Sette 4. Donnerstag, 28, November IW».
Wiesbadener Tagdlatt.
Arcnd-RuSgabe. Erstes Blatt. Nr. S?v.
!der Feind im Alttale seinen Angriff mit derselben Stärke fort. Unter dein Drucke des Feindes zogen sich die rumänischen Truppen langsam und kämpfend nach Süden zurück. Jur Jru-Tale zogen ftch die Rmnä- nen, von überlegenen Kräften des Fundes bedrängt, nach der Gegend des Bahnhofes F i l i a s u zurück. — Donaufront: In der DobrMcha ist die Lage unverändert.
Die Angst vor kommenden noch schlimmeren Tagen.
W.T.-B. Bern. 23. Noo. (Drahtbericht.) Der Sonderberichterstatter des „Secolo" in Bukarest meldet, General Gradesco habe im ,,Ift>everul" einen auffehen- erregenden Artikel veröffentlicht, in dem er sagt, daß die Deutschen sich überall in F e in d e s l a n d befinden, weder militärisch noch wirtschaftlich ernst bedroht seien und mit allen verfügbaren Reserven einen furchtbaren Überfäll gegen Rumänien ausführen werden. Die Rumänen müßten sich auf schlimmere Tage als in der Vergangenheit gefaßt machen. Die Offensive der Alliierten zur Entlastung der Rumänen genüge nicht, um es vor der unmittelbar drohenden Gefahr zu retten.
Drc griechische Regierung unterwirft sich nun doch!
Nr. Rotterdam, 23. Nov. sEig. Drahtbericht. zb.) Die „Times" meldet aus Athen: Nach weiteren Meid urigen ist der König nunmehr der Meinung, daß seine Regierung nicht r m st a n d e sei, sich den Beschlüssen der Ententemächte zu -w i d e r s e tz e n.
Tie Fortschaffung der Diplomaten der Mittelmächte.
Nr. Kern. 23. Nov. (Eiy. Drahtbericht. zjb.) Am 22. November, 9 Uhr morgens, haben sich die Diplomaten und Konsuln des Vierbundes an Bord eines griechischen Dampfers begeben. und wurden nach K a v a l l a eingeschifst. Die Athener Regierung wurde vollständig übergangen. (Die Meldung ist bisher in keiner Weise bestätigt.)
Oie Lage im westen.
Die Erkenntnis des Mißerfolges an der Somme im Feindeslager.
Br. London, 21. Nov. (zb.) In einem Leitauffatz der „Times" zur Lage kommt ein militärischer Mitarbeiter des Blattes zu dem Schluß, daß alle Erfolge der Verbündeten an der Westfront nur örtliche und taktische Bedeutung bätten, da der Raum, wo sich die verschiedenen Kämpfe ab- ftielten, zu beschränkt sei. Strategische Vorteile wären den Verbündeten noch immer vorenthalten geblieben. Um solche zu erzielen, müßte man eine überwältigende Überlegenheit an Mannschaften und Geschützen haben. Diese sei aber noch immer nicht vorhanden. Alle Anstrengungen der Entente müßten deshalb verdovvelt werden, um jene Überlegenheit zu erhalten. Das jetzige Ziel der Alliierten müsse sein, möglichst viele Deutsche zu töten, und dies sei auch erreicht worden. Die Zeit für die Strategie komme später.
Die Musterung der Jahresklasse 1818 in Frankreich.
W. T.-B. Paris, 21. Nov. (Meldung der Agence Havas.) Die Kammer beschloß bei der Beratung des Gesetzentwurfes über die Musterung der Jahresklasie 1918 sofort zur Geheim sitzung zusammenzutceten. Nachdem die Kammer wieder zur öffentlichen Sitzung zusammengetreten war, beschloß sie, von neuem zu einer Grheimsitzung zusammenzutreten, vorher aber in öffentlicher Sitzung die Besprechung des Gesetzentwurfes über die Musterung der Jahresklasse 1918 weiterzuführen. Nach kurzer Debatte wurde der Gesetzentwurf mit 459 gegen 38 Stimmen angenommen.
