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tzievr L. Montag, 20. November lOTtt. __

itttrben aus dem Orte irr die 1500 Meter hohen Berge nach Osten wieder zurückgejagt.

Sr. K. und S. Kriegspressequartier, 20. Nov. (Eig. Draht­bericht. zb.) Von unserem Kriegsberichterstatter v. Berg.) Der AngriffaufdenToelgyeS.Paß.wodie Russen die Rumänen ablösten, war von den Deutschen und den bc- rmchbarten K. und K. Truppen, die den Aufmarsch zunächst zu decken und dann um Stotze sich zu beteiligen batten, aufs gründlichste vorbereitet worden. Gicherungstruppen wurden in Etappen langsam vorgeschoben, das Waldgelände wurde überall durch Patrouillen erkundet. Die Batterie- standorte wurden sorgsam ausgewählt, schwere Lastautos brachten die Zwergvferde, die für alle Fälle Proviant und Patronen bis in die Schwarmlinie schaffen Linnen. Ein dichtes TelephonneH durchzog die ganze Gegend. Es war in den wenigen Tagen gespannt worden, in denen in aller Stille der deutsche Aufmarsch geschah Im Kampfe selbst arbeiteten die Artilleriebeobachter sowohl der deutscher: als auch der K. und K. Artillerie auf gleichem Standort. Der Stoß derbeiden Verbündeten ging dann zu gleicher Zeit, in gleichem Tempo und in gleichem Erfolg vor sich. Die große Kuppenkette fiel in wenigen Stunden Das Er­gebnis nur eines Tages betrug 10 Kilometer Breite und 7 Kilometer Tiefe, aus denen die lltussen geworfen wurden.

Die Gefaugeueu aus der Schlacht am Toelgycs-Vaß.

(Vor: unseren: Kriegsberichterstatter v. Berg.)

Sr. K. und K. Kriegspresseqnartie», 20. Nov. (Eig. Drahtbericht. zb.) Unter den zahlreichen russischen Ge­fangenen, die in der Schlacht am Toelghespaß in die Hand der Verbündeten fielen, befand sich auch eine gange Reihe polnischer Soldaten. Ihre Begeisterung war groß, als sie von uns die Wiederaufr-chtung Polens als Königreich erfuhren. Unter den rumänischen Gefangenen der jüngsteii Zest befinden sich viele Csangos, jenem merkwürdi­gen Magyari-Zr eigftamm zugehörig, der seit Jahrhunderten auf rumänischem Boden liegt und an seiner Sprache so zäh festhielt, daß die Leute vollständig Ungarisch, aber nur sehr schlecht Rumänisch sprechen.

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Deutsche Sanitätshilfe in Mazedonien.

W. T.-B. Berlin. 18. Rov. Der unter dem Ehrenvorsitz des Herzogs .Johann Albcecht zu Mecklenburg stehende Deutsche HilfSausschutz für das Rote Kreuz in Bulgarien hat im Dezember v. I. die Mittel zur Errichtung von drei Des­infektionsanstalten zur Bekämpfung des RückfallfiebecS in Mazedonien bereitgestellt, nachdem Zar Ferdinand die Ein- richtungen dieser Anstalten als im höchsten Grade erwünscht bezeichnet hatte. Die erste Anstalt wurde in M o n a ft i r er- richtet und am 12. April dem Oberbefehlshaber der 1. bul­garischen Armee, ©enecoIUirtnant Bojadjeff, übergeben. Eine zweite Anstalt in VeleS wurde am 26. Juli von dem bul­garischen Feldsanitätschef, Generalarzt Dr. Bazarofi, über­nommen. Die dritte Anstalt in Skopie wurde am 8. Nov. dem Generalgouverneur von Mazedonien, Generalleutnant Teneff, übergeben. Die Anstalten werden außerordentlich stark in Anspruch genommen. So wurden in Monastir in den ersten drei Monaten rund 35 000 Mann desinfiziert und ge­badet. Die tägliche Abfertigung stieg bis auf 1300 Mann.

Ereignisse zur §ee.

U-Bootbeutc in der erste« Novernberhälfte.

Sr. Haag, 20. Nov. (Eig. Drahtbericht, zb.) In Rotter- damer Schiffahrtskreisen verlautet nach Meldungen aus Land»», daß in der ersten Novembrrhälfte 165000 Touuen Lagerraum der Handelsflotte der verbündeten und neu­tralen Länder versenkt wurden.

Versenkt.

