Schach
All* die Sohacheoke betreffenden Znechriften sind »o die Bedaktion des
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an riebtoD ond mit der Aufschrift „Schach" cu Tereeheil Organ daa Schaohvereine Wiesbaden.
Redigiert ren H Oiefenbaek.
Wiesbadener Scbachverein. Spielgelegenheit Samstags und Mittwochsabends im Cafe Maldaner in der Marktstraße. Hauptspielabend: Samstags.
Wiesbaden, 5. November 1918.
Aufgaben.
497. R. Schulder.
Matt in 3 Zügen.
498. L. Sonnenschein in Teplitz.
abcdefgh Matt in 2 Zügen.
Der Dreiziiger ist eine ältere Komposition, die nicht schwer zu lösen ist; ihre Schönheit liegt in der Feinheit der Verteidigung. Der Zweizüger ist ein elegant konstruiertes Problem, das vor Kurzem in einer Konkurrenz den 1. Preis erhielt.
Partie 185. (Spanisch.)
Kürzlich im „Münchner Schachklub“ gespielt. Weiß: 8. Schapiro. Schwarz: Otto.
I.
e3—e4
c7—e5
2.
Sgl—13
Sb8—c6
3.
Lfl—b5
d7—d6
4.
d2—d4
Lc8—d7
6.
0—0
Sg8—16
6.
Sbl—c3
Lf8—e7
7.
Tfl—el
e5xd4
8.
Sf3—d4
0—0
9.
b2—b3
Sc6xd4
10.
DdlXd4
Ld7xb5
11.
Sc3 X b5
a7—a6‘)
12.
Sb5—c3
Sf6—d7 *)
13.
Dd4—d5
Le7—f6
14.
Lei—b2
Ta8—b8
15.
Tal—dl
Tf8—e8
16.
12—14
Sd7—f8
17.
e4—eöl
d6xe5
18.
Dd5—c4
Dd8—c8
19.
Sc3—dö
Dc8—e6
20.
f4xe5
Lf6—d8
21.
Dc4—c3
c7—c6
22.
Sd5—14
Ld8—b6f
23. Kgl—hl
De6—g4
24.
Tel—fl
Tb 8—d8
25.
Tdl x d8
Te8Xd8
26.
h2—h3
Dgl—h4
27.
e5—e6!
Lb6—d4
28.
e6xf7f
Kg8—h8
29. Dc3—c4 3 )
b7—b5
30.
Dc4xd4!
Td8xd4
31.
Lb2Xd4
h7—h5«)
32.
Ld4—c5
Dh4—f6
33.
8f4—g6f
Aufgegeben.*)
t) Weiß droht Dc3 nebst Sd4 und Sfö. — a ) Ein verfehltes Springermanöver; angebracht ist Te8 und Lf8. —> 8 ) Jetzt darf Schwarz den Läufer noch nicht nehmen wegen 30. Sg6s. — 4 ) Gegen die Drohungen Lc5 bezw. Se6 gibt es keine Rettung mehr. — B ) Auf Dxgö folgt 34. Lxf8 und auf 33. Sxg6; 34. Txf6, gxf6; 35. f8 D, Sxf8; 36. Lxf8 bleibt dem Weißen eine Figur übrig.
Berichtigung.
Bedauerlicherweise haben sich in die Nummern 493 und 494 Fehler eingeschlichen. Nr. 493 muß durch einen schwarzen Bauer auf g5 ergänzt werden; Nr. 494 rückt den schwarzen Läuier von h6 auf h7. Wir bitten unsere Löser, sich mit den beiden interessanten Aufgaben noch einmal zu beschäftigen, und um für den gehabten Zeitverlust zu entschädigen, setzen wir für die ersten und besten Lösungen der beiden Zweizüger und der beiden Aufgaben der heutigen Nummer 2 Buchpreise aus: 1. Gutmayer, Die Offensive am Schachbrett; 2. Stünkel, Taschenschach. Wir geben die Stellung der beiden unrichtigen Zweizüger noch einmal wieder:
493. Weiß: Khl, Db7, Tb4, Lb8, Sc7, Bd2, f5, g4, h3. Schwarz: Ke5, Tg6, Lh6, c4, Bb5, d2, e6, g5, g7.
494 Weiß: Kgl, Df2, Ld7, Sb3, cl, Bc2. Schwarz: Kai, Ta2, Lai, h7, Sb5, g7, Ba3, b4, d4.
Die Auflösungen dieser 4 Nummern erscheinen am 19. November.
