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Teilen der «ladt: in Biebrich: die dortigen !lu*> und im Rdeingau die betreffenden Tagbtatt-Träger

„Tagdlatrhaus" Nr. SSS0-S3.

Bon 8 Uhr morgens dis 7 Uhr abends, außer Konntag*.

«nzeiaen-Prei* tSr »>e Zeile: iS Psg, für örtliche Anzeigen tm .ArbcitSmarkt" und „Kleiner Anzeiger" in einheitlicher Satzform; M Vig, in davon abweichender SolsauSsuhrung, sowie für alle übrigen örtlichen Anzeigen: 30 PIg, für alle auswärtigen Anzeigen: 1 Ml, für örtliche Reklamen: 8 Mk, für auswärtige Rcllamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchlaufend, nach besonderer Berechlning, — Bei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwilchenräumen entivrechender Nachlaß,

? c yStrliutt Adtritung des Wiesbadener Tagblatts: Brrli» W., P»tsd««er Str.181 &♦ Aermspr«: A«t Lützow 6202 u. 6203. Ägenünd^Mähen wi!:d käne «ew" b^ubk?n"m,new

Mittwoch, IS. November 191b.

Morgen-Kusgabe.

Nr. 533. -» 64. Jahrgang.

weitere Zortschritte an der rumänischen Seoul.

Erbitterte Kämpfe beiderseits der Ancre. Oie gewaltige Ueberlegenheit unserer Zlugzeugerfolge im Oktober.

104 feindliche Flieaerverlufte gegen 17 deutsche.

Oer Tagesbericht vom 14. November.

W. T.-B. Trotzes Hauptquartier, 14. November, i Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprrcht.

Beiderseits der Ancre spielten sich gestern erbit- Irrte Kämpfe ab. Durch konzentrisches Feuer schwerster Kaliber vorbereitet, erfolgten gegen unsere im Winkel nach Südwesten vorspringcnden Strllnngr» st a r k e englische Angriffe, bei denen es dem Gegner unter beträchtlichen -Opfern gelang, uns auf Beaumont-Hamel nnd St. Pierre-Divion mit den seitlichen Anschlutzlinien in eine vorbereitete Riegel st ellung zuriickzu- drücken. Zähe Verteidigung brachte auch uns erheb­liche Verluste. ^ ,

An anderen Stellen der Angriffssront nordöstlich Hebu- terne bis südlich Grandcourt wurden die Engländer, wo sic eingedrungen waren, in frischen Gegen st ötzen unserer Infanterie h i n a u S g e w o r f e n. ^ . ,

Französische Angriffe im Abschnitt Sailly-«a,llr,el

scheiterten.

Heeresgruppe Kronprinz.

Auf dem üstlich-n M a a s u f e r war die Artillerietätig- keit in den Abendstunden lebhaft; Erkundungsvorstötze der Franzosen gegen unsere Hardannwnt-Linic wurden abge- wiesen. „ .

Lttlicher Kriegsschauplatz.

Front des Gcneralfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.

Keine besonderen Gefrchtshandlnngen.

Front des Generalobersten Erzherzog Karl.

Nordöstlich von I a k o b e n y in den Waldkarpathen wur­den russische Abteilungen ans dem Vvrgelände unserer Stellungen durch Feuer vertrieben.

Vor dem Angriff deutscher und österreichisch-ungarischer Truppen ist im G h e r g « ö - Gebirge der Russe gegen ine Grenze zurückgegangen; südlich deS Tvelghes-PasfeS machten trotz hartnäckiger Gegenwehr Bayern und öster­reichisch-ungarische Bataillone Fortschritte.

Beiderseits des O i t o s - Tales haben auch gestern kleinere Gefechte um einzelne Höhen stattgefunden.

An der Südfront von Siebenbürgen dauern die Kämvfe für uns erfolgreich an. Es wurden wieder m e h r e r e h u n d e r t G e f a n g c n e gemacht, amRoten- T u r m - P a tz allein 6 Offiziere und 650 Mann.

Balkan - Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Gcneralfeldmarschalls von Mackensen.

In der D o b r n d s ch a nichts Neues.

Die bewährten österreichisch, ungarischen Monitore brachten »ach Fcuergefecht vom rumänischen Donauuser bei Giurgiu 7 Schleppkähne, davon 5 beladen, ein.

Mazedonische Front.

