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Rellamen. Ganze, halbe, drittel , und viertel Seiten, durchlausend, nach besonderer Berechnung. - Be, wiederholter «ufnahme unveränderter «neigen in kurzen Zwischenräumen entivrechender Nachlaß.

Berliner Abteilung de« WiesbadeuerT°g»l°ttS: Berlin Potsdamer Str.121L. Kernspr.: >«r Lützow 6202 ».6203.

Donnerstag, 16. November 1916.

Morgen-Kusgabe.

Nr. 557. ♦ 64. Jahrgang.

Vobrustcha-Siebenbörgen.

Als der russische General Sacharow mit dem Oberbefehl in der Dobrudscha betraut wurde, war chfort anzunehmen, daß die russrsche Heeresleitung nicht beabsichtigte, dieses Gebiet gänzlich aufzugeben und den Rückzug über die Donau nach Beßarabien fortzusetzen, sondern daß sie auch weiterhin die Verbindung ihrer Südgrenze in offensivem Sinne führen wollte. Es war auch nicht anzunehmen, daß dieser russische Gene­ral, der sich durch seine Armeeführung an der oftgalizi- <chen Grenze einen Namen gemacht hatte,, auf einen verlorenen Posten gehen würde, wenn ihm nicht zugleich die Zusicherung bedeutender Truppenver­stärkungen gemacht wäre, di? ihm die Aussicht auf einen Erfolg verbürgten. Tatsächlich wurde auch bald gemeldet, daß neue Truppentransporte nach der Do- brudscha ausaeführt würden. Damit ,hing auch die ge­linge Angriffstätigkeit zusammen, die die Russen an ihrer eigentlichen Ostfront entwickelten. Da die russi­sche Heeresleitung infolge der großen,, während der Sommeroffensive erlittenen Verluste nicht mehr über starke Heeresreserven im Innern des Landes verfügte, mußte sie die für die Südfront bestimmten Verstärkun­gen anderen Ironien entnehmen.

Das Eintreffen des Generals Sackarow, und seiner Verstärkungen machte sich bald auf die Kriegslage be­merkbar. Zunächst wurden die bei Cernavoda und Constantza geschlagenen russisch-rumänischenAuteilungen in der Höhe von Babadagb ausgenommen, so daß sie ihren weiteren Rückmarsch einstellen konnten. Der russische Führer begnügte sich aber nicht mit einer defen­siven Haltung, sondern ging im Vertrauen auf seine große Stärke zur Offensive über. Die vorge­schobenen Erckiindungs- und Aufklärungsabteilungen der Armee Mackensen mußten sich davor zurückziehen und der! Anschluß an ihre weiter rückwärts befindlichen Hmiptkräfte gewinnen. Über die Absichten, die die Russen bei diesen neuen Operationen verfolgten, liegen im ..Rußk! Invalid" bemerkenswerte Äußerun- gen vor In einem ausführlichen Artikel wird die Not­wendigkeit des erneuten offensiven Vorgehens ausein- andergesetzt. Danach war das erste Ziel die Rettung der rumänischen Armee, die ohne dem die Donau nicht erreicht und den Übergang nicht hätte aus- führen können, aber der wesentlichste Teil der Opera­tionen besteht in der Verteidigung des Donau­ufers, die wegen der Länge der Front nur durch eine Entlastunasoffensive zu erreichen war. Nur dadurch konnte nach russischer Ansicht das beßarabische Gouvernement, das die reichsten Gebiete Ruß­lands umfaßt, vor dem Einfall der Armee Mackensen bewahrt, und die rumänische Hauptstadt, die als der wichtigste Brmkt der gesamten Südfront bezeich­net wird, vor einer schweren Bedrohung bewahrt wer­den. Nach diesen Äußerungen müssen wir jedenfalls mit einer großen Offensive rechnen, die mit starken Krästen unternommen ist rmd weitgesteckte Ziel? hat.

Die russische Dobrudlcha-Armee hat zunächst ihren Vormarsch bis in die Näbe der neuen Stellung der Armee Mackensen ausgeiührt. Alsdann ist sie aber mit ihren Hauptkrästen etwa 6 bis 10 Kilometer von ihr entfernt zum Halten gekommen und hat neuerdings eine befestigte Stellrmg bezogen. Anscheinend fühlt sich der ri'siische Führer noch nicht stark genug, um den Angrift durch?,uft'chren, sondern will das Ein­treffen weiterer Verstärkungen ibwarten. Nur auf dem westlichen Flügel hat er stärkere Abteilungen längs der Donau vorscbickt, die geaen die Stellungen der deut­schen und bulgarischen Truppen vorstießen, ohne in­dessen einen Erfolg zu erzielen. Zwei feindliche Angriffe wurden ohne weiteres abgewiesen.

