 200 Personen von dem Dampfer „Britannic" vermißt werden. Die Bewohner der .'Insel Zea sagten aus, datz sie vor dem Untergang der „Britannic" ein Unterseeboot in der Gegend bemerkt hätten. Man gibt zu. datz dieses Unterseeboot ein Minenleger gewesen und die „Britannic" durch eine Mine nntergegangen sein könne. Es hat sich nämlich herausgestellt, datz die, Deut­schen imstande seien. Minen im Fahrwaffer in einer Tiefe von 200 Meter zu legen.

Gin schwedischer Äohlendampser versenkt.

W. T.-B. Gotheadur^ 24. Nov. Der hiesige Kischoaurpfer „Delfin" brachte 18 Mann des Stockholmer Dampfers „A r t u r" (1300 Tonnen) ein. der vormittags 6 Seemeilen südöstlich von Skrgens Feuerschiff von einem deutschen Unterseeboot versenkt wurde. Der Dampfer „Artur" war von 'England nach Gothrnburg mit Kohlen unterwegs. Dies ist das erstemal, datz ein deutsches Unterseehoot ein für Schweden bestimmte Kohlenschiff versenkte. Ter Kapitän des „Artur" nimmt als Ursache der Versenkung an. datz dey Dampfer mit Grubenholz nach England ging.

W. T.-B. Stockholm, 25. Nov. 'Dr-ahGericht,, Anläßlich der Versentnng des schwedischen Dampfers „A r t u r" durch ein deutsches llnterseffbovt hat die Regierung den schwedischen Geschäftsträger in Berlin beauftragt, bei der deutschen Re- gievung eine Untersuchung zu verlangen unter den» Vorbehalt von Forderungen, zu 'denen der tUorfall Anlaß gäben könnte.

Ei« weiterer Lchisisverkust.

IV. T.8. Londo«. 24. Nov. (Drabtberichl.) „Lloyds" nietdet. daß der Dampfer „Brr er ton" '(3288 Tonnen) un­ter g e g a n g e n ist.

Oie Lage im Westen.

Ein erfolgloser enallscher Flng4«»go«Kriff auf Zeebrüqge.

IV.J'.-B. Lmckou, 25. Nov. (Dvähthericht.) Das Reul-r- fche Bureau meldet amtlich: Am Nachmittag des 22. November griffe»! britische Flugzeug» Wasserflugzeughallen in Zeebrügge und feindliche Zerstörer, die am Lcmdungsweg lagen, an. Die Beobachter melden, datz die Zerstörer ge- troffeu und die Flugzeughallen beschädigt wunden. Die Mug- zrugc sind wohlbehalten zurückgeikehrt.

Wie wir von zuständiger Seite erfahren, ist bei de»n eng­lischen Fliegerangriff auf Zecibrügge am 22.. nachmittags, kein Materialschaden awgerichtet worben, auch sind keine Menschenverluste zu beklagen,

Der neue rranzösischc LebensmitteldLktator.

(Drahtbericht unseres HI.-Sonderberichterstatters.) ,

17. Haag. 25. Nov. ^zb.) „Central Xkews" »neiden aus Paris: Die Blatter begrüßen zustimmend die eben erfolgte Ernennung Josevi, Tierrys zum llnter- ftaatsfekretär für die Ernährung van Volt und Heer. Der „Temps" sagt daß Munitious- und Er­nährt» n g S mi t te l ii»: ni st i»r Hand in Ha-rd ar­beiten mutzten. Die Schaffung des neuen Ministeriums beweise, daß die Lebensnüttelfragc auch für Frank­reich setzt eingreifende Maßnahmen nötig mache. Nack, den» Heer müßte -zu allererst die Ver­sorgung der M u u i t i o n Z a r 5 c i t e t gesichert wer­den. „Petit Parisien" sagt, datz die Regierung glück-

Unterhaltungsteil.

Konrgttchr Schauspiele.

Freitag, den 24. November: „Wann wir altern".

Dramatische Plauderei in entern Akt von Oskar Blume u- thal. .Hierauf, zum ersterimal: „Basem, der Grobschmied", Ein Märchenilust'piol in 3 Airszügen von -Otto S toe tz l. Die zrrr .Handlung gchörende Musik ist von Karl Wolfram.