Oer Krieg gegen England.
Die Engländer: wollen nach wie vor vom Frieden nichts wisse».
W. T.-B. Amsterdam, 21. Nov. Der Londoner „Times" wird von einem Korrespondenten aus New York gemeldet, oie „New Dort Times" vertrete offen' die Ansicht, daß die Zeit, um Friedenau schließen, gekommen sei. Die „New Dork Times" druckt eine Reihe Artikel ab, die, wie das Blatt sich ausdrückt, aus einer Feder von Äondcn stammen, die auf beiden Seiten der Erdkugel als zuständig anerkannt werde. Die Londoner „Times" bemerkt dazu, daß für die Engländer nach wie vor die Warle gelten, die Asguith in der Guildhall gesprochen hat.
Oer Krieg gegen Nutzland.
Radko Dimitriew über die von den Deutschen drohende Gefahr.
(Drahtbericht unseres L.-Sonderberichterstatters.)
8. Stockholm, 23. Nov. (zb.) Radko Dimitriew erklärt im „Rußkoje Slowo", Rußlands Hoffnungen auf den kommenden Kriegswinter sind rein negativ. Wir erwarten, daß keine großen Kämpfe sich ereignen werden. Die Deutschen werden wahrscheinlich genug mü der Ergänzung ihrer Heere zu tun haben, da sie noch große Reserven heranziehen können. Im Frühjahr werden sie dann versuchen, den Knoten, der um sie geschlungen ist, enffcheidend zu durchhauen. Die Russen müssen unaufhörlich arbeften, um dem dann kommenden Sturm standhaften zu können, denn die uns im Jahre 1917 drohende Gefahr ist gewaltig.
Eine kaiserliche Auszeichnung für Generaloberst v. Woyrsch.
Der Kaiser hat in einem besonders anerkennenden Handschreiben, in dem er der Verdienste des Generalobersten von Woyrsch um den kühnen Weichselübergang bei Iwan - L o r o d im Juli 1915, durch den er zu der endgülttgen Nieder- jwerfrmg der russischen Heere in Polen in hervorragendem
Maße beigettagen habe und des jetzigen unerschütterlichen Festhaltens der Front der Heeresgruppe Woyrsch gedenkt, den Generalobersten zum Chef des 4. Niederschlesischen Infanterie-Regiments Nr. 51 ernannt.
Wichtige russische Ersenbahnpläne.
W. T.-B. Petersburg, 21. Nov. Im Verkehrsministerium wurde zur letzten Beratung über die neuen Eisenbahnbaupläne, ehe sie der Duma vorgelegt werden, eine Konferenz eröffnet. Von seiten der Regierung wurde hervorgehoben, daß jährlich mindestens 6009 Kilometer neue Eisenbahnen gebaut werden müßten, wenn den steigenden Anforderungen des Landes entsprochen werden solle. Es wurde beschlossen, zunächst eine neue Eisenbahnlinie von Kungrad nach Tscbardschuj, östlich des Kaspischen Meeres, zu bauen, „die den Weg zu neuen Petroleumqebieten eröffnen und auch einen Teil der mächtigen Hauptbahn bilden würde, die in Zukunft Rußlnrd mit Indien verbinden solle. Ferner wurde der Bau einer neuen Bahnlinie zum Weißen Meers vorgesehen.
Ereignisse zur §ee.
Die zweite Rückfahrt der „Deutschland".
W.T.-B. New York, 21 Nov. Die „Deutschland" passierte Rhode.Island um 4 Uhr 18 Minuten nachmittags in territorialen Gewässern mit östlichem Kurs. Man erwartet nicht, daß sie tauchen wird, ehe sie Point Judith passiert.
Ein japanisches U-Boot explodiert!
(Drahtbericht unseres L.-Sonderberichterstatters.)
8. Stockholm, 23. Nov. (zb.) Im japanischen Meer explodierte ein japanisches U-Boot. Der größte Teil der Besatzung konnte von einem Kreuzer gerettet wer- den. Nach den bisherigen Nachrichten sind bei dem Unglück 2 Mann getötet, 16 verwundet worden.
