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Nr. 538» Donnerstag, 2. November 191b.

Neuorganisation des russischen Polizeidienstes.

(Drahtbericht unseres 8.-Svnderberichterstatters.)

S- Stockholm, 2. Nov. (Eitz. Drcrhtbevicht. zb.) Der Däi- nister des Innern Protopopoff schlägt jetzt Verwandlung Rußlands >>n einen echten Polizei sta a t vor. Er plant eine so starte Neuorganisation, daß aus je 400 Personen ein Schutzmann kommt. Danach soll gang Rußland in Polizei- venwaltungsbezirke eingeteTt werden, die in den Städten 3" 000, auf dem Lande 40 000 Menschen umfassen sollen. Die Polizei In den Städten Archangel und Jalta soll jedoch besonders umfangreich werden und ungefähr die vierfache Stärke wie in anderen Orten erhalten. Völlig getrennt da­von soll die Verwaltungspolizei sein, die das Paßwesen und den Erkennungsdienst organisiert. Hier wird es einen Beam­ten auf 4000 Menlchen geben. Ebenso getrennt davon bean­tragt der Minister die Geheimpolizei auf ungefähr das Drei­fache zu verstärken. Die für die Vorarbeiten geforderte Sumrme beträgt nach dem „Utro" 900 Millionen Rubel.

Der Hafen von Archangel bereits zugefroren.

Stockholm, 1. Nov. (zb.) Auf Veranlassung Eng­lands und Frankreichs findet, der „Birschewida Wjedo- mosti" zufolge, die Zufuhr von Munition und anderen Kriegsmaterialien nach Rußland nicht mehr über Archangel, dessen Hafen zugefroren ist, sondern über den neuen, eisfreien Hafen auf der Halbinsel Kola statt. Die Munitionslieferungen sind dadurch ins Stocken geraten, da die neue Bahnverbindung nach der Halbinsel Kola erst in einer Woche in Betrieb genom­men werden kann.

Der König von Sachsen in Kowno.

König Friedrich August von Sachsen traf auf einer Ve- sichtigrrngsreise an die Ostfront in Kowno ein und nahm eine Truppenschau vor. An diese Truppenbesichtigung schloß sich eine Rundfahrt durch die Stadt an, der ein Frühstück auf der Wilhelmshöhe folgte. Von der Wilhelmshöhe aus machte der König einen Ausflug nach dem Kloster Pozajscie.

Besuch deutscher Pressevertreter in Kowno.

W. T.-B. Kowno, 1. Nov. Auf ihre" Durchreise durch die besetzten Gebiete des Oberbefehlshabers Ost trafen heute wiederum mehrere Vertreter der großen reichsdeutschen Presst unter Führung des Leiters der Preffeabteiluny Oft Herrn Hauptmann Bertkan und in Begleitung des Herrn Majors Schweitzer vom Stellvertretenden Großen Generakftab in Kowno ein. Sie imrrben zunächst brm Chef der kaiserlichen Verwaltung in Litauen, dem Fürsten zu Isenburg, empfan­gen. Die Weiterreise nach Wilna findet morgen im Laufe des Tages statt.

Die Neutralen.

Ern Norweger, der noch Stolz hat.

Über eine unglaubliche Unverschämtheit des englischen Gesandten in Norwegen und die verdiente Ab­fuhr, die ihm ein norwegischer Schiffsreeder erteilt hat, wird dem „Verein für das Deutschtum im Ausland" von seinem Vertrauensmann in Norwegen geschrieben: Ein nor­wegischer Schiffsreeder hatte kürzlich eins seiner Schiffe ver­kauft und erhstlt darauf vom englischen Gesandten in Christiania ein Schreiben folgenden Inhalts: „Mein Herr! Sie haben eins Ihrer Schiffe verkauft, ohne vorher die Er­laubnis der englischen Regierung einzuholen. Bei einer Wiederholung werden Sie keine Bunkerkohlen mehr erhalten." Der Reeder hat folgendes geantwortet: „Ich bin im Besitz Ihres sehr geehrten Briefes. Da ich norwegischer Bürger bin, fo habe ich mit der englischen Regierung nichts zu schaffen. Kohlen kann ich wohl auch anderswo bekommen. Im übrigen habe ich bis jetzt nicht gewußt, daß Norwegen eine eng­lische Kolonie ist." — Schade, daß in Norwegen die stolzen Leute langsam aussterben. Wenn Ibsen heilte seine Landsleute vor England kriechen sähe!

