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Verlag Langgaffe 21

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Zrettag, 24. November 1916.

Kbend-Kusgabe.

Nr, 572. . 64. Jahrgang.

weitere große Zortschritte in der Walachei.

Der widerstand im Westzipfel Rumäniens gebrochen.

Turnu-Severin und Grsova genommen. Vordringen von Lraiova nach Osten zum Mt.

ver Tagesbericht vom 24. November.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 24. November.

, Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Armee des Gencralscldmarschalls Herzog Albrecht von Württemberg.

Im Apern- und Wytschaete -Bogen lebte zeitwei­lig die Fenertätigkeit auf.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprrcht.

Nördlich der Ancrc setzt: nachmittags starkes Feuer ein, das auf das Südufer Übergriff.

Mehrere Angriffe der Engländer erreichten nirgends unsere Stellung; meist bracher sie verlustreich schon im Sperrfeuer zusammen.

Am St. Pierre-Baast-Waldc und südlich der Somme bis in die Gegend von Chaulnes war bei guter Sicht der Ar­tilleriekampf heftig.

östlicher Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Baveru.

Keine größeren Gefechtshandluugen.

Front des Generalobersten Erzherzog Joseph.

In der w a l a ch i s ch e n Ebene nähern sich die Trup­pen des Generals der Infanterie von Falkenhavn dem Alt.

Im Westzipfel Rumäniens ist der feindliche Wider­stand gebrochen. Orsova und Turnu-Severi» find ge­nommen.

Balkan - Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.

Auf dem rechten Flügel der Dobrudschafront wur­den russische Kräfte dnrch Borstoß bulgarisch er Trnpven auf dem Bvrgelände unserer Stellungen zurückgeworfen. Auch an anderen Punkten der Armee besteht Gefechtsbe- rührung.

Mazedonische Front.

Zwischen P r e s p a - Sec und C e r n a mehrfach starkes Artilleriefeuer. Teilvorstöße des Feindes nordwestlich von Monastir uud bei Makovo scheiterten.

Der erste Generalquartiermeister: Ludeudorff.

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Dev Abendbericht der Heeresleitnng vom 23. November.

W. T.-B. Berlin 23. Nov., abends. (Amtlich.)

Auf beide» Somme-Ufern starkes Artilleriefeuer» besonders nördlich der Ancre und am Saint-Pierre-Laast- Walde.

In der Walachei plangemäßer Fortgang der Ope­rationen.

In der Dobrudscha und an mehreren Stellen der Dona» lebhaftes Fener von Ufer zu Ufer.

vie militärische Lage.

(VonunsererBerlinerAbteilung.)

D. Berlin, 24. Nov (Eig. Meldung, zb.) Im Westen ließ das vorgestrige, den klaren Witterungsverhältnissen ent­sprechend lebhaft gesteigerte Artilleriefen er die Wie­deraufnahme der So m me-Offensive -erwarten. Es entstanden aber nur Kämpfe geringeren Umfanges nörd­lich Gueudeconrt und beim St. -Pierre-Baaft- Walde. Alle Bersnche des Feindes, hier vorwärts zu kommen, waren umsonst. Auch gestern war die Gefechtstätfgkcit nur gering. Jnfanterienngriffe auf Beaumont uud SerreS wurden restlos abgeschlagen. Im Maasgrbiet geringere Gefechtstätigkeit.

Im Osten war ebenfalls sichtiges Wett«, so daß die Artillerie wieder eifriger arbeiten konnte. Die Rnffen unter­nahmen einige Patrouillenunternehmungen, so südlich Smorgou, die aber erfolglos blieben.

»n der siebenbürgischon Ostfront herrschte Ruhe; nur stellenwe-^ gegenseitige Artilleriebefchietznng. An der stebeubürgischen S üdfront haben die rumänischen An­griffe nachgelassen; der Feind beschränkte sich nördlich Campulong und südlich des Roteu-Turm-PasfeS auf hartnäckige Verteidigung seiner Stellungen. In West- rnmäaien setzt sich der Triumph unserer Waffen fort. Planmäßig wurde der Vormarsch südlich Craiova weiter in der Richtung nach der Donau angetreten. Im Mehadia-Abschnitt und nördlich Orsova find die deutschen Regimenter über die Cerna gelangt. Der Feind geht zurück, vrsov« wurde Mn «w*£ genommen, ebenso wurde Turnu