(Der Naohdruck der Rätsel ist verboten.)
Bilderrätsel.
r* <f -
E rgänzun g srätsel.
A • • t, . • nd, Pe .., D...a, *d«
Anstelle der Punkte sind passende Buchstaben zu setzen, sodaß Wörter entstehen, die in anderer Reihenfolge bedeuten: Vorname, Zahlwort, altrömische Göttin, Haustier, Krankheit. Die eingefügten Buchstaben müssen im Zusammenhang eine europäische Hauptstadt benennen.
Stellrätsel.
Die Quadrate sind unter entsprechender Drehung und Platzveränderung so nebeneinander zu setzen, daß drei durchgehende Buchstabenreihen zwei im Kriege befindliche Länder und einen Gebirgszug benennen.
Rätsel.
Ich bin ein großes Inselland
Und längst durch ein Gewächs bekannt,
Das kräftiglich den Körper stählet,
Wenn ihm die Kraft zum Leben fehlet;
Auch heg’ ich manchen heißen Quell,
Der hoch aufsprudelt silberhell;
Ein Berg mit seinem Feuerrachen Wird mich dir noch bekannter machen.
Auflösungen der Rätsel in Nr. 524. Bilderrätsel: Blindenschule. — Entente-Phantasten Siege, Siegel, Sieger.
8tT<mtt9ortn4 ffir Me SchrifNtitun,: «. «. Nauendorf In WIeibaden. — und «erlag der 0. Echeltendergschen -of-vuchdruckerei in Meddade»
« er.-■ ! Morgen-Beilage der Wiesbadener Tagblatts. ^
Nr. 260. Sonntag» S. November._ 191b.
Utz Himmelreichs Schlüssel?
Erzählung von HanS Grimm.
(Nachdruck verboten.)
Diese Geschichte hat zwei Akte wie lltz Himmelreichs Leben. Vielleicht sollte einleitend erzählt werden von jenem britischen Residenten in Walfischbai, der die fünf Tennis spielenden Töchter hatte und den Whisky-Soda unendlich liebte. Es mutzte dann auch die Rede fern von Sunshine, dem Chief Constable. Er war Polrzel- chauptmann und Hafenkapitän zugleich. Stubbs der Resident und Sunshine der Polizeihuuptmann und Hafenkapitän nahmen ihre Pflichten gewiß ernst. Aber Walfischbai und Sandfontein und die internationalen Beziehungen zur deutschen Wüste rundum, — mehr als sechs Stünden Arbeit in der Woche liehen sich nun einmal nicht daraus machen, wenigstens nach Stubbs und Smühines englischen Begriffen nicht. Es kann einer in Walfischbai mit dem besten Willen in den Mußestunden nicht Schmetterlinge fangen, Schmetter- linge gibt es nicht. Es kann niemand politisieren, es besteht nur eine richtige politische Frage: Wird Walfischbai deutsch oder bleibt Walfischbai britisch? Die Deutschen sagen, wir wollen dies Sandlocki gar nicht, und die Briten erklären, ihr bekommt diesen ausgezeichneten Hafen nie. Botanisieren kann auch niernand, es wächst kein Halm Gras. Man kann dagegen gelegentlich see- fischen, Tennis spielen, trinken und (natürlich zu zweit) — sich fortpflanzen. Stubbs war zum Tennisspielen zu fett, er tat das übrige. Sunshine spielte ab und zu Tennis. Beim Trinken und Fiichen leistete er Stubbs Gesellschaft. Wenn Stubbs und Sunshine zusammen waren, sprachen sie von ihrem einen riesengroßen Interesse. Daß da im Süden oder Südosten in dem scheinbar undurchdringlichen Durst — und Sand — und Dünenmeere eine rätselvolle große Oase liegen sollte, das sogenannte Buschmannsparadies, mit allen Reich- tümern Edens an Wasser, an Wild und vor allem an Edelsteinen, das wußte selbstverständlich jeder weiße. Mann zwischen dem Vranje und dem Kunene und erst recht jeder in Walfischbai. Stubbs und Sunshine aber hatten einen gewaltigen Vorteil, sie waren die einzigen offiziellen Personen in der Nähe des sagenhaften Paradieses. Alle Nachrichten kamen zuerst zu ihnen, und als Vertreter des größten Reiches der Welt konnten ste allerhand Quellen schließen und allerhand Quellen öffnen ohne irgendwelche eigene Aufwendung und handelten doch völlig in Ordnung. Stubbs und Sunshine hatten sich vorgenommen, mit Hilfe ihrer besonderen Mittel die Lage der Oase genau zu bestimmen. Nicht durch lächerliche aufreibende und stets scheiternde Expeditionen, sondern auf dem Wege des Indizienbeweises. Zur Expedition blieb nachher Zeit. Sie waren von ihren schließlichen Erfolgen felsenfest überzeugt und hatten schon beide ihre Urlaubsgesuche im Schreibtisch liegen, um am Morgen des Glückes nicht behindert zu sein. Sunshine sammelte die Indizien, Stubbs sichtete sie. Sunshine
*) Don dem Verfasser, bekanntlich einem Wiesbadener Kind, erscheint demnächst im Derlag von Albert Langen-München ein neues interessantes Buch, das in dem gleichen Milieu svielt, wie vorliegende Erzählung und den Titel trägt: „Der Gang durch den Sand und andere Geichichten au? südafrikanischer Rot".