Die menschenfreundlichen Dienste der Schweiz für die Opfer des Krieges.

Der Kriegsgefangenen-Po st verkehr, den die Schweiz, das neutrale, rings von Kriegführenden um­gebene Land im Herzen Europas, in selbstloser Weise unent­geltlich vermittelt, nimmt einen immer größeren Umfang an. Seit Kriegsausbruch bis Ende September dieses Jahres bat die schweizerische Pnstverwaltung nach Deutschland — also von kriegsgefangenen Deutschen in Feindesland und an kriegsgefanqene Feinde in Deutschland — nicht weniger als rund 71 Millionen Briefe und Postkarten, 5,2 Millionen Päck­chen, 31,2 Millionen Postpakete und 3,1 Millionen Postan­weisungen, über rund 36,2 Millionen Franken, nach Frank­reich, rund 72,1 Millionen Briefe und Postkarten, 4.0 Millio­nen Päckchen, 3,6 Millionen Pakete, Och Millionen Postan­weisungen über rund 12,9 Millionen Franken weitergeleitet. Die uneigennützigen und menschenfteundlichen Dienste der Schweiz für die Opfer des Krieges verdienen, immer von feiten der Kriegfiihrenden dankbar hervorgehoben zu werden.

Handelsausspiihcrei zugunsten des Vicrverbandes in der Schweiz.

W. T.-B. Köln, 1. Nov. (Drahtbericht.) Die „Köln. Ztg." meldet aus Zürich: In der Ostschweiz sind mehrere Personen unter der Beschuldigung der Handelsausspäherei zugunsten des Vierverbandes verhaftet worden, darunter der Vorsteher der Polizei in Herisau, namens Melder. Es scheint sich unl eine ganze Bande zu handeln, die mit großem Geschick arbeitet. Namentlich das Stickereigewerbe litt seit geraumer Zeit unter den Verdächtigungen, die von diesen Handelsspähern ausgingen.

Aus den verbündeten Staaten.

Ein Telegrnmmwechsel zwischen Hindenburg «nd Enver-Pnscha.

W. T.-B. Berlin, 1. Nov. Am 29. Oktober waren zwei Jahre verflossen, seit das os.nanische Reich an der Seite der beiden Kaiserreiche in den Krieg eintrat. In Erinnerung daran sind zwischen dem Geaeealfeldmarschall v. Hinden­burg uno oein Vizegeneralissimus Enver -Pascha herz­liche Telegramme gewechselt worden, in denen das feste gegen- fettige Vectr.ruen und die treue opferwillige Waffenbrüder- tchast als sichere Bürgschaft für oen Sieg von neuem fest- gestellt werde«.

_ Mssbadener Tagblatt. _

Die Aufhebung der türkischen Militärbefreiungstaxe.

W. T.-B. Koustantinopel, 1. Nov. Die Blätter stellen fest, daß die durch das provisorische Gesetz verfügte Aufhebung der Militärbesreiungstaxe den Beginn einer neuen Zeit für die Türkei bedeute, die seinerzeit als erster Staat ein stehe n- d e s Heer geschaffen habe. Sie werde einen neuen Beweis ihrer militärischen Kraft und kriegerischen Tugen­den der osmanischen Nation liefern. Die Blätter betonen weiter die Notwendigkeit, die Dienstpflicht auszu­dehnen. um den Krieg fortzusetzen und siegreich zu be­enden.

