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Dienstag, 21. November 1916.
Kbend-Kusgabr.
Kr. 567» ♦ 64. Jahrgang.
Anjere Infanterie vor Craiova!
Weitere Erfolge am Klt.
Der Tagesbericht vom 21. November.
T.-B. Großes Hauptquartier, 21. November. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprrcht.
Unsere Artillerie bekämpfte mit beobachteter Wirkung feindliche Batterien und Stutzpunkte.
Lebhaftes feindliches F e u er lag auf unsere» Stellungen beiderseits der Ancre und am St.Pierre- B a a st - W a l d e.
Kein Jnfanterickampf.
Heeresgruppe Kronprinz.
In der Champagne und im Maasgebiet lebte während einzelner Tagesstunden die Artillerietätigkeit auf.
Östlicher Kriegsschauplatz.
Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.
Nichts Wesentliches. !
Front des Generalobersten Erzherzog Karl.
Im Ludova-Gebiet /Waldkarpathen) wurde ein Patronillenunternehmen von deutschen Jägern Planmäßig durchgefnhrt; 4 0 Gefangene wurden eingebracht. Ein Entlastungsvorstoß der Russen im Nachbargebiet scheiterte blutig. *
Am Ostrande Siebenbürgens nur kleine Gefechtshund- lungen.
Die deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen nördlich von Camp» l« n g wiesen auch bei Nacht wiederholte rumäuische A n g r i f s e ab.
Am Alt wurden den Rumänen einige wichtige Ortschaften und verschanzte Höhen in hartem Kampf e n irissen.
'' Unsere Infanterie steht vor Craiova, dem bisherigen Sitz des Oberkommandos der ersten rumänischen Armee.
Balkan - Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls van Mackensen.
Bon Artilleriefeuer abgesehen keine besonderen Ereignisse.
Constantz a und Cernavoda wurden beschossen.
Nufere Fliegergeschwader bewarfen Verkehrsanlagen bei Bukarest mit Bomben.
Mazedonische Front.
Zwischen P r e s p a - See und Cerna fühlt der Gegner an di» deutsch-bulgarischen Stellungen mit Bortruppen heran.
Serbische Borstöße an einzelnen Stellen der Moglena- front, durch starkes Feuer vorbereitet, scheiterten.
In der überschwemmten Strumaebene Zusammenstöße 'um Aufklärungsabteilungen.
Der erste Generalquartiermeister:
Lndendorff.
Der gestrige Abendbericht.
\V. T.-B. Berlin, 20. Nov., abends. (Amtlich.)
Artilleriekampf nördlich der Somme.
Unsere Trnvpen nähern sich Craiova, der Hauptstadt der westlichen Walachei.
An der unteren Donau und an der Struma lebhafteres steuer.
Der neue entscheidende Sieg in Rumänien.
Der Einbruch in die walachische Ebene.
W. T.-B. Berlin, 20. Noo. Zum jüngsten Erfolg in Rumänien erfahren wir von zuständiger Stelle: iNit der Niederlage der Rumänen in der Schlacht von Kurgu-Jiu und dem Durchbruch der deutsch-öfter- ceichischen Truppen am 18. November bis zur Bahnlinie Orsova-Craiova treten die Krregshandlun- ten gegen Rumänien in eine neue Pha)e ein. Dieser lasch und energisch durchgeführte Vorstoß hat eine Noch größere Bedeutung als der Durchbruch in der Dobrudscha, durch den die Rumänen im Osten gefesselt und von Osten her bedroht wurden. Mit dem Vorstoß zur Bahnlinie Ocsova-Craiova wurde die Tür zur walachischen Ebene eingedrückt. Nachdem im Okto b er noch um die Schlüsselpunkte im Norden von Rumänien und in den siebenbürgischen Gebirgen erbittert gerungen wurde, wuchs nach Bezwin- Mmg der Pässe der Druck der Mittelmächte entsprechend
ihrem Raumgewinn nach Süden von Tag zu Tag. In gleichem Maße mit diesem Druck dehnte sich auch die Kampffront beiderseits der hauptsächlich bedrohten Mittelpunkte bei Predeal und nördlich von Campolung aus, so daß schließlich in den Gebirgen, de: Moldau und in den Waldkarpathen auf allen Punkten bis hinter nach Orsova gerungen wurde. Im Raume des Preüeal- passes wurden vom 5. bis 11. November die Höhen westlich Allstem erstürmt. Im Ausgange des Toerzburger Passes drangen die Angreifer nördlich von Campolung vom 12. bis 17. November bis in die Linie I a n d e st o - M a m st i. 25 Kilometer südlich des Roten-Turm-Passes vor, besetzten sie. am 9. November Sardoni und am 12. November den Fruntu-Berg. Die Rumänen wehrten sich an der ausgedehnten Kampffront mit großer Zähigkeit,' machten erbitterte Gegenstöße, besonders im Predeal-Paß und nördlich von
