Gelte ». Samstag, AI. Oktober 1916. _
Zurzeit haben wix etwa Zwei Millionen Pfund Sterling für jeden Werktag in der Woche anfzubringen. Das bedeutet einen ungeheuren Betrag von Dollar, der jede fechs Tage gefunden werden muß. Diese Aufgabe könnte für unmöglich gehalten werden, aber sie ist erfüllt worden und sie wird jetzt erfüllt, und p ist kein Grund anzunehmen, daß ste nicht dauernd erfüllt'wird. — In den weiteren Ausführungen zur Verteidigung der Ausgabe von sechsprozentigen Schatzscheinen erwähnte McKenna, daß diese Wertpapiere in 14 Tagen bis zu einem Betrage von 86 Millionen Pfund Sterling ausgegeben sind, und fuhr fort: Der gegenwärtige Augenblick, wo ein Wettbewerb für Geld besteht, war nicht günstig für die Ausgabe einer langfristigen Anleihe; aber eine solche Anleihe wird zu einer Zeit ausgegeben werden, die da» Schatzamt für geeignet hält, und die Regierung wird sich der Erfüllung ihres Versprechens in bezug auf die Konversion von früheren Anleihen nicht entziehen. Ich habe nicht den geringsten Zweifel, daß wir imstande sind, die Last während des Krieges zu tragen. Unsere Aufwendungen haben sich wegen zweier wichtiger Punkte nicht verringert, sondern sie nahmen zu. Diese Punkte find die Munition Sbeschaffungen und die Vorschüsse an die Alliierten. Ich bin sicher, das Haus wird nicht davor zurückschrecken, daß die Ausgaben wegen dieser beiden Punkte anwachsen. Die einzige Grenze für die Munitionsbeschaffung wird die Leistungsfähigkeit der Fabriken bilden, die sie herstellt. Wir fühlen auch, daß unsere Schuld gegen die Alliierten eine solche ist, daß wir gehalten sind, ihre Bedürfnisse und Notwendigkeiten in Betracht zu ziehen, und wenn weitere Anforderungen gestellt werden, so haben wir sie zu befriedigen.
Eine Dampffährenverbindnng zwischen Schweden und England.
W. T.-B. Kopenhagen. 20. Okt. Die „Berlingske Tidende" meldet aus Stockholm: Die schwedische Staatsbahnleitung hat beschlossen, eine Kommission nach England zu senden, die an Verhandlungen über die Einrichtung einer Dampssährenller- bindung zwischen Schweden und England teilnehmen soll. Der Kommission wird auch Generalpostdirektor Juhlin angehören. _
Oer U-voot-ttrieg.
Nene Opfer unserer U-Vootr.
W. T.-B. Frederickham, 20. Okt. (Drahtbericht.) Das Ritzau-Bureau meldet: Der Dampfer „Eos" brachte nachts hier die Besatzungen von 18 Mann und 8 Frauen des Göte- lurger Dampfers „N o r m a n i st" ein. Ein Unterseeboot kielt die „Normanist", die mit Eisen und Maschinen von Gvteburg nach Rouen unterwegs war, zwischen Binga und dem SkagenS-Feuerschiff an. Der Mannschaft wurde besohlen, von Bord zu gehen. Darauf äst der Dampfer wahrscheinlich versenkt worden.
W.T.-B. Berlin, 20. Okt. (Drahtbericht.) Wie der „Temps" aus Marseille meldet, landete der Dampfer „Ernest Timons" 34 Mann der Besatzungen der drei im Mittelmeer versenkten Dampfer „§roßhill" (3002 Tonnen), „Elax" (3980 Tonnen) und „HeintSfall".
Ein deutscher Protest in Christiania.
W.T.-B. Berlin, 20. Okt. (Amtlich.) Die „Nordd. Mg. Ztg." schreibt: Die norwegische Regierung hat, um den Eindruck ihrer Verordnung vom 13. Oktober abzuschwächen, ihre Antwort auf die Denkschrift der Ententemächte über die B e - Handlung der Unterseeboote veröffentlicht, worin sie sich einerseits das Recht zuspricht, Kriegsunterseebooten jeden Verkehr und Aufenthalt auf norwegischem Seegebiet zu untersagen, andererseits aber ihre Pflicht verneint, irgendeiner der kriegführenden Mächte gegenüber ein solches Verbot zu erlassen. Zu dieser Erklärung ist zu bemerken, daß sich die Erklärung offenbar im wesentlichen nur gegen Deutschland richtet und daher dem Geiste wahrer Neutralität nicht entspricht. Der deutsche Gesandte in Christiania ist daher beauftrogt worden, wegen des Vorgehens der norwegischen Negierung nachdrücklich Verwahrung einzulegen.
vle Lage im Westen.