Die Vereidigung des neue» österreichischen Ministeriums.

W. T.-B. Wien, 1. Nov. Der Kaiser beeidigte heute mittag in Schönbrunn den Ministerpräsidenten Koerber und die neuernannten Kabinettsmitglieder und empfing sodann ben Ministerpräsidenten und die neuen Kabinettsmitglieder in besonderen Audienzen.

Deutsches Reich.

Boelckes letzte Fahrt nach Dessau.

Berlin, 2. Nov. Über die Ankunft der Leiche Boelckes am gestrigen Abend in Dessau wird dem „B. L.-A." berichtet: Dem Abteil 1. Klaffe des letzten Personenwagens des Eil- zuges entsteigt die Familie Boelcke. Sie ist schnell umrrngt von Herren in Zivil und Uniform, die ihr Beileid aus­sprechen. Schutzmannschaft und Bahnhosswache halten den Platz vor dem Bahnhof, den eine riesige Menschenmenge um­ringt, abgesperrt. In schier endloser Folge werden riesige Lorbeerkränze aus dem Eisenbahnwagen getragen.^ Dann wird der Sarg sichtbar, den das schwarz-weitz-rote Fahnen­tuch umschlingt. Feldflieger heben ihn heraus und tragen ihn zum Leichenwagen. Hinter dem Sacge des tuten Bruders schreitet der jüngste in Tschako mit Helmbezug. Auf schwarzem Kissen trägt er die Orden oes Toten. Der Zug setzt sich in Bewegung durch ein dichtes Spalier andächtiger, ehrlich trauernder Menschen. Dessaus Bürgerschaft will dem zur letzten Ruhe heimgekehrten kühnsten und tapfersten Sohn der Stadt die letzte stumme Huldigung erweisen. Vor dem Portal der Johanniskirche stehen drei GeisÜiche. Der Sarg wird unter Orgelklängen zum Ehrenplatz vor dem Altar ge­tragen. Der Geistliche spricht in wenigen Worten den Hinter­bliebenen Trost zu. Es folgt ein kurzes Gebet und unter leisen Orgelklängen zerstreut sich die Gemeinde.

Französische Anerkennung für Boelcke.

Berlin, 2. Nov. Die Pariser Presse enthält Unter­redungen mit den bekanntesten französischen Fliegern, dar­unter dem Sergeanten Chainat, der Boelckes Meisterschaft und Ritterlichkeit rühmt. ^

Eine neue Kanzlerrede über die Kriegspolitik der Regierung?

Br. Berlin, 2. Nov. (Eig. Drahtbericht. zb.) Der „Vor­wärts" meldet: Wie verlautet, bealssichtigt der Reichs­

kanzler in der Freitagsitzung des Reichstages dos Wort zu nehmen, um die Kr iegspolitik der Regierung in der ge­gebenen Situation noch einmal ausführlich darzulegen.

Auch ein bulgarischer persönlicher Adjutant des Kaisers.

W.T.-B. Berlin, 1. New. (Amtlich.) Der König der Bulgaren hat den bulgarischen Militärbevollmächtigten, Flügeladjutanten Oberst Gantschew der Person Seiner Majestät des deutschen Kaisers zugeteilt.

* Die Erhebungen über die Konfession der in den Kriegs- gesrllschaften Beschäftigte«. W. T.-B. Berlin, 2. Nov. (Drahtbericht.) Wie wir von zuständiger Seite Zerfahren, srehen die bei der Zentral - Einkaufs - Gesellschaft und einigen Kriegsges-llschaften stattgehabtcn Erhebungen über die Zahl der dort' beschäftigten Juden nicht tm Zusammcn- ftang mit dem Beschluß der Haushaltskommiffiou vom 19. Oktober. Die Heeresverwaltung hat schon geraume Zeit vor dieser KommiffionSsitzung Erhebungen angeordnet, um die fortgesetzten, beim Kriegsministerium einlaufenden Klagen, daß angeblich eine unverhältnismäßig große Zahl wehrpflichtiger Angehöriger des israelitischen Glaubens vcm Heeresdienste befreit und in diesen Gesellschaften be­schäftigt seien aus ihre Richtigkeit nachzuprüfen und ihnen gegebenenfalls entgegenzutreten.