Der stimmungsvolle 'Vorhang aus stumpfem Lila, der die Buhne so geheimnisvoll und poetisch verhüllte, erinnerte un- nullkürlut) an »nanch gelungenen Shakespeare- Abend. Urch im Ginne Shakespeares »ätzt sich auch ein Urteil fällen über das gestrige Stück. . .

Das Märchenspiel „Basem, der Grobfchmied". — ..Wie es euch gefällt?"

Hm . . . „Biel Lärm um nichts!!!"

Dcmsit ist alles gesagt und alles vorweggenoucmen. Harmlos und naiv mutet das Mänchenspiel an. llnter viel wertlosem, buntem Glas ein paar echte Steirichen, vielmehr — JpNtter. Die Musik ist glücklicherweise nicht lärmend — nur harmlos ltmb naiv. Nicht mehr, nicht weniger. . .

Der ist „Taufend und eine Jtacht" entnommen. Der Kalif geht verkleidet umher, m die Hütten der Armen, findet

_WiesbaderreZ? Taablati.

licherweiso keine Halbheiten, sondern durchgrsifeirde Maßnahmen, nänrlich die ganz energische Bc- »ch r o n k u n g des Eßwaren-, Brennstoff- und Leucht­mittelstoffes plane, „Matin". ..Journal" und „Echo de Paris" betonen, daß die Maßnahmen, weniger aus wirtschaftlichen Gründen hervorgingen, denn Fleisch- und Mehlmangel sei nicht zu befürchten, sondern ihnen ein moralische r Charakter beizumessen sei.

Die deutschen und französischen Zivil- gefangenen werden ausgetaufcht.

Sr. Berlin. 24. Nov. (Eig. Drahtbericht, zb.) Die llnter- Landlungen über den Austausch deutscher und französischer Zivilinternierter sind nunmehr zum Abschluß gekomme»». Zwischen Deutschland und Frankreich ist eine Einigung erzielt. Es handelt sich daber um nicht weniger als 20 000 Personen, die ausgetauscht »nerven sollen. Der Transport be­ginnt am 4. Dezember ui»d dauert bis Weihnachten. Täglich wird ein Zug Schaffhausen-Genf und umgekehrt gefahren.

Der ttrieg gegen Rußland.

Der Wechsel im Miuisterpräfidium.

IV. T.-B. Petersburg, 24. Nov. Meldung der Peters­burger Telegraphenagentur. Die wichtigsten Zeitungen ver­öffentlichen >die Ernennung des Staatssekretärs Trepow zum Mnifterpräsidenten und erklären, daß diese für die Re­gierung die Notwendigkeit in sich schließe, im Parlament eine Erklärung über die nächsten Probleme der Tätigte.t der Regierung avzugöben. Da. eine derartige Mitteilung ein vorhergehendes vertieftes Studium erfordere, war der die Er­nennung Trepows enthaltende kaiserliche Erlaß von einem anderen begleitet, der den RetchSrat und die Duma auf einige Tage vertagt.

Oer Krieg gegen England.

Personenwechsel im englischen Admiralitiitsnmt?

Berlin, 34. Nov, Der „L.-A." meldet aus Rottendam: Die andauernden Angriffe -der englischen Norihcliffpresse gegen die Politik der Admiralität scheinen ihr Ziel nicht verfehlt zu haben. Den Blättern zufolge wird sich dem­nächst eine Änderung in der Zusammenstellung des Admi- ralitätsamts vollziehen.

Basem, den Grobschmied, den stets Zrrfriedenen, und in einer Anwandlung böser Laune, unr sich an den Qualen des Armen zu ergötzen, um ihn zu zwingen, sich vor ihm und seiner Llll- macht zu beugen, verbietet er den Groibschmi-sden für drei Tage, zu arbeiten. Doch Basem, der nur ioeuig braucht, um sein Lel>en zu fristen, findet am nächsten Tage einen Verdienst, der ihu» ermöglicht, zu leben wie bisher. Er geht unter die Bademeister und verdient die ffir seinen täglichen Lebens­unterhalt nötige»» fünf „Dechern". Und da der Kalif nun für drei Tage die Badestuben verbietet, sieht Basem sich genötigt, anderen Verdienst zu suchen — bis sich alles in Wohlgefallen auflöft, der Kalif aukhörl, den Schmied zu quälen, de», er dock »»ich beugen kann, seine eigene Lieblingssvau fr eigibt, deren Liebe er nicht erringen konnte, die nun aber „frei und aut eigene Verantwortung" dem Kallfen die so lange zu ihm niedergehaltene Liebe gesteht, jetzt, da sie nicht mehr seine Sklavin ist,

