1530 Russen gefangen. Abgeschlagene Angriffe im Sommegebiet.
Die Feste Vaux von uns geräumt. Erfolgreiche Unternehmung nördlich Dorna Watra und südlich des Roten-Turm-Passes.
Oer Tagesbericht vom 2. November.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 2. November (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Im nördlichen Sommegebiet frischte die Artillerpe- tätigkeit teilweise erheblich auf. Ein englischer Vorstoß nördlich von Courcelette wurde leicht abgewiesen. Französische Angriffe im Abschnitt Lesboeufs-Rancourt brachten dem Feinde kleine Vorteile nördlich von M o r v a l und am Nordwestrande des St. P i e r r e - B a a st - Waldes, wurden in der Hauptsache aber blutig abgeschlagen. Unsere Truppen drangen gegenüber hartnäckigem französischem Widerstand in den Nordteil von S a i l l y vor.
Heeresgruppe Kronprinz.
Mehrfach steigerte sich der Feuerkampf rechts der Maas zu großer Heftigkeit, insbesondere richteten die Franzosen bisher schweres Zerstörungsseuer gegen die bereits in der Nacht von unseren Truppen befehlsgemäß und ohne feindliche Störung geräumte Feste B a u x, auf der wir zuvor wichtige Teile gesprengt hatten.
Östlicher Kriegsschauplatz. Heeresfront des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.
Bei der Heeresgruppe des Generals v. Linsingen stürmten westfälische und o st friesische Truppen unter Führung des Generalmajors v. Ditsurth die bei und südl ch von Witoniec ans das linke Stochodufer vorgeschobenen ruffischen Stellungen. Neben großen blutigen Verlusten büßte der Feind an Gefangenen 22 Offiziere, 1508 Mann ein und ließ 10M aschinengewehre und 3 Minenwerfer in unserer H«nd. Unsere Verluste sind gering. Weiter südlich bei Alexandrowka brachten wir von einem gelungenen Erkundungsvorstoß 6» Gefangene zurück.
»front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.
Vorwärts denn mit @oh zu neuen Taten für den Ruhm, die Sicherheit und Freiheit unserer Heimatländer. Mit eurem Allerhöchsten Kriegsherrn und euren Landsleuten daheim sehe auch ich als kuer Oberbefehlshaber dankerfüllt und voll Zuversicht weiteren Erfolgen eurer Kriegstüchtigkeit entgegen.
(Gez.) v. Mackensen, Generalfeldmarschall.
Ein Aufruf des Königs von Rumänien.
„Die schwerste Stunde unseres nationale» Lebens beginnt."
(Drahtbericht unseres 8.-Sonderberichterstatters.)
8. Stockholm, 2. Nov. (zb.) Der rumänische König wendet sich an die Armee mit folgendem Ausruf: „Nach siebenwöchigem Kriege wurde die heldenmütige rumänische Armee vor die schwerste und heroischste aller Aufgaben gestellt. Nach hartnäckigen Kämpfen beginnt der zahlenmäßig überlegene und gut ausgerüstete Feind in unser eigenes Gebiet einzudrinaen. Die schwerste Stunde unseres nationalen Lebens beginnt. Von uns allen wird das Äußerste gefordert, vielleicht der Tod, aber jedenfalls das höchste Heldentum. Ich erwarte von jedem Rumänen aufopfernde Erfüllung seiner Pflicht. Soldaten^ laßt euch lieber niederstoßen, wo ihr steht, als daß ihr auch nur einen Schritt zurückweicht. Rückzug würde jetzt ein Verbrechen und gleichbedeutend niit dem Untergang des Landes sein. Daß fortan keiner sich gefangen gebe! Vergeht keinen Augenblick, was ihr dem Vaterland und dem König schuldig seid."
Oer amtliche bulgarische Bericht.
