Verlas Langgasse 21
,^:*5Waufe«atS“.
6äeStet^aSt etSlfrut non 8 Uhr metgtnS HJ 7 Up; sBenM.
wöchentlich
8ejB8#-Sm* fui 8n»c «jytflafc«: ffitL- numaUut. Ml- i- »,-rleljätzrliS durÄ den Srrlag S-ingWS« E «tz- Brmgrcloli!,- Me 4.05 kvrtelMrlich durch oltt deutschen Soßanßclttn, ausschkienlich »efttugelb. - Bezugs-Beßrllnngen nehmen außerdem emgegen. in WieSdaden die Zwei,stelle B>r- m«chr»z w. sowie „e Ausaadeßellen tn allen Tellen der Stadt: in Biebrich: die dortigen Slui. gadcßellen und in den benachbarten Landorten und im Rheinau dir betreffenden Tagbtatt. Träger
13 Ausgaben.
Fernruf:
„TagbialitzauS" »ir.ekra.5S.
Bon 8 Uhr morgens bis r Uhr abends, anher OBatnjt.
acn.PriiS für dir Zeile:
~ ' u; 20»
in einheitlicher Satzform:
Anzeigen: SO Pfg. für alle 1 _,_____ __
Reklamen, Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, dnrchlansend, nach besonderer Berechnung. — Bei wiederholter Ausnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entsprechender Nachlaß.
^v,^aA^'dü1«"/,'e^u«g^isg'M^?achEa^' BerlinerAbteilung des WiesbadenerTagblatts: Berlin W„ Potsdamer Str.121 L. Fernspr.: Amt Lützow6202«.6203. ?ageuund Mätzen wu^kttn^Gewäb^'iche^m^
Montag, 20. November 1916.
Kbend-Kusgabe.
Nr. 565« . 64. Jahrgang.
planmStziger zortgang an der russisch- rumänischen 5ront.
Ein Erfolg gegen die Engländer in Grandcourt.
Die Beute unserer letzten Gegenangriffe,
ver Tagesbericht vom 20. November.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 20. November. «Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprrcht.
Das englische Artilleriefeuer war gestern im ganzen geringer, stärker nur auf beiden Ancre-Ufern. Zwischen Lerre und Beaumont sowie gegen unsere Stellungen südlich von M i r a u m o n t in den Abendstunden vorbrechende Angriffe scheiterten verlustreich.
Im Handgranatenkampf warf unsere Infanterie die Engländer aus dem Westteile von Grandcourt hinaus.
In den Gegenangriffen der letzten Woche sind 2 2 Offiziere und 900 Mann gefangen nnd 34 Maschinenge- wehre erbeutet worden.
Erneut versuchte der Franzose von Nordwesten her in den St. Bierre-Baast-Wald einzudringen; er wurde zurückgefchlagen, obwohl starkes Feuer den mit frffchen Kräften gefährdetem Angriff vo-bereitrt hatte.
Östlicher Kriegsschauplatz.
Front des Gcneralfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.
Bei starker Kälte war die Gefechtstätigkeil durchweg gering.
Front des Generalobersten Erzherzog Karl.
Unsere Operationen gegen die rnffifch-rnmönffche Front nehmen planmäßig ihren Fortgang.
Nordoftlick von Campulong erschöpfen in täglich vergeblichen Angriffen die Rumänen ihre durcheinander geworfenen BerbLnde.
Balkan - Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.
Fn der Dobrudscha nnd längs der Donau bis zum Hafen von Oktina (östlich von Silfftria) Artilleriefen er.
Mazedonische Front.
Die Einnahme der neuen Stellungen nördlich von M o n a st i r hat sich ohne Störung durch den Gegner vollzogen. NeuedentscheKräfte haben die Kampfzone erreicht.
An der M o g l e n a - F r o n t sind serbffche »orstöße bei Bahov, und Dnfin von den Bulgaren abgewiesen worden.
Der erste Generalquarttermeister:
Ludendorff.
Die polnische Zrage im Abgeordneten- ha«fe.