Herr EVerth als Basem war so luftig, täppisch, einfältig und launig, daß der Abend durch ihn erträglich »onnde. Er behe»7rschte die Bühne, das Stück, die ganze Sach­lage und auch —.'das Publikum. Neben ihm betätigten fick Frau Gebühr und Herr Albert recht erfolgreich Tie nicht sonderlich zahlreichen Zuhörer spendeten -denn auch sehr lebhaften Beifall.

Oskar B l u m e n t h a I s vorhergehender Einakter „Wann »vir altern", seit zehn Jahren nicht mehr au König!. Dhsater «ffgeführt, erffeute sich ebenfalls einer reckt

Abend--Ausgabe. Erstes Blatt. Alr- 5T4,

Kanadas verminderte WerzenanSfnhr ««tz (Hnglaud.

»Drrchtüericht unseres lll.-Sonderöerichterstatters.)

12. Haag, 25. Rov. (Gig. Drahtbericht. K.) Der „Times" Irnrd aus Torrvnto gekabelt: Amtlich wind mitgeteist, daß

Kanada si» diesem Jahre »rur 99 Millionen Busheis Wetze« gegen 269 im Vorjahre nach England exportieren karm.

Oer Rrieg der Türkei.

Oie amtlichen türkischen Berichte.

W. T.-B. Konstantinopcl. 25, Rov. (Drahtbericht. Ver spätet eingetroffen.) Amtlicher Heeresbericht vom 21. Nov.:

Au der persischen Front wurden verschiedene feind - liche Aufklärnngspatrouillen. die gegen Bidjar vorzurücken versuchten, znrückgescklage».

KankasuSfront: Auf dem rechten Flügel wurde ein 10 Kilometer langer Teil unserer in der Gegend von Musck gelegene»» Stellung gleichfalls vorgeschobe». so daß wir in de» letzte» Tagen an diesem Flügel die Stellungen in eurer Ans dehnung von 00 Kilometer nud einer mittleren Tiefe von 10 Kilometer vor sch oben. Käurpfe. die unsere Ber- folgungsabteil»»ngen an dieser ganzen Front» besonders nörd­lich Kighi, gegen feindliche Rachbnten führten, entwickeln sich zu unseren G u n st e n. Wir machten Gefangene und erbeuteten Kriegsmaterial. Die Zahl der ruffischen Wer. läirfer nimmt täglich zu. An den übrigen Fronte« kein wich­tiges Ereignis.

IV. T.-B. Äonstantinopel» 25. sltov (Drahtverücht.) Amt­licher Heeresbericht vom 24. Nov.: Kein wichtiges Ereiguis.

Der Thronwechsel.

Das Testament Kaiser Franz Josephs.

Drahtbericht unseres dli.-SondwckerichtLrstatters.)

Ni. Wien, 25. Nov. (zb) Das Testament Kaiser Franz Josephs ist ein ziemlich umfangreiches Sckrrfi- ftück. Es stamnit aus dem Jahre 1914 und ist »»ach dem Tod» des Erzherzogs Franz Ferdinand einer Ä n de tu rr g unte.-- zogen worden. Über die Kcongüter ist selbstverständlich keine Bestimmul-g getroffen worden, d.r diese ja kein Privateigentuui sind. Die Verwendung des Privateigentums ist ganz genao geregelt. Es besteht aus dem B-rrvermögen, Wertvapreren, territorialen Lregeaschasten. einer wertvollen Kunsffamw lurrg, Bildern nnd Konturen aus den Kaiserschlöffern, Billen » rid Jagdschlöffern. Der Nackilatz ist in verschiedenen Ab- ftufungen an die Mitglieder.des Kaiser hause ?■ t erteilt. Am reichsten bedacht wurden die Angehörigen der Erzherzogin Marie Valerie, Prinzessin Gisela von Bayern, die Enkelkinder und Urenkel, die Prinzessin Elisabeth Windisch-Grätz, der Schwiegersohn Erz­herzog Franz Salvator und Prinz Leopold von Bayern. Rührend ist die Sorgfalt, mst welcher eine Anzahl der alten treuen Bediensteten, dre fest vielen Jahren »n kaiserlichen Diensten standen, mit Legaten bedachl wurden. Vier Leibkammerdienern »vucden. reiche Zuwendirngen ge­macht, ebenso einigen Jägern, die den Kaiser seit vielen Jahren auf seinen Pirsch gangen begleiteten. Verschiedene Persönlichkeiten erhalten Andenken in Korn» von Bildern. Kunstgegenständen usw.