W. T.-B. Sofia, '1. Nov. Amtlicher Bericht des Gencral- stabes vom 1. November:
Mazedonische Front: Die Lage ist unverändert. Zwischen M a l i k - S c e und Prespa-See fand ein nnbe- dcutendrs Gefecht zwischen Vorpostenabteilnngen statt. Aus der ganzen Front vom Prespa-See bis zum D o i r a »- Sec schwaches Artilleriefeuer. Schwache feindliche Angriffe bei den Dörfern Krapa und Banowo wurden leicht abge- lchlaoen. Südlich von Tarnowo vertrieben wir feindliche Vorposten und erbeuteten ein Maschinengewehr und Minenwerfer. Am Fuße der Bclasica-Planina Ruhe. An der Strumafront lebhaftes Artilleriefeuer. Der Feind rückte auf der ganzen Front vor. Sein Vormarsch wurde durch das Feuer der Infanterie der Maschinengewehre und der Artillerie zum Halte» gebracht. An der Küste des Ägäischen MeercS Ruhe.
Rumänische Front: Die Lage ist unverändert.
ungestört und konnte als Handelsdampfer hier solange bleiben, bis es olle Schäden ausgebessert und neuen Betriebsstoff eingenommen hatte. Tie Reise des Handels-Unterseebootes „Deutschland" zerfiel demgemäß in 2 einzelne Ozeanreisen, die beide ungeheure' Leistungen darstellten, aber nicht als einheitliche Leistung ohne jede Unterbrechung aufzufasten sind. Der Unterseekreuzer „U 53" dagegen war in völlig anderer Lage. Seine gesamte Reisezeit betrug ungefähr 40 Tage, da die Hinreise über den Atlantischen Ozean 17 Tage gedauert hatte. Seine Ankunft erfolgte am 8. Oktober und die Rückkehr an: 31. Oktober, so daß die gesamte Fahrtdauer auf rund 6 Wochen veranschlagt werden kann. Während dieser ganzen Zeit war „U 53" völlig auf sich selbst angewiesen. Zwar hatte es sich 2 Stunden im Hafen von Newport aufgehalten, hatte aber diesen Hafen wieder verlassen, ohne irgendwie Brennstoffe oder anderes Material an Bord zu nehmen. Dann hat das U-Boot einen höchst erfolgreichen Kreuzerkrieg geführt und ist nun nach diesen hervorragenden Leistungen wieder wohlbehalten in den heimatlichen Hafen zurückgekehrt. Diese 6-wöchentliche Ozeanreise ist denigemäß eine völlig einheitliche Leistung, die tatsächlich Hoffnungen erftillte, welche noch vor Monaten als leere Träume gegolten hätten. Der Aktionsradius unserer U-Boote ist dadurch in einer Weise erweitert worden, die nicht umsonst bei unseren Feinden Furcht und Schrecken hervorgerufen hat. Die glückliche Heimkehr von „U 63" lehrt uns, daß heute tatsächlich der Wirksamkeit unserer U-Boote fast überhaupt keine Grenzen mehr gesetzt sind. Ferner erkennen wir daraus, daß unsere U-Boote Stützpunkte irgendwelcher Art zur Durchführung ihrer Aufgabe, selbst bei mehrwöchentlichen Fahrten, nicht notwendig haben, sondern mit völliger Freiheit alle ihre Aufgaben durchführen können. Unsere Feinde fabeln zwar noch allerlei von geheimnisvollen Stützpunkten, sie wissen aber-ganz gut, daß sie nur Märchen erzählen. Die Reisefahrt unseres „U 63" stellt sich somit in jeder Beziehung als ein lehrreiches Ereignis von größter Bedeutung und ein ungeheurer Fortschritt dar. Der tapferen Besatzung des U-Bootes „aber, die sich sechs Wochen dem schweren Dienste unterzog, gebührt die besondere Anerkennung des ganzen Vaterlandes.
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Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin IV.. Potsdamer Str.121L. Feruspr.: Amt Lütz-w 6202 u.6203.
Donnerstag, 2. November 1916.
Kbend-ktusgabe.
Nr. 332. * 64. Jahrgang.
Ein Erfolg Linsiilgenr am Ltochod.
I» de» Karpathen erfolgreiche Unternehmung gegen ruffische Vorstellungen nördlich von Dorna Watra.
An der siebenbürgischen Ostfront ist die Lage unverändert. Rumänische Angriffe gegen die über den Alt- schanz- und Predeal-Paß vorgcdrungcnen verbündeten Truppen sind verlu st reich gescheitert. Wir nahmen 8 Offiziere, 200 Mann gefangen. Südlich des Roten-Turn:paffes dauern die für uns günstigen Gefechte an.
