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s "* WW u. owo. Tage,, und Platzen wird keine Siewübr ,, vernommen.

Samstag» 18. November 1916.

Morgen-klusgabe.

Nr. 861. . 64. Iabrgarrg«

Günstige Lage in der nördlichen Walachei.

Österreichisch-ungarischer Tagesbericht.

W. T.-B. Wien, 17. Nov. (Drahtbericht.) Amtlich ver­lautet vom 17. November, mittags:

Östlicher Kriegsschauplatz.

Heeressront des Generalobersten Erzherzog Karl.

Östlich der Predealstratze durchbrachen österreichisch- ungarische und deutsche Truppen die fe i n d l i ch e n Linien. Auch sonst ist die Lage in der nördlichen Walachei durchweg günstig. Es wurden dort gestern wieder insgesamt mehr als 2000 Gefangene eingebracht.

Bei Soosmezö gewannen Bayern den Runcul Mre. Der Kampf um die Höhen südöstlich des Tölgyes-Passes dauert an.

In den Waldkarpathen stellenweise erhöhte Tätig­keit der russischen Artillerie.

Heeresfront des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.

Nichts Neues.

Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereiglrisse.

Der Stcllvertrrler dcS Chefs des Generalstabrs: v. Höfer, Ftldmarfchallcutnanl.

*

Russische Hilfe für die Rumänen.

Br. Kriegspressequartier, 17. Nov. (Eig. Draht­bericht. zb. Von unserem Kriegsberichterstatter Waldemar v. Berg.) Die alten Stellungen der Rumänen gegen­über der Armee des österreichischen Generals A r z sind nunmehr von russischen Truppen, hauptsächlich liv- ländischen Regimentern, bezogen worden. Diese Trup­pen sind seit 6 Wochen unterwegs. Sie kommen von Naro czsee und von Baranowiczi. Ihr Weg führt über Minsk durch Beßarabien nach Tschernowitz und von dort, da die nach Süden gehenden Bahn­anlagen zerstört sind, zu Fuß durch die Bukowina nach Suszawa. Ein Teil der Rumänen konnte dann die inmänischeBahn erreichen, uni auf ihr nachPiatra weiter­zufahren und den Rest des Weges abermals durch Fuß- Märsche zurückzulegen Unmittelbar nach derAnkunft der Russen und der Ablösung der Rumänen ist eine leb­hafte Bewegung am linken Flügel der Armee Arz eingetreten. Ehe ne noch recht da waren, setzten die Russen schon mit Tastversuchen und Angrif­fen ein, die augenblicklich noch im Gange sind.

Siegreiche Kämpfe an der Narnsowka.

(Bon unserm zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatter.)

Am Dnjestr, den 15. November 1916.

In der Nacht vom 14. zum 15. November haben die Russen mit stärkeren Kräften wiederum versucht, das am 10. November verlorene letzte Stück ihrer Stellung auf den Höhen südwestlich Folw Krasnolesie wiederzugewinnen. Ohne Artillerievorbereitung arbeiteten sie sich in der Nach: plötzlich vor' dichtes Schneetreiben begünstigte ihren Überfall. Sie gelangten in die deutsche Stellung nach erbittertem Nahkampf hinein. Die russische Artillerie hatte vom Augen­blick des Nahkampfes an starkes Sperrfeuer hinter das Grabenstück gelegt, um unsere Reserven am Eingreifen zu verhindern. Trotzdem warf ein schneidig durchge- führter Gegen st aß die Eingedrungenen schon um 3 Uhr nachts aus der Höhenstellung hinaus, wobei die Russen im wütenden Handgranatenkampf sehr schwere Ver­luste erlitten. 2 Offiziere, über 50 Mann von drei ver­miedenen Regimentern wurden gefangen genommen. Die Stellung war wiederum restlos in deutscher Hand.

Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.

Oie Ereignisse auf dem Valkan.

Neue Virrverbundsforderungen an Griechenland.