' IVd Millionen Verwundete in Südfrankreich.
W. T.-B. Bern, 20. Okt. (Drahtbericht.) Das „Berner Tagblatt" meldet aus Genf: Nach Schätzungen des Chefarztes eines der größten Marseiller Lazarette beträgt die Zahl der in Süd fr an kr eich liegenden Verwundeten annähernd 14/tz Millionen.
Einr Enthüttuna Herdes zum Rochette- skandal.
Kr- Genf, 20. Okt. (Ctg. Drahtbericht. zb.) Herve macht in der Zeitung „La Bntorre" die sensationelle Enthüllung, er habe persönlich der» Bankier Röchelte, dessen Schwindelgrün- dungen einen großen parlamentarischen Instijskanda! vor dem Kriege verursacht batte und der dann spurlos verschwinden konnte, falsche Papiere veischaift, damit er sich zu dem Heeresdienst anwerben lassen konnte.
Die Ein- und Ausfuhr Frankreichs.
W. T.-B. Bern, 19. Okt. Nach der amtlichen französischen Hrndelsstatistjk wurden im September Waren im Werte von 1687 Millionen Franken eingesührt, während die Ausfuhr rund 408 Millionen erreichte. Die Einfuhr sank im Vergleich zum Vormonat um 383 Millionen Franken. Dagegen ist die französische Handelsanterbilanz für da» laufende Jahr, die Ende August 9015 Millionen betrug, mit September auf 10324 Millionen gestiegen.
Dichtung und Wahrheit.
W. T.-B. Berlin, 20. Okt. (Amtlich.)
Feenzös,scher Heeresbericht vom 13. Oktober, nachmittags:
„Luftkrieg: Eine französisch-englische Gruppe von 40 Flugzeugen beschoß die Mauser- Werkstätten in Oberndorf am Neckar. 4340 Kilogramm Geschosse wurden abffeworfen und ihr Einschlagen in die Ziele beobachtet. Sechs deutsche Flugzeuge wurden im Laufe der von ihnen zur Verteidigung der Werkstätten eingeleiteten Unternehmungen abgeschossen."
Amtliche deutsche Feststellung:
Bon den 40 englisch-französischen Flugzeugen haben 13 Oberndorf erreicht und etwa 60 Bomben dort abgeworfen. Die übrigen seiudlichen Flugzeuge wurden durch die Angriffe
a 'erer Flieger zerstreut und warfen ihre Bomben wahllos Wald, Wiejen and zahlreiche kleinere Ortschaften ab.
_Wiesb adener Tagküatt.
Militärischer Sachschaden ist weder in Oberndorf noch anderswo entstanden, sonstiger Sachschaden war gering. Der Betrieb der Fabrik wurde nicht gestört. Drei Personen wurden getötet, sieben verletzt; sie hielten sich im Freien aus und wurden durch Bombensplitter getroffen. Von den 40 Flugzeugen wurden durch unsere Flieger und Erdab» wehr neun abgeschosien, und zwar'
1. Forma» D. D Nr. . . Motor: 130 PS. Renault Nr. 54 394. Insassin Adjutant Baron, Flugzeugführer, Sergeant Auor« Gurrmeau, M.-G-Schütze, beide tot, abgeschosien mt Luftkamps bei Widensclen, 6 Kilometer nordwestlich Neubreisach. «
2. Farma» D T Nr. . . Motor: 130 PS. Renault Nr. 55 463. Insassen: Arniand Georges, Flugzeugführer, Crtrest Zonrn, M.-Ä.- Schütze, beide tot, abg! schossen im Lustkampf bet Jhringen, 4 Kilometer östlich Nenbreisach.
8. Biegnet D. D. Br. Nr. 534. Motor: 22g PS. Renault 4te, 5477 (12 Zulmder) Ansatz«»: Leutnant Rockey, Flug;eugsntzrer, gefangen, Sergeant Sierdcc, Bombardier, gefangen, abgeschosien nn Lnstkamps bei Oberenzen, 15 Kilometer südlich Colmar.