I» der Gegend von Korea kam es zu erneuten Schar­mützel» nnserer Seitenabteilungen mit franzosrscher Infanterie und Kavallerie, ,

Der Angriff der Entcntetrnppen in der Ebene von N - n a st i r und nördlich der C e r n o dauert an. D,e Kampf­sind n o ch n i»t z u m A b s ch l u tz gekommen.

Mit großem Erfolg haben auch im Monat Oktober unsere Fliegertrupven ihre vornehmlich auf dem w e st l r ch e n Kriegsschauplatz schwere und vielseitige Ausgaoe erfüllt.

' Insbesondere gebührt den B e ob a cht« n gsfl t eg ern der Artillerie und Infanterie Anerkennung und Dank. Ihr wirksamer Schutz war durch die »amPfflreger, dre auch ihre Svnderanfgabe glänzend erknlltcn, und durch das »euer unserer Flugabwehrkanonen voll gewährleistet.

Wir haben 17 Flugzeug- verloren.

Unsere Gegner im Westen, Osten und au; dem Balkan büßten 104 Flugzeuge ein, davon im Luftkampf 83, durch Abschuß von der Erde 15, durch unfreiwillige Lau- düng hinter unseren Linien 8. in unserem Besitz befinden sich tz« feindliche Flugzenge, jenseits der Lrmen

sind 44 erkennbar abgestürzt.

Der erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

Der Heldentod

des Prinzen Heinrich von Bayern.

XV. T.-B. Berlin, 14. Nov. (Drahtbericht,) An: 7. Novem­ber nmrbe Prinz Heinrich von Bayern in den

Kämpfen südlich des Roten-Turm-Pajscs tödlich verwundet.

Von der Obersten Heeresleitung wird dazu geschrieben: Die Brigade Fepp, zu der das Jnfanterie-Leib-Regiment unter Führung des Prinzen Heinrich von Bayern gehörte, hatte am 6, November durch einen kühnen Flonkenstoß vom Mte. Säte herunter das Becken von P e r i s a n i östlich des Roten-Turm- Pafses geöffnet. Im weiteren Verlauf sollte sich die Brigade in den Besitz des 300 Meter höher gelegenen P o i a n a Spinului (südlich des Mte. Säte) setzen, um dann wieder als Stotzflügel einen Angriff beiderseits der Straße Peri- sani-Salabiucu zu unterstützen, D'e Wegnobme von Pmana Spinului sollte dem Jnfanterie-Leib-Regrment zufallen. Das dortig? Angrifssgelände ist sehr zerklüftet und zerrissen. Eine eingehende Erkundung war nötig. Nur nach persönlicher Er­kundung ist es dem Truppenführer im Gebirge möglich, solche Angriffe gegen stark ausgebaute Stellungen zu führen. Am 7., vormittags, nahm der Brigadekührer zusammen mit dem Führer des Infanterie-Leib-Regiments Prinz Heinrich Ge­legenheit, Klarheit über die Aiigristsmöglichteit und das Zu­sammenwirken von Infanterie und Artillerie zu gewinnen. Aus der vordersten Linie am Mte Säte, die aus einer Mittel- Jnsaiitericschutzentfernung deni Feind gegenüberlag, war das Angrifssgelände zu übersebsn, Obne Rücksicht auf die eigene Person versuchte der Prinz mit der ihm eigenen Gewissenhaftigkeit den möglichen Weg und die Angruffsver- hältniffe für die Bataillone und Kompagnien festzustellen. An'änglich gedeckt durch ein Strauchwerk, scheint der Prinz ini Eifer diese Deckung verlasse» und seine hohe Gestalt scheint sich am Horizont abgehoben zu baben. Ern Schutz fiel und sckilug neben dem Prinzeil ein, Wie immer, der Gefahr nicht achtend, setzte der Prinz mit größter Kaltblütigkeit die Erkundung fort, obgleich oara.uk ncch einige Schüsse ein­schlugen, 'Plötzlich, beim vier ien Schutz, sagte der Prinz leiie: .,Ick> bin verwundet am tleikchenkel", und sank zu Boden. Ter Prinz wunde sofort in die Deckung zurückge­bracht. Die Untersuchung ergab einen Schutz in die Leber­gegend, fast nur w°e ein Streifschutz ousseheud; irknerlich scheint aber ein größeres Blutgefäß zerstört worden zu sein. Der Prinz wurde in seinen nobegeleqenen Gefecktsstand zu- rü,getragen und der Obhut seines Arztes übergeben, um am nächsten Tage, falls fein Zustand es erlaubte, in ein Feld­lazarett übergeführt zu werden An, Abend war das subjektive Befinden des Prinzen gut und zuversichtlich. Er äußerte nur sein Bedauern, daß er morgen de» kcbönen Angriff des Regi­ments nicht rnehr leiten könne. Der Arzt sah den Zustand als ernst, aber nicht als hoffnungslos an. Der Prinz dachte nicht daran, daß er den ton werden Tag nicht erleben sollte. Noch um 2 Ubr 15 Min. sprach er mit dem Arzt i»i zuver­sichtlicher Stimmung, Um 2 Uhr 30 Min. morgens trat eine plötzliche Schtoächc ein. „Noblesse oblige" waren seine letzten Worte. Kurz nach 2 Uhr 30 Min. war er ganz verschieden als tapferer Soldat, als echter Offizier. Im Morgengrauen, als der Angriff keines Bataillons gegen Poiana Spinului in siegreichem Fortschreiten war, wurde ferne Leiche zu Tal getragen. Das .Heer hat einen tapferen Soldaten verloren.

