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feliaiViirr Taglilck.

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Mittwoch, 25. Oktober 1916.

Kbend-klusgabe.

Nr. 517. . 64. Iahrgang.

Cernavoda genommen!

Der vulkanpatz gestürmt.

Sin ungemein wichtiger Erfolg gegen Rumänien.

Ein Nachlassen der Nampftätigkeit an der Somme» eine Steigerung bei Verdun.

Tagesbericht vom 23. Oktober.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 25. Oktober. (Amtlich):

Westlicher Kriegsschauplatz« Heeresgruppe Uronprinz Kupprecht.

Infolge regnerischer Witterung hat gestern die Gc- fechtstätigkeit im Sommegebiet nachgelassen. Das Artillerie­feuer steigerte sich zeitweilig. In den Abendstunden sind französische Teilangriffe auf der Linie Lesboeufs - Rancourt vor unseren Hindernissen verlustreich und ergebnislos z u - sammengcbrochen.

Heeresgruppe Kronprinz.

An der Nordostfront von Verdun hat ein französischer Angriff bis zum brennenden Fort Douaumont Boden gewonnen. Die Kampfhandlung dauert fort.

Lstlicher Kriegsschauplatz.

Heeresfront des Generalfeldmarschalls

Prinz Leopold von Bayern.

Ei» Gasangriff der Russen an der S ch t s ch a r a mrss- lang, ebenso blieb einem Angriff russischer Bataillone bei Kol. Ostrow (nordwestlich von Luck) jeglicher Erfolg versagt.

Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.

Im Südteil der Waldkarpathen blieben bei Ge­fechten minderen Umfanges die gewonnenen Höhenstellungen in unserem Besitz.

An der Nordostfront von Siebenbürgen hat sich bei i-etlichen Kämpfen die Lage nicht verändert.

Nördlich Campolung machten unsere Angriffe Fort­schritte.

Der Bulkan-Paß ist von deutschen und österreich­ungarischen Truppen gestürmt worden.

Balkan - Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.

Die Verfolgung geht plaumäßig weiter.

Cernavoda ist heute früh genommen; Einzelheiten sind noch nicht bekannt geworden.

Damit ist die in der D o b r u d s ch a operierende rumä­nisch-russische Armee ihrer letzten Bahnverbindung beraubt und ein n «gemein wichtiger Erfolg erzielt.

An der mazedonischen Front herrschte Ruhe.

Der erste Geueralquartiermeister: Ludendorff.

Oer amtliche bulgarische Bericht.

W. T-B. Sofia, 25. Okt. (Drahtbericht.) Amt­licher Bericht: Mazedonische Front: Keine

Veränderung in der Lage auf der ganzen Front. Zwischen dem Prespa-See und der Struma schwache Artillerietätigkeit. Ein feindlicher Vorstoß gegen das Dorf Tarnova wurde gleich im Anfang aufgehalten. An der S t r u m a f r o n t lebhafte Tätigkeit von Auf­klärungsabteilungen und stellenweise Artillericfcuer. An der Küste des Ägäischen Meeres beschoß ein feindlicher Kreuzer ergebnislos 2 Stunden lang' den Golf von Kerenedli westlich (?) der Mestamündung. Der deutsche Fliegerleutnant v. Emvegek schoß nach Z^stündigem Luftkampfe bei Drama einen englischen Doppeldecker vom System Nieuport ab, dessen ver­wundeter Führer und verwundeter Beobachter ge- sangengenomme» wurden.

Rumänische Front: In der Dobrudscha dauerte die tatkräftige Verfolgung des in Auflösung befindlichen Feindes an. Am 23. Ok­tober warfen die verbündeten Truppen auf dem rech­ten Flügel den Feind zurück und erreichten die Linien Dorf Caramnrad-Dorf Dokuzol. Unsere Kavallerie griff bei I s l i a m t e p e (Höhe 92) eine rumänische Brigade an, verstreute bei dem Dürfe