Ein angebliches Hospitalschiff torpediert.
W. T.-B. London, 22. Nov. Die Admiralität teilt mil, daß das britische Hospitalschisf „B ri ta n n ia" am 21. November, morgens, im Zea-Kanal (Äqäisches Meer) durcb eine Mine oder ein Torp edo zum Sinken gebracht wurde. 1700 Personen wurden gerettet, von welchen 28 verletzt 'ind. Man glaubt, daß 50 Personen nmaekommen sind.
Versenkt!
W.T.-B. Berlin, 22. Nov. Deutsche U-Boote haben folgende französische Segler versenkt: „Notre- Dame", „de Benseeours", „Fanelly", „Laroche Jaaueleine". .Alcyon", „Eugens". „Vettt Jean". Drei der Schiffe waren mit Kohlen nach Frankreich beladen.
W. T.-B. London, 23. Nov. (Drahtbericht.) Reuter meldet, daß der Dampfer „A l i c e", 822 Tonnen, aus Rouen vmr einem deutschen U-Boot durch Bomben versenkt wuvde.
W. T.-B. London, 21. Nov. Lloyds melden, daß der Kapitän und ein Teil der Besatzung des norwegischen Dampfers „Finn" gelandet wurden. S'e erzählten, daß der Dampfer von einem «deutschen Unterseeboot versenkt wurde.
W. T.-B. Athen, 21 Nov. Meldung des Reuterscheu Bureaus. Der griechische Küstenfahrer „Spetscis" wurde versenkt. Soweit bisher bekannt, ist dabei eine Person tödlich verunglückt.
W. T.-B. London, 22. Nov. (Drahtbericht.) Lloyds meldet: Man glaubt, daß das holländische Segelschiff „Delphin" und das norwegische Segelschiff „Parnaß" versenkt worden sind.
Aus Groningen wird gemeldet, daß der Seiger „Delphin" aus dem Wege von Christiania nach West-Hartlepol versenkt worden ist. _
Oke Neutralen.
Der amerikanisch-mexikanische Konflikt.
Wilson will energisch werden.
W. T.-B. Bern, 22. Nov. „Temps" meldet aus Washington: Am Montag fand unter dem Vorsitz Wilsons eine Beratung mehrerer Regierungsmitglieder über die Lage in Mexiko statt. Man rechnet mit einer Änderung der mexikanischen Politik Wilsons, der zu energischen Schritten übergehen werde.
Deutscher Reich.
Der Wechsel im auswärtigen amt.
Staatssekretär Zimmermann.
Der neue Letter des Auswärtigen Amtes, deh 1864 in Maggrabowa in Ostpreußen geboren wurde, stammt aus kleinbürgerlichen Verhältnissen (sein Vater war Gastwirt), uitd seine Ernennung stieß daher auf mancherlei Widerstand pon bestimmten «seiten. Er studierte Jurisprudenz, wurde 1887 Referendar und 1893 Assessor. 1895 arbeitete er zum ersten Male im Auswärtigen Amt, übernahm dann das Vize-Konsulat in Schanghai, wurde 1900 Konsulatsvertreter in Tientsin und begann 1902 als ständiger Hilfsarbeiter in der zweiten Abteilung des Auswärtigen Amtes und Legationsrat seine eigentliche diplomatische Laufbahn. Er wurde dann Vortragender Rat und erhielt das wichtige Referat für Ost- a s i e n und den O r i e n.t, wobei er an den Verhandlungen über die Bagdadbahn tätig und erfolgreich teilnahm. 1907 wurde er Geh. Legationsrat', 1910 Dirigent der neugeschaffenen politischen Abteilung des Auswärtigen Amtes und 1911 als Nachfolger Stemrichs Unterstaatssekretär.
