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Verlag Lauggaffe 21

Tagdlitttzaus".

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Samstag, 28. Oktober 1916.

Morgen-Kusgabe.

Nr. 322. . 64. Jahrgang.

Eine glanzende Int deutscher Torpedoboote!

Bei einem Vorstoß in den englischen Kanal 11 vorpoftendampfer, 23 Zerstörer oder

Torpedoboote und 1 Poftdampser versenkt.

hüte Dich, England!

W. T B Berlin, 27. Okt. (Amtlich. Drahtbericht.) In der Nacht vom 26. zum 27. Oktober stießen Teile unserer Torpedoboots st rcitkräfte aus der deutschen Bucht durch die Straße Dover- Calais bis zur Linie Folkestone- Boulogne in den englischen Kanal vor. Nach bisheriger Meldung des Führers der Torpedoboote Commodore Michelsen wurden, zum Teil vor den seindlichrn Häfen, versenkt mindestens 11 Bor- Po st endampser und zwei bis drei Zerstörer oder Torpedoboote. Ein­zelne Leute der Besatzungen konnten gerettet und als gefangen eingebracht werden. Mehrere andere Wachsahrzeuge und minde­stens zwei Zerstörer wurden durch Torpedo- tresfer und Artiüeriefeuer schwer be­schädigt. .

Ferner wurde der englische P o st - dampserOueen" südlich Folkestone versenkt, nachdem der Besatzung Zeit zum Aussteigen gegeben war.

^n Kanal bei Barnr-Feuerschisf herrschte ein auffallend reger Verkehr von Lazarett­schiffen.

Unsere Torpedoboote sind wohlbehal­ten und ohne jeden Verlust in die deutschen Gewässer zurückgekehrt.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Oer U-Boot-Krieg.

Neue Opfer unserer U-Boote.

W. T.-B. Berlin, 27. £ft. (Drahtbericht.) Von den deutschen Unterseebooten 'wurden folgende Dampfer versenkt: Der englische DampferLotusmere" (39i1 Tonnen) mit "000 Tonnen Kohlen von Archangel am 2. Oktober; der russische DampferErik a" (2430 Tonnen) mit 3500 Tonnen Kohlen von Leich nach Archangel; der englische Dampfer -Brantinghen" (2417 Tonnen) mit Grubenholz von Archangel nach England am 4. Oktober.

W. T.-B. Christiania, 27. Okt. Die Mannschaft des Porsgunöer DampfersKathinka" ist heute mit einem eng­lischen Dampfer hier angekommen.Kathinka" ist am letzten Donnerstag 125 Seemeilen von der norwegischen Küste von ^nem deutschen Unterseeboot in Brand gesteckt worden. Das Schiff war mit Grubenholz beladen.

Oie militärische Lage.

(Von unserer Berliner Abteilung.)

I-. Berlin, 27. Okt. (zb.) Der französische Erfolg «stlich der Maas hat sich am gestrigen Tage dank der Stärke unserer zweiten Stellung nicht weiter ausbauen können. Alle Versuche des Feindes, mehr zu erreichen, scheiterten,^woraus er ersehen mag, daß seine Funksprüche Uber den angeblich geglückten Durchbruch bei Verdun zu früh hinausgesandt worden waren. Das Vordringen bei Donau, uront gelang dank des Zusammentreffens mehrerer dem An­greifer günstigen Umstände. Zunächst der dichte Nebel, «er die Annäherung dichter Infanteriekolonnen verbarg, daun °er st a r k e Brand, der bald nach dem feindlichen Trom­melfeuer vor Douavmont explosive Vorräte, wie Leuchtkugeln, Benzin und dergleichen, entzündete und dorr den Aufenthalt gu«z unmöglich machte. Schließlich kommt die Umgrnppic- *Uug, in der sich gerade die in der ungünstig »ach Süd- bieften abfallenden und sehr dem feindlichen Artilleriefeuer Msgesepten Douanuumtstellmrg befindlichen Kräfte befanden, Betracht Den Kommandanten des Forts haben die Fran­

zosen nicht gefangen, wie sic in einem neuen Funkspruch angaben. Er befand sich mit seinen Leuten, als die franzö­sischen Jnfanteriestürmc einsetzten, wegen des geschilderten Brandes nicht mehr in den Trümmern des Forts, dessen Räumung unter den obwaltenden Umständen allerdings sehr erschwert war. Bis an unsere Artilleriestellungen sind die Stürmenden nicht herangekommen, werauS man schon schließen möchte, daß hinsichtlich der Wintervertcidigung in unseren Stellungen Beränderungen vorgcgange» waren, die den an sich bedauerlichen Zufalls erfolg des Fein­des geringer einschätzen lassen. Jedenfalls wiegt der franzö­sische Erfolg von Douaumont nicht unseren großen Erfolg in der Dobrudscha und in Siebenbürgen aus. Man braucht sich dadurch also nicht die Freude über die rumänischen Nieder­