C a r a m u r a d das russische Territorialbataillon Nr. 297, machte den Kommandanten der rumäni­schen Brigade zum Gefangenen, erbeutete eine Fahne, nahm ebenfalls den Kommandanten des russischen Bataillons und 800 Mann der 4. Infanteriedivision ge­fangen. Sie nahmen nach erbitterten Kämpfen die Stadt M e d j i d i a, wo eine große Menge Eisen- bahnmaterial genommen wurde. Die Truppen des linken Flügels erreichten die Linie Me d j i d i a- Höhc H o s s u y u g (Höhe 127)-Dors R a s o v a. Ter Feind erlitt schwere blutige Verluste. Au: 23. Oktober wurden 51 Offiziere, über 3200 Soldaten g e f a n g c u g e n o m m e n, 4 Geschütze, 30 Maschinen­gewehre, 3 Minenwerfer, 5 Lokomotiven und 200 Eisen­bahnwagen erbeutet. Vvm 19. bis 23. Oktober erbeute­ten die verbündeten Truppen eine Fahne und machte» 75 Offiziere, 6692 Soldaten zu Gefangenen, außerdem wurden noch 52 Maschinengewehre, 12 Geschütze, 4 Minenwerfer, 5 Lokomotiven und 200 Eisenbahnwagen erbeutet.

Längs der Donau stellenweise Artillerie- und Jn- fanteriefeuer.

Constantzas Fall — „die schlimmste Nachricht seit Monaten".

W. T-B. Bern, 24. Okt. In einem Londoner Tele­gramm des „Secolo" über den Fall von Constantza heißt es: Die Nachricht von der Besetzung Constantzas wird in politischen und militärischen Kreisen als die s ch l i m m st e Nachricht betrachtet, die seit Monaten eingetroffen ist. Man habe erwartet, daß die Rumänen doch länger Widerstand leisten würden.

Der tiese Eindruck der Dobrudscha- katastrophe bei den Neutralen.

W. T.-B. Zürich, 24. Okt. Die „Neue Zürcher Ztg." schreibt u. er.: Der Fall Constantzas bedeutet für die Rumänen und für die Miierten einen Schlag, dessen Tragweite durch den Umstand nicht vermindert wird, daß dieses Ereignis nach der Einnahine von Topraisar und Cvbadinu nicht mehr unerwartet kam. Constantza war die P e r£ e Rumä­niens am Schwarzen Meer, der Stolz der jungen Nation auf dem wirtschaftlichen Gebiet, ihr einziger Ausgang zum Weltmeer. Seit dem «Eintritt Rumäniens in den Krieg zudem AuZladehasen für Munition und Sol­daten aus Rußland. Durch die Eroberung Constantzas wird also den Rumänen die Seeverbindung mit den Verbün­deten so gut wie abgeschnitten. Es erscheint daher mehr als verwunderlich, daß die russische Flotte, der Constantza als vorzüglicher Stützpunkt galt, den Fall des Hafens nicht hat verhindern noch verzögern können. Eine Erklärung dieses Rätsels sowie der im allgemeinen unzureichenden russischen H l l f e an den rumänischen Fronten zu geben, ist uns nicht möglich. Doch scheint das klassische System der zu späten Hilfe auch hier die Hauptschuld an der Nieder­lage zu tragen. Der Verlust Constantzas bedeutet daher v t e I mehr als bloß die Besetzung einer Stadt und die Vernichtung einer Armee.

Die Lage dev Rumänen „sehr kritisch".

Das Urteil Stegemanns.

W. T.-B. Bern, 24. Okt. Stegemann schreibt im „Bund" zumFalleConstantzas u. aDie Kriegslage der Rumänen wird dadurch abermals bedeutend ver­schlechtert. Sie verlieren in Constantza die beste unmittelbare Verbindung über See, die Möglichkeit, von Odessa direkte Zufuhren und Verstärkungen zu empfangen und sind gezwungen, sich aus die Behaup­tung des Brückenkopfes Cernavoda zu beschränken. Auch dieser ist schon st a r k gefährdet. Der.Do- brudschafeldzug Mackensens hat volle Auswir­kung gefunden. Wir haben Grund, die Lage der Rumänen als sehr kritisch zu betrachten.

Die Genietat der Hindenburgischen Kriegsleitung.

