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Verlag Langgasse 21

„TagblatthauS".

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13 Ausgaben.

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Tagblatt haus" Nr. 6650-53.

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An ze« in euch

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RetUunen. Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchlaufend, nach besonderer Berechriung. — Bel wrederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entsprechender Nachlatz.

Berliner Mbtettot des Wiesbaden« TagblattS: Berlin V.\ Potsdamer Str.121 £. Kerns»».: L»t Lntzow 6202 «. 6203.

Samstag, 23. November 1916.

—.—

Die Mederkampsrmg Rumäniens.

Die Bedeutung der Einnahme von TurnSeverin.

Br. Berlin. 24. Siov. (©ig. Drahtbericht. zb.) Zu dem i jüngstem Erfolg in der Walachei schreibt der „L.-A.": j Ans die Einnahme von Craiova waren wir von dem s Augenblick an vorbereitet, wo wir die Meldung erhielten, ^ah der Feirch östlich dies« Stadt die Straßenbrücke gesprengt l hat. da wir unmöglich annehmen konnten, daß er sich >den eige- [ nen Rückweg abgeschnitten hnbe. Die Eroberung von Turn­Severin dürste einen westlich .der Linie vom Czurduk-Patz \ über Craiova nach der Donau stehenden Feind seines letzten . BerteMgungSstützpuncktes beraubt haben. Die erstürmte Stasi selbst ist ein Donauhafen von größter Bedeu- , t u n g und wird wahrscheinlich dementsprechende Beute enthalten haben. Getreide. Salz. Petroleum und Geflügel

- bilden den Hauptexport des nunmehr in unserer Hand be- ! sindlichen Hafens. Von ganz besonderem Wert für die Opc- | rationen ist die Eroberung Turn-Severins auch aus dem l Grunde, weil sie die Versorgung unserer in der Walachei i kämpfenden Truppen aus dem Wege über die Donau im I Anschluß daran über die Bahnstrecke Turn-Severin-Craiova k ermöglicht, wahrend diese bisher durch das schwierige Ge-

brrgsgelände Siebenbürgens erfolgen mußte.

General v. Falkenhapns Dank an seine Truppen.

Br. Berlin» 24. Nov. (Eig. Drahlbericht. zb.) Armee­oberkommando Falkenhayn. Der Oberbefehlshaber hat <m ■feine Truppen folgenden Armeebefehl erlassen:

„Wie nach den herrlichen Tagen, in denen Eure treuen "■ und taipseien Kameraden der 9. Armee mit Gottes Hilfe Siebenbürgen vom Feino befreit Laben, drängt es ! mich heute. Euch für die Taten Dank und A n e r - ! kennunz zu sagen, die Ihr seitdem verrichtet habt. An ; seinen Grenzen, an denen der Rumäne der Vergeltung | verzweifelt den Eintritt zu wehren strebte, ist er ge­schlagen. Tief stehen unsere siegreichen Armeen in der E Walache i. Auf die U-nüberwindlichkeit des unwegsamen

■ Hochgebirgsw alles im Vorwinter hatte er seine aan- i zen Hoffnungen gesetzt, nachdem ihm seine Überzahl auf

fiebenbürgischem Boden inchr vor dem verdienten Schicksal ge­schützt hatte. Fsd-r von uns weiß auch, welche aufopfernden Anstrengungen und V.l.cksitreue des einzeln---., welche niemals wankende Zusammenaclw^ aller nötig w r, um das Ziel zu

■ erreichen. Schwer habt Ihr wochenlang auf f r o st - t starrenden Felshöhcn in tief verschneiten Tälern . fast stets oder doch oft ohne Feuer, nicht selten viele Tage ab- t geschnitten von jeder Verbindung, ringen müssen. Aber » keiner, auf.den es ankam. hat versagt. Wo der Feind I goffvaden werden sollte, wurde er mit eisernem Griff l gehalten. Wo er zermürbt werden sollte, ist er z e r - * rieben worden. Wo er geschlagen werden mußte, ist s' er ins Herz getroffen. Mit berechtigtem Stolz

dürft Ihr auf solche Leistungen zurückblicken, mit froher und I rubiger Zuversicht den Aufgaben der Zukunft für das Wohl der Heimat entgegengehen! Der Oberbefehlshaber von . Falkenhahn. General der Infanterie." .