4. «rennet T. D. Bm. 4, Nr. 229. Motor: 220 PS. Renault Nr. 54 551. Insalseu beide tot, abgeschosien ini Lnstkamps bei Rüstenbart, 10 Kilometer südwestlich Ncubrersach.
5. Bregnct. D D Lni. 4, Nr. . . Motor: 220 PS. Renault Nr. . . . Insassen: Sergeant Boet, Fülgwugfuhrer, gesangcn, Soldat Delcrrix Bonbardrer, gefangen, abgeschosien rin Luftkampf bei Bremgarieu, 12 Kilometer nördlich Wüllheim.
6. Sepliitb D D. A 1 Nr. 9660, vollständig erhalte». Motor: Clerget 2?In, Nr. 260. Insasse: Marine-Unterleutnant Bukerwvrth, verwundet gefangen, at geschossen im Lnstkamps über Flughasen Fiiibnrg.
7. Brcguet D. D. Bm. Nr. 536. Motor' Renault Nr. 49 501. Insassen beide tot, abgeschosien im Luftkampf bei Umkirch, 6 Ktlo- m>ter westlich Freibnrg
8. Brcguet D. D. Cp. 436. Motor: Renault (12 Zylinder» S. 6 358. Intasien: Sergeant Mottay, Flugzeugfübrer, verwundet gefangen, Gest. Marchand, Bombardier, tot, abgeschossiii im Luftkamps bei Steinbach (an der Bahn Hal-lach-Lssenburg».
9. «regnet D D Nr. 9176. Motor: 226 PS. Renault
Nr. 54 281 (12 Zylinder). Insassen: Oberleutnant Newman, Flng- .zeugführer, gefangen, Unteroffizier Bwty, Bombardier, abgeschosien durch Crdabwehr bei Buggingen, 3 Kilometer nördlich Müllheim.
Bon unseren an den Luftkämpfen beteiligten Flugzeugen ging kerns verloren, kein.Insasse unserer Flugzeuge wurde getötet oder auch nur verletzt. Die Niederlage des Feindes im Luftkampf war vollkommen.
Sämtliche italienische Angriffe erneut blutig abgewiesen.
An der siebenbürgischen Front wird weitergekämpft.
Österreichisch-ungarischer Tagesbericht.
W. T.-B. Wie», 20. Okt: (Drahtbericht.) Amtlich verlautet vom 20. Oktober, mittags:
östlicher Kriegsschauplatz. Heeresfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.
An ungarisch - rumänischen Grenze wird weitergekämpft. Südöstlich vonD o r » a w a t ta wurde dem Feinde der Monte R u s u l u i entrissen.
Heeressront des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Payern.
An der Narajowka nahmen deutsche Truppen dem Feinde bei der Erstürmung einer Höhe über 2030 Gefangene und 11 Maschinengewehre ab.
Am oberste» S t o ch o d scheiterte» mehrere Angriffe.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Im Pasnbiogebiet dauern die Kämpfe fort. Nach längerer heftiger Beschießung griffen gestern, 4 Nhr nachmittags» die Italiener unsere Stellungen nördlich des Gipfels an. Wieder kam es zu erbitterten Nahkümpfen. Unter Führung ihres obersten Brigadiers Ellison schlugen die tapferen Tiroler Kaiserjäger des 1., 3. und 4. Regiments sämtliche Angriffe erneut blutig ab. Alle Stellungen blieben in ihrem Besitz, über 100Jtaliener wurde» gefangen genommen.
Durch starke Artillerie unterstützt griff an der F l e i m s- talfront ein Alpinibataillon die Forcella-di-Sadole und den kleinen Cauriol an. In unserem Maschineugewehrfeuer brach der Angriffzusammen.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Höf er, Feldmarschallcutnant.
Ans den verbündeten Staaten.
Der Hochverratsprozesr gegen Ghenadiew.
W. T.-B. Budapest, 20. Okt. Der „Pester Lloyd" berichtet aus Sofia über den Hochverratsprozeß gegen Ghenadiew und Genossen. Die Anklage lautete auf Hochverrat, dadurch verübt, daß Ghenadiew durch.Vermittlung' DecloziLres 2 0 Millionen Franken erhalten hat, um einen Umschwung zugunsten der Entente herbeizuführen. Die Verhandlung dauerte sechs Wochen. Ghenadietv soll sich überaus geschickt verteidigt haben. Der Staatsanwalt, Oberstleutnant Markow, änderte die Anklage d-ihin ab, daß sie nur auf Bestechung lautet. Das Urteil, Vas für Freitag, spätestens Samstag erwartet wird, wird, da es sich um ein Militärgericht handelt, sofort Rechtskraft erlangen.