W. T.-B. London, 20. Nov. (Drahtbericht.) „Lloyds" meldet, daß der italtenische Dampfer „Lala", der englische Dampfer „Lady Car rington" und der portugiesische Dampfer „Sau N icolo" versenkt wurden.

W. T.-B. Kopenhagen, 19. Nov. (Drähtbericht.) „Politiken" meldet aus Malmö: Der Hslsingforser Dampfer „T n va", her von Archangel am 2. Oktober abgegangen war, hat seinen schwedischen Bestimmungshafen nicht erreicht. Daher wird angenommen, daß er init Mann und Akaus untcrge. gangen ist. Der 2300 Tonnen große Dampfer hatte 20 Mann Besatzung.

Sr. Genf, 20. Nov. (Etg. Drahtbericht. zb.) Einer Madrider Meldung zufolge wurde der portugiefische Trans, portdampfer „M achico" ini Mittelmcex von einem deutschen Unterseeboot versenkt. — Die Pariser Blätter melden werter

_ MresLmderrer Na-ME.

als versenkt: den griechischen Dampfer „Germaine

(2573 Tonnen), den englischen Dampfer .Lupcni" sowie tue französischen Segler „L c l i a", „R i q u e t t e" und ,„Jala - q u i r".

Die deutsch-norwegische U-Vootsfrage.

Ern schwacher norwegisch-offiziöser Rechtfertigungsversuch.

W. T.-B. ühristiania, 19. Nov. (Vom Vertreter des SB. T.-B.) Die halbamtlichen „JntelligenSsedler" schreiben unter der Überschrift ..Das norwegische Unterseebootverbot und die ausländische Presse": Die Behauptung der deut­schen Presse, die norwegische Unterseebootverfügung sei aus­schließlich oder besonders gegen Deutschland gerichtet und keshalü als unneuirale Handlung aufzufassen, sei unrichtig. Das gehe mittelbar auch auS dem soeben ver­öffentlichten Protest der norwegischen Regierung gegen die Neutralitätsverletzung durch englische Unterseeboote hervor. Wenn die norwegische Verfügung erst im Oktober erlassen worden sei, obwohl der letzte Fall von Neutralitätsverletzunz sich bereits im Juli zugetragen habe, so finde das eine natür­liche Erklärung in den Schwierigkeiten dieser Frage und m der Notwendigkeit, erst genaue Erwägungen und besonders eingehende Untersuchungen über den Fall im Juli anzustellen, die Zeit beansprucht hätten. Inzwischen seien die Bersentun- gen im Eismeer mit dem Verlust von norwegischen Menschen­leben durch deutsche Unterseeboote dazugekommen. Die nor­wegische Regierung habe einer etwaigen Benutzung ihres LeegebietS Vorbeugen muffen, zumal es sich im Eismeer um einen außerordentlich wichtigen Verkehrsweg für krieg­führende Mächte handle. Die norwegische Verfügung sei zwar durch die deutschen Versenkungen im Eismeer beschleunig: worden, sei aber als reine Vorbeugungsmaßregel gegen alle Kriegführenden und nickt gegen eine einzelne Mockt gerichtet. Waö die Haltung der englischen Presse und insbesondere eines Leitartikels in der „Morning Post" aiüange, so habe die norwegische Regierung in Beant- uwrtung einer Note der Entente ausdrücklich betont, daß sie sich nicht für verpflichtet halte, ihr Seegebiet für Han­delsunterseeboote zu sperren. Daß trotzdem für diese gewisie einschränkende Bestimmungen getroffen worden seien, sei nur geschehen, uni Verwechslungen mit Kriegsunter­seebooten zu vermeiden. Dasselbe habe Schweden getan. Dre norwegische Verfügung halte sich deshalb durchaus im Rahmen der Neutralität. Sie sei gegen alle Kriegfüh­renden ohne Unterschied gerichtet. Daß sic infolge eines englischen Druckes erfolgt sei, müsse auf das bestimm­teste bestritten werden.

Wachsende Neigung zur Verständigung?

W. T.-B. Ähristiania, 10. Nov. (Vom Vertreter des W. T.-B.) Der Ton der norwegischen Presse verändert sich sichtlich immer mehr in versöhnlichem Sinne. Deutlich sieh: man jetzt bei den meisten Blättern die Absicht, sich mit Deutschland zu v e r st ä n d i g e n und den schon früher ange­strebten A u S g l e i ch mit Deutschland über schwebende Streit­sragen zu ermöglichen. Besonders bemerkenswert ist „Morgen- bladetS" Standpunkt, das im heutigen Leitartikel nunmehr ebenfalls z u g i b t, daß Form wie Zeitpunkt der norwegischen Unterseebootvecordnrmg vom 13. Oktober glücklicher hätten gewählt werden können.