Die Unterzeichner der Erklärung zur Wiederher- ftellung des Königreichs Polen werden heute im Abgeordnetenhause ein hohes Maß von Takt bewei'en müssen, wenn die Beratung - keinen Schaden bringen soll. Wir haben zunächst keinen Anlaß anzunehmen, daß es an diesem Takt fehlen wird. Schon manche Per- Handlung, dm nian mit einigem Bangen eirtgegeusah, ist in unseren Volksvertretungen glimpflich verlausen, und so wird es hoffentlich auch diesmal sein. Wir er- innern daran, daß die letzte Aussprache im Reichs- tag über den Unterseebootskrieg mff gewissen Besorgnissen erwartet wurde, während sie durch ihren ruhigen Gang jedes vorangegangene Bedenken angenehm entkräftete. Tie Erklärung zur Polensrage, mit der sich denn also das Abgeordnetenhaus zu befassen haben wird, wäre auch dann gekommen, wenn es im Reichstag nicht verhindert worden sein würde, die Proklamation vom 5. November in der Vollversammlung zu behandeln. Die Beratung im Abgeordneten- hause hätte aber gewissermaßen feste Linien gehabt, wmn zuvor der Reichstag zu einer Polerrdebattc gelangt wäre. Das damals geschlossene Ventil mag nunmehr vielleicht mit einer Art von Gewalffamkeit gesprengt werden: es braucht nicht so zu kommen, und wir hoffen la auf einen günstigen Verlauf, aber es kann so kommen. Jedenfalls ist, wie sich zeigt, nichts damtt erreicht worden, daß der Reichstag nicht in die Lage kam, sich über Polen auszwprechen. Man kann auch nicht lügen, daß mm etwa der Verhandlung im Abgeordneten- hause der starke europäische Widerhall fehlen werde, dem eine Verhandlung im Reichstag gehabt hätte. Dort wäre vielmehr für die Gegenwerte gesorgt gewesen, hier, wo die ZusammensetziM des Hauses so gründlich anders als am Körrigsplatz ist, iwerden diese Gegenwerte
geringer an Umfang und Gewicht sein, und der Widerhall wird nicht wenige laut sein, als er es an der anderen Beratungsstelle gewesen wäre. Graf Westarp, der durch den schnellen Schluß der Rerchs- tagsarbeiten verhindert wurde, die Bedenken seiner Freunde wegen der Rückwirkung der Herstellung Polens auf Preußen zu äußern, besprach sich in den letzten Tagen mehrfach mit den konservativen. Führern im Abgeordnetenhause. Was Herr v. Heydebrand zur preußischen Polenpolitik zu sagen haben wird, das wird also auch im Namen der konservativen Reichstagsfraktion gesagt sein, Graf Westarp wird also als unsicherer Mitredner im Abgeordnetenhause da sein. Die Erklärung zur Polenfrage, auf die sich eine große Mehrheit des Hauses geeinigt hat, ist unleugbar scharf gefaßt, sie ist gleichsam gesättigt von schweren Befürchtungen, aber es kann trotzdem noch ziemlich gut verlausen, wenn die Regierung Erklärungen abgibt und Bürgschaften zu gewähren vermag, durch welche die Bedenken der Mehrheit gemildert oder gar behoben werden könnten. Es ist in Rücksicht zu ziehen, daß das preußische St a a t s m i n i st e- r i u m ausreichend Gelegenheit gehabt hat. zu dem Entschluß der Rcichsleitunq, gemeinsam mit Österreich- Ungarn ein Königreich Polen zu schaffen, Stellung zu nehmen, und daß das Staatsministerium diesem Entschluß zugestimmt hat. Das will sagen, daß die entgegenstehendenErwägungen, von denen sich dieUnter- zeichner der Erklärung leiten lassen, auch ir« Schoße der Staatsregierung angestellt worden sind, daß aber trotzdem die Entscheidung für die nunmehrige Neuordnung der polnischen Verhältnisse hat fallen dürfen. Das Staatsministerrum übernimmt hiernach die volle politische wie moralische Verantwortung für den großen Umschwung der Dinge, und es ist auch zu vermuten, daß dies gerade von seiten der wichtigsten Fachministerien geschieht. Denn man kann 'ich schwer vorstellen, daß besonders der Minister des Innern und der Kultusminister die Verantwortung für die Wetterführung der Polittk im Osten tragen wollten und könnten, wenn sie der Meinung wären, daß ein selbständiges Polen gefährliche Rückwirkungen auf die innerpreußischen Verhältnisse notwendigerweise mit sich bringen müßte. So wird «also alles auf die Tonart ankommen, mit der die Erklärung irrt Abgeordnetenhause vertreten werden