An der Si"benbürger Front hat sich die Lage stir die Mittelmächte weiterhin günstig entwickelt. Bemerkenswert ist es, daß ihre Offensive sich in süd­licher Richtung weiter ausgedehnt bat und auch in der Geaend von O r s o v a, unmittelbar nördlich der Donau. G"lände gewonnen wurde. Auf dem Nordflügel haben deutsche und österreichisch-ungarische Truppen größere Ertolae emielt. Der Tölgyes-Vaß wurde voll­kommen überschritten und das jenseits desselben ge­legene Gverape-Tölaves besetzt, und das P u t n a - Tal erreicht. Dem weiteren Vormarsch schob sich die B i t c a - A r s u r i l e r ° H ö h e vor, die ein steil autragender, übmaler und zerklüfteter Felsrücken dolo- mitenartiaen Charakters ist, der den Kauvtstübpunkt der russischen Verteidigung dieses Abschnittes bildet. Sie wurde durch einen kühnen Angrift deutscher und österreichisch-ungarischer Bataillone genommen. Ebenso wurden die nördlich und südlich der Straße ge­legenen Höhenzüge besetzt. Die R u s s e n befinden sich fetzt überall im Rü ck z u g gegen die Grenze. Damit ist der beabsichtigte Entlastungsvorstoß gänzlich geschei­tert. Auch südlich davon haben die Mittelmächte wei­tere Fortschritte gemacht. Die Armee Falkenhayn hat ihre Offensive auf der ganzen Front exlol orvi ch-kortae.

setzt. Nordwestlich von Campolung wurde der nur noch acht Kilometer entfernte Ort Candesti erobert. Die großen Erfolge der deutschen und österreichisch- ungarischen Truppen sprechen sich auch in der großen Zahl der Gefangenen aus, die ihnen als Siegesbeute zugefallen sind. _

Wilson plant Zriedensanbahnrrng.

Br. Haag, 15. Nov. (Eig. Drahtbericht, zb.) Der „Daily Telegraph" meldet aus New Uork: Der New Jorker „Tribüne" berichtet, daß die Anhänger Wilsons jetzt bereits auf das eifrigste daran arbeiten, den Ein­druck zu erwecken, als ob Wilson an Friedens­plänen arbeite. Weiter meldet der „Daily Telegraph" aus New Aork: Seit der Wiederwahl Wilsons beginnen die Blätter längere Betrachtungen anzustellen über Wilsons bekannten Wunsch, den Frieden zu bringen. Ein Telegramm des Washingtoner Korresponten der New Uorker „Evening Post", der als besonders gut unterrichtet üher die Absichten des Präsidenten Wilson gilt, wird nun als eine Art Versuchsballon be­trachtet, der jedoch allgemein die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Der Korrespondent kündigt mit Sicherheit an, daß Wilson innerhalb einiger Monate wahrscheinlich schon imstande sein wird, die Friedensverhandlungen in Fluß zu bringen. Wilfon ist durchaus aus der Höhe bezüglich aller Möglichkeiten, die für einen solchen Frie­den vorhanden sind und er wird bei der nächsten besten Gelegenheit handelnd Vorgehen und vielleicht schon früher als man erwartet. Es ist zweifelhaft, ob der Präsident irgend etwas unternehmen kann, um den Krieg abzukürzen, indem er einfach seine guten Dienste als Vermittler anbietet, aber er kann die kriegführen­den Mächte vereinigen zu einer Konferenz, die die Aufgabe hat, zu untersuchen, welche M i n d e st b e d i n- gungen für den Frieden von jedem Lunde auf- gestellt werden. Eine derartige Konferenz würde natur­gemäß nicht sofort zu einem Waffenstillstand führen, aber wenn die Vertreter der europäisckren Regierungen einmal zusammenkommen, so würden sie doch wohl kaum auseinandergehen, ohne einem W a f f e n st i I l st a n d zuzustimmen, der dann später zu einem für alle ehren­vollen Frieden werden kann. Der Washingtoner Korre­spondent der New Parker „Evening Post" sagt, Wilson arbeite Tag und Nacht an diesem Plan. Weiter sagt der Korrespondent, jedem Einwand der Alliierten kann be­gegnet werden, wenn derjenige, der das Vermittleramt übernimmt, zu gleicher Zeit seine Ansicht kundgrbt, die Gründung eines Weltbundes vorzuhereiten, der jeden Staat, England sowohl wie Deutschland und die Vereinigten Staaten gegen die Angrifssabsichten der Kriegspartei einer gewissenlosen Regierung sicher- stellt. Wilson denkt nicht daran, sich in die europäische Politik einzumsichen, er ist jedoch fest entschlossen, den Vereinigten Staaten eine Stimme in diesem Bunde zu verschaffen, der dieZukunst des Weltfriedens sichern soll und dessen Struktur auf einer Weltkonferenz ausge­arbeitet werden mutz.