Severin stürmender Hand von unseren Truppen errungen. Hier brechen die Hoffnungen der Entente zusammen, die sie an das Eingreifen der rumänischen Heere geknüpft haben. Als Orsova in die Hände des Feindes fiel» träumte man in Paris und London schon von einer Abschnürung Österreich- Ungarns entlang der alten serbischen Grenze. Heute ist der Tonaugrenzschutz Rumäniens unter unserer Herrschaft — die weiteren Folgen werden sich bald zeige«. Die Artilleriekämpfe entlang des Stromes werden bis weit öst­lich in der Dobrudscha fortgesetzt. Auch im Innern Rumäniens merkt das mißleitete Volk täglich mehr die heran­nahende Gefahr. Unsere Flugzeuge belegten die Bahnhöfe C h i t i l a, 7 Kilometer nordwestlich Bukarest, und P i t e st i, 110 Kilometer nordwestlich Bukarest, mit gutem Erfolg aus­giebig mit Bomben. Wie beobachtet werden konnte, wurdä der Bahnverkehr unterbrochen nnd es fanden Anstauungen von Zügen statt.

Nördlich Monastir im Ceraabogen arbeitete sich der Feind langsam an unsere Stellungen heran. Alle Vorstöße, die versucht wurden, blieben umsonst Besonders scheint der Feind den Besitz der Höhe Paralowo, 15 Kilometer östlich Monastir, 1050 Meter hock, zn erstreben. Sie wird von den Eardejägern fest gegen alle Angriffe verteidigt.

Am I s o n z o Artilleriekampf. Die Italiener bestreichen mit ihren Geschaffen das Gelände hinter der Ostfront. Bei! Astago behinderte ungünstiges Wetter und Lawinen jedes Unternehmen des Feindes.

Dar vienstpflichtgesetz im hauptaurschch der Reichstag;.

W. T.-B. Berlin, 23. Nov. (Amtlich.) Nach den bereits in unserer heutigen Morgen-Ausgabe miigeteilten Aus­führungen des Staatssekretärs Dr. H e l f f e r i ch gab der Chef des Kriegsamtes,

Generalleutnant Grüner,

einen Überblick über die militärischen und techni­schen Anforderungen, denen mit Hilfe des Gesetzes Genüge geleistet werden soll. Er erinnerte hierbei an die großen Anstrengungen oes englischen M u n i t i o n s - Ministeriums und wies auf die auch für uns vorliegende Notwendigkeit einer sehr erheblichen Steigerung der Herstellung von Kriegsgerät aller Art hin. Er betonte insbesondere die sittlichePflicht, alle Kräfte gleich­mäßig für das Wohl des Ganzen einzusetzen und dem kämpfenden Heere alles zu geben, dessen es für seinen Sieg bedarf. Eine andere Rücksicht, als die auf dieses Ziel, dürfte es jetzt in der Heimat nicht geben Die Zwecke des Gesetzes seien besonders, Arbeiter für die Munitions­industrie bereitzustellen, oann W e h r p f l i ch t i g eu, die bisher in der Heimat unentbehrlich waren, für den Heeres­dienst frei zu machen, endlich d«n neuen Kriegsamt eine feste staatsrechtliche Grundlage für seine Tätigkeit zu geben. Auch der Chef des Krieg-Samtes gab der Ertoariung Ausdruck, daß unsere Feinde an diesem Gesetz unseren äußersten und entschlossensten Siegeswillen erkennen. Das Gesetz sei eine absolut sittliche Ergänzung der all­gemeinen Wehrpflicht. Es sei von dem Gebot der Stunde diktiert, für die Keiegszeit bestimmt und trage des­halb einen gänzlich unpolitischen Charakter. Alle Motive, die nicht auf eine siegreiche Durchführung des Krieges autelten, müßten bei seiner Behandlung ausscheiden. Der Schwer­punkt liege nicht im Gesetze selbst, sondern in seiner Ausfüh­rung. Es sei kein getoaltsames Zugreifen beabsichtigt, son­dern eine organische Entwicklung auf der Grundlage weitest­gehender Freiwilligkeit. Bon sozialen Unterschieden könne bei der Durchführung natürlich keine Rede sein. Die um­fassendste freiwillige Mitarbeit aller Kreise, der Arbeitgeber wie der Arbeitnehmer, sei eine unbedingte Forderung. Der Zwang sei als letztes Mitte! unentbehrlich, i könne aber der Aufgabe keineswegs allein oder auch mir in der Hauptsache genügen. Der Redner bittet, di- künftige Arbeit des KriegS- umtes nicht durch einschränkende Vorschriften im einzelnen zu erschweren und in ihrem Erfolge nicht zu schmälern. Er verspricht, daß kein Secechtigtes Interesse ohne Not geschädigt iverden soll. Das Kciegsamt wolle sowohl mit der Industrie wie mit den Arbeitern zu möglichst enger Gemeinschafts­arbeit gelangen. Zu den Einzelheiten der Durchführung führte Generalleutnant Grüner dann noch aus, daß die not­wendige Ein schränk ung und Stillegung von Betrieben mit besonderer Vorsicht und ohne Gewaltsam­keit vorgenommen werden soll. Gerade hier müsse engste Zu­sammenarbeit zwischen der Industrie und dem Kriegsamt ge­sichert werden. Die Heranziehung der Hilfsdienstpflichtcgeu aus ihrer alten Beschäftigung solle nur allmählich nach Bedarf erfolgen. Deni Zwang, der unter Umstanden ausge- vbt werden muffe, stehe eiu geregeltes Rechtsver. fahren gegenüber, an dem auch die Vertreter der Arbeit­geber und Arbeitnehmer beteiligt sind. Die Leitung müsse aber in militärischen Händen bleiben, da die Raschheit und Vollständigkeit der Ausführung nicht beeinträchtigt werden dürfen. Am Schluffe unterstrich der Chef des Kriegsamtes nochmals den ethischen Charakter des Gesetzes, das die Willenskraft sowohl der Daheimgebliebenen wie der Kämpfer cm Felde stärken und zu höchster vaterländischer Leistung an­eisern werde. Neben den rein materiellen Hilfsmitteln fei der Wille des Volkes notwendig für den Krieg und für den D»eg. m w