Die Beisetzungsseierlichkeit in München.

W. T.-B. München, 14. Nov, (Drahtbericht.) Die Bei­setzung des Prinzen Heinrich von Bayern in der Wrttelsbacher Gruft der Kcketanhofkrrche fand heute mittag unter überaus großer Teilnahme aller Schichten der Bevölkerung und der offiziellen Welt statt. Das Königs- paar hatte sich zu der Traue,keier eingesunden, ebenso die rn München weilenden bayrischen Prinzen urrd Prin­zessinnen. der Herzog von D r a u n s ch w e i g und Prinz Franz von'L'chtenstein, Ststtpropst v. Hccher leitete die Trauerfeier mit einer Ansprache ein, in der er die Tugenden des gefallenen jungen Helden pries und den Verstorbenen dem Gebet der Trc-uerversammlung empfah'. Nach der feier­lichen Totenmesse, die Kardinal Erzbischof v. Bettrnger hielt und nach der Einsegnung «der Leiche wurde -der Sarg un­ter Ehrensalut von Infanterie und Artillerie und unter feier­lichem Glockenyeläute nach der Gruft getragen, wo der Ge­fallene neben seinem Vater, dem vor 9 Jahren in Venedig gestorbenen Prinzen Arnulf, beigesetzt wird.

Die Aufgaben der deutschen $Jotte im Weltkriege.

Von Kapitän zur See Hollweg.

n.

Herr LIoyd George, der größte englische Kriegs- etzer vor und nach Ausbruch des Krieges und andere Ir „Recht und Freiheit" streitende Engländer bedienen ch in diesem Weltkriege zur Illustrierung ihrer Volls- eden oft sportlicher Ausdrücke, die der deutsche Ge- hmack mit Widerwillen ablehnt. Jeder hat eben seinen Gesichtswinkel, unter dem er die ernsthaftesten Dinge g der Welt ansieht. Nur e i n Begriff fehlt immer m iesen S p o r t r c d e n, der mit wirklichem Sport sonst nzertrennlich verbunden ist: die „kr>irress in der Beurteilung, Wie ein Block liegen die englischen ^n- --ln quer vor dem Ausgange der Nordsee m den ltlantik. Nicht die englische Flott e, die g e o- raphische Lage der englischen Inseln gibt der

