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Montag, 20. November 1916.

Morgen-Kusgabe-

Nr. 564. . 64. Jahrgang.

Siegreich vorwärts in Rumänien!

Gesamtbeule der 9. Armee seit s. November: Ueber 19500 Gefangene, 26 Geschütze,

1? Mumtionswagen und 72 Maschinengewehre.

Die Rumänen erneut geschlagen.

Die Bahnlinie Orsova-Craiova erreicht.

Lin neuer groger englischer Ourch- bruchsverfuch verlustreich gescheitert.

Ver Tagesbericht vom 19. November.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 19. Nov. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht.

Das seit Tagen auf unseren Stellungen beiderseits der Ancre liegende Feuer machte dort die Fortsetzung des englischen Angriffs wahrscheinlich. Gestern hinter der feindlichen Front auftretcnde Artillerie und früh morgens einsetzendl gewaltige Feucrstei^erung kündig­ten einen neuen Durchbruchsversuch an.

Er endete in einer blutigen Schlappe für die Eng­länder und gab ihnen nur an wenigen Stellen bedeu­tungslosen Gcländegewinn.

Die unter dem Befehl der Generale Fuchs und Frei­herrn Marschall kämpfenden Truppen haben in zäher Gegenwehr dem englischen Ansturm getrotzt. Wir sind südwestlich von Serre aus Grandcourt und au wenigen Punkten südlich des Dorfes zurückgcdrückt und stehen in einer vorbereiteten Riegelstellung auf dem Südufer der Ancre. Alle anderen Stellungen der wiederholt an­gegriffenen 12 Kilometer breiten Front wurden von nnseren braven Truppen gehalten oder im Gegenstoß zurückgcwonnen.

Starkes Feuer der französischen Artillerie im Ab­schnitt südlich von Sailly-Saillisel leitete Angriffe ein, die am Nordwestrand des St. Pierre-Baast-Waldes verlustreich zusammenbrachen.

Östlicher Kriegsschauplatz.

Front des Generalseldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.

Nichts Besonderes.

Front des Generalobersten Erzherzog Karl.

Östlich des Putnatales und im Gyergyo-Gcbirge wiesen bayerische Regimenter Vorstöße starker russischer Kräfte südlich des Hegyes ab.

Unsere Operationen seit Ende Oktober an der sicben- bürgischen Südfront haben den beabsichtigten Verlauf genommen.

Der Austritt aus den Gebirqsenqen in die walachi- sche Ebene ist trotz zähen Widerstandes der Rumänen von deutschen und österreichisch-ungarische« Truppen erkämpft.

Starke rumänische Kräfte sind zwischen Jiu und Gilort in der Schlacht von Tarau-Jin durchbrochen und unter unaewöhnlich hohen blntigen Verlusten ge­schlagen. Versuche des Feindes, mit ne» herangeführ­ten Truppen uns von Osten zu umfass»«, scheiterten. Fm Nacbdrängen haben unsere Truppen die Bahn Orsova-Eraiova erreicht. Südlich des Roten-Tnrm- Pasies ist der Weg Calima-Nesti-Suici überschritten.

Die Gesamtbeute der 9. Armee in den Tagen vom 1. bis 18. November betraut 189 Offiziere, 19 398 Mann, 26 Geschütze, 17 Munitionswagcn und 72 Maschinengewehre.

Balkan - Krieasschauplatz.

Heeresgruppe des Generalseldmarschalls von Mackensen.

An der Dobrudschafront Patrouillengefechte. Bei Silistria wieder lebhaftes Infanterie- und Artillerie- srner.

Mazedonische Front.

Nachdem es dem Gegner gelungen, an der Höhe 1212 nordöstlich von Mouastir Fortschritte zu mache», haben die deutsch-bulgarischen Truppen eine Stellung nördlich von Monaftir eingenommen. Monastir ist da- »lit ausgegeben worden.

Der erste Generalquartiermeister:

^ Lndendorff.

Der Abendbericht des deutschen Generalstabs vom 18 . d. M.

W. T.-B. Berlin, 19. Nov. (Amtlich.)

Beiderseits der Ancre und am St. Pierrc-Vaast- Waldc zeitweilig starker Artillcrickampf.

Jn der Walachei Fortschritte.

General von Lalkenhayn der Sieger von Targn-Zi».

Österreichisch-ungarischer Tagesbericht.