Basel, 24. Okt. (zb.) Zum Fall von Constantza sagen die „Neuen Zürcher Nackr." u. a.: Das wichtigste ist. daß dies­mal nicht allein die Rumänen einen Hauptschlag erlitten haben wie bei Tutrakan, Dobritsch und Rahovo, sondern gleichzeitig die russische Dobrudschaarmee. Ihre fast unglaublich rasche Niederwerfung ,in einer denkbar günstigen Stellung läßt sowohl ihre Führung als ihr Material und ihre Stärke in einem überaus zweifelhaften Licht er­scheinen, was wiederum zum unabweisbaren Schluß führt, daß die russische Widerstandskraft im allgemeinen, wenn auch nicht im Versagen, so doch am Erlahmen ist.... Das war die Genietat der Hindenburgischen Kriegsleitung, die sofort den Kernpunkt der neuen Gesamtlage erkannte und einen Masseneinsatz von Kräften dorthin leitete. WaS Hin- denburg genial geplant, haben Mackensen und Falkenhayn > nd die anderen ebenso genial ausgeführt und ausführen können dank ihrer heldenmütigen deutschen, österreichischen, bulgarischen und tückischen Truppen. König Georg von Eng­land erklärte in seinem Glückwunschtelegramm vor acht Wochen an König Ferdinand von Rumänien zur rumänischen Kriegserklärung, nun werde der Friedensschluß beschleunigt. Diesmal dürfte König Georg sich als Prophet erwiesen haben, nur daß die prophezeite Friedensbeschleunigung in einem ganz anderen Sinn ausfällt als Englands König annahm.

Holländische Zcitungsstimmen zu den Ereig­nissen in der Dobrudscha.

W. T.-B. Amsterdam, 25. Okt. (Drahtbericht.) „Nieuwe van den Dag" schreibt: Die Fehlschlüge der Entente an der Südfront wirken wie bittere Ironie, wenn man an die hochgespannten Erwartungen zurückdenkt, die genährt wurden, als die Rumänen sich den Alliierten anschlossen. Man sah die Russen sckon in Konstantinopcl und den dcutsch- österreichischen Widerstand auf allen Seiten unter dem ge­meinsamen Druck der Alliierten gebrochen. Statt dessen wird nun Rumänien selbst bedroht. Das Kriegsdild änderte sich seit August sehr. Die tatsächlichen Beweise von ungebrochener Kraft der Z e n t r a l m ä ch t e bilden einen starken Gegensatz zu den Berichten aus französischer und englischer Quelle über die Erschöpfung der deutschen Armee und des deutschen Volkes. — „Nieuwe Courant" schreibt: Jetzt, wo Cernavoda bedroht wird, ist die Aus­sicht gering, daß die Mittelmächte am Übergang über die Donau verhindert werden können. Die Gefahr, daß die ganze Walachai durch Truppen der Zentralmächte besetzt wird, ist sehr nahegerückt. Die Entente hat k e i u e Zeit mehr zu verlieren. Die Armeen der Zentralmächte bewiesen wieder, daß die Zeit ihrer Vernichtuiig in sehr weite Ferne gerückt ist. — Der „Nieuwe Rotterdamschc Courant", meint: Noch dem österreichisch-ungarischen Rotbuch sagte B r a t i a n u seinerzeit, daß er nicht zu spät kommen wolle, wenn es gälte, Österreich-Ungarn aufzuteileii. Er kanii sich nunmehr davon überzeugeii, daß er jetzt, ivo Rumänien durch die Länder, die es verteilen Helsen wollte, selbst in eine peinliche Lage ge­bracht ist, nicht zu spät, sondern so gor zu früh gekom- r.i e n ist.

Ein Westschweizer Urteil.

W. T.-B. Bern, 25. Okt. (Drahtbericht.) Die „Gazette de Lausanne" schreibt zur Einnahme Constantzas u. er.: Mackensen besitzt jetzt nicht nur den g r ö ß t e n Hafen R ip- m ü ui e li 3. sondern auch die einzige Bahnlinie, die Bu­karest mit dem Meere verbindet. Dies ist ein wichtiger stra­tegischer Erfolg. WaS immer kommen mag, das Vorrücken Mackensens verschlimmert die schwierige Lage Rumäniens be­deutend.

Das Urteil eines bulgarischen Militärs.

W. T.-B. Wien, 24. Okt. Die Blätter würdigen fortge­setzt die strategische und politische Bedeutung des muaften