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Verlag 8(taggaffe 21 Schiltrr-Halle geöffnet 8»n 8 Uhr morgens bis 7 Uhr (fenbt.

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13 Ausgaben.

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..TngblutthauL" Nr. 6850-SS.

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Berliner Abteilung des Wiesbadener T-gbl-ttS: Berlin V.. Potsdamer Str.12!L> Ferns»r.-»«t Lütz-w 6202».6203.

Donnerstag, 2. November 1916.

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Die Schlacht vor Campolung-Smaia.

Zu den letzten Generalstabsberichten über die Fort­dauer der Kämpfe im rumänischen Grenzgebirge wird uns geschrieben: >

Nach der Eroberung des Törzburger und Tömöser- Passes war die Kampfhandlung nur langsamer vor­wärtsgediehen, da das hier in Betracht kommende Gelände gebirgig und die Sicherung der marschierenden Truppen wegen der ungünstigen Gestaltung der Straße schwierig war. Der Vormarsch richtete sich hauptsäch­lich gegen zwei befestigte Punkte, Campolung und S i n a i a, von denen Campolung in geringer Neigung südwestlich von Sinaia gelegen ist. Äe gesamte Linie Campolung-Sinaia hat eine Länge von rund 40 Kilo­meter. Schon am Sonntag war der Vormarsch von Predeal aus nach Süden bis A z u g a gediehen. Hier fließt der Parazuga-Bach in die Praliova, die nach Sinaia fließt und die Paßstraßen für den Vormarsch nach Süden bildet. Zu beiden Seiten dieser Paßstraße erheben sich hohe Gebirgszüge, die bis zu 2500 Meter aussteigen. Schon daran ist zu erkennen, welche Schwie­rigkeiten dem Vormarsch sich entgegenstellen. Die Rumänen haben die Paßhöhen stark befestigt und mit Artillerie versehen. Schon beim Törzburger Paß waren unsere Truppen auf die üblichen Maß­nahmen gestoßen, ohne daß die Ausrüstung der Höhen mit Panzertürmen die Niederlage der Rumänen hin­dern konnte. Die Überlegenheit unserer Truppen be­wirkte es, daß die Rumänen trotz ihrer ungewöhnlich günstigen Stellung im befestigten Berggelände zum Rückzug auf Campolung im Westen wie auf Sinaia im Osten gezwungen waren. Auch hin siegten wieder die bessere Führung und die besseren Trup- p e n über durch Natur und Kunst fast uneinnehmbar gestaltete Festungswerke.

Unser -Larmarsch gegen die Linie Campolung- Sinaia hatte in der semdlichen Presse schon mehrfach die st ä r k st e n Besorgnisse hervorgerufen. Wurde doch sogar von französischen Blättern erklärt, daß Rumänien durch die Erfolge Falkenhayns beinahe mehr gefährdet werde als durch den siegreichen Vor­marsch Mackensens in der Dobrudscha. Die beiden Plätze Campolung und Sinaia haben ihre große Be­deutung durch die Bahnlinien nach Bukarest. In Ver­bindung mit Predeal, das sich bereits in unseren Händen befindet und wo es an der Predealstraße nach dem Mittwochs-Tagesbericht österreichisch-ungarischen Truppen wieder einen wichtigen Vorteil zu er­ringen gelang, bilden die Linien Campolung- und Sinaia-Predeal eine befestigte dreieckige Linie, welche mit ihren beiden Schenkeln den Vormarsch eines feind­lichen Heeres auffangen soll. Die Fortschritte, welche General v. Falkenhayn bisher gemacht hat, kommen nicht nur in dem gewaltigen Gelände­gewinn zum Ausdruck, sondern auch in der verhält­nismäßig großen Beute, welche er den Rumänen abnehmen konnte. Seit dem 10. Oktober sind allein auf diesem Kriegsschauplatz mehr als 10 000 Mann an Ge­fangenen in unsere Hände gefallen, bei der zahlen­mäßigen Größe des rumänischen Heeres ein um so be­deutenderer Erfolg, als es sich nur um einen Teil des rumänischeü Kriegsschauplatzes handelt. Die rumä­nischen Verluste können in ihrer Gesamtheit nur ge­würdigt werden, wenn man auch ihre Dobrudscha-Front in Rechnung zieht. Außerdem sind noch die sehr star­ken blutigen Verluste der Rumänen zu bewerten. Man wird darum dem neutralen Beurteiler beistim- nien dürfen, der jüngst berechnet hat, daß beinahe die Hälfte des rumänischen Heeres dem Krieg ent- zogen worden ist. Auch die große Geschützbeute, die Falkenhayn nach den. letzten Generalstabsberichten machen konnte, ist für die Fortdauer der Schlagfähig­keit des rumänischen Heeres von erheblicher Bedeutung, zumal wegen Mangels an Geschützfabriken in Rumä­nien der sehr fühlbare Verlust des Heeres an Geschützen und Maschinengewehren nicht wieder ersetzt werden kann.