Zimmermann gilt als eine hervorragende Arbeitskraft, als ein scharfsichtiger, weitblickender Politiker und als ein genauer Kenner der verschlungenen Wege der hohen Diplomatie. Als Kandidat für den Unter- staatssekretärposten kommt in erster Reihe der bisherige Gesandte in Bukarest, Dr. v. d. Busche-Hadden- hausen und des weiteren der Vortragende Rat im Auswärtigen Amt Frhr. Dr. Wilhelm v. Stumm in Frage, während für die Neubesetzung dK Wiener Botsckafterpostens unter verschiedenen Kandidaten der zurzeit im Auswärtigen Amt tätige Graf Botho v. Wedel die größten Aussichten zu haben scheint.
Wiederzusammentritt des Reichstags am 25. November.
W.T.-B. Berlin, 22. Nov. Die nächste Plenarsitzung des Reichstags findet am SamStag, den 26. November, nachmtttags 3 Uhr, statt.
* Deutsche LichttiidGesellschaft. Im Hotel Adlon tn Berlin wurde unter Beteiligung oes Allgemeinen Deutschen BäderverbandeS der Ausland G. m. b. H., des Bundes der Industriellen, des Bundes Deutscher Vertehrsvereine, des Zentralverbandes Deutscher Industrieller, des Deutsche» Handelstages, des Deutschen Städtetages und des Vereins für das Deutschtum im Ausland die Deutsche Lichtbild-Gesell- schaff gegründet. Zweck der Gesellschaft ist die Veranstaltung planmäßiger, Werbearbeit für Deutschlands Kultur, Wirt- -chaft und Fremdenverkehr im In- und Ausland durch das Bild, insbesondere durch bewegliche (Films) und stehende Lichtbilder.
Llu§ Stadt und Land.
Wiesbadener Nachrichten.
Verordnungen zur Lebensmittelversorgung und Höchstpreise.
VI. *
Raffet.
Nach einer Bekanntmachung de? Kriegsausschusses für Kaffee, Tee und deren Ersatzmittel, G. m. b. H., in Berlin, dürfen infolge einer Verfügung des Kriegsermährungsamts von Mitte September 1916 gemahlene Mischungen von geröstetem Kaffee mit Kaffee-Ersatzmitteln nur i n d r e i Sorten an die Verbraucher abgegeben werden, und zw.ur mit 50 Prozent Kaffee zu dem Preis von höchstens 2.20 M„ mit 25 Prozent Kaffee für höchstens 1.40 M. und mit 10 Prozent Kaffee für höchstens 92 Pf. für das Pfund. Andere Mischungsverhältnisse für gemahlene Mischungen von Kaffee und Ersatzmitteln sind unzulässig, so weit sie efft nach dem 25. September in den Handel gebracht wovden sind. Wer Misckuirgen von Kaffee mit Kaffee-Ersatzmitteln verkauft, muß auf der Umhüllung der Verpackung angeven, wie viel Prozent reiner Bohnenkaffee in der Mischung enthalten sind. Kaffee-Sr'atzmittel ohne Kaffee dürfen nicht mehr als 60 Pf. das Pfund kosten. Ausgenommen sind nur Feigenkaffee und Kaffee-Essenz (Zuckerpräparat), deren Preiskontrolle der Preisprü-sungsstelle unterliegt.
Kartoffeln.
Der Höchstpreis für Kartoffeln ist fiir Wiesbaden auf 4.75 M. für den Zentner bei ffeier Lieferung in das Haus and auf 5.5 Pf. für das Pfund im Kleinvcrkauf festgesetzt worden. Nach emer Bekanntmachung des Präsidenten des Kriegsernähvungsamts vom 23. September 1916 ist es verboten, Kartoffeln und Erzeugnisse der Kartoffeltrocknerei an andere Tiere als an Schweine und Federvieh zu verfüttern. Kartoffelerzeuger dürfen Kattoffeln, die als Speisekartosfeln oder als Fabrikkartoffeln nicht verwendbar sind, mit Genehmigung ihres Kommnnalverbands auch an andere Tierer ihrer Wirtschaft verffittern, so weit die Ber- fütterung an Schweine und an Federvieh nicht möglich ist. In Wiesbaden gibt es auf den Kopf der Bevölkerung täglich 1 Pfund Kartoffeln. Der Verkauf darf nur gegen Abgabe von Kartoffelmarken erfolgen.
Käse.