W. T.-B. Wien, 19. Nov. (Drahtbericht.) Amtlich verlautet voni 19. November, mittags:

Der Südflügel der unter dem Oberbefehl des Gene­ralobersten Erzherzog Karl stehenden verbünde­te» Streitkräfte hat in den letzten Tagen einen vollen Erfolg erkämpft. Truppen der Armee des Generals v. Falkenhayn bahnten sich in der Schlacht bei Targu-Jiu den Austritt aus dem Ge­birge und gewannen gestern mit der im Mutro- tal vorrückenden Kolonne die von Verciorova nach Craiova führende Bahn. Zähester rumänischer Widerstand, der vielfach, namentlich östlich und südöstlich von Targu-Jiu in erbitterten Gegenstößen Ausdruck fand, war vergebens. Auch die beiderseits des Olt- (Alt-) Flusses vordringendcn österreichisch-ungarischen und deutschen Streitkräfte erreichten in fortdauernden zähem Ringen den Gcbirgsfuß. Sic überschritten gestern die Linie Ealimanesci-Suici. Rumä­nische Angriffe scheiterten hier ebenso wie nördlich von Campolung.

Seit 1. November sind in der W a l a ch e i 189 rumänische Offiziere, 19 338 Mann, 26 Geschütze, 17 Munitionswagen und 72 Maschinengewehre eingebracht worden.

An der s i c b c n b ü r g i s ch e u Front südöstlich von Toelgyes schlugen Truppen der Armee des Generals v. Arz einen russischen Vorstoß ab. Weiter nördlich keine besonderen Ereignisse.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Im Wippachtal, südlich von Biglia, wurde ein italienischer Graben genommen und besetzt: 4 Offiziere, 120 Mann gefangen.'

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnnnt.

vor der Besetzung desToelgyes-passes.

Die hervorragende Mitwirkung der schweren Artillerie.

(Telegramm unseres Kriegsberichterstatters Waldemar vom Berg.»

Bi. K. und K. Kriegspressequartier, 19. Nov. (zb.) Bei der Schlacht am Toelgyes-Paß, die ein Angriff deutscher und österreichisch-ungarischer Truppen eröffnet hatte, wurden die Russen an einem einzigen Vor­mittag nicht nur über die 2 Kilometer, um die sie unsere Linien nach rückwärts gedrückt hatten, sondern um weitere 3 Kilometer darüber hinaus zurückgeworfen. Der Kampf geht jetzt um den Rest des sieben- b ü r g i s ch e n Geländes, auf dem der Feind noch steht. Aber man kann sagen, daß der Toelgyes-Paß. der von den zurückflutenden russischen Kolonnen bedeckt ist, sich schon heute tatsächlich in unserem Be­sitzbefindet, da wir seinen Zugang beherrschen und da die verbündeten Truppen auch hier bereits an der rumänischen Grenze stehen. Diese Schlacht leitete so­wohl die schwere Artillerie der Deuffchen als die sehr zahlreiche K. und K. Artillerie nicht nur ein, sie beherrschte auch die ganze Schlachtent­wicklung und erleichterte ihr Ergebnis. Die vor­gehende Infanterie nahm in wenigen Stunden eine Höhe nach der anderen. Jeder Berg war zum minde­sten 1100 Meter hoch. Die russische Artillerie erlitt empfindliche Verluste; teils wurde sie an mehreren Stellen zum Schweigen, gebracht, teils mußte sie unter einein Granatenhagel, bei deni es vor­zügliche Treffer gab, das Weite suchen. Uni so erfreu- sicher ist es, daß unsere Truppen laut soeben ein­laufender Meldung so gut ivie ohne Verluste blieben. Auch der Versuch der Russen, sich in den Bergdörfchen Gyergyoe und Toughes zu sammeln, ist durch unsere Arsillerie verhindert worden.

Englische Besorgnisse über die Lage in Rumänien.

W. T.-B. Amsterdam, 18. Nov. DerTimes" wind aus Bukarest telegraphiert, durch die Ankunft neuer Ver­stärkungen sei die Lage c r n st geworden, so daß rasches Handeln Rumäniens und seiner Bundesgenossen notwendig geworden sei. Beim letzten Fliegerangriff auf Bukarest sind über zehn Menschen getötet worden.

Oie Ereignisse auf dem Balkan.

Des Kaisers Dank an den General v. Below.