* Landtagsersatzwahl. In der Landtagsersatzwahl in Hildesheim-Peine wurde der Nrtionalliberale Dr. v. C a m p e l Stade) mit 276 vo« 277 Stimmen wiedergewäblt Dr. von Campe hatte das Mandat infolge seiner Ernennung zum Senatspräsidenten niedecgelegt.

. ftns Stabt nnb Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Tätigkeitsbericht der Kriegsffitfotge der Roten Kreuze».

Verband- und Erfrischungssteckle am Bahnhof.

Bon der Verband- und ErsrrschungSstelle am Hauptbahn- bof wurden gestern 880 Militärperscnei: (Verwundete,

Urlauber, Ersatzmannschasteu usw.) verpflegt. Erneuerung von Verbänden waren nicht notwendig.

Die Verband- und Ersrischungsstelle hat seit Bsginn des Kriegs bis zum 1. Oktober 1916 ca. 380 000 Militärpersonen verpflegt und, so weit erforderlich, mit ärztlicher Hilfe ver­sehen. Außerdem wurden zu Beginn des Kriegs 7150 Ab- wanderrr aus Metz und aus Schlesien verpflegt. Die Gesamt­ausgaben betrugen 37 900 M.

Abtulung 2 des Kreiskomitees vom Roten Kreuz.

Sehen wir uns heute einmal die hinter der Front zu be­kämpfenden Feind? an: Krankheit, Not und Sorge auf der erneu Seite, Gleichgiiltigkeit und Selbstsucht aus der anderen. Von Hindenburg rühmen auch unsere Feinde, dotz er die­jenige Stelle der feindlichen Front zu erkennen wisse, deren EmÄrückeii die ganze Linie zum Wanken bringe, auf diese stürze er sich dann wie ein Adler nnt aller Wucht und Kraft. Haben auch die Feinde, gegen welche die Kriegdwohlfahrts- psiege kämpft, eine solche tragende, das Ganze haltende Stelle? Gibt es da einen Haupt- und Erzfeind, dessen Niederlage und Flucht die anderen mitveitzt? Dr. E.

Ekpenb»Mir8gn>e. Wrfteö SBlutt*

Kurgabe von Milchkarten.

Die in der vorliegenden Nummer enthaltene Bekannt­machung des Magistrats über die Ausgabe von Milchkur Len für mi lchb er so r gung 8 berechtigte und für mtlchvorzugsberechtig,te Personen wird ge­nauester Durchsicht und Befolgung empfehle» Sie ist so aus­führlich gehalten, daß sie keiner besonderen Erläuterung be­darf. Die berechtigten Verbraucher und die Lieferanten müssen nun ihrerseits dazu beitragen daß die an sich ganz außerordentlich schwierige Regelung der Mlchbersorgung in Wiesbaden glatt dllrchqeführt werden kann