Durch eine Verordnung des Kriegsernährungsamts vom 20. Oktober 1916 sind die folgenden Kleinhandelspreise fÜT # Käse festgesetzt worden: R u n d k ä s e nach
Schweizer Art (Emmenchaler) mit einem Fettgehalt non weniger als 30 vom Hundert, aber von wenigstens 25 vom Hundert der Trockenmasse 1.50 M., Tilsiter, Elbinger, Wilstermarschkäse, Käse nach Holländer (Gouda, Edamer) Art und anderer Hartkäse mit einem Fettgehalt von wenigstens 25 vom Hundert der Trockenmasse 1.30 M., mit wenigstens 10 vom 'Hundert der Trockenmasse IM., Weichkäse nach Camembert, Brie, Neufchateller, Münster Art mit einem Fettgehalt von wenigstens 25 vom Hundert der Trockenmasse 1.30 M., mit einem Fettgehalt von wenigstens 25 vom Hundert der Trockenmasse in Stücken von 60 oder 120 Goamm vervackt (F r ü h st ü ck s - oder Delikateß- käse) 1.20 M., mit einem Fettgehalt von wenigstens 10 vom Hundert der Trockenmasse (unverpackt) 1.10 M., Weichkäse nach Limburger Art (Backstein- und Romaduckäse) mit einem Fettgehalt von wenigstens 15 vom Hundert der Trockenmasse 85 Pf., in Stücken von 60 oder 120 Gramm verpackt, 95 Pf., mit einem Fettgehalt von wenigstens 10 vom Hundert der Trockenmasse (unverpackt) 90 Pf., Weichkäse mit einem Fettgehalt von weniger als 10 vom Hundert der Trockenmasse 76 Pf., Speisequark (sog. Schmierkäse öder weißer Käse) mit einem Wassergehalt von höchstens 75 vom Hundert 60 Pf., frischer, leicht angereister Quarkkäse (Harzer, Mainzer, Sp'tz-, Stangen-, Baust- und ähnlicher Käse, hier Handkäse genannt) 90 Ps., gereister Käse dieser Art mit einem weihen Kern von höchstens zwei Dritteln 5>er Schnittfläche 1.05 M. Die sämtlichen Preise sind Pfundpreise. Die Landes- z e n t r al b e h ö r d e oder die von ihnen bestimmte Behörde können zur Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse in den verschiedenen Wirtschaftsgebieten Abweichungen von den Höchstpreisen für ihren Bezirk oder Teile ihres Bezirks anordnen,' Zu Abweichungen nach oben ist aber die Zustimmung des Reichskanzlers erforderlich. Die Herstellmrg anderer Käse als die in der Höchstpreisverordnnug genannten ist verboten. Der gewerbsmäßige P o st - und Frachtv erfand von Käse durch den Hersteller oder eine von ihm beauftragte Person an den Verbraucher ist verboten. Ausnahmen sind mit Genehmigung der zuständigen Behörde zulässig. Die Beamten der Polizei öder die von der Polizei beauftragten Sachverständigen sind befugt, in die Geschäftsräume, in denen Käse hergestellt, gelagert oder verkaäft wird, jederzeit einzutreten, daselbst Besichtigungen vorznneh- men, Geschäftsaufteichnungen einzusehen und »och ihrer Auswahl Proben zur Untersuchung nach Empfangsbestätigung zu entrichten. In jedem Laden, in dem Käse verkauft wird, muß ein Abdruck der Höchsrpreisverordnung vom 20. Oktober 1916 auSgehängt werden.
Kolonialwaren.
Der Magistrat hat durch eine Verordnung vom 30. Oktober das sogenannte Svstem der festen Kundschaft auch für Kolonialwaren ei-,ge führt. Jede Haushaltung durfte das Geschäft, dessen Kunde sie sein wollte, beliebig auswählen, der Äciagiftrat behielt sich aber vor, in den Fällen, in denen einzelne Kolonialwarenhandlungen nur so wenig Knitden an- gemeldet erhielten, daß eine Verteilung der Waren nicht möglich war, diese Geschäfte znm Kundensystem nicht znzu lassen.