Seemacht Großbritanniens das entscheidende Über­gewicht bei ihrer Absperrungsstrategie. Mehr denn doppelt so stark wie die deutsche ist die Zahl der engli­schen Schiffe und Fahrzeuge. Tradition und Berufs­erfahrung stehen englischen Seeleuten in hohem Matze zu Gebote. Die politische Konjunktur gestattet Eng­land — was der Risikogedanke nie voll einkalknlierte —, daß jetzt die ganze englische Flotte restlos in der Nordsee konzentriert werden konnte. Diplomatisch und politisch vielfach eine anerkennenswerte englische Leistung. Aber ist es „fair", sich dieser militärischen Überlegenheit zu rühmen und bei alle diesen Vorteilen von der deutschen Flotte noch zu verlangen, daß sie zum Schlagen in die englischen Gewässer kommt? Mit verbrauchten Brennstoffvorräten dort wartet, bis die überlegene englische Flotte ihr die Ehre antut, sie zuerst durch die Hilfsmittel des Kleinkrieges zu schwächen, und dann auf große Entfernung mit überlegener Macht an Zahl und Geschützkalibei^ risikolos niederknallt? Nein, Herr Churchill, so dumm sind die deutschen Führer nicht! Im Oktober hat man in London mit großem Gepränge den Trafalgartag gefeiert. Fkeilich die von manchem erwartete nachträgliche Belohnung der eng­lischen Flotte für ihren „Jütlanösieg" durch Titel, Geld­belohnungen und Medaillenschlag, wie sie die englische Tradition kennt, ist dabei ausgeblieben. Was würde aber ein Nelson sagen, wenn er, der als Grenze des Machtbereichs seiner Schiffe nur die Küsten des Fein­des anerkennen wollte, dessen Offensivgeist seine beste Eigenschaft war und vorbildlich für jeden Befehlshaber wirkte, der einen Sieg als unvollständig bezeichnet, wenn 10 feindliche Schilfe genommen und eins ent­kommen war, was würde er dazu sagen, wenn er heute Kenntnis nähme von der A u s w e i ch- und Versteck­spiel-Strategie, hinter der sich die militärische Ohnmacht der „grand fleet" vor dem Zorn und dem Ehrgeiz der öffentlichen englischen Meinung verbergen muß! Die deutsche Flotte wirkt ihrer Größe ent­sprechend und den geographisch-strategischen Verhält­nissen angepaßt als ständiges Risiko für die englische Flotte, als Danioklesschwert, als „fleet in being". Sie ist da, in steter Bereitschaft, hält die eigenen Küsten frei und die Häfen offen. Das aber sichert uns die ständige Durchführung unseres Handelskrieges. Sie zwingt weiter die englische Flotte zur steten Wachsam­keit, nötigt Großbritannien dazu, einen Schutz­apparat zu unterhalten, den kein Friedensbndget in England vorsah, der der Armee, dem Handel, der In­dustrie, der Fischerei große Menschenmassen entzieht und der zu den täglichen Kriegskosten von 100 Millionen Mark nicht wenig beiträgt. In Ablehnung tet Ehur- chillschen Renommistereien schreibt daher auch die eng­lische Zeitung „Globe" vom 31. Oktober: „Die Aus­lassungen Mr. Churchills über die deutsche Flotte lassen die Schlußfolgerung zu, daß sie eine Null in diesem Kriege bedeutet. Demgegenüber wollen wir einige Tatsachen aufzäblen, die die deutsche Marine zustande gebracht hat Sie hat uns gezwungen, unsere Auf­gaben für die Flotte zu vervielfachen, 300 000 Mann in Marinedienst zu unterhalten, H u n d e r te von Dampfern und Tausende von kleineren Booten ihrer gewöhnlichen Beschäftigung zu entziehen und für die Marinezwecks zu beschlagnahmen, den Bau von Handelsschiffen trotz unserer großen Verluste fast ganz oufzugeben, um unsere, Herrschaft zur See zu sichern, hunderttausend Mann in die Marine einzustellen, die sonst in der Armee kämpfen könnten. Vor allem aber zwingt sie uns, die deutsche Küste unbehelligt zu lassen." Diesen englischen Ausführungen wäre höch­stens hinzuznsetzen. daß die darin angegebenen Zahlen sehr klein gehalten sind, und daß sich noch manche andere Dinge anfzählen ließen, die den Engländern durch das „snm", das ihnen die deutsche Flotte ständig zuruft, oufgedrängt werden. Man frage sich einmal, wie^es stände, wenn die deutsche Flotte beute nicht da wäre. Ziehen wir für diese Frage die beste Lebrmeisterin, bie Geschichte, heran. Als vor 100 Jahren die Vereinigten Staaten, durch das freche Verholten der Engländer zum Äußersten getrieben, durch die Drangsalierung des neu­tralen Handels und durch Eingrffse in ihre natürlichen Rechte sich nach langem Zögern zum Kriege mit Eng- land entschließen mußten, trotz ihrer geringen Stärke zur See und trotz der Preisgabe der wirtschaftlichen Be­reicherungsmöglichkeiten. die ihnen auch damals ihre Neutralität v'ertvoll machten, blockierten die Engländer ungeachtet des tavferen Eingreifend der wenigen vor­handenen amerikanischen Fregatten die amerikanische Küste aufs engste. Der lebhafte Kreuzerkrieg, den die Amerikaner als „Privateers" führten, konnte auf die ^auer nicht durckwefübri werden, weil es den Eng­ländern bei dem Fehlen aller Verteidigungsmittel auf amerikanischer Seite nach und nach gelang, die Ans- aangstorc dieser Krenzerkriegführung zu schließen. Die ganze amerikanische Atlantikküste wurde dann verwüstet, Washington geplündert und verbrannt, die Ofsrzrere