W. T.-B. Berlin, 18. Nov. (Amtlich.) Der Kaiser hat an den Oberbefehls-Hader General der Infanterie v o n Below, der an der Spitze des Lauenbiurgifchen Jäger­bataillons eine an die Serben verloren gegangene Höhen­stellung im Sturm zurücknahm, folgende Kabinetts­order gerichtet:Mein lieber General v. Below! Ich habe voll Freude und Stolz vernommen, daß Sie im Schlachtge- tümmel sich an bis Spitze des Jägerbataillons Nr. 9 gestellt urtb dem übermächtigen Gegner eine wichtige Höhe im Cerna- bogen wieder entrissen haben. Ich danke Ihnen und den tapferen Jägern von Herzen für diese Tat, die in d er Ge­schichte fortleben wird. Meiner warmen Anerkennung will ich besonderen Ausdruck geben und ernenne Sie zum Ehef des Lauenburgifchen Jägevbataillons Nr. 9."

Die amtlichen bulgarischen Berichte.

W. T.-B. Sofia, 18. Nov. Bericht des Generalstabs vom

17. November. Mazedonische Front. Ein feindlicher Angriff bei dem Dorfe Poustck zwischen dem Mali!- und Prespa-See wurde abgeschlagen. In der Ebene von Monastir wurde ei» starker feindlicher Angriff auf die Linie Bcluchina- Kanina durch deutsche Artillerie blutig abgewiesen. Im Cernabogen schlugen wir durch Gegenangriff einen feind­lichen Sturm auf Höhe 1212 und auf das Dorf Brnik zurück und erbeuteten drei Maschinengewehre und einen Minen­werfer. Auf beiden Seiten des Wardar und am Fuße der Bclasica-Planina schwaches Artilleriefeucr. An der Struma­front schwache Kämpfe zwischen vorgeschobenen Abteilungen und lebhaftes Artillericfcucr. An der Küste des Ägäischen Meeres Ruhe. Rumänische Front. Längs der Dona« Ruhe. In der Dobrudscha keine Bcränderung in der Lage. An der Küste des Schwarzen Meeres Ruhe.

W. T.-B. Sofia, 19. Nov. Bericht des Generalstabs vom

18. November. Mazedonische Front. Im Abschnitt Beluchina-Noleven lebhaftes Artillericfcuer. Im Ccrna- bogen wiederholte der Feind seine Angriffe, er wurde aber blutig zurückgcschlngen. Ebenso scheiterten Angriffe, die der Feind in der Nacht zum 18. November in der Gegend des Dorfes Grnnichte und bei Nonte unternahm. Westlich des Wardar schwaches nnd östlich des Flusses lebhaftes, aber zeit­weilig aussetzendes Artilleriefeuer. Am Fuße der Bclasica- Planina und an der Slrumafront schwache Artillerietätigkert. Versuche kleiner feindlicher Abteilungen, unter dem Schutze des Nebels vorzurücken, scheiterten. An der Küste des Ägäi­schen Meeres Ruhe. Rumänische Front. Es ist kein wichtiges Ereignis zu melden.

Oie Lage im westen.

Die deutsche Rückeroberung der Nordecke des St. Pierre-Vaast-Waldes.

W. T.-B. Berlin, 18. Nov. Von militärische', Seite er­fahren wir: Die deutsche Rückeroberung der Nordete des St. Pierre-Vaast-Waldes ist ein Zeugnis, für den nach monate- langer schwerer Schlacht lebendig gebliebenen offensiven Geist der deutschen Truppen, die dem Angreifer jeden Schritt gewonnenen Bodens wieder streitig machen. Der Angriff wurde am 13. November, mor­gens, durch unauffälliges Einschießen der Artillerie einge- leitet, dem ein m >eh rst ü nd ige s W i r k u n g s s ch i e ß e n folgte. Die wenigen noch stehenden Stämme der verwüsteten Walbecke wurden zerschmettert und der Boden aufs neue von schweren Kalibern umgepflügt. Nachdem in den Feuer­pausen Flieger die ausreichende Wirkung festgestellt hatten, begann um 4 Uhr 50 Minuten nachmittags der Sturm. In wenigen Augenblicken erreichten die Sturmtruppen die völlig zerschossenen französischen Deckungen und Gräben. Nach zäher Verteidigung ergab sich die überlebende franzö- sischeBesatzung:8 Offiziere und 324 Mann. Die übri­gen lagen tot oder verwundet in den Gräbenresten. Der F e u e r r: e g e l, den die deutsche Artillerie hinter die erober­ten Stellungen legte, machte es den Franzosen unmöglich, Entsatz -heranzuführen. Die Wirkung des Actillerie- f e uers war vernichtend. Sämtliche Unterstände waren