W. T.-B. Athen, 17. Nov. (Drahtbericht.) Meldung »es Renterschen Bureaus: Der französische

Kriegsminister Rouques überreichte dem griechischen Kriegsminister eine Denk­schrift mit den Forderungen der Entente, unter ihnen die Benutzung der grieckiischen Eisenbahnen als Unter­pfand für Griechenlands freundschaftliche Haltung, die Übergabe eines Teils der Artillerie, die Verbannung der Personen, die verdächtig sind, deutsche Agenten zu sein und die Besetzung der neutralen Gebietsstreifen »wischen Alt- und Neu-Griechenland durch die Alliierten.

Mißtrauen des Vierverbands gegen König Konstantin.

Br. Lugano, 17. Nov. (Eig. Drahtbericht. zb.) Der „Corriere della Sera" erfährt aus Athen, daß der anfängliche Optimismus, der hier über die Unter­redungen des Generals Rouques mit König Konstantin geherrscht habe, immer mehr schwinde. TieEntente werde König Konstantin gegenüber andere satten aufziehen müssen, da er fortfahre, alle Forderungen, auch die Aus­lieferung des Kriegsmaterials abzulehnen.

Neue italienische Truppenlandungen in Saloniki.

Br. Lugano, 17. Nov. (Eig. Drahtbericht zb.) Nach hierher aus Saloniki gelangten Meldungen wurden in Saloniki neue italienische Truppen gelandet.

Oer Krieg gegen England.

Aus eirtem englischen Geheimbericht.

Br. Berlin, 17. Nov. (Eig. Drahtbericht. zb.) Wie gemeldet wurde, hatte man von Bord des nach Zee- brügge eingebrachten Dampfers „Koningin Regentes" einige sür London bestimmte K u r i e r s ä ck e ins Wasser geworfen. In einem von uns aufgefischten Sack befand sich der Bericht eines in Rotterdam ansässigen britischen Agenten, der die Zustände in Deutschland im Gegensatz zur englischen Presse sehr sachlich darstellt und insbesondere zugibt, daß die deutsche Bevölkerung die Lebensmittelknappheit ruhig erträgt, daß sie auch hinsichtlich des Kriegsverlaufs sehr zuversichtlich bleibt. Nicht umntecessint ist die Anmerkung dieses Berichts, daß es mit der Papier! navpheit in Deutschland nicht so schlimm bestellt sein könnte, da die deutschen Papierfabrikanten den holländischen Zeitungsoruckereien drei Millionen Kilo Zei- tungspapier angeboten hätten ünd unangenehm berührt gewesen seien, als das holländische Konsortium ibnen nur eine Million Kilo abnahm. Diese Mitteilung ist für den deuftchen Zeitungsverleger wissenswert. (Lassen solche Berichte erkennen, daß die englische Re­gierung über den wahren Zustand in Deutschland wohl unterrichtet ist. ist es um so bezeichnender, wenn sich England dauernd das unsinnigste Zeug über die Ver­hältnisse in Deutschland vorredet und' Vorreden läßt. Einmal muß doch die Erkenntnis im englischen Volke aufdämmern, daß es von seinen Leitern belogen wird.)

Ein englisches Einfuhrverbot.

W. T.-B. London, 17. Nov. (Drahtbericht. Reuter.) Die Einfuhr von Schmuck- und Silbergeqenständen, ausgenomkneu Uhren und Uhrgehäuse, in die Vereinigten Königreiche wurde verboten, so weit nicht das Handelsamt besondere Erlaubnis gibt.

Versenkt!

W. T.-B. Rotterdam, 17. Nov. Wie „Lloyds" meldet, ist der englische Dampfer „S k e r r i e s" (4276 Tonnen) versenkt worden. Man glaubt, daß außerdem noch der englische Dampfer „P o l d h u" (2798 Tonnen) versenkt wovden ist.