Der Krieg über See.
Englischer Bericht aus Oftafrika.
W. T.-B. London, 20. Okt. (Reuter ) Die belgischen Truppen in Ostafrika unter dem Befehl von Tambour halten jetzt den Teil westlich der Zentraleisenbahn vom 3 anganjika-See nach Tabora und in einem Abstand von 65 Kilometer östlich von diesem Ort besetzt. Der Feind zerstörte auf dem Rückzug »amtliche Brücken, aber die Belgier schafften Material vom Kongo über den Tanganffka-See nach Äigoma und nahmen Ausbesserungs- arbeiten vor. Nach den letzten Meldungen ist der Eisenbahndienst aus einer Strecke von 80 Kilometern wieder ausgenommen. Die Linie Tanganjika-See-Tobora wird in kurzer Zeit wieder eröffnet. Die Deutschen beschädigten auch die Linie von Tabora zum Meer stark und zerstörten wichtige Brücken. BiS zur Wiederherstellung der Linie richteten die Engländer dort einen Automrbildienst enr. Nördlich der Zen- troleisenbahn befindet sich kein Deutscher mehr. Der Feind
Morgen-Busgavc. Erstes Blatt. Nr. 509 *
ist gleichfalls von den Ufern des Viktorw-Nyaffa- und Ta ganjika-Sees vertrieben. Die Zahl der dort zurückgebliebenen Deutschen wird auf etwa tausend geschützt Dre Deutschen flüchteten bei Annäherung der siegreichen alliierten Truppe" in Richtung Neuirtnga unb sind jetzt in der Gegend von M e h a n g i versammelt.
Die Neutralen.
Eine noch ungelöste Frage.
(Drahtbericht unseres S.-Sonderberichterstatters.)
8. Stockholm, 20. Okt. (zb.) Die Frage der Neu-, besetzung des schwedischen Gesandtschaftspostens in Berlin ist noch immer nicht gelöst. Die Nachricht der Goeteborger Zeitung „Morgenpost", daß Landeshauptmann Trolle erklärt hat, er werde den Gesandt-, schaftsposten übernehmen, soll nach zuverlässigen Informationen des Stockholmer „Aftonblaaded" nicht zutresfen. Die Angelegenheit sei noch nicht so weit vorgeschritten. . Die angegebene Lösung der Frage würde zwar allgemein befriedigen, doch beständen Schwierigkeiten einen geeigneten Nachfolger in der Handelskommission zu finden.
Eine Geldstrafe wegen Beleidigung des deutschen Konsuls im Haag.
Haag, 19. Okt. Das Mitglied der Zweiten Kammer T e r s p t l l wurde wegen Beleidigung des deutschen Konsuls Karl Gosch, auf dessen Namensschild ec das hier übliche Schimpfwort für die Deutschen „Mos" geschrieben hatte, za 10 0 G u l d e n G e l d st r a s e oder 5 Tagen Arrest verurteilt
Eine Konferenz in San Sebastian.
Br. Genf, 20.1 Okt. (C'ig. Drahtbericht. zb.) Große Bedeutung legen Madrider Depeschen der Pariser Blätter der Konferenz bei, die unter dem Vorsitz König Alson s in San Sebastian stattfindet. Es nehmen daran teil: Romanones, der sich mit dem König eigens nach San Sebastian begab, die spanischen Gesandten aus Paris, Petersburg, Rom, sowie mehrere andere diplomatische Vertreter Spaniens.
Deutsches Reich-
Hauplausfchutz des Reichstags.
Die Aussprache über Ernährungsfragen.