Ob die Bundesgenossen Rumäniens bei der Vereisung des Hafens non Archangel und ihrer durch unsere U-Boote stark behinderten Zufuhr durch die Murman-Bahn den Rumänen in dieser Beziehung werden hilfreich zur Hand gehen können, ist mehr als eine Frage, zumal sich nach der jüngsten Äußerung Ludendorffs bei den Russen schon setzt ein Mangel an Munition bemerkbar macht. Alle diese Punkte tragen dazu bei, die weitere Fortsetzung der Schlacht vor der Linie Campolung-Sinaia für uns günstig zu gestalten.

Der Schrecken.

In einem Aufsatz der „Miinchener Neuesten Nachrichten" über die Stimmung in Rumänien heißt es: Den Flüchtenden weit voraus eilt noch ein unheimlicher Gast tief hinein in das. (verräterische Rumänien, ja, er überholt noch die Flugzeuge

und Zeppeline: es ist der sinnlose Schreck, die wahn--

Morgen-Kusgabe.

witzige Angst vor dem Kommenden, die dasselbe I Volk, das noch vor kurzem mit zukünftigen Triumphen so laut und lärmend prahlte, mit umklammernden Händen an oer Kehle gepackt hat. Die Stunde der Strafe ist gekommen und ilichts kann sie aufhalten. Alle Nachrichten, die direkt und in­direkt aus Rumänien eintrefsen, geben Kunde von der fassungslosen Verzweiflung, die in Bukarest und in dem ganzen Lande herrscht. Der König brichi in Wein­krämpfe. aus — ein Schwächling war er immer — nun wird er noch verächtlich; die Königin telegraphiert in alle Welt hinaus an ihre hochgestellten Sippen, man möge sie in ihrer Not nicht verlaffen. Sie weiß, sie muß es wissen, wie ver­geblich ihr Hilferuf ist, aber in ihrer grausen Angst stößt sie ihn doch aus: sie hofft auf das Wunderbare, das ein Zufall gebären könnte. Der Kronprinz, der auf der Karte längst Siebenbürgen und die Bukowina als Bestandteile Rumäniens eingetragen hatte, ist in ein dumpfes, hoffnungs­loses Brüten verfallen, aus dem er nur mitunter jäh in die Höhe fährt, um gänzlich nutzlose Befehle zu erteilen. Die Minister und die Parteiführer, die noch vor wenigen Wochen Österreich und Ungarn „austeilten", beschuldigen sich gegen­seitig — das sicherste Zeichen des Schreckens, der sie gepackt —, schuld an all dem Unheil zu sein. Und dabei dröhnt der Kanonendonner schon der geängsteten Masse in das Ohr, immer näher und näher scheint er zu kommen, immer schreck­licher erschallt er! Das Heer der Sieger flutet weiter vor, und jeder Schritt, der es vorwärts bringt, vermehrt den un­geheuren Schrecken, der das schuldigste aller Völker gepackt hat.

Mittel-Rumänien mit den angrenzende» Ländern. Für die be-

vorstclcnden weiteren Kämpfe in Rumänien ist Freytags neue Linzel­karte von Mittel-Rumänien und der angrenzenden Länder, 1:400 OOl), mit einem Plan von Bukarest, 1:30 000, und einer Karte der Um­gebung von Bukarest. 1:150 000, Verlag G. Freytag u. Berndt, Wien 7 (Rcbert Friese, Leipzig. Seeburgstraste 96) ein vorzüglicher Behelf zur Orientierung. Wie schon der Titel besagt, ist das 60:100 Zentimeter große Blatftsthr reich an Einzelheiten,

Ereignisse zur §ee.

Eine nüchterne englische Feststellung über die Leistungen der deutschen Marine.