Keimende Einsicht in der Bannwarensrage?

Zur Versenkung des norwegischen Dampfers „Bega".

W. T.-B. Christian:«, 18. Nov. In den heutigen Blätter:: macht sich bereits eine bedeutend ruhigcrcAuffassung :n der Frage der Versenkung des Postdampfers „Bega" geltend, nur „TidenS Tegn' unterstreicht, wie gestern auch „Morgenbladet', daß der Fall nicht zu einer gegenseitigen Verständigung zwffchen Norwegen und Deutschland beitragen werde. Im übrigen scheint man aber auch in diesem Falle einzusehen, daß die Bannwarensrage allein für Deutschland ausschlaggebend :st, was u. a. aus einem Artikel im „Oerebladet" unter der überschrfft „Kaltes Blut" hervor­geht, in dem die scharr? Äußerung des „lvkorgenbladet", die Versenkung der „Bega" sei eine direkt unfreundliche Hand­lung, als unberechtigt zurückgewiesen wird. Wenn der Fall c-uch zweifellos nicht nur Erstaunen, sondern auch Ent­rüstung Hervorrufen werde, so müsse man doch erst nähere Einzelheiten abwarten, ehe man ein endgültiges Urteil fälle. Daß die Kriegführenden mit allen Mitteln die Neutralen bindern würden, dem Feinde Bannware zuzuführen, fei nichts Neues, der einzige Ausweg für neutrale Sch:ffe. Angriffen zu entgehen, sei. damit aufzuhörea, m:t Bannware zu fahren. __

Unterhaltungsteil.

Rrstdenr-Thraler.

Der SamStog- unb der Sonntagabend Miefen am Residenz-Theater starke Parallelen auf. An beiden Abenden ausverkaufte Häuser und zum Schluß ein Beifall, der gar nicht enden wollte, der einer Ovation gleichkam.

Am Samstag galt der Besuch einem berühmten Gast: Albert Steinrück. Er gab in Strindbcrgs „Toten­tanz" (1. Teil) den Kapitän der FestMigsartilleric. aber er tat mehr, als nur die Rolle spielen, er erlebte sie. Da war jede Bewegung echt, jedes Wort voll Leben. Überall gedankentiefe, liebevolle Durcharbeitung, nirgends ein störender Mißton, eme Äußerlichkeit. Aber der Haß, mit dem dieser Dtann und die­ses Weib sich zerfleischen, der sprühte nicht kräftig genug. Dieser Kapitän war ein unglücklicher, kranker Mann, mitleid- erregend, ober nicht abstoßend, das Entsetzen, das Kurt vor ihm empfindet, schien nicht recht begreiflich, denn das Gütige st: diesem Kranken getvann immer wieder die Oberhand, :n jeder Szene, besonders aber, als er die Katze liebkoste, und später, da er sich mit der Frau versöhnt. Strindberg fordert da Schärferes, Haß, der weißglübend, zischend verspritzt wird, der, gleich giftigen Schlangenbissen, dem Gegner das Blut verdirbt, der die Luft erMt mit seinen widerlichen Dämpfen. Auch Frau Thilo Hümmels hätte da noch manches rm Sinne StrindbergS schärfer herauSapberten dürfen. Frau Hummel war in letzter Stunde aus Mannheim zugevefft und Wir die erkrankte Partnerin Steinrücks eingesprungen. Die Künstlerin ist hier keine Fremde mehr, zäblt sie doch, nach er­folgreichen Gastspielen an unserem Hoftheater vom nächsten Jahre ab zu einem Mitglied unserer Hofbuhnc. Und was fe*t jedem ihrer Gastspiele sich in den Vordergrund drängte,

das wurde auch gestern wieder offenbar: Frau Hummel ist eine kluge, eine denkende Schauspielerin. Ihre äußere Aus- machumg .As Alice wirkte allerdings etwas zu stilisiert in d:e- ser Umgebung. Denn wenn sie auch die ffühere Schauspielerin nre DevlDUtzn-et, jo ist hoch Jaimt anzunohmen, liKtft sie »roch immer so viel Sorgfalt auf sich verwendet, besonders, da sie so oft „Mägdedienste" leiste:: muß. Den aufwühlenden Ein- druck, den Lizzie Nordau gelegentlich ihres Gastspiels im vor:- gen Jahre im gleichen Stück hinterließ, vermochte Frau Hummel nicht zu erwecken, aber sie wußte trotzdem zu fesseln.