Campolung sowie im Auslauf-Gebiet des Roten-Turm- Passes und im Jiu-Tal. Alle diese verzweifelten Angriffe, init welchen die Rumänen das Vordringen der Mittelniächte aufzuhalten und dem wachsenden Druck bei Predeal und Caiupolung zu begegnen suchten, brachten ihnen trotz sehr hoher Btutopfer nicht nur an den Angriffsstellen keine örtlichen Gewinne, sondern sie vermochten auch nicht dem täglich stürmischer werdenden Vordringen der Österreicher, Ungarn und Deutschen Halt zu gebieten. Am 18. Noveinber wurde dieser Druck derartig stark, daß der Verteidigungsgürtel im I i u - T a l nicht mehr standhalten konnte und zersprang. In heißer Schlacht wurden die Rumänen trotz zähesten Widerstandes bei Turgu-Jiu unter außerordentlich schweren blutigen Verlusten entscheidend geschlagen. Wie die Schlacht im Raume Constantza-Cernavoda stellt dir Schlacht bei Turgu-Jiu einen der Marksteine in der Geschichte des rumänischen Feldzuges dar. Die siegreichen Truppen der Zentralmächte nutzten augenblicklich ihren Erfolg aus und brachen trotz ungeheurer Hindernisse, verschneiter Wege und kaum gangbarer, geschweige denn fahrbarer Straßen in die walachische Ebene durch. Ein von Osten gegen die durchbrechenden Truppen geführter rumänischer Gegenstoß konnte das Schicksal der Entscheidungsschlacht nicht mehr wenden. Die Kolonnen sind rin Vorwarsch. Die Schlacht bei Turgu-Jiu ist ein neuer Beweis für das exakte Zu- sammenarbeiten und die innige Waffenbrüderschaft der österreichisch-ungarischen Truppen unter weitschauender Führung. Auffallend ist, das die rumänische Zivil- bevölkerung, durch die schwere Niederlage aufgestachelt, sich am Kampfe beteiligt. Auf die Kolonnen der Truppen wird häufig aus dem Hinterhalt ge- schossen. Mit dem A b s ch n e i d e n der Eisenbahnlinie Orsova-Craiova haben die bei O r s o o a kämpfenden rumänischen Verbände ihre einzige Rückzugslinie verloren. Die denffche Heeresleitung meldet für den Zettraum vom 1. bis 18. November eine Gesamtbeute von 189 Offizieren, 19 388 Mann, 26 Ge
schützen und 72 Maschinengewehren. Nach den riesigen Verlusten der Rumänen in der Dobrndscha und in Siebenbürgen trifft sie der neue Schlag schwer. Gegen den Einbruch in die Walachei erblaßt der rein lokale Erfolg Sarrails bei Monastir vollkommen.
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Neutrale Urteile zur militärischen Lage Rumäniens.
W. T.-B. Amsterdam, 21. Nov. (Drahtbericht.) Die Blätter schreiben der Einnahme M o n,a st i r s zwar moralische und politische Bedeutung 'bei, glauben aber nicht, daß sie militärisch ins Gewicht fallen wird. — Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" bvmeM, die Offensive bei Dtonastir sei keine Offensive zur Abschneiduug der großen Balkanverbindung der Mittelmächte mit Konstantinapel, denn bei Monastir ist die Armee Sarrails gerade am weitesten von dieser Verbindung entfernt. Außerdem verminderten diese Kämpfe den Druck, der auf Rumänien ausgeübt wird. Die militärische
Lage Rumäniens wird von den Blättern für s e h r e r n st gehalten. „Nieuwe van den Dag" schreibt: E i l e tut not, wenn die westliche Walachei noch gerettet werden soll. Die strategischen Folgen des Druckes, den die Armee Sarrails ausübt, wiegen die Gefahr nicht auf, von der Rumänien bedroht ist. Wenn es den Deutschen wirklich glücken würde, die Eisenbahnlinie Orsova-Craiovo abzuschneiden (was bekanntlich bereits geschehen ist. Schriftltg.) und tvenn es den Rumänien nicht gelingt. diele Verbindung wieder herzuftelleu, ist es die Frage, ob Rumänien noch imstande ist, im Zentrum Widerstand zu leisten. — „Maasbode" schreibt: In der walachischen Ebene werden die Rumänen nicht den hartnäckigen Widerstand leisten können, den sie im Gebirge geleistet haben. Es sind düstere Tage für Rumänreu. — Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" sagt: Die stojyer, des fortgesetzten Vormarsches des rechten Flügels der Mtttck. machte nach Süden werden zum mindesten eine b«-t liche Verkürzung der Front sein.
W. T.-B. Kopenhagen, 21. Nov. (Dcahtbecicht.) Unter der Überschrift „Rumänien?" wirft ein Artikel der „tv-tstnral Tidende" die Frage auf- Soll Rumänien Belgiens und Serbiens Schicksal teilen? Das Blatt schließt: Irden- falls beweist der Verlauf des Feldzuges in Rumänien und dessen jetzige Lage neuerdings, wie überlegen und tüchtig die Mittelmächte unter der Oberleitung Kaiser Wilhelms den Weltkrieg führen. Meldungen, daß die Verhandlungen der großen Pariser Entente- konferenz über diplomatische und militärische Fragen durch Verhandlungen zwischen den Kabinetten fortgesetzt werden sollen, machen daher keinen imponierenden Eindruck. Die Einheitsftont ist ein S ck l a g w o r t, mit dem wenigstens bisher noch kein Schlug gewonnen worden ist.
vie letzten Rümpfe an der Somme.
Die Entscheidung längst gefallen.
Die grauenhaften Verluste der Gegner.
W. T.-B. Berlin, 20. Nov. Von militä rischer Seite wird uns geschrieben: Die Teilangriffe der letzten Wochen brachten die englisch-französischen Heere nicht weiter. Nachdem die eigenen Blätter sich gegen diese Kampfart gewandt haben und erklärten, daß Erfolge auf diese Weise nicht zu erreichen seien, versuchten es die Engländer neuerdings wieder unter reichlicher Beanspruchung ihrer Kolonialtruppen mit Massen stürmen. Es ist nich t allzunehmen, haß