Balkan - Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen.
C o n st a n tz a wurde erfolglos von See her befchossen.
Mazedonische Front.
Serbische Vorstöße wurden im Cernabogcn und nördlich oer Nidze Planina abgeschlagen. An der Struma-Front lebhafte Borfeldkämpfe.
Der erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
Oer Krieg auf dem Balkan.
Mackensens Dank für die verbündeten Truppen in der Dobrudscha.
W. T.-B. Berlin, 1. Nov. Generalfeldmarschall von Mackensen hat am 26. Oktober nachstehenden Armeebefehl cm die ihm unterstellte Dobrndscha-Armee erlassen:
Bei Medjidia, 26. Oktober 1916. Armeebefehl.
Soldaten der mir unterstellten Heeresgruppe!
Seine Majestät der deutsche Kaiser hat mich beauftragt, euch mit seinen Grüßen seine Anerkennung Md seinen Dank auszusorechen für eure Taten in der Dobrudscha. Ihr habt diese gekrönt durch die Einnahme von onstantza und Cernavoda und die Verfolgung des jdarüber hinaus geflüchteten Gegners! Wie habt ihr die Rumänen bei Tutrakan und Silistri a überrascht, wie bei Dobritsch ihnen und Russen Halt geboten! Bei R u a n b e j und A n t a a t habt ihr sie so geschlagen, daß sie in ihren schon im Frieden vorbereiteten, vom Schwarzen Meer bei Tuzla bis zur Donau bei Rasovo liegenden festen Stellungen Schutz suchen mußten. Bei Topraisar und iCobadinu, ihren Hauprstützpunkten, empfing'en sie noch kazu erhebliche Verstärkungen. Aber ob sie auch vom Meere her und über*die Donau hinweg eure Flanken zu bedrohen versuchten, in dreitägigem heißen Ringen habt ihr Russen, Rumänen und Serben aus ihren Feldbefestigungen vertrieben, in. unermüdlichem Nachdrängen sie über die Trajans- wälle gejagt und in die nö r d l i ch e Dobrudscha verfolgt.
Ein voller Sieg ist euer geworden, würdig des iwaffenbrüderlichen Wettstreits aller Waffen, Würdig des Treuüundes, der in euren Reihen Deutsche, Bulgaren, Osmaneu und Österreicher und Ungarn vereint, ^»ldaten wie ihr zwingen das Wasfenglück auf ihre Seite.
Ein holländisches Urteil über Rumäniens Aussichten.
w. T.-B. Amsterdam, 1. Nov. Der militärische Mitarbeiter der „Tijd" schreibt über den rumänischen Feldzug: Selten wurden in der Kriegsgeschichte auf einem so begrenzten Kriegsschauplatz so viele strategische Mißgriffe gemacht, und es ist sehr wahrscheinlich, daß die begangenen Fehler nicht mehr g u t z u m a ch e n sein werden und daß Rumänien die Rechnung wird bezahlen müssen. Es hat daS allerdings auch reichlich verdient, sowohl wegen der wenig sympathischen Weise, wie es in den Krieg eingriff, als auch wegen der sehr unklugen Art, in»der es die Operationen durchgeführt hat.
Die Heimkehr pon „U 53".
