Morgen-Beilage kr Wiesbadener Tagblatts, s
(6. Fortsetzung.)
wenn die
Roman von
Wie einst als Kinder dem Anfang der Ferien so wachten fte heute m seligem Bangen dem Morgen grauen entgegen. u
. Stn met cküeder dünkte es fte ein Spuk der Nacht f 1 ” daß sie einander wirklich wiedergcfiinden'
daß dasselbe Dach sie beschirmte.
Sie zahlten die Schläge der Uhr, die so langsam enchienen den schnellen Schlägen ihrer sehnsüchtigen Herzen gegenüber, und endlos ward ihnen die Lert die sie voneinander schied. ° '
Mit strahlenden Gesichtern und leuchtenden Augen saßen ste dann beisammen am Kaffeetische, immer wie- ineinander in seligem Erstaunen als konnten fte es immer noch nicht glauben, nicht fassen, daß fte wirklich tvieder vereint.
„„.Sw plauderten eifrig und herzlich miteinander, und unwillkürlich trat ihnen bald das trauliche Du" früherer Zeiten auf die Lippen. Dann durchwanderten sie gemeinsam die alte interessante Stadt, und wie einstmals, vor fernen achtzehn Jahren, an dem Einsea- nungstage der Gräfin, so folgte auch heute n.anch be- wundernder Blick dem schönen Paare . und an, tftf- leuchtete die Herbstsonne so tvarm und vorgaukeln ^ Menschen einen Frühlingstraum
Neckisch^huschte sie über die glücklichen Gesichter de>^ beiden, und so mr hellen Lichte des Lugesgestirns ent- ste nun doch viele Faltchon und Linien aneinander, dre damals noch mdf)t gewesen, die von langen fahren sprachen, die sie fern voneinander geweilt, da leder sein Leben für sich gelebt, da jeder ft in Schicksal getragen, von dem der andere nichts ahnte, und welches zu ergründen jeder voller Sehnsucht war.
Doch keiner wollte die Fragen aussp'rcchen, -die so ^on Herzen, auf den Lippen brannten, jeder von dem anderen, daß dieser sein Leben, sein Schicksal entschleiere, den anderen teiluehmen lasse an ^'6 nun vergangen, und unter gleichgülti- '° im «-"ESIchr-I d-r
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3* Stadtmauer, und ihre entrückten Augen ge- "ossen träumerisch den wunderbaren Blick hinab in die Ebene, in das blühende Tal der Tauber.
Wie ein silbernes Band sickerte der Fluß durch sein steiniges Bett unp schließlich im Dorfe Detwanq dessen romantisches Kirchlein herauf grüßte, zu verschiviriden
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Mof i n Deckte seine Zweige voller Ltßtei rosa Bluten an dem graugelben Maucrwerk emlwr, und purpurn erglühten die wilden Reben E' von fern ilnd gedämpft drang das Leben der Stadt in den großen, abgeschlossenen Garten mit seinen
Blätter fallen.
Hans von Brlgard. lAachdruck verboten.)
Stiller Friede lag um sie, stiller, heiliger Friede.
; P 0C „ avnosseir sie schtveigend den Zauber dieses Alleinseins, dann flüsterte Erika leise: „Die Natur ist doch das Beste und Treueste, das wir besitzen. Sie tut !* n F "s t. nnd wenn sie auch nicht immer helfen kanir, so erhellt sie doch unt ihren Sonnenstrahlen uu- läßt/' 0' «ul den, sie doch viele Blumen sprießen
spi^^nspglmu^^te nichts, nur seine Augen redeten eins leidenschaftliche, verständliche Svrache.
liu, nnl, „,F r mc biner der vielen Kirchen ertönte plötz- lich Glockenklang, und unwillkürlich falteten beide die Hände, regungslos lauschend. Leise erstarb das Geläut. „ r J^ tete Werner auf den Turm, von dem die eherne L>tlurme rn das Land hinausgeklungen, und er nannte den Namen der Kirche, die er krönte
Und als hätte der Klang der Glocken ihn erweckt aus schwelgenden Traumen, begann er nun zu sprechen . - Solange weilte er schon in der alten Stadt daß erräblt^ft^'s/^s Haus ihm vertraut war, und er ÄpJ teU @öi l en ' bu fid) um die Mauern und ^,urme woben und es war wieder wie in fern-'n Kindertagen, wenn das kleine Mädcheii so eifrig den Eizahlungen und Märchen des Knaben gelauscht?
< d-ch so von mir skizzieren, Erika", unterbrach
mr./^cr 61 ' ^!"ßkrch seine Erzählungen — und feine ^? d ^^ummten tn heißer, künstlerischer Begeisterung
ÄttÄrt* Li
? u - 0en ckft dieses sehnende Träumen, das, was sich m deiner Haltung aitsspricht - du in deinem weißen Kleide auf der rotumrankten Mauer das ist
Traum dn ^bend gewordener
T^um. Wie die wilden Rosen emporstreben, als grift
ranken Ä? ? sollten sie, sehnsuchtsvoll dich um- ranken. Das alle» zusanimen gibt ein Bild, wie ich es m wachen Traumen zuweilen gesKaut. Nur Leinen Hut niium ab. Zu viel Schatten verbreitet er über ch d'ü, r C 0 °/denen Lichter, die die Sonn«
sie geboren zu dem Bilde — ist es veZairgeii otten ^ Leuchtkäfer in dieser seidigen Flut
Damit griff er nach ihrem Hute, ihn auf die Malier .egend, und unendlich zart umfaßten seine schmalen.
b"" E^hande das goldig umflimmerte Haupt, um »m die gewünschte Stellung zu geben.
Wie ein heißer Strom durchzuckte es sie beide bei Ltzr Ber-uhrung, die Sehnsucht klopfte mit fliegenden
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"Blumenkind", murmelte er leise, und das Beben rer Stimme verwiet das wilde Schlagen seines Herzens. „Blumenkrnd. Wie du mich jetzt wieder an damals er-
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