Einzelbild herunterladen
 

X

Verlag Langgaffe 21

> geühut mllftt nwrgtni bi» 1 Uhr tfcttM.

wöchentlich

»ezugS^Vre,s für beide Ausgabe«: m. 1— monatli». 'Hit. s.- viert-ljädrllch duvs den Berlag L-ngg-Ife A. ohne Brmgerlohn. Ml 4.vö Kerieljährlich durch alle demiche» Poftaiiftalten. aurichlieklich Beüellgeld. - Bezugs-«eiteilu-,r« nehmen außerdem entgegen: in Wiekd-den die Zweigstelle Air. «Lichrmg IS. loune die Ausgabestellen in allen Teile» der Stadt: in Biebrich: die dortigen Aus. gabestellen und in den benachbarten Landvrten und im Rheiagau die betressenden Tagblatt-Träger.

w??"°L7Sn»';^z^ Berliner Abteilung des Wi-sb-drver Tagblatts: Berli» W.i Potsdamer Str.121 K. Keruspr.: Amt Lütz«« 6202 u.6203. ÄÄÄmÄ

15 Ausgaben.

Fernruf:

„Tagblutthans" Nr. 8650-53.

Bon 8 Uhr morgen» bi» 7 Uhr abend», anher ©e»mtc#t

Auzeigru-Brris für die Zeile: 15 Piz. für örtliche Anzeigen im „Arbcitsmarli" und ..Kleiner Anzeiger" in einheitlicher satzform: 20 Psg. in davon abweichender Saxaussübrnng. sowie für alle übrigen örtliche» Anzeigen: 30 Psg. für alle an»wärtigen Anzeigen: t Mk. für örtliche Reklamen: 2 Sit. nir auswärtige Reklamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchlansend. nach besonderer Berechnung. — Bei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entsprechender Nachlaß.

Samstag, 28. November 1916.

Kbend-Kusgabe.

Nr. 574. . 64. Jahrgang.

wie England das Meer „beherrscht".

Ramsgate beschossen!

Alle unsere Schiffe wohlbehalten zurück­gekehrt!

W.T. B. Berlin, 24. Non. (Amtlich.) Teile un­serer Seestreitkräfte stießen in der Nacht vom 23. zum 24. November gegen die Themsemündung und den Nordausgang der Downs vor. Bis auf ein Vorpostensahrzeug, das durch Geschütz­ten er versenkt wurde, wurde» keinerlei feindliche Streitkräfte anqetroffen. Der be­festigte Platz Ramsgate wurde durch Artillerie unter Feuer genommen. Als auch daraufhin von der englischen Flotte nichts sichtbar wurde, traten unsere Streitkrätte den Rückmarsch an und liefen wohlbehalten in den heimischen Stützpunkt ein.

Der Chest^des Admiralstabs der Marine.

:? »

Als Themsemündung kann man das ganze Gebiet der englischen Südostküste von Southend im Ronden vis Margate im Süden bezeichnen. Die direkte Entfernung dieser beiden Orte in der Luftlinie beträgt 50 Kilometer. In Wahrheit kann die Länge dieses Küstengebietes etwa mit oem s Dreifachen angesehen werden. Es enthält eine Reihe be­festigter und für die kriegsindustrielle und son­stige Versorgung Englands sehr w ich tiger Orte. Die Downs sind eine Reihe van Klippen, die sich von der Themsemündung gegen Süden bis in die Gegend von D oder hinziehen. Ramsgate liegt etwa 5 Kilometer südlich von dem oben erwähnten A-aryate am Rordausgany der Downs, ist eine Stadt von etwa 30 000 Einwohnern und hat starke Be­festigungen. Es ist der dritte kühne H u s a r e n ft r e i ch gegen die englische Küste, der unseren Seestreitkräften inner­halb kurzer Zeit geglückt ist. Das wichtigste, was nämlich dom gogenwärtigen Unternehmen die charakteristische Bedeutung verleiht, ist die Tatsache, daß die englische : Kriegsflotte nicht zu sehen, ja nicht einmal aus ihren Stützpunkten herauszulocken war, als unserq [ Seestreitkräfte ihre Anwesenheit durch Kanonendonner be­kannt gaben.

wetterer erfolgreicher Vormarsch in Rumänien.