Im Verlaufe der Erörterung des Gesetzes erwiderte auf die Anfrage eines fortschrittlichen Abgeordneten nach Einzeln heiten der

Staatssekretär des Innern Dr. Helfferich-

daß in den Einleitungsceden zunächst die Grundfragen des Gesetzes erörtert werden sollten. Auf Einzelheiten werde er später eingehen. Der Staatssekretär gab einen Überblick über die Vorgeschichte des Hilfsdiensipflichigesctzks und über die Verhandlungen, die zur Vorbereitung des Gesetzes mit der Industrie und der Arbeiterschaft stattfanden. Die Aus­führungen seiner ersten Rede ergänzend, betonte er daun, daß die Durchführung des Gesetzes in erster Linie auf die Freiwilligkeit begründet sei; der Zwang solle nur als letztes Mittel und ausnahmsweise zur Anwendung konimen. Es werde drei G r u v v e n von Personen geben, die unter die Vorschriften des Hilssdienstpflichtgesetzes fallen würden:

Einmal arbeitsfähige Männer, die gegenwärtig keinerlei Arbeit verrichten. Diese inüßten natürlich herange­zogen werden, da jetzt auf keine nutzbare Kraft verzichtet wer­den könne. Ihre Zahl werde aber nicht allzu groß sein.

Die zweite Gruppe würden die Personen bilden, die in nicht lebenswichtigen Betrieben tätig sind und durch deren Stillegung beziehungsweise Einschränkung für wichtigere freigemachr werden. Auch ihr Tätigkeitswechsel solle sich zunächst freiwillig vollziehen und nur im äußersten Falle erzwungen werden.

Endlich kämen als dritte Gruppe noch die Arbeitskräfte tu den Industrien und Betrieben hinzu, die zwar an sich für die Kriegführung und Bolksvecsorgung wichtig sind und nicht vollständig entbehrt werden können, bei denen aber doch im Interesse des Ganzen die Zahl der beschäftigten Arbeits­kräfte eingeschränkt werden könne.