Ereignisse zur §ee.

Unsere U-Boote an der Arbeit.

W. T.-B. Bern, 15. Nov. Noch cmcr Meldung der „Agence Hcvvas" ans Madrid griff vorgestern morgen „U 4 9" den englischen Dampfer „Clan B u ch a n a n" an. Auf drahtlose Hilferufe erschien der Postdampfer „Hollandia". Einzelheiten üher die Rettung fehlen Die Besatzung des Dampfers „Elias Marina" erklärte, daß ein U-Boot nachts das Meer mit riesigen Scheinwerfern überwache.

W. T.-B. Kopenhagen, 15. Nov Der dänische Dampfer „Beirat" landete in dem portugiesischen Hofen Brieham (?) die Besatzung des im Atlantischen Ozean von einem deutschen Unterseeboot versenkten englischen Dampfer? „lern* fan o".

W. T.-B. London, 15. No. (Revier.) Es iviid gemeldet, daß die Dampfer „Berinicia" und „Corinth" ver­senkt worden sind. Die Mannschaft des letzteren ist ge­landet. Auch der englische Dampfer „Petrclure" ist verloren gegangen.

W. T.-B. Stockholm, 15. Nov. Ter schwedische Dampfer „Astrid", der vor dem Krieg als Luftjackt „Saga" in den Schären Stockholms verwendet wurde, ist von einem deutschen U-Boot auf dem Wege von Stockholm nach Raumo in Finn­land versenkt worden. Die Mannschaft wurde gerettet.

Die Versenkung des englischen Dampfers „Rowanmore".

(Von unserer Berliner Abteilung.)

L. Berlin. 15. Nov. (Erg. Drahtbcricht. zb.) übe' M? Per- fcnfitnq des englischen Dampfers „Nowanmore", der 12 WO Tonnen umfaßt, erfahre ich folgende Eiuzelhcit-n: An der englischen Westküste, im Atlantik sichtete eures nuferer U-Boote bei outem Wetter dies Paketboot. In 5000 bis 6000 Meter Ent- fe-nung wurde bas Signal gegeben: „Verlagen Sre das Schiff!" Gleichzeitig wurde ein Warnungsfchuß abgegeben. Der „Rowair- more" leistete iemt Folge, sondern gab, als sei« Versuch, r» «rt-

kommcn, mißglückte, Junisprüche ab, in denen gesagt wurde, das Schiff werde verfolgt unter Angabe der Stelle, wo sich die Ver­folgung abspielre. Da- U-Boot antwortete aus die Nichtdeantworwng seiner Befehle mit scharfen Schüssen, die vortrefflich saßen. Nach 20 Minuten eifriger Bersolgung stoppte der Daurpfer, worauf da? <reuer sofort eingestellt wurde. In drei herabgelasserien Rettungs­booten sch.ffte sich die Maimschast aus. Der Kapitän der „Rowan- inorc" Pbenan, wurde an Vrrd des U-Bootes geiwmnien, wo er erklärte, er habe wegen der hohen See nicht früher die Rettungs­boote herunterlcssen können, er habe zwar den Befehl gegeben, das Flaggensignal zu hissen: „übergebe das Schrff", rndesien scheine die scbr verwirrte Mannschaft es uirles'oar zusammengesetzt zu haben. Er gab an, daß die Ladung des „R o w a n m o r e" sich aus 10 000 Tonnen Daun,wolle, 1000 Tonnen Kupfer. 3000 Tonnen Weizen und 1000 Tvtlnen Ol zusammensetztc; auch Stahl und Säuren befanden sich an Bord. Der Gesamtwert der Ladung beträgt 12 Millionen Mark. Die Besatzung bestand aus 70 Mann, unter denen sich amerilantsche Staatsangehörige befanden, und zwar fünf Pbilippinvs und zwei geborene Amerikaner. Niemand schernt durch dre Beschießung verletzt worden zu sein. Als ein englischer Zerstörer in Sicht kmn, offenbar durch den Funkspruch herberge- rufeti, und außerdem die Rettung der Mannschaft als gesichert gelten konnte, versenkte der Kapitän den Dampfer. Reuter versucht, dresen durchaus einwandsfteicn Vorgang natürlich wieder in tendenziöser Weise auszubeuten, um die Anrerrkancr zu bceinflnsicn. Aber unser U-Boot hat bis zu Ende ganz korrekt gehandelt. Durch dre geschickte Beschießung, die nur gegen das Hinterdeck gerichtet war, wurde verhütet, daß die Mannschaft, die sich nach vorn geflüchtet hatte, getroffen wurde; andernfalls wäre,« d'.e „neutralen" Schiftsangeslellten" zu Schaden gekommen, und zwar durch die Schuld ihres Kapitäns, der trotz seiner Aus­flüchte versucht hatte, das Schiss durch dm Funlspruch zu retten. Tie Flucht wäre der „Rowanmore" wohl auch gelungen, wenn nicht eine der deutschen Granaten glatt in die Schraube eiugcschlagcn sväre und das Schiss zwangsweise zum Stillstand gebracht hätte.