Der Londoner „Globe" vom 21. Oktober führt aus: „Die Auslassungen Churchills über die deutsche Flotte lassen die Schlußfolgerung zu, daß sie eine Null in die­sem Krieg bedeutet. Demgegenüber wollen wir einige Tatsachen aufzählen, die die deutsche Marine zustande ge­bracht hat. Sie. hat uns gezwungen: unsere Ausgaben zu vervierfachen, 300 000 Mann im Marinsbienst zu unterhalten, Hunderte von Damvfern und Handelsschiffen und Tausende von kleineren Booten ihrer gewöhnlichen Beschäftigung zu entziehen und für Marinezwecke zu requirieren, den Bau von Handelsschiffen, trotz unserer großen Verluste, fast ganz auf­zugeben, un- unsere Herrschaft zur See zu sichern, 100 000 Mann in die Marine einzustellen, die sonst in der Armee kämpfen könnten — vor allem aber zwingt sie uns, 'die deut­schen Küsten unbehelligt zu lassen."

Balsour über den deutschen Torpedo­bootsvorstoß.

Schon mehr Eingeständniffe.

W. T.-B. London, 1. Nov. (Drahtbericht.) Balsour sagte auf eine Anfrage im Unterhaus wegen des deutschen Angriffes im Kanal: Die deutsche Mitteilung, daß keine Zer­störer verloren gingen, war falsch. Deutsche Zerstörer wur­den von unserem Artilleriefeuer getroffen, aber es ist nicht behauptet worden, daß sie durch Geschützfeuer versenkt seien. Nach Mitteilungen, die bei der Admiralität eingingen, stießen zwei deutsche Zerstörer auf Minen in ausgelegtea Netzen und flogen in die Luft; sie sind wahrscheinlich gesunken. Sechs Netzleger sind untergegangen, aber die „Queen" konnte gerettet werden, wenn, der Kapitän sich vor Augen gehalten hätte, daß sich das Schiss noch sechs Stunden über Wasser halten würde. Der Zerstörer „Nubis", der die deutsche Flottille angrift, wurde torpediert und konnte ge­rettet werden, wenn nicht der Sturm gewesen wäre. Der Zerstörer „Flirt" wurde in der Dunkelheit überrascht und auf kurze Entfernung versenkt. Wenn es das Ziel des Fein­des war, den Dienst quer über den Kanal erheblich zu stören, so gelang dies nicht, obwohl er die Vorteile des Angreifers bezüglich der Wahl der Zeit und des einzuschlagenden Weges auf seiner Seite hatte.

Ein französisches Opfer unseres Torpedoboot-Vorstoßes.

Br. Haag, 1. Nov. (Eig. Drahtbericht, zb.) „Het Vaderland" meldet aus Paris: Ein Berichterstatter des Pariser „Journal" berichtet, daß einer der beiden fran­zösischen Dampfer, die bei dem Vorstoß der deutschen Torpedoboote im Kanal angegriffen wurden, und zwar der „A l b a t r o ß", den Hafen vonBoulogne am 28. Ok­tober stark beschädigt erreichte. Vier Mann der Besatzung wurden bei dem Angriff getötet, einer ver­wundet.

Eine italienische Lügenmeldung über einen angeblichen deutschen Kriegsschiffsverlust.

Lu Berlin» 1. Nov. (Eig. Meldung, zb.) Italienische Blätter behaupteten, vor dem Kieler Hafen wäre ein neues

deutsches Kriegsschiff auf der Probefahrt durch

Nr. 531. . 64. Jahrgang.

Minenexplosion untergegangen. Eine Wolfs-Meldun« habe diese Katastrophe mit einem Zusammenstoß zweier Kriegsschiffe vor dem Kieler Hafen in etwas milderem Lichte zeigen wollen. Von berufener Seite wird uns erklärt, daß die italienische Nachricht glatt erlogen ist und daß Wolfs keinerlei Nachricht in dieser Hinsicht verbreitet hatte. Kein deutsches Kriegsschiff ist vor oder im Kieler Hafen unter- gegangen.

Reuter meldet die abermalige Ankunft der „Deutschland" in Amerika.

W. T.-B. New - London (Connecticut), 1. Nov. (Drahtbericht.) Meldung des Reuterschen Bureaus: Das deutsche Handels-Unterseeboot „Deutschland" ist heute früh hier angekommen.

(Notiz: In Bremen ist bisher noch keine Nachricht über die Ankunft der „Deutschland" angekommen. Man wird gut tun, die Bestätigung von anitlicher deutscher

f eite abzuwarten, ehe man der Freude über Kapitän önigs. neue erfolgreiche Fahrt Ausdruck gibt. Die Reederei teilt uns mit, daß die „Deutschland" am 4. Oktober aus Bremen abgefahren ist. Sie könnte darnach jetzt in der Tat am Ziele sein. Schriftl.)

Unser erfolgreicher U-voolsfelüzug an der Murmanküste.