Die Rückwirkung der Niederlagen auf das rumänische Heer.

(Drahtbericht unseres 8.-Sonderberichterstatters.)

8. Stockholm, 24. Nov. (zb.) Die Kriegsberichterstatter der russischen Blätter sind auf Einladung des rumänischen Generalstabs aus der leergewordenen Hauptstadt an die i Front geführt worden. Sie geben nun in den Blättern eine Schilderung von den traurigen Zuständen im rumänischen Heer Die „Börsenztg." läßt sich melden: s Den rumänischen Soldaten ist der ununterbrochene Gebirgs- kampf an ihren Mienen und ihrer Haltung anzusehen. Die j Zivilbevölkerung hilft allenthalben den Soldaten, io diel sie kann. Die Bewohner des Bergwaldes bringen Munition und Proviant in die vordersten Reihen. Die l Kämpfe dauern ununterbrochen Tag und Nacht fort. Die . Angriffsenergie des Feindes ist im ständigen Wachsen ve- ! griffen.

Oer Waffenplatz Craiova.

Über die militärische Bedeutung des Waffenplatzes ' Craiova, der jetzt durch das siegreiche Vordringen unserer ' Truppen im Vordergründe des Interesses steht, wird uns ge­schrieben: Craiova gehört zu den bedeutendsten Militärbe- t zirken Rumäniens und hat ebenso sehr als Waffen platz wie als wichtiger Verkehr 2 knoten v u n k t für die Be- | wegung großer Heeresteile einen erheblichen Wert. Wegen der Lage dieser Stadt zwischen zwei Grenzen — von Sieben- | bürgen ist sie 130 Kilometer und von Bulgarien 60 Kilometer l entfernt — ist sie für den Aufmarsch nach zwei Fronten von \ größter Bedeutung und hat demgemäß auch schon im

- Frieden eine starke mit-tärische Belegung aufzuweisen. Craiova ist nämlich der Sitz des kommandierenden Generals des L rumänischen Armeekorps mit allen dazu gehörige«

Morgen-Kusgabe.

Militärbehörden; ferner befindet sich hier das Kommando der 1. Territorialmilitärdivision. die bei Kriegsausbruch in Wirk­samkeit tritt, und endlich sind hier im Frieden drei Artillerie- Regimenter mit den. Regimentsstäben, zwei Infanterie- Regimenter mit Stäben, zwei Bataillone Infanterie und eine Schwadron Kavallerie garnisonieet. Die Wichtigkeit dieses Waffenplatzes wird noch durch die sehr guten Eisenbahuwege erhöht, welch- Craiova mit allen Teilen Rumäniens verbin­den und die zu dem Zweck der militärischen Kräfteverschiebun­gen im Kriegsfälle gebaut wurden. Gegen die Westgrenze geht der Verkehrsweg Ccaiova-Turnu-Severin-Temesvar. gegen Osten die Fortsetzung dieser Hauptquerlinie Rumäniens über Pitesci-Bukarest-PloeSci-Buzeu, von wo mehrere Linien sich abzweigen. Fast senkrecht zu dieser Querlinie, die sich durch ganz Mittelrumänien zieht, führt die Ellen bahn st ratze Targu Jiu-Cra>ova, deren große Bedeutung für den Krieg schon daran erkennt werden kann, daß sich bei der nörd­lichen Kopfstatton dresec Linie die jüngste Durchbruchs­schlacht ereignete. Craiova diente demgemäß als wich­tigster Platz zur Versorgung des rumänischen Heeres und zur Bewältigung des gesamten Nachschubverkehrs. Gegen Südwesten führt die Eisenbahnlinie Craiova-Kalafatu, mit Richtung auf die bulgarische Festung Widin. Die große Be­deutung von Craiova für das rumänische Heer wird noch durch die günstige Lage der Stadt in der walachischen Tief­ebene an dem Jiu-Fluß beträchtlich erhöht, da sie die Anlage einer Reihe von Heerstraßen für den Train ermöglicht hat. Somit bildet Craiova ein gewaltiges Versorgungs­zentrum des rumänischen Heeres in allen Kampfhand­lungen, die sich in dem Westavschnitt des Landes oder an seinen Grenzen abspielen. Ob und wie weit Craiova befestigt ist, ist nicht bekannt geworden. Im Frieden galt dieser Waffenplatz nicht als Festung. Für die bei Orsova kämpfen­den rumänischen Truppen ist die Erreichung der Bahnlinie durch unsere Truppen sehr bedenklich, da, wie schon in der amtlichen Darstellung erwähnt wurde und auch aus dieser Mitteilung zu erkennen ist, diesem Teile des rumänischen Heeres die einzige große Rückzugsstraße dadurch verlegt wor­den ist. Schon jetzt befinden sich zwei Verkehrsadern des Waffenplatzes Craiova in den Händen unserer Truppen.