Die vom Magistrat vorgesehene Regelung entspricht den Bestimmungen, wie sie durch die Bekanntmachung des Präsi­denten 'des Kriegsernährungsamts vom 3. Oktober festgelegt worden sind und wie sie auch dem in der Bevölkerung vor­handenen Wunsche nach möglichst gerechter Verteilung der zur Verfügung Gehenden Milchmenge entftricht. Für vrele Personen, welche bisher Wich verbrauchen konnten, nach der neuen Verordnung aber zukünftig keine Milch niehr bekom- nren können, bedeutet die Neuregelung der Milchversorgung naturgemäß einen Verlust. Die Betreffenden werden aber :n Rücksicht auf die außerordentliche Knappheit an Milch diesen pewönlichen Nachteil gern zugunsten der Kinder, stillenden Frauen, werdenden Diu Ilern und Kranken übernehmen, da für diese Milch unbedingt sichergestellt wcrdeir muß Sre werden daher auch keinen Versuch machen, trotz der entgegenstchenden Bestimmungen auch fernerhin noch, Milch zu bez'chen, ganz abgesehen davon, daß nach den neuen Verordnungen über die Milchversorgung ganz außerordentlich hohe Strafen bis zu einem Jahr Gefängnis und außer­dem noch lbtS zu 10 000 M. Geldstrafe die Einhaltung der Be­stimmungen gswährleijten sollen. ES sollte auch niemand, der durch die neue Verordnung die Milch entzöge» erhält, sie aber auch nu Vergleich zu den Versorgung?- r.nd vorzugsbc- rechten Personen entbehren kann, versuchen, auf Grund ärzt- l-chen Attestes wieder zu Mich zu kommen. Der Stadt wird für die Kranken, die aus den Genuß von Milch unbe­dingt angewiesen sind, nur eine ganz bestimmte Menge zur Verfügung gestellt, so daß sie es nicht in der Hand hat, den Kreis der mit Mich versorgten Kranken über das unbedingt notwendige Matz hinaus zu erstrecken. Falls über den Bedarf der versorgungs- und der vorzupSberechtitzten Personen hinaus wieder Erwarten noch kleinere Milchmengen zur Verfügung stehen, sollen diese, nachdem durch die Karten- ausgabe ein Überblick über den Bedarf und seine Befriedigung gewonnen ist, älteren Leuten zugänglich gemacht werden.

— Bargeldloser Zahlungsverkehr. Man schreibt uns: Die bissigen Banken nehmen zweifellos alle Schecks an; die Banken gehören ja zu den eifrigsten Förderern des bargeld­losen Zahlungsverkehrs. Dagegen gibt es tatsächlich noch an­dere Kassen, welche die Annahme von Schecks verweigern, manche sicher nur. weil sie an Bestimmungen gebunden sind, die der Vereinfachung des Geldverkehrs noch keine Rechnung tragen. So wollte ich dieser Tage bei der hiesigen Kasse dar Süddeutsche» Eisenbahn-Gesellschaft mittels einer Bank­anweisung zwanzig Mark zahlen, die Annahme des Schecks wurde aber verweigert und Barzahlung verlangt.

— Die städtische Weinlese hat dieser Tage ihren Anfang genommen. Borlänlig erstreckt sie sich lediglich auf den Langels-Wamberg, wo mit einer halben Normalernte und einer Mittelqualität gerechnet werden kann.

— Feuerbestattung. Im verflossenen Monat wurden aus Wiesbaden 13 Personen durch Feuer bestattet, davon 11 im bissigen und 2 im Mainzer Verbrennungsofen. Bon den hier Bestatteten waren 8 evangelisch, 2 kathol-isch und einer war Israelit; 7 waren männlichen und 4 weiblichen Geschlechts.

— Unfall. In der Plaumschen Buckdruckerei in der Goethestraße zog sich gestern nachmittag ein 14j übriger Jung« aus der Niederwaldstratze im Aufzug einen rechten Unter­schenkelbruch zu. Die Sanitätswcche wurde Herbeigerusen, welche ihm einen Notverband anlegte und ihn dann ins städtische Krankenhaus brachte. .

— Das Rote Kreuz sucht Helseriune«. Um den Rest de? Wiiit er lest und es an Obst und Gemüse, welches jetzt wertvoller kenn je, sachgemäß verwerten zu können, richtet die Ab­teilung tz des Roten Kreuzes, Mainzer Straße 19. dü herzliche But­an alle Frauen mid Mädchen Wiesbadens, ihr »och für eine kurze Spanne Zeit zu Velken. Wer dem Vaterland dieses klein? Opfer an Zeit bringe» will, der muß es bald tun, denn es handelt sich um eine Betätigung von nur wenigen Wochen.