Allerhand Erfahrungen nnserer tapferen U-Bootsleute.

(Don unserer Berliner Abteiliung.)

Berlin, i. Nov. (Eig. Drahtbericht, zb.) Unsei U-Vootfeldzug an dar Murmanküste, der eine so bedeutende Rückwirkung hatte, du er die Verproviantierung Rußlands nahezu unmöglich machte und auch unsere Macht- Wirkung so nachdrücklich in den skandinavischen Ländern zur Geltung brachte, hat an die S e e m a n n S - Tüchtigkeit der deuffchen Tauchbootsbesatzungen beson­dere Anforderungen gestellt. Die Wassewerbältnifse sind dort recht schwierig. Obschon dank dem Golfstrom die Tempe­ratur des Wassers erträglich bleibt und zwischen 6 und 7 Grad schwankt, macht der unangenehme Wellengang, kurz, hoch und regellos, den kleinen Fahrzeugen mehr zu schaffen als >as tiefere Meer des Atlantiscben Ozeans z. B. Die Leute an Deck, besonders bei der Gesckützbedienung, wer­den dauernd von S t r i ch w e l l en durchnäßt, halten sich aber nach dem übereinstimmenden Urteil ihrer Kapitäne vor­trefflich in den unermiMichen Dienstcblieaenheiten. Sie zeigten sich begeistert von der Schönheit des Nordlichtes, das ilmen lange Sicht gewährt, das aber, bekanntlich auf magneti­sche Ursachen zurückzuführen, andererseits des Bootsteuern nicht erleichtert. Der magnetische Kompaß wies A b - weichungen bis zu 30 Grad auf, so daß die mitgeführten Reisekompaste zu Rate gezogen werden mußten. 'Auch die drahtlose Telegraphie wurde stark von den magne­tischen Strömen beeinflußt. Es gab während der zehnstündi­gen Tage und der langen Dämmerung viel zu tun, bei Ver­folgung voa Schiffen, deren Beschießung, wenn sie nötig wurde, bei dem Wellengang auch keine leichte Aufgabe war. Bon ihren Beutezügen erzählen unsere U-Bccismonnschasten, daß sie erstaunt waren, an Bord der festgehaltenen Schiffe fast immer große Heringsladungen gefunden zu haben, welche die Engländer den Russen senden. An Bord eines großen Dampfers befanden sich für 1 Million Mark Heringe. Die Kapitäne der versenkten Schiffe waren zuweilen sehr erfreut, ihre Sckstffe untergehen zu sehen, wenn es sich um alte Kasten handelte, die sie gern los wurden Nur solche, die mit eigenem Kapital an den Schiffen beteiligt waren, klagten über ihr Los. Ein rumänischer Kapitän hatte solche Furcht vor den Deutschen, daß er lieber seinen Barbesih von 10 000 M. mit semem Dampfer untcrgehen ließ. Die Mannschaft der versenkten Schiffe zügle sich immer in froher Stimmung, die Durchschnittsmenschen empfinden, wenn sie auf Urlaub fahren. So benahmen sich 22 Norweger, die der Umstände halber von einem Tauchboot mit nach Deutschland genommen werden mußten, gcnz fainos. — Es waren prächtige Seeleute, sie wurden auch entsprechend vor­trefflich behandelt. Dagegen werden die Besatzungen ber englischen Schiffe als sehr gemischt geschildert. Viele der versenkten Briten waren meistens Farbige oder M i s ch r a s s i g e. Ab s ch a u tn der Menschheit, die die Küsten­bevölkerung, wenn man ein Boot an Land führte, nur mit Widerwillen kommen sah, keine Empfehlung für die englische Handelsmarine, und ein Beweis, in welchem Niedergang sie seit dem Krieg begriffen ist. Am widerwilligsten sollen sich die Mannschaften der »drsenkten rumänischen Muni- tlonsdampfer benommen haben. Diese Besatzungen wimmel­ten von Ungeziefer und rodien entsetzlich. Ein solcher Fang soll unseren U-Bootl?uten keine Freude bereiten. Welche Dienste sie aber dem Vaterland leisten, wenn sie ein Schiff, das den Rumänen Munition im Wert von mehreren Millio­nen bringen soll, versenken, braucht nicht besonders hervorge- hoben zu werden.

Spanien und der U-Boytkrieg.

Sr. Madrid, 1. Nov. (Eig. Drahtbericht, zb.) Deutsch­lands Antwort auf den spanischen Einspruch wegen Ver- senkung von Handelsschiffen wird durchgängig von der spani»