Gsterreichisch-ungarischer Tagesbericht.

W. T.-B. Wien, 24. Nov. (Drahtbericht.) Amtlich verlautet vom 24. November, mittags:

Östlicher Kriegsschauplatz.

Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Joseph.

Westlich von Orsova wurde der Feind durch öster­reichisch-ungarische und deutsche Truppen geworfen. Auch Turn S ev eriu ist in unserem Besitz. Die über Craiova hinausrückcndeu Streitkräfte haben mit den Spitzen den O l t- (A l t-) F l u ß erreicht. Im Gebiet von Nimnik Balcea leistet der Gegner nach wie vor zähesten Widerstand.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.

Unser Fliegerleutnant Popelac wurde bei einem Erkundungsflug südlich von B r o d i von 3 russischen Kampffliegern angegriffen; er schlug sie in die Flucht und zwang sie im Stnrzflug hinter ihren Linien nieder­zugehen.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Nach Besserung der äusterst ungünstigen Witterung der letzten Woche hat der Artillerickampf in mehreren Abschnitten, insbesondere auf der K a r st h o ch f l ä ch c wieder begonnen, ohne sich jedoch bisher zu gröstcrer Heftigkeit zu steigern.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Im Bereiche der K. nnd K. Truppen unver­ändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höser, Feldmarschalleutnant.

Oer Krieg gegen England.

Das englische Oberhaus zur U Bootsgefahr.

Dir Erschütterung der britischen Vorherrschast zur See.

W.T.-B. London, 24. Nov. (Drahtbericht.) Ober­haus: Lord Sydenhim cröffnete die Debatte

über die U-Bootsfrage und sagte, die Regierung habe schon an: 15. August eine endgültige Erklärung nicht nur Englands, sondern aller allrierten Regierun­gen in Aussichr gestellt, in d->r sie ihre Politik gegen­über dem ungeheuerlichen Verfahren der deutschen Unterseeboote festleqen wollte. Aber nichts sei geschehen. Im Lande herrsche ein Gefühl der Un­ruhe, datz nicht alle Tatsachen kundgegeben würden. Der Redner fragte, ob die Regierung einen Plan habe. Wenn dies der Fall sei, solle er unverzüglich veröffent­licht werden. Lord Beresford sagte, man erreiche eine e r n st l i ch e Krise. Die Regierung scheine zu glauben, sie werde den Krieg durch einen Glücksfall gewinnen, aber alle früheren Kriege seien durch vor- sichtige Energie und die Offensive gewonnen worden. Der Redner kritisierte die Admiralität und erklärte.

Nr. 573. ♦ 64. Jahrgang.

indem er die Verluste durch den U-Bootskrieg zu- fammenstellte, daß die britisch? Vorherrschaft zur See durch die Unterseeboote in Frage ge­stellt sei. Lord Bereswrd forderte, daß die Blockade Deutschlands durch all? Mittel verschärft werden müsse und schloß mit der Mitteilung, er habe kürzlich eine von Deutschland veröffentlichte Liste der briti­schen Flotte gesehen, die Informationen enthalten habe, die in England niemand außer den führenden Admiralen und den Mitgliedern des Kabinetts besitzen konnte. Crewe erwiderte, die englische Regierung halte die Tätigkeit der deutschen Flotte für Piraterei, aber Deuffchland habe England gegenüber kein Ver­sprechen gebrochen, weil es England kein Versprechen gegeben habe. Man könne ein deutsches U-Boot nur als Feind betrachten, den auf den ersten Blick zu ver­nichten erlaubt und angemessen sei. Das Erscheinen des den Ozean befahrenden U-Bootes habe die Schwierigkeit sehr vermehrt, aber die Admiralität sei sehr erfolgreich darin gewesen, die U-Boote zu ver­ruchten. Crews polemisierte gegen die Unterstellung, daß die englische Flotte untätig sei. Es bestände die Gefahr, daß sie gegen ihr besseres Urteil zu einer leichtfertigen Unternehmung sortgerissen werden könnte. Lord Midleton sagte, Lord Crewe habe dem Hause keine große Hoffnung auf eine wesent­liche Änderung. Uns die Tätigkeit der Flotte betreffe, gemacht. Er gebe die Gefahr zu, daß die Flotte zu einer leichtsinnigen Handlung gereizt werden könne. Lord L y t t o n verteidigte die Admiralität.