Die Torpedierung des „Angelika" nicht das Werk eines deutschen U-Boots.

W. T.-B. Berlin, 15. Nov. Die feindliche Presse ver­breitet geflissentlich die Behauptung, daß der griechische Dampfer „Angekikft" durch ein deutsches Unterseeboot ver­senkt worden sei. Wie wir an zuständiger Stelle erfahren, ist diese Behauptung f a l s ch. Für die Torpedierung der „Angelika" kommt ein deutsches Unterseeboot nicht in Frage.

Spaniens Handelsschifsuhrt „zwischen Hammer und Ambos".

W. T.-B. Madrid, 15. Nov. (Drahtbericht. Funkspruch von dem Verteiler des K. und K. Kocresp.-Bur.) Der „Im- parcial" bringt die Nachricht, daß gestern drei spanische Fracht­schiffe von Valencia nach England in der Meerenge von Gibraltar durch englische Kriegsschiffe angehaltcn und zur Rückkehr nach Valencia gezwungen wurden, wer! sie eine deutsche Konsulatsbewilligung für Fruchtaus­fuhr besaßen. Der „Jmparcial" fügt hinzu, durch dieses Vor­gehen Englands gerate Spanien zwischen Hammer und Ambos, denn wenn unsere Frachtschifte mit Deutschlands Be­willigung ausfahren, werden sie von den Engländern ange- holten, wenn sie ohne dieselbe ausfahren, werden sie von den Deutschen torpediert.

Deutsche U-Boote in den kanadischen Gewässern?

Nr. Basel» 15. Nov. (Eig. Drahtbericht, zb.) Dem „Daily Mail" wird bestätigt-, daß die deutschen Unterseebcote „48" und „61" sich immer noch in amerikanisch-kanadischen Ge- toäffern befinden, wohin sich letzter Tage noch andere Unter- seeboote begeben haben.

Der Untergang der „Jnrperatritza Maria".

W. T.-B. Stockholm, 15. Nov. „Nya Dagligt Mehanda" meldet aus Hapacanda: Das ruflische Marineministerium macht (etwas abweichend von der ersten amlttchen Meldung. Schrifll.) bekannt, daß >rm 2>. Oktober Feuer an Bord des Linienschiffes „I:nveratriha Maria" in Sewastopol ausgebrochen ist. Als zu befürchten war, die Explosion der großen Munitionsvorräte auf dem Schiffe würde auf die anderen Schiffe im Hafen und selbst in der Stadt verheerend wirken, wurde beschlossen, die Bodenventile zu öffnen. Das Schiff war binnen Fünfviertelstunden gesunken und lieg? jetzt im flachen Wasser. Ein Offizier, 2 Unteroffiziere und 140 Mann sind mit in die Tiefe gegangen.

Oer ttrieg gegen England.

Die englische Antwort ans die amerikanische Schwarze-Listen-Rote.

W. T.-B. London, 15. Nov. (Drahtbericht.) Reuter meldet: In Beantwortung der amerikanischen Note über Sn sogenannten britischen Schwarzen Listen als eine will­kürliche Einmischung in den Handel der neutralen Staate» wiederholte Grey, daß das Handelsverbot mit gewisse» Personen in fremden Staaten nur ein M der Landesgesetz­gebung ist und sich lediglich auf Personen in Großbritannien erstreckt. Grey erklärte, die britische Regierung beabsichtige weder noch beanspruche sie das Recht, neutralen Einzelper- fonen irgendwelche Behinderungen oder Strafen aufzueclegen. Die Maßnahme zwingt nur diejenigen, welche groß- britannische Untertanen find, Handelsbeziehungen mft denjenigen Personen, welche den Feind unterstützen, auf­zugeben. Das Recht Großbritanniens als souveräner Staat, solche gesetzlichen Maßnahmen zu treffen, ist so zweifellos»