— Kriegsabend. Am 11. und 12. November kann der Vater­ländische Frauenverei» mit Genugtuung und Dank aus ein 50jahrige? Bestehen zurückblickcn. Der Ausschuß des Volksbildungsvererns sur Kricasabendc hat aus diesem Anlaß beschlossen, semen nächsten Kriegsabend zu einer Feier der Arbeit des Vaterländischen Franc ii Vereins und der von ihm mitgetragenen Wiesbadener Kriecssür sorge auszugestaltcn. Dieser Abend soll am 4. November im großen Saal der Tnrngescllschaft gefeiert werden. Im Mittel- Punkt wird ein Vortrag von Frau Anna Reben stehen über „Die Kriegskürsorge des Wiesbadener Roten Kreuzes. Die alten Freunde der Kriegsabende werden zu dieser Feier gerne kommen, und der besondere Anlaß dieses — das 50jährige Bestehen des Vaterländischen Frauenvereins — wird dem Kriegsabend neue Freunde zuführen. So wird cs gut sein, sich rechtzeitig am Samstag zwischen 11 ms 1 Uhr und zwischen 3 bis 4 Uhr mit Eintrittskarten zu versehen.

— Die wichtigsten Veränderungen der neuen Freiliste sstr Web-, Wirk- und Stückware«. Von jetzt ab sind u. a. bezugs schein- pflichtig: Seidenplattierte Strümpst, Steppdecken, alle Kleider­und Sckmrzrnstoffe, mit den unten angegebenen Ausnahmen, die ge- samte fertige Herren-, Damen- und Kindergarderobe und Maß­schneiderei, die gesamte Damen- und Herrenwäsche init Ausnahme von Klagen, Mänschetien, Vorsteikern und Einsätzen, die Säuglings- Wäsche, Wäschejiosse, alle Taschentücher mit Ausnahme der min­destens zu X, der Fläche aus Spitzen bestehenden, die getragenen Kleiduriasstückc. Dagegen werden bezugs sch einsr er u. a.: Velvets,^ bann,wcllene Stickereistosfe, baumwollene gewebt: oder ge- wirkte Spitzenstoffc, baumwollene glatte oder gemusterte, gewebte undichte Kleidcrstosse und baumwollene bedruckte iindichie Kleider­stoffe scwie alle ausschließlich aus den vorgenannten Stosfen berge- stellt» Gecen stände; ferner imitierte Pelzgarnituren aus bäum- wollencm' oder wollenem Plüich, Krimmer oder Astrachan. Alle Gegenstände, deren Kleinhandelspreis nicht mehr als 1 M. kür das Stück beträgt, oiit Ausnahme von Strumpsen, Handschuhen, Taschen­tüchern und Scheuertüchern; Stoffe nur bis zu Längen von 30 Zenti- meker, sofern der Kleinhandelspreis nicht mehr als 1 M. beträgt; in beiden Fällen darf m gleicher Zeit an dieselbe Person nicht meh« als 1 Stück derselben Ware veräußert werden. Die Gewichtsgrenzen für bezugssck'cinsreie Strümpfe und Socken sind herabgesetzt worden. Br-mpsschcinfre' bleiben unter anderem Stoffe ans Statur- und Kunstseide und bald seidene Stoffe sowie alle ausschließlich aus solchen Stoffen bergesiellte Gegenstände.

— Kurhauc. Die Traubenkur in der alten Kolonnade schließt Freitag. .

— Die Preußische Verlustliste Rr. 672 liegt nnt der Baverrschen Verlustliste Nr. 3.'2 in der „Tagbtatt"-Schalterhalle (AustunstS. schalter link«) sownc in der Zweigstelle BismaockHimg 19 zur Ein-