Die Rolle des Kurt kcu:n passiv gegeben wenden, gewisser­maßen eine stille Begleitung zu dieser schauerlichen Melodie, zu diesem Lied des Haffes, den Alaun und Frau sich entgegen- zischen. .Herr Alten aber versuchte, etwas aus seiner Rolle zu machen und wirkte recht störend mit seiner verfehlten Auk- fasfung. Er gab den typische» Theaterbösewicht, mit einem überreichen Aufwand an Mimik, wie: dämonffch verzerrter, bitterer Mund, rollende Augen, bebende Nasenflügel und äußerliches Pathos.

Und dann am Sonntag wieder ewt au-verkauftes Haus, «bet ein völliger Stimmungsumschwunq. Ein Sturm brauste durch das Theater, ein Lachstnrm, wie er wohl lange nicht mehr gehört wovden ist. Kurt K r a a tz. unser einhermische: SchwanL»ichter. kam wieder einmal zu Wort, zu Ehren seines 60. Geburtstages. Ein ältere« Stück „Der Kilometer» fresser" vaste in sehr gelungener Neueinstudierung über die Bühn-. Vor etwa zehn Jahren erblickte dieser Schwank, noch im alten Residenz-Theater, das Rampenlicht der Bühnen- weit. In dielen zebn Jahren hat „Der Kilometerfieffer" nichts eingebüßt von seiner überwältigendem, überreichen Situationskomik, und die neuen Mitglieder des Refidenz- TheaterS gaben sich alle Mühe, die früheren Kräfte :n Ver- gegcirifreit geraten zu lassen, die ja auch durch den Tod dem

Wbsvd-Ausgabe. Erstes Blatt. Nr. 56S»_

Tatsächlich ei« Einsehen in Norwegen?

Entgegenkommen «ich hiusichtlich uuserer wirtschaftlichen Beschwerde«?

W. T.-B. Christ»-««, 20. Nov. (Drahkbericht.) Vom Bw> treter des Wölfischem Bureaus: Die norwegische Presse fuh» sich offensichtlich beeinflußt durch ein gestriges Telegramm des Berliner Berichterstatters von ..TidenS Tegn über ine , Auffassung an maßgebender Stelle in Deutschland, daß Deutschland auck auf wirtschaftlichem Gebiete Grum zur B e f ch w e r d e habe. Gleichzeitig kündigt d:e Presse aber an, daß auch auf diesem Gebiete zurzeit wichtige Verhand­lungen schweben, die durch Entgegeukommen gegenüber den deutschen Beschwerden einen Ausgleich erhpffen treheri. „MorgorMader" spricht die Erwartung aus, daß d:efer Aus­gleich nicht nur für die Dauer des Krieges Vorhalten, sondern dauernd ein gutes Verhältnis Norwe^ns zu Deutschland auch für die Zeit nach dem Kriege vorbereuen werde. ___________

Oer russische „Endsieg".

Aus Stockholm. 18. November, schreibt uns ern ge­legentlicher Mitarbeiter: , „ . , .

Eine Fülle von Erklärungen hat RuUand m den letzten Tagen losgelassen, um die wachsenden Gerüchte seiner Friedensneigunq niederzukämpfen, wobei dre führende englische Hand unverkennbar ist. Zu­erst mußte der Z a r höchstselbst ein Telegramm an den Reichsrat richten, worin er für den einmütigen Wunsch dankt, alles zu opfern, um den Endsieg, herberzufichrerr. Dann verschickte der Mini st er des Au ßern an dre russischen G e s a n d t e n bei den alliierten Machten eme Anweisung, die von dem englischen Botschafter Buchanart entworfen sein dürfte: „Gerüchte über an­gebliche geheime Besprechungen zwischen Rußland und Deutschland sinnlos. Das „innige Band mit den „tapferen Alliierten" wird unversehrt er­halten. Weit entfernt vom Sonderfrieden. Kampf ohne das geringste Nachlassen bis zur Stunde des End­sieges!" — Nickst genug damit, mußten auch der Kriegsminister und der Marineminister m der Duma dasselbe Lied fingen: Kampf bis 3um Endsieg! Stürmer, der Ministerpräsident, hat noch nichts erklärt. Er liegt krank zu Haufe, und man weiß immer noch nicht, ob es eine natürliche Krank­heit oder eine politische Verstimmung oder gar die Folge eines Attentats ist, die ihn an Bett und Zimmer fesselt. Er soll vor deni Ministeriuni des Äußern nachts 11 Uhr, als er von einer wichtigen Audienz beim Zaren aus Zarskoje Sselo nach Vetecsburg zurückkehrte, durch Schüsse aus einem russischen. Jnfanteriegewehr verwundet worden sein. Auch dres wird wohl noch durch eilte feierliche Erklärung geleugnet werden, da man nun einmal im Zug? mit solchen Verlautbarungen ist. Aber alles das. die stacken Telegramme, die schonen Reden, die tapferen Versicherungen sindnur Kulissen, hinter denen man die Not des Landes, die Schwierigkeiten der rnnerpolitischen Lage und die Erschöpfung der militärischen Kraft zu verbergen sucht. Die Not des Landes! Minister P r o t o p o p o f f, der.ferne große Ernährungsform mit allen Glocken ausläuten ließ, hat in der breiten -Öffentlichkeit so wenig Der- rrauen gefunden, wie bei seinen Freunden in der Duma. Die „Rjeffch" schreibt: „Nur ganz taube und blinde