Ern wertvolles englisches Eingeständnis.

Bereits im Juni 1914 war England zum Krieg mit Deutschland entschlossen.

Berlin, 21. Nov. Das „B. T." meldet aus Bern: In einer englischen Wochenschrift sagt der Herausgeber des , Aeroplaa" in eine? Beschreibung der mangelhaften Entwick­lung des englischen Militärflugwesens vor dem Kriege: Wir hatten im Juni 1914 nur 30 Lufffahrzeuge, trotzdem jeder im Informationsdienst beschäftigte englische Offizier und einige tausend Zivilpersonen genau wußten, daß ein Krieg mit Deutschland bevor st and.

Der Untergang der „Britannic".

W.T.-B. Bern, 24. Nov. (Drahtbericht.) Wie der „Corriere della Sera" aus London meldet, ist man dort vielfach der Ansicht, daß der Untergang der „Bri­tannic" durch eine Mine verursacht worden ist. Anscheinend sei in Konstantinopel ein Minen­leger-Unterseeboot mit der Bahn angekom­men, welches jetzt im Äaäischen Meere zwischen den Inseln Feves nnd Fes Minen auslege.

Eine Anfrage im englischen Unterhaus.

W.T.-B. London, 24. Nov. (Drahtbericht.) Unter- Haus: Carson fragte den Ministerpräsidenten, ob er irgendwelche,Mitteilungen über die Versenkung des H o s p i t a l s ch i s f? s „Britannic" machen könne, rrnd ob die Aufmerksamkeit der Neutralen auf diesen neuesten barbarischen Akt nnd Völker­rechtsbruch gelenkt werden würde. Asouith er- widerte, es seien außer der veröffentlichten keine wei­teren Einzelheiten eingeqangen. Die Angelegenheit verlange und erhalte die sorgfältigste Beachtung der Regierung. Bei Beantwortung einer weiteren Frage sagte Asquitb, der Angriff sei gegen ein Hosprtalschifs gerichtet worden, das als solches bekannt war.

Der Ärger der Enaländer über den Verlust des „Wunderschiffs".

(Drahtbericht unseres II.-Sonderberichterstattersü

II. Haag, 24. Nov. (zb,) Obwohl dir Torpedierung des englischen 45 158-Tonnen-Riesendampfers „B r i° tonnte" keineswegs teststeht, und selbst Athener Be­richterstatter der Londoner Blätter den Untergang in­folge Minenexplosion nicht als ausgeschlossen bezeichnen, ist der Ärger der englischen Presse so groß, daß sie Repressalie n fordert. Die „Times" bezeichnet die „Britannic" als elektrisches Wunder- schiff. Aut den fünf Deck hate man 2000 Betten untergebracht nnd drei Operationssäle eingerichtet. Der Wert der Sanitätseinrichtungen, Betten, Decken, Medikamente und Institute betrna 10 Millionen Mark und da das Schiff fflbst 40 Millionen Mark gekostet batte, sanken 50 Millionen in die Tiefe. Die Mehrzahl der englischen Blätter behauptet, daß die Torpedierung dieser Riesenschisfe systematisch betrieben wird, damit Deutschland nach dem Friedensschluß die größeren Postdampfer besäße.

England brüstet sich des Erfolges seiner Posträubereien.

W. T.-B. London, 24. Nov. (Drahtbericht.) In bezug ani die Proteste einiger schwedischer Blätter gegen die Be­schlagnahme der schwedischen B r i e f p o st an Bord der Amerikadampfer wurde dem Rsnterschen Bure«! mitgeteilt, daß die Untersuchung der Post und von