Beim Att-Durchbruch mehrere Ortschaften genommen.

Der untere Alt überschritten.

Der Donauübergang -er Nrmee Mackensen.

Der Tagesbericht vom 25. November.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 25. November. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Keine besonberea Ereignisse.

Östlicher Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.

Südwestlich von Riga verstärkte sich zeitweilig die Ar- tillerietätigkeit.

Front des Generalobersten Erzherzog Joseph.

Im Gyergyo -Gebirge wurde ein feindlicher Angriff an der B a t c a R c a g r a blutig abge sch lagen.

Südlich des Alt- Durchbruchs durch die T r a n s s Al­banischen Alpen entrissen trotz hartnäckiger Gegenwehr deutsche und österreichisch-ungarische Truppen den Rumänen mehrere Ortschaften. Wieder wurden dabei 3 Offi­ziere, 800 Mann gefangen genommen.

Widerstand des Feindes in der Niederung des Unteren Alt wurde gebrochen; wir Ü he r s ch r i t t e n dort den Fluß. An der Westgrenze Rumäniens von ihrer Hauptarmee abgeschnittene rumänische Bataillone wehren stch noch zäh in den Waldbergen nordöstlich von T«rn- Severin.

Balkan - Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.

In der Dobrudscha gegenseitiges feindliches Artil­lerie-Feuer.

Nach überschreiten der Donau von Süden her haben Kräfte der verbündeten Mittelmächte auf rumä­nischem Boden Fuß gefaßt. Bei Racovita beteiligten sich wieder Landeseinwohnrr am Kampf gegen unsere Truppen.

Mazedonische Front.

Außer von vergeblichen Borstößen der Italiener nord­westlich von Monastir, der Serben nördlich von Grnniste, ist nichts zu berichten.

Der erste General,narnermeisrrr. Ludendorff.

Oie Ereignisse auf dem Balkan. Die Ueberschreitung -er Donau -urch Mackensen.

Nr. Berlin, 25. Nov. (Eig. Drahtbericht, zb.) Die Über­schreitung der Donau an mehreren Stellen durch Kräfte der Heeresgruppe Mackensen . gibt verschiedenen Morgenblättern Veranlassung, die neue, dadurch entstandene Kriegslage in Rumänien zu beleuchten. Sa schreibt der „L.-A.": Daß Mackensen, der bekanntlich nicht nur die Truppen in der Dobrudscha, sondern auch a n d e r D o n a n unter seinem Kommando vereinigt, einen Borstotz in die nördliche Dobrudscha unterließ und sich damit begnügte, die e n g st e Stelle zwischen der Donau und den: Schwarzen Meer zu besetzen, deutete an, das; er Truppen zu besonderen Aufgaben frei zu halten bestrebt war. Sie zu benutzen, wurde ihm in dem Augenblick möglich, wo S a ch a r o w S Gegenoffensive zu m Stehen kam. Wir hatten ge­hört, daß früher bei S v i st o v und K a l a f a t sowie zwischen Sv i stob und Rusts-buk die ersten Schritte sür-eftreu Donauübergang getan waren, und so kommt die Nachricht, daß diese an mehreren Stellen erfolgte, keineswegs über­raschend. Daß uns nichts von einem ernsten Widerstand der Rumänen berichtet wird, braucht uns nicht wunderzu­nehmen. Die rumänische Führung wird bei der drohenden Lage im Norden der Wa I a ch ei und der schnell herauf- ziehendeu Gewitterwolken aus dem Westen wahrscheinlich alle zur Verteidigung abkömmlichen Truppen von der Donau abz'iehen, um sie der ihr uähersckeinenden Gefahr in den Weg zu werfen. — In der „Voss. Ztg." heißt es: Als logische Folgerung des Durchbruchs in die walachische Ebene vom Norden her folgt jetzt das Überschreiten des Donaustromes durch Mackensens Armee. Sämtliche rumäni­schen, w e st l i ch des Alt in der Walachei stehenden Kräfte hängen sozusagen in Ser Luft, sind ihrer Basis beraubt, und vielleicht Haberl die Rumänen rechtzeitig die drohende Gefahr erkannt und den Hauptteil ihrer dort stehenden Kräfte zurückgezogen. Die rumänische Oberste Heeresleitung mutz nach der jetzigen Kriegslage eine neue westliche Defen­siv f l a n k e aufstellen, die voraussichtlich versuchen wird, westlich des Altslusses Widerstand zu leisten. Auf jeden Fall sind heute schon alle in den Grenzbergen der Südfront Siebenbürgens kanlpsenden rumänischen Heeresteile in einer recht schwierigen Lage.