Leute können es überhören und übersehen, wie die Welle der Lebensmittelschwierigkeiten anwächst. Der Winter wird in fernem Ernst 'chwerer sein als alles, was wir bisher haben durchmacken müssen, es erweckt aroßc Bedenken, daß man bei uns scheinbar immer noch nicht die ganze Mchtigkeit und die ungeheure Schwie­rigkeit der dem Lande bevorstehenden Ausgaben er­kennt. Zwangsmatzregeln werden nicht helfen. Der Bauer gibt nichts mehr her." Und das „Nowojc Wrenrja" meint: „Dian muß den Mut haben, nicht nur offiziell das Vorhandensein der Lebensmittelkrifis in Rußland zu bestätigen, sondern auch daraus alle nofi- gen Schlüsse zu ziehen. Keine Hindernisse dürfen die Regierung abhalten,, Lebensmitel selbst dort zu reqi- rieren. wo es wenig davon gibt, um sie dorthin zu lei­ten, wo sie überhaupt nicht vorhanden sind. Aber niemand weiß, wie das gemacht werden soll. Auch Prowpopoff nicht Seine Vorschläge sind Papier und werden es bleiben. Die Widerstände sind zu stark! Und die Furcht der Regierung vor der wachsenden Macht der

Dhsatei: entrissen wurden. Ich denke da an unserer: „alten

Schulze", der in Rollen wie die des „Otto Kugeiberg" gerade- zu schwelgte. Herr K ! e i n k e zeigte sich gestern äbend als der richtige Ersatzmann; neben ihm wußte sich Herr Kamm hauptsächlich bervorzutun. Er erntete sogar Beifall bei offe­ner Szene. Frau Andrce-Huvart um!d Fräulein Richter seier: noch besonders lobend erwähnt, ebenso Frau A g t c als dralle Köchin. Doch auch die Damen T i I l m a n n und Bayer machten Äwe Sache ganz gut. Herr Möller gab die Rolle des jungen Ehemanns in Nöten, wie wir das schon vor lhm zu seden gewohnt sind, fiisch und licbenswürdig, während Herr AlberS als überspannter Dichter viel zur BÄusiignng des Abends bei-trug. Er sah aus, als babe Wackerle ihn eigens für Paul Brauns „ Marionetten - Theater Münchener Künstler", entworfen! Und wie feine MaSke. so karikaturenbafi. so war sein Spiel — ganz nn Sinne des Verfassers. Also gebührt auch ihm ein Lob.

Daß es weder an Hervorrufen noch an Kranz- und Dlumenfpenden fiir den Verfasser und die Darsteller fehlte, ist eigentlich unnöfig zu behaupten. Kurt Kraatz braucht nickt zu klagen, daß ein Prophet .in seinem Baterlxrnd nichrs gilt. . . __ ' B. v. N,

Aus EitttB und Leben.

* Konzert. Der -hiesige „Cäcilienverein", in de« ipt+pt- der neuen ziel-bewußten und energischen inneren Leitung wieder frisches Leben pulsiert, gab am Sonntag im Kurhaus mit der Aufführung von „Das Paradies und die Peri" von R. Schumann sein erstes Konzert in .«* fern Winter. Das reizvolle Chorwerk, in dem die RomantÄ ihre schönsten Wüten treibt, -dessen Tonsprache das eigentliche Wesen des Komponisten widerspiegelt, bietet einen üppigen Strauß -von quellenden Melodien, die feem Text entsprechend