Bei dieser Einschränkung werde so vorgegangen werden müssen, daß die rationellste Ausnutzung der Kräfte gesichert bleibt. Vermutlich ioerde es sich in der Regel empfehlen, einzelne leistungsfähige Betriebe voll arbeiten zu lassen, andere dagegen still zn legen beziehungsweise auf andere wichtigere Arbeiten u m z u s ch a l t e n. Im Gegensatz zu der militärischen Aushebung, wo das Urteil über die Eignung der einzelnen Personen der Auszuhebenden die alleinige Grund­lage bilde, werde bei Durchführung der Kriegsdienichflicht zu­nächst ein Urteil darüber zu fällen sein, ob einzelne Betriebe als kriegswirtschaftlich zuständig zu gelten haben. Ist di: Unentbehrlichkeit eines Betriebes verneint und seine Still­legung zugunsten einer der als Hilfsdienst anerkannten Be­schäftigungen ausgesprochen, so werden die Angehörigen dieses Betriebes aufgefordect werden, sich andere als Hilfsdienst an­erkannte Arbeit zu suchen. Dabei werden ihnen von den zu schaffenden neuen Organisationen in Verbindung mit dem be­stehenden Arbeitsnachweis neue Arbeitsmöglichkeiten iin Be­reich des vaterländischeu Hilfsdienstes nachgewiesen und an- geboten werden. Erst wenn sie nach einer gewissen Zeit eine ats Hilfsdienst anerkannte Beschäftigung nicht gesucht oder nicht erlangt haben, solle die Überweisung zu einer solchen erfolgen. Bei der Überweisung von Arbeitskräften an bestimmte Betriebe werde entsvrechend der dem Gesetzentwurf Leigegebenen Richtlinien auf die körperlichen und geistigen Eigeirschaften, Familieuvechältnisse uud bisherige Tätigkeit der Hilfsdienstpslichtigen die weitestgehende Rücksicht zu nehmen sein. Dies erfordert nicht nur die Billigkeit, sondern auch die Notwendigkeit möglichst rationeller Ausnutzung der Arbeitskräfte selbst. Der Staatssekretär wies dann daraus bin, daß es notwendig sein werde, Neuanlagen für die Kriegsmaterial her st ellung und die übrigen Zweige des Hilfsdienstes in großer Anzahl zu er­richten. Um einen allzu häufigen Aufenthaltswechsel und eine Zusammendrängung der Arbeiterschaft an einzelnen Orten, welche Wohn- nnd Ernährungsschwierigkeiten im Ge­folge haben könnte, möglichst zu vermeiden, werde mau ver­suchen, die stillzulegenden Betriebe auf die Produktion fiir die Kriegführung n m z u st e l l e n, so daß die Arbeiter an Ort und Stelle verbleiben können. Der Staatssekretär schloß mit erner Besprechung der Sicherheiten, die für die Hilfs­dienstpflichtigen durch die Einsetzung von Entscheidvngs- uno Beschwerdeausschüssen mit varitätischer Vertretung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer geschussen werden sollen.

Auch der Chef des Kriegsamtes, Generalleutnant Grüner, erklärte sich wiederholt bereit, auf alle Einzel­fragen so weit einzugehen, wie es gegenwärtig überhaupt möglich ist, bat aber, di: allgemeine Aussprach: nicht mit einer Debatte über Spezialfcagen zu belasten. Er wies auf die ganz außergewöhnlichen Verhältnisse und die Begleiter­scheinungen dieses Krieges hin, die in der Vergangenheit nicht bätten übersehen werden können, und die für die künftige Entwicklung in ihren Einzelhesten zu übersehen auch heute noch nicht vollkommen möglich sei. Notwendig sei für jetzt und für die Zukunft, aus allem Neuen, das dieser Krieg bringe, unverzüglich zu lernen und ohne Zögern die Folgerungen zu ziehen. Aus der Erkenntnis dieser Notwendigkeit sei der vor­liegende Gesetzentwurf entstanden. -,

In der Erörterung vermißte ein Redner des Zentrums in den bisherigen Ausführungen eine zahlenmäßige Ausstellung zur Klärung der Bedarfs- frage. Auch die Bevölkerung der besetzten Gebiete sei cnehr heranzuziehe». Es muffe^ verlangt werden, daß der Reichstag sowohl bei Erlaß der Vorschriften wie bei ihrer Durchführung mitwirke und eine Kontrolle darüber erhalte. * — Ein sozialdemokratischer Abgeordneter bedauerte, daß den Fraktionen erst gestern der Inhalt des Gesetzes be--