Sr. Berlin, 25. Nov. (Eig. Drahtvericht. zb.) Die „B. Z." schreibt zu Mackensens Donauübergang: Schon in den letzten Tagen war aus verschiedenen Anzeichen und Nachrichten er­kennbar, daß sich bei den Mittelmächten ein neues großes Unternehmen varbereite. Run ist man an dieses heran­gegangen und die Donau wurde an mehreren Stellen über­schritten. W o der Übergang stattgefunden hat, läßt sich noch nicht genau erkennen, -auch aus den bisher gemeldeten Kämpfen ist kein sicherer Schluß zu ziehen. Es ist auch noch nicht zu erkennen, ob tatsächlich der Übergang fl> e st l i ch oder östlich des Altslusses stattgefunden hat. In letzterem Falle würde er im Rücken der Armee Falkenhahn erfolgt sein. Die in dem bulgarischen Bericht erwähnten Ort­schaften liegen alle auf der Strecke zwischen der serbischen Grenze und der Einmündung des Altflusses, sprechen also für letztere Annahme. Aber auch wenn dies der Fall sein sollte, so hat der Flügel der Armee Falkenhayn, der sich in der Walachei befindet, eine bedeutende Verstärkung erhalten, wo­durch sein weiteres Vorgehen wesentlich erleichtert wird.

Frankreichs Sorge «in Rumänien.

Die Offensive Falkenhavns — ein „mustergültiges Manöver".

Sr. Genf, 25. Nov. (Eig. Drahtbericht. zb.) Die fort­gesetzten schlechten Nachrichten von dem rumänischen Kriegsschauplatz, die in Paris eintreffen, erhöhen nur die dort herrschende Bangigkeit. Die Lage in Rumänien sei schlecht, so gesteht der Fachkritiker des „Petit Journal", General Berteaux, zu. Falkenhahn habe es verstanden, durch das für ihn günstige Einfallstoc in die rumänische Tiefebene mit starken Kräften einzubrechen. Sein rasches Vorrücken ge­stattet Mackensen,' die Donau mit aller Sicherheit zu überschreiten. Die Offensive Falkenhayns muffe als ein mustergültiges Manöver bezeichnet werden. Der „Matin" findet, daß der Besitz von Craiova für die Deut­schen einen großen strategischen Erfolg darstelle. Der „Temps" fürchtet, daß die Rumänen ihren Widerstand im Oltu-Tale ausgeben müßten. Es sei wahrscheinlich, daß Sacharow in der Dobrudscha nur gerrügeud Kräfte zur Bewachung

Mackensens lasse und seine Hauptmacht zum Schutze der' Hauptstadt nach Butarest werfen müsse.

Die Wiederherstellung der Ordnung in Siebenbürgen.

Sr. Krirgspressequartier, 25. Nov. (Eig. Drahtoerichl. zb. Von unserem Kriegsberichterstatter Waldemar v. Berg.) In ganz Siebenbürgen >vird die Ordnung immer gründlicher wiederhergestellt. Die Heimkehr der Bevölkerung ist geschickt geregelt. Erst kehren die Landwirte, dann die In­dustriearbeiter, dann die Kailsleutc und dann die übrig:n männlichen Bewohner zurück. Frauen und Kinder werden erst dann zurückkehren, wenn die Arbeit wieder in vollem Gange ist. Auch die N a ch s ch u b s ch w i e r i g k e i t e n ftir die Truppen sind wesentlich erleichtert. Abgesehen davon, daß alle Straßen hart gefroren sind, sind auch die Bahne n w i e d e r h e r g e st e l l t. Es wurden alle Linien, auch die von den Rumänen beschädigten, wieder in vollen Betrieb ge­nommen.