Die Frage der Einberafaug des Reichsrats.

Bi. Wien. 25. Rov. (Eig. Dochtberichr. zb.) Die „Wiener Allg. Ztg." brricktet. Gestern war ein Ministcrrat ver­sammelt, der sich mit oer Frage der Einberufung des Parlaments befaßte. Rach einer Konkerenz Dr. Koerbers, Tiszas und Baron BurianS »vicd bekannt, daß das Gelöbnis der Mitglieder des Parlaments am 4, Dezember statffirrden soll.

Der junge Kaiser und die Presse.

(Drabtbericht unseres Ni.-Sonderberichterftarters.)

Nr. Wien, 25, Ätob. (zb., „Esti Usag" bringt eine Äuße­rung, die der jetzige Kaiser vor karzein gegenüber ernem Kriegsberichterstatter im Bereiche seines Kommandos ge­macht hat: „Ich liege v o l l k n m m e n st c A ch t u n g v o r d c r Pres s c. Weine Wertichätzung für die Geistesarbeck ist groß und ich vermag zu würdigen, was Sie unter den jetzigen fckweren Verhältnissen leisten. In dieser Zeit ist es nicht ge- itattet, datz Sie zweierlei Maß anlegen und über mich mehr schreiben als über ältere und mit Verdiensten gekrönte Generale."

Dar hilsrdierstppichtgffetz int Reichs- taarbanpta» richuß.

W. r.-B. Äerlm» 24. Noö. Im Hauptausschutz des Reichs j tags betonte bei der Besprechung des Gesetzentwurfs, vetr, len vaterländischer» Hilfsdienst, einleitend der Kriegs- 3

freundlichen Aufnahme seitens des Publikums, obgleich die- 1

s«s kleine graziöse Nichts, in der Rokokozeit spielend, keine > besonders glückt-che Wiedergabe erfuhr. Weder Herr Stein? ] b »' cf unter feiner Puderpenücke noch Frau G e b ü h r in ihrer 1 Krinolirre schienen sich smLersich wohl zu fühlen. Da Umr es \ wieder Herr Eve r th, der sich gut zu behaupten »nutzte, wenn , auch seine Leistung als „Basem" unpilesih höher zu vewer- 1 terr ist. g. v. N.

Konxerr.

Gestern fand sin Kurhaus das 6. Zykluskonzert H statt. Das Kurorchester brachte außer einer Wieder- f holung der stets gern gehörten Sinfmrischen Dichtung „Taffo" \ von Franz Stfet auch eine Sinfonie „Im .Herbst" - von \ E. Wemlheuer,"einem verdienten Mitglied unserer städtischen ' Kapelle. Herr Wemheuer hat es unternommen, in einem Zyklus jede der 4 .Jahreszeiten durch eine entsprechende v:er- | sätzige Sinfonie zu feiern. 16 Sinfrmiesätze auf einen Hieb! )! Der Gedmuke ist fast niederschmetternd. Aber — nicht ne«. ' Schon der berühmte Komponist Joachim Raff schrieb ferner-- A zeit 4 Sinfonien: „Frühling", „Smnmer", .„Herthft" und „Mnter"; sirst seine ,gerbst"-Sirffonie gelangte ebenfalls i» Wiesbadener Kurhaus zur Erstaufführung, und zwar — die Zocke spielt vor mehr als drei Jahrzehnten — unter Leitung des hochgeschätzten Kapellmeisters Louis Lüstner. Nach Be­richten aus jener Zeit war der erste Satz der Raffscheu Herbst-Ssirfcmie betitelt: „Eindrücke und Empfindungen"- „' Unser Wiesbadener Herbst-Komponist seinerfeits bietet <rf»