soll. Wenn man sich an den Inhalt der Erklärung hält — wir teilten sie in der Samstag-Abendausgabe mit —, so ist gewiß nichts darin, was nicht oon jedem Standpunkte aus unterschrieben werden müßte. Zweifellos ist es ein dringendes Interesse Preußen-Deutschland s, d daß dauernd wirksame, militärische, wirtschaftliche und allgemsinpoliti- sche Sicherungen für uns im Königreich Polen geschaffen werden müssen. Zweifellos darf der deut- s ch e Charakter unserer für das Dasein und für die Machtstellung Preußens und Deutschlands unentbehrlichen östlichen Provinzen nicht gefährdet werden, aber es wird immer darauf ankommen, ob der Wille vorhanden ist, aus der Tatsache, daß fortan ein sich selbst bestimmendes Polen vor unseren Toren bestehen wird, die Folgerungen zu ziehen, die einen ent- sprechenden Einfluß auf die preußischen Polen werden haben müssen, wen die Wiederaufrichtnng des König- reich? Polen uns nicht zum Schaden statt zum Nutzen gereichen soll. Niemand' non uns kann wollen, daß von den Sickerungen, die wir für die ungeschmälerte Erhaltung des Staatswesens unbedingt nötig haben, auch nur ein Bruchteil preisgegeben werde. Niemand kann, poraussetzen, daß die Reichsleitung und die preu- ßffche Staatsregierimg, als sie sich für ein Königreich Polen entschieden, gedacht haben werden, der Charakter unseres Staatswesens im Osten könne oder dürfe nunmehr eine rückläufige Entwicklung nehntcn. Trotz aller Bedenken wegen der Schwierigkeiten, die uns durch die Taffache des Zusammenlebens mit Millionen von Polen innerhalb unserer Grenzen erwachsen, ist der große Enffchlnß, das Königreich wiederherzustellen, ge- faßt worden, er m u ß t e gefaßt werden, und wir glan- den nicht, daß heute im Abgeordnetenhausc ein Redner es wird verantworten wollen, zu erklären, gerade dieser Enffchluß hätte nicht kommen dürfen. Denn welchen anderen Weg zur Lösung des polnischen Problems sen- serts unserer Grenzen könnte ein solcher Redner vor- schlagen? Etwa die Einverleibung von Kongreßpolen in Preußen? Oder die Teilung zwischen uns und Österreich-Ungarn? Oder gar die R ü ck g a b e der eroberten Gebiete an Rußland? Die letztgenannte Möglichkeit scheidet selbstverständlich unter allen Umständen aus, über die beiden anderen Möglichkeiten ließ sich im Beginn reden, aber doch auch nur eine Welle, doch auch nur solange die gewichtigsten Bedenken gegen jede der beiden Lösungen nicht genauer geprüft waren. Sobald sie geprüft wurden, mußte sich ihre Unmög- l } ckik e r t ergeben. Man muß schon sagen, der Satz ist richtig, daß, wie man es auch mit der polnischen Frage
macht, es irgendwie t m ut er falsch gemacht sein wird. Indessen sind das vont Schicksal gegebene Zustände, an denen Menschenwitz nichts ändern kann. Die Mehrheit des Abgeordnetenhauses wird sich der Pflicht nicht entziehen können, eine geschichtliche N o t w endig k e i t anzuerkennen, und sie wird ihren kritischen Ausstellungen eine Wirkung erst dann verschaffen, ivenn sie es gebotenermaßen ausspcicht, daß trotz aller Einwendungen gerade das, was geschehen ist, das einzig Mögliche gewesen ist und bleiben muß.
Oie Ereignisse auf dem Balkan.
Die breite Bresche in der walnchischen Feindcsfront.
Nr. Lugano, 20. Nov. (Eig. Drahtbericht, zb.) Nach dem Pariser Berichterstatter des „Corriere della Sera" bricht sich in den dortigen politischen und militärischen Kreisen die Überzeugung Bahn, daß cs nicht ntchr möglich ist, sich wegen der ernsten Lage in Rumänien Einbildungen hinzugeben. Es' sei dem Feinde gelungen, in der Walachei eine breite Bresche in die russische Front zu schlagen. Zwar sei noch keine unmittelbare Gefahr vorhanden, daß der Feind die walachische Ebene überschwemmen könne, aber die Dinge seien auf einem kritischen Punkt an gekommen. Anscheinend habe der Feind, von den russischen Verstärkungen ledrängt, auf die Ausführung seines strategischen Planes verzichtet und beabsichtige nun einen Nützlichkeitsfeldzug gegen die Walachei, deren westlicher Teil die größten Getreidemagazine und deren nördlicher Teil die Petroleum- auellen beherbergt.