kannte berufsmäßig jeden Topnaar-Hottentotten im Territorium und alles, was über die Grenze ging. Ein britischer Polizeihauptmann ist immer Gefälligkeiten wert, namentlich an der Grenze. Sunshine erfuhr von jeder Wildspur, die in der Wüste verschwand. Er wußte von Buschleuten und von Löwenfährten, die gleichsam Rekognoszierungen mitten aus der Wüste heraus, und also natürlich von der Oase her anzeigten usw. Stubbs und Sunshine zusammen batten eine Karte, eine ganz genaue Karte, auf der nur noch die Oase fehlte. In die Karte trugen sie jede Nachricht, jedes Tal, jede Spur und deren mutmaßlichen Verlaus ein. Die Sache rückte langsam vor, aber vor rückte sie unzweifelhaft. .Man konnte schon gelegentlich vom Tage nach dem Ereignis zu sprechen wagen. „I shall go Lome to England for good",*) sagte Sunshine. _ „No", sagte Stubbs und gluckste einen Augenblick mit dem Whisky-Soda auf der Zunge, „indeed no, I sliall remain loyal to the good old Cape!"**) —
Natürlich gab es auch noch andere Personen in Walfischbai, z. B. Brown, den Wasfenlieferanten aller Hottentotten, und Herrn Sense mit der goldenen Brille, dem gepflegten dunklen Ziegenbart und dem größten Store am Platze. Herr Sense sah auf sein Geschäft. Öffentlich bespöttelte er die Sage vom Buschmannsparadiese. Im stillen dachte er. findet's einer, dann trifft er mich dort bei seiner Rückkehr. Es wird jedenfalls eine Teilhaberschaft. Die übrigen Leute, der Landungsagent Bock und der Missionar Schott ausgenommen, machten immer neue kleine Expeditiönchen in den Sand. Sie erlangten eine gewisse Gewandtheit darin, stets noch das Leben zu retten. Ihr Glaube war ungeheuer und der Goldhunger nach diesen verzauberten glänzenden Edelsteinen brannte ihnen aus den Augen wie mit Papp gefütterten Jagdhunden der Fleischhunger.
Doch diese ganze Einleitung gehört schon zum zwet- ten Akte.
Alles beginnt bei der Mutter. Etta Himmelreich hatte ihren Mann geheiratet, weil er sie zur Frau verlangte. Etta und Ettas Mutter meinten, cs könne aus Himmelreich noch etwas werden, jedenfalls habe er die Möglichkeit, ein angenehmes Stück Geld zu verdienen, das müsse man im Auge behalten. Als Ntz Himmelreich in das sechste Jahr kam, war Himmelreich Chef des Güterbahnhofs der Ernst-Heinrich-Bahn geworden. Die Ernst-Heinrich-Bahn hatte eine Kopfstation in der deutschen Mittelstadt. Ten acht Personenzügen, die die Gemüseweiber und einkaufenden Bauern brachten und wieder heimfuhren ins Land, entsprach das Getriebe im Güterschuppen, und Gehalt und Dienstwohnung des Gütervorstandes waren dem Getriebe angemessen. Man brauchte die Dienstverhältnisse der Gesellschaft nicht sehr eingehend zu studieren, um erkennen zu können, daß Himmelreich mit dem
*) Ick, werde, für immer nach England zurückgehen.
'■■■*) Nein, ich werde dem guten alten Kap treu bleiben.