lage» stören zu lassen. Nach den letzten Meldungen fiel das stark ausgebantc Cernavoda durch Handstreich: Die ver­bündeten Truppen ü b e r r a n n t e n alle Stellungen und Be­festigungen, die für eine lauge Brlagcrung ausreichend schienen. Im Plan des rumänischen Generalstabs lag es, die Taktik der inneren Linie nach dem deutschen Muster zur Anwendung zu bringen. Rumänien mußte wegen seine» geographischen Lage genau wie Deutschland auf mehreren Fronte« kämpfen. Glaubte darum, mit der Bahn immer schnell seine Truppen an die wichtigsten Kampfstcllen werfen zu können. Aber, was Deutschland auf einer fünfmal länge­ren Bahnlinie von Lille bis Pinsk, 1650 Kilometer wiederholt vollbrachte, mißglückte den Rumänen auf ihrer 350 Kilometer langen inneren Linie. Als die Dobrudfcha- grenze angegriffen wurde, entsandten sie eilends aus Siebenbürgen mehrere Divisionen nach dem Süden. Sie kamen z u s p ä t, da die erste Grenzverteidigung von den deutschen, bulgarischen und türkischen Truppen schon ausge­räumt worden war. Mackensen arbeitete prompt, Falken Hayn aber auch. Kaum hatten sich die Rumä­nen in der Dobrudscha zur Wehr gesetzt, ging der Kampf in Siebenbürgen los. Auf der Stelle fuhren die rumänischen Divisionen wieder nordwärts, konnten aber nur noch wenig helfen. Eia gefangener rumänischer Oberst zeigte sich auf das höchste verstimmt, daß man ihn mit seinem Regiment, welches post lestum auf dem Schlachtfeld rintraf, sozusagen nur zur »achträglichcn Gefangennahme mit der Bahn durch das ganze Land spediert hatte. Denn kaum waren die 12. und 5. rumänische Division in den letzten Tagen nach den Kar­pathen befördert worden, als sic schon wieder nach dem Süden zu rückgeführt werde» mußten. Die innere Linie kau» mili­

tärische» Dilettanten höchst gefährlich werden. Biele bedeu rende Veränderungen wurden am gestrigen Tage an keine, Frontstelle verzeichnet.

Die Schlacht vor Verdun.

Dritter Abschnitt.

6 .

AuS dem Großen Hauptquartier wird uni geschrieben:

Auf dem Ostufer waren nach Erreichung der allgemeinen Linie Vacherauville - Douaumont die Operationen sische Gegendruck und die Flankierung vom linken Maasufer

her ließen ein weiteres Vordringen der östlichen Angriffs- gruppc vorläufig nicht angezeigt erscheinen. Dabei mutzten wir uns gleichwohl darüber klar sein, daß wir den Besitz von Douaumont dauernd nur würden behaupten können, wenn cs uns gelänge: erstens das Fort Vaux, das wir nach dem ersten Anlaufe wieder hatten aufgeben müssen, fest in unsere Hand zu bekommen, und zweitens auch darüber binaus unsere gesamte Linie noch weiter gegen Südwesten und Süden vorzutragen. Gegen Ende März gingen wir also auch hier wieder zum Angriff über, der uns am 27. das Werk Hardaumont und in den nächsten Wochen bis Mitte April kleinere Geländegewinne brachte. Am 17. April führte dieser Gefechtsabschnitt zur Einnahme einer Bergnase, welche süd­lich des Forts Douaumont sich hinzieht und durch ihre über­höhende Lage unseren Stellungen westlich und nordwestlich des Forts sehr unbequem gewesen war.

Nun trat rechts des Flusses wiederum eine Ruhepause von einem Monat ein. Die Geschützkämpfe gegen die schwer zu fassenden Werke und Unterstände sowie gegen die erheb­liche vermehrte feindliche Artillerie dauerten aber auch hier mit unverminderter Heftigkeit fort und stellten 'an unsere Angriffsartillerie große Anforderungen.

Die zähe französische Verteidigung.

Das energische und erfolgreiche Fortschreiten unterer Angriffe auf dem westlichen Ufer bewog die Franzosen zu eurem verzweifelten Versuche,, den Schwerpunkt der Kämpfe wiederum auf das rechte Maasufer hinüberzurcißen. Vom 17. Mai ab setzte ein schweres Artilleriefeuer auf das Fort Douaumont ein, an dessen Wiedergewinnung die Franzosen in vollkommen richtiger Würdigung seiner' hervorragenden Bedeutung für die Verteidigung ihre beste Kraft setzten. Es folgte in den nächsten Tagen ein schwerer und ersosg reicher