Norboftsiebenbürgen vom Femde nahezu frei
Br. K. und K. Kriegsprrflequartirr, 20. Rov. (Eig. Drahtbericht. zb.) Von unseren! Kriegsbecichtefftatter v. Berg.) Heute schon kann auch fast ganzNordo st siebe nbürgen lis auf den verschwindenden Rest in den Randbergen als vorn Feinde gesäubert betrachtet werden. Das Land erholt sich auch schon sichtbar. .In alle Orte kehrt die Bevölkerung bereit- zurück. Wenigstens ihre Häuser findet sie unversehrt, da die Rumänen sich in diesem Landteil damit begnügten, alles Bewegliche aus den Wohnungen fortzuschleppen. Dies freilich ist ausnahmslos geschehen. Getötet wurden Menschen nur in ganz wenigen Fällen. Nicht gelungen ist es den Rumänen, dem Lande seinen Viehbestand zu nehmen, der überreich ist. Vielhundertküpsige Rinder- und Schafherden im Gebirge stnd mit den Rumänen nicht einmal in Berührung gekommen. Überall amtieren auch in Nordostsiebenbürgen seit einigen Tagen wieder die ansässigen Behörden. Der ungarische Mimsterpräsident besuchte soeben die betreffenden Gegenden. Alle Straßen sind voll von unabsehbaren Karawanen, die mit «hrem Hab, ihren Familien nnd ihrem Vieh heimwärts ziehen.
Die harten Kämpfe um den Toelgyes-Patz.
Br. K. und K. Kriegsprefiequartier, 20. Nov. (Eig. Drahtbericht. zb.) Von unserem Kriegsberichterstatter v. Berg.) Die zahlreichen Gefechte im Toelgyes-Paß haben solche Ausdehnung angenommen, daß man von einer G e b i r g s - sch lacht in diesem Gebiete sprechen kann. Nach dem Borstoß am ersten Kampftag, der gegen das Bristol-Tal aus der Richtung Süden nach Norden verlief, bog sich die Stoßrichtung jäh um. Die Deutschen, mit ihnen die K. und K. Truppen, überschritten das P u t n a t a l, das senkrecht in das B i st r i - coria-Tal einmündet, und nachdem sie das von den Russen geräumte Gicrgio-Toelghes-Gcbiet durchschritten hatten, ging der Angriff in direkt östlicher Linie weiter. Zu gleicher Zeit hielten K. und K. Husaren die von den Deutschen verlassenen Stellungen im Bistriciora-Tal und ebenso auch andere österreichisch-ungarische Gruppen, die schweren Gegenangriffe und die Beschießung durch die Russen, die damit den vom Tvelgpes-Patz kommenden Angriff zu lähmen hofften. Er schritt günstig vorwärts. Das Vordringen der Verbündeten hat seine Bedeutung darin, daß den Russen zwei wichtige Racchade-Linien fortgenommcn wurden. Die Russen stehen jetzt in der Defensive, um den kleinen, nicht ganz 70 Quadratkilometer umfassenden sieben« bürgischen Winkel, der von der ganzen Besetzung des Landes tn der Hand des Gegners, des die Rumänen ablöscnden Russen, noch blieb.
Br. K. und K. Kriegspressequartirr, 20. Nov. Eig. Drabt- bericht, zb. Von unserem Kriegsberichterstatter v. Berg.) Die Russen haben Verstärkungen herangeholt, die aus dem Raume des Bekas-Pffses gegen den Toelgyes-Paß ver- scheben wurden. Der Gegner bemüht sich offenkundig, diesen Patz selbst um den Preis großer Opfer zu halten. Auch seine Artillerie hat er wieder verstärkt. Die Kämpfe hier im Zentrum, in deren Mittelpunkt die Höhe Hegt,es !50ö Meter steht, sind überaus hart und heftig. Deutsche und österreichisch-ungarische Truppen ringen gemeinsam mit den Russen. Ungarische Truppen sind über die Bistriciora l-ereits hinaus. Die Höhe B i t c a A r s u r i l o r ist in sehr schweren Sttirmen von ihnen genommen «worden, eine Kampf- lcistung ersten Ranges, da der Höhenunterschied vom Sturm- ausgang und Stucmziel 8C0 Meter betrug. Dre russische Rückzugslinie in diesem Raum: liegt durch den Erfolg der Ungarn bereits unter Feuer. Von Tohak aus dringen die K. und K. Truppen in zähem Vorwärtsschretten langsam in der Richtung gegen Kerekhavas vor; auch hier ist der Kamps hatt. Die Donkostcken, die in B a l b o r cinritten,
L
1