W. T.-B. Stavanger, 17. Nov. (Drahtbericht. Meldung des Ritzanschen Bureaus.) Der Dampfer „N e g a", der auf der Reise von Stavanger nach Newcastle war, wurde am Vor­mittag von einem deutschen Unterseeboot versenkt. Die Be- iotzung und die Fahrgäste, insgesamt 48 Personen, wurden von dem dänischen Motorschift „Columbia" ausgenommen und abends nach Stavanger eingebracht. Von der Post des versenkten Schiffes sind die eingeschriebenen Briefe, verschie- dene Wertpapiere und das meiste Gepäck der Fahrgäste ge­rettet.

IV. T.-B. London, 17. Nov. (Drahtbericht. Llohdsmel- dung.) Der norwegische Dampfer „T o r r i d a l" (688 Brutto­registertonnen) wurde versenkt.

IV. T.-B. Kopenhagen, 17. Nov. (Drahtbericht.) Der dänische Amerikadampfcr „Oskar II." rettete auf der Reis- von New York nach Kopenh igen fünf englische Matrosen, die im Rettungsboot trieben. Sie waren von dem englischen Schoner „Earl H i tz n e r", der von einem deutschen Unter- 5 seeboot versenkt wurde.

W. T.-B. Cbristiania, 17. Nov. Die Aarhuser Bark „Villa k" mit Bannware nach England unterwegs, ist gestern nachmittag südlich Oksoe in Brand gesteckt wor­den. Er treibt brennend in der Näbe von Mendal. Dst Mannschaft versucht, das Feuer zu löschen und ist bemübt, vom Boot aus die Bark zu schleppen. Das U-Boot hat . ie Bark verlassen.

Bannwarendampfer aufgebracht.

IV. T.-B. Hamburg. 17. Nov. (Drahtbericht.) Der nor­wegische Dampfer .Fritzjoer", mit Holzladung von Nor­wegen nach England bestimmt, wurde von einem deutschen Kriegsschiff angehalten und als Prise nach Hamburg auf­gebracht.

IV. T.-B. Berlin, 17. Nov. Der von Amsterdam nach New Castle mit einer größeren Ladung Bannware bestimmte holländische Dampfer „M i d s l a n d" (1085 Tonnen) wurde am 15. November von deutschen Seestreitkräften angshaltcn und nach Zeebrügge eingobracht.

Sur 5rage der Einführung der yiIftdienftMcht.

Mit der zwangsweisen Mobilisierung der Arbeits­kräfte für die Herstellung von Kriegsmaterial usw. hat die britische Regierung schon von mehr als Jahresfrist begonnen. Das britische Munitionsgesetz (Nullitions ok war Act) vom 2. Juli 1915 und die späteren Novellen zu diesemGesetze enthalten einschnei- üende Bestimmungen, die die alten gewerkschaftlichen Arbertsregeln und Kampfgewohnheiten völlig beseitigen und die berufliche und persönliche Freiheit des einzel­nen Arbeitnehmers aufs empfindlichste beschränken. Die Durchführung des Munitionsgesetzes ist von den englischen Arbeitern lebhaft bekämpft worden, weil hinreichende Garantien für die Wahrung der Ar­beit n e h m e r i n t e r e s s e n fehlten und vor allem, weil die für die Übertretungen zuständigen Munitions- gerlchtshöfe, gegen deren Entscheidung zunächst keine sachliche Berufung osfenstand, nicht paritätisch zusam­mengesetzt waren. Es scheint vorgekommen zu sein, daß die Inhaber von „kontrollierten" Betrieben die L ö h n e, namentlich die der Frauen drückten, daß auch sie den Entlassungsschein verweigerten und dadurch den Ar- beiter hinderten, sein Brot zu finden, ohne selbst weiter Lohn oder irgend eine Entschädigung für den Verdienst- entgang zu zahlen. Erst durch ein späteres Abkommen rst dann einigen von diesen Beschwerden Rechnung ge­tragen worden: insbesondere wurde eine materielle Be­rufungsmöglichkeit geschaffen. Auch hat man die Muni- tronsgerichte, in denen nach dem Gesetze der Vorsitzende allem entscheidet, zum Teil durch Ortsausschüsse er- setzt, denen Arbeitgeber-- und Arbeitnehmervertreter an- gehören. In D e u t s ch I a n d wird man voraussichtlich von vornherein darauf Bedacht nehmen, bei der Entscheidung von Streitigkeiten aus öem Hilfsdrenst- pflrchtgesetz Vertreter 'von Arbeitgebern und Arbeit­nehmern zu beteiligen.