Oer amtliche bulgarische Bericht.

W. T.-B. Sofia, 25. Nov. (Drahtbericht.) Generalstabs- bericht vom 24. November:

Mazedonische Front: Zwischen Ochrida- und Prespa-See warfen wir starke feindliche Abteilungen zurück. An verschiedenen Punkten vor unserer Stellung zwischen dem Prespa-See und der Cerna lebhaftes Artillerie­feuer. Östlich vom Eernabogcn warfen wir drei nächt­liche Angriffe des Feindes, der dabei bluttgc Verluste erlitt, zurück. Im Moglenicatal und beiderseits des W a r d a r Artilleriefeuer. Am Fuße der Belasica-Plani'.a Ruhe. An der Struma schwache Artillerietätigkeit.

Rumänische Front: An der Donau näherten sich an Zahl überlegene feindliche Abteilungen unseren Stellun- gen und wurden durch Feuer unserer Artillerie ver­trieben. Entlang der Donau bei Silistria, Tutrakan uud Rustschuk Artilleriefeuer. Bei Gigen, Orchovao, Lom uud Widin besetzten unsere Abteilungen D o n a n i n s e l n.

Dar bedrängte Griechenland.

Ein Ultimatum Fournrts hinsichtlich der Waffenauslieferung.

W. T.-B. Bern, 24. Nov. Laut „Secolo" meldet die Athener „Hestia", Admiral Fournet werde Grie­chenland ein Ultimatum stellen mit einer Frist, innerhalb deren die in der letzten Note gestellten For­derungen angenommen iverden müßten. Unterdessen habe Fournet verboten, daß Kriegsmaterial aus der Hauptstadt geschafft werde. Ein Teil der Presse verlangt, daß Heer und Volk sich jedem Versuche der Waffenübergabe wide netze.

Ein neutrales Urteil über die Vertreibung der Gesandten.

W. T.-B. Bern, 23. Nov. Das „JntelligenzKstt" schreibt zu der Ausweisung der Gesandten aus Äxte- chenland: Einer der dunkelsten Abschnitte der

Weltgeschichte nähert sich seinem Wschlutz. Dss himmelschreiende Unrecht, das heute cm Griechenland begangen wird, läßt sich in alle Zu­kunft hinein nicht wieder guimachen. Griechenland wird von den Enicnteärzten zu Tode operiert und wird zu einem V a s a 11 e n st a a t der Entente herabsinken.

Die Völkerrechtsverlctzungen der Entente in Griechenland.

Eine schwedische Presscstimmc.

W. T.-B. Stockholm, 25. Nov. (Dcahtbericht.) „Stock­holms Dagbladed" schreibt zu den letzten Übergriffen des Vier- Verbandes in Griechenland: Dnß die Forderung, die Diplo­maten der Mittelmächte zu entfernen, vollständig unvereinb a r mit den Besümmungen des Völkerrechts über die Stellung der Diplomaten rn den nichtkriegführenden- Ländern ist, braucht nicht weiter betont zu werden. Franzö^ fische Zettuntzen suchen geltend zu machen, daß der Fall den Fällen v. Papen, Boh-Ed und Dumba in den Bereinigten Staaten entspreche. Der Vergleich ist natürlich irreführend, denn hier handelt es sich uni Personen,, zu deren Entfernung die neutrale Regierung selbst die Initiative ergriff. Die, Ilnionstaaten sind eine Großmacht, daher fiel es keinem der Militärvertreter der Entente ein, in barschem Tone die Ab­reise der deutschen und ästecreicknsch-ungarischen Vertreter zu fordern. Der Vorfall in Griechenland ist also ein schlagender Beweis, wie u n g l e i ch die „Beschützer der kleinen Nationen" Großmacht und Kleinstaat behandeln. Als besondere Kränkung kommt hinzu, daß die Alliierten in dem von ihnen übernommenen Telegcaphenverkehr des neutralen Griechenlands k'.e Mittelmächte als Feinde behandeln. In der B e s ch l a g n a y nt e des griechischen Kriegsmaterials, dessen Auslieferung vorläufig abgeschlagen wurde, dürfte