Zu der glücklichen Rückkehr unseres tapferen Unter- seebootes „U 63" aus dem Atlantischen Ozean wird uns geschrieben:
Die Reisefahrt von „U 53" stellt eine neue Höchst- l e i st u n g dar. die bisher trotz der großen Leistung unserer U-Boote nicht für möglich gehalten wurde. Als am 8. Oktober bekannt wurde, daß in Newport ein deutsches Unterseeboot aus Wilhelmshaven angelangt sei, ging mit Recht ein Gefühl der Bewunderung über diese ungewöhnliche Leistung durch die ganze Welt. Zwar war schon vorher ein Handels-Unterseeboot über den Atlantischen Ozean gefahren, aber dieses hatte nicht die ungeheure Leistung des Unterseebootes „U 53" zu vollenden, da das Handels-Unterseeboot unter ganz anderen Bedingungen sein« Reise antreten und durchführen konnte. Das Handels-Unterseeboot hatte die Aufgabe, Waren nach Amerika zu bringen, und darum war es seine oberste Pflicht, alle Gefahren zu v e r m e i d e n. „U 63" dagegen fuhr als Kriegs- fahrzeug in die Welt und mußte die Gefahren aus»"* suchen. Es führte einen Kreuzerkrieg, der dem Feinde bald gewaltig fühlbar wurde, denn schon in der ersten Liste der versenkten feindlichen Dampfer wurde als Ergebnis eine Beute von nicht weniger als acht Handelsschiffen aufgeführt. In diesem Kreuzerkrieg hatte das Unterseeboot „U 63" naturgemäß beträchtliche Gefahren zu bestehen,' von denen das Handels-Unterseeboot nichts wußte. Es kommt fernerhin noch dazu, daß auch die Leistung an sich aus dem Grunde beträchtlicher sein mußte, weil dem Unterseekreuzer alle Stützpunkte fehlten, von denen es Unterstützung erlangen konnte. Das Handels-Unterseeboot „Deutschland" war nach seiner Ankunft in dem amerikanischen Hafen völlig
Die abermalige Durchquerung des Ozeans durch die „Deutschland". Ein weiterer Reuter-Bericht.
W. T.-B. Amsterdam, 2. Nav. (Drahtbericht.) Reuter meldet aus Washington: Die Zollbehörden in New-London berichten, daß sich an Bord der „Deutschland" keine Waffen und Munition befinden. Es wurde der Befehl erteilt, die „Deutschland" als Handelsschiff zu behandeln. Die Ladung besteht aus 7 5 0 Tonnen F a r b - st offen, Arzneien und Chemikalie».
.Versenkt!
W. T.-B. Bern, 1. Nov. „Journal' meldet aus Marseille: Die englischen Dampfer „C luden" und „Herkneß" sind versenkt worden. — „Petit Parisien" meldet aus Madrid: Der Dampfer „Delhi" schiffte in Joveo 6 Offiziere und 19 Matrosen des versenkten griechischen Dampfers „Ger» m i n a l" aus.
Die englische Rauft auf der Kehle der Neutralen.^
Die „Köln. Ztg." meldet uister dieser Überschrift aus Berlin: Die Verzrwaltigung der neutralen Handelsschifs- fahrt durch die Engländer nimm! immer groteskere Formen an. Wie der Kapitän eines neutralen Dampfers, der kürzlich von einem unserer Urterseeboote angehalten und versenkt werden mußte, vem Kapitän des letzteren zur Protokoll gab, wurde das. Schiff auf der Reise nach seinem Heimathafen von den Engländer ungehalten und nach Newpeat geführt. Dort hielt man ihn vier Monate lang fest und verweigerte die Abgabe von B u n k e r k o h l e für die Heimreise. Als seine Geldmittel anfaebcaucht waren, fügte der Kapitän sich schließlich unter dem Druck der Notlage der englischen Forderung, K o b l e n n a ck> Italien zu bringen, am nur sein Schiff wieder in ver Hand zu haben. Die Felge war schließlich die Versenkung des Schiffes. — Der holländische Dampfer , Resterwijk" der Holland-Amerika-Linie wurde ans der Fahrt von Newport-News nackt Rotterdam von den Engländern angehalten und gezwungen, einen Teil der Ladung in Liverpool zu landen.
Wir können derartige, allem Recht und Billigkeit hohnsprechende Übergriffe auf die Dauer nicht ruhig binnehmcn. Bringen die Neutralen, wie es leider den Anschein hat, nicht mehr das Selbstgefühl auf, sich- gegen solche Vergewal- tigungen energisch zur Wehr zu setzen, so wird es schließlich Sache Deutschlands sein, im eigenen Interesse und zur Wahrung des Restchens des Völkerrechts, das die schrankenlose englische Willkür bisher verschont hat, auch seinerseits entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Man wird es der deutschen Kriegsleitnng wahrhaftig nicht verübeln dürfen, falls sie sich gezwungen sehen sollte, nun auch