Das neue Gesetz soll im Gegensatz zu dem englischen Verfahren eine allgemeine, staatsbürgerliche Pflicht zur Tätigkeit im Dienste der Krieqsührnng und der Kriegs­wirtschaft begründen. Diese Pflicht soll g l e i ch m ä ß i g alle nick»t militärisch einberufenen männlichen Personen treffen, die nach ihrem Alter und nach ihrem Gesundheitszustand zur Erfüllung derselben fähig and. Eine Rücksicht ans soziale Unterschiede ist selbstverständlich, wie bei der Wehrpflicht selbst, grundsätzlich ausgeschlos- s e n. Das hindert nicht, daß bei der Zuweisung von Beschäftigungen int einzelnen Fall zwecks Vermeidung unnötiger Härten nach Tunlichkeit Wohnort, Familien- Verhältnisse. Leistungsfähigkeit und bisherige Tätig- mit in Betracht gezogen werden. Der Zwang soll keineswegs allgemein eintreten, sondern ist lediglich als letztes Mittel gedacht: man darf hoffen und annehmen, daß er Ausnahme bleiben wird. Wer beschäftigungs­los oder in einer Beschäftigung tätig ist, die nicht als daterländisckier Hilfsdienst anerkannt werden kann, soll auf alle Fälle Zeit erhalten, sich selbst eine Beschäf- tigung im vaterländischen Hilfsdienste zu stichen. Erst, wenn er nach einer gewissen Zeit eine solche nicht ge- sucht oder erlangt hat, soll sie ihm zugewiesen werden.

. Vaterländischer Hilfsdienst wird scde Tätigkeit sein, die für die Kriegführung und die Befriedigung des wirklich notwendigen H e i m a t b e d a r f s unmittelbar oder mittelbar von Bedeutung ist. An der Spitze stehen Kriegsindustrie und Volksversorgung, also die Versorgung der Bevölkerung mit Nabrüngs- mitteln und anderen Gegenständen dringenden Bedarfs. Deren Leistungen sollen gesteigert, zugleich die bier bis- her unentbehrlichen zum Heersdienst an der Front, in der Etappe oder in der Heimat geeigneten Personen möglichst vollständig freigemacht werden. Befürch- t u n g e n, daß durch Zuweisungen Lohn druck ein­treten könnte, sind nicht gerechtfertiot. da eine behörd- liche Gegenwirkung ohne weiteres möglich ist und nöti­genfalls erfolaen wird. Die Zuweisungen sollen ja übrigens die Ausnahme bilden und für jeden Betrieb nur in dem Maße erfolgen, in dem die zu bewältigen­den Leistungen sie fordern. Die allgemeine Hilfsdienst- Pflicht ist die gradlinige logische Fortsetzung der allgemeinen Wehrpflicht: sie ist durch die

außerordentliche schwere und dm besonderen Bedingun- gen des gegenwärtigen Eristenzkampses des deuftchen Volkes gerechtfertigt und wird durch sie erzwnnoen. Die Opfer wirtschaftlicher Natur und in der Gfttal- tuna der Lebensfübrnng der einzelnen, die sie fordert, sind gewiß groß, sieben aber hinter den von den Käms> fern im Felde gebrachten unendlich zurück.

Eine Besprechung Helfterichs mit führenden Männern der Industrie.

Br. Berlin, 17. Nov. _j(Gig. Drahtbericht. zb.) Unter dem Vorsitz des Staatssekretärs Helfterich fanden heute vormittag im Reichsamt des Innern Verhandlungen mit den führenden