W.T.-B. Berlin, 20. Okt. (Drahtbericht.) Der Haupt- ausschuß des Reichstags setzte heute die allgemeine Aussprach« über Ernähruugsfcagen fort. In Beantwortung der Red« eines sozialistischen Abgeordneten führte Herr v. Batocki aus, in den letzten Wochen seien in Preußen täglich 50A Waggons Kartoffeln, die höchst mögliche Zahl, zur Verladung gelangt. So werde in wenigen Tagen der nur in einigen Orten hervorgetretene Kartoffelmangel beseitigt sein. Fm eine Beschlagnahme des im Konsum sich befindlichen Schnapses könne er sich nicht ohne weiteres aussprechen in Rücksicht auf die Versorgung der Bevölkerung. Die gleiche Mäßige Fett- und Fleisch zuteilung werde in kürzestes Zeit durchgeführt sein. Den Schwerarbeitern werde eine größere Ration von Fett, 125 Gramm pro Kopf und Woche, zugeteilt.
In der Fortsetzung der Debatte gab Staatssekretär Dc Helsferich Angaben über die Sterblichkeit. Du Ziffern bewegen sich von 1911 bis 1916 auf 14,0 bis 19,7 pro Tausend. Das Jahr 1916 zeigt in den ersten sieben Monaten 16,0. Die Kindersterblichkeit bewege sich in ab* steigender Richtung. Präsident b. Batocki stellte für 1. Dezember 1916 eine Art Volkszählung in Aussicht; durch die auch festgestellt werden soll, woher es komme, das nach der Zahl der ausgegebenen Brotkarten die Bevölke rungszahl 4 Millionen Menschen m e h r betrage als nach de« Statistik nachgewiesen sind.
Line Neuerung im Auswärtigen Nmt.
Major Dentelmofer übernimmt die Leitung des Nachrichtendienstes.
W.T.-B. Berlin, 20. Okt. (Drahtbericht.) Nach Vereinbarung mit der Obersten Heeresleitung steht das Ausscheiden des Majors Deutelmoser, Chef des Kriegspresseamtes, aus dem militärischen Dienst und-sein Eintritt in das Auswärtige Amt bevor. Hier wird Deutelmoser sich, wie wir bören, zunächst mit den Geschäften der Nachrichtenabteilung unter Leitung eines Ministerialdirektors vertraut machen, um später dessen Nachfolger zu werden.
I*. Bersin, 20. > Okt. (Erg. Drahibericht. zb.) Die vorn Wolfffchen Telegraphenbureau verbreitete Mitteilung, das der bisherige Leiter des Kriegspresseamts Major D e u t e l m o s e r aus dem militärischen Dienst ausscheideN und in das Auswärtige Amt eintreten wird, bedeutet eine sebr große Neuerung in den Gepflogenheiten unseres so exklusiven .Diplomatenhauses. Ministerialdirektor^ Dr. Ham man w der sein Nachfolger eine Weile in die Geschäfte der Nachrichtenabteilung einführen soll, wird sich ferner seit einiger Zeit angegriffenen Gesundheit entsprechend zurückziehen. Die Ge, rüchte von diesem Rücktritt waren schon des längeren tm Umlauf. Wirklicher Geheimer Legationsrot Hammonn, vormals Mitarbeiter der „Schlesischen Ze-tung". war in das Auswür« tige Amt berufen worden, als man dort die.Wieder: a n k n ü p f u n g d e r B e z i e h u n g e ri mit der Presse, die unter Caprivi fast völlig akgebrochen worden waren, fÄ nötig hielt. Es vergingen Jahre, ;n denen der Entschluß reiste, die Piesseabteilnng selbständig zu machen mil Hammann an ihre Spitze einzustcsten. nachdem er unter dein Fürsten Bülow und dem jetzigen Reichskanzler wichtig« Dienste geleistet hatte. Die Berufung des Majors D e u t e l m o s e r, eines unserer befähigt st en Generalstäblers, sätzt darauf schließen, daß dem AuS> wärtigen Amt frisches und starkes Blut Angeführt werden soll ES ist nicht anzunehmen, daß ein so tätiger und befähigte Mann, mit dem die Heeresleitung. wie e-- schc»:en will, au< nicht ganz die Beziehungen verlieren will, da sie in mehr als zwei Jahren seine ebenso von der P r e s s e sehr h o «h e-ngeschätzten Kraftproben kannte, sich mit beW >hm ohne jede diplomatische Lausbahn zugewiesenen Postsß und den bisher im Amt zugeb.lligten, ncch immer beschrän ten Funktionen begnügen lvird. Die Nochrichteiistelle de Auswärtigen Amts hing etwas in bei' £uft, hatte bei werten nicht die Grotzzügigkeit der gleichen Abteilungen in den AuH»
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