Einzelbild herunterladen
 

Wiesbadener Tsgblsit.

Verlag Langgafse 21 15 HUSQObClL ,.T»g»l-«i»«»s" Nr. «sso-ss.

Lvomenrncq „ n^aHvvi« B»n 8 Uhr morgeni bis 7 Uhr -Bends. außer Sonntag-.

tzchalter-Hxlle geHfuet #on B Ott morgens bis 7 Utjc »Bends.

fnt Beide Aus»-Ben: Ml. t- monatlich. Ml. 3.-- viertclj-tBrlich durch den «erlag Langgchle " ohne Bringerlodn ^ Ml «05 tierteljährlich durch alle deurjchen Posl-av-lt-u. aus»lie^,ch Beitellaeld - Bezngs - Bestellungen nehmen augerdem entgegen: m Wiesdaden die zireiqftekle »>s- marikrina iS iowie die LusaaBektellen in allen Teilen der Stadt: tn Biedrich: die dorr,gen An»> gadeslellen und in den benachbanen Laudorren und im Rheingau die Betreffenden TagBlatt-Träger.

„TagBlatihauS" Rr. 6650-53.

Bon 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonntags.

Anseiaen-Preis für die Zeile: 15 Psg. für örtliche Anzeigen im „Arbeiismarkt" und „Klemer Anzeiger" in einheitlicher Satzform: Ä)Psg. tn daoon abweichender Satzaussührung. sowie für alle übrigen örtlichen Anzeigen: 8« Psg. für alle auswärtigen Anzeigen: 1 Sit für örtliche Rcliamen: 2 MI. ntr auswärtige Reklamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchlaufend, nach besonderer Berechnung. — Bei wiederholter Aufnahme unberändetter Anzeigen in kurzen Zwi'chenräumen entsprechender Nachlaß.

> »7* Für die Ausnahme oon Anzeigen an oorgeschrjebenen

Anz->gcn-Aniiahme^Für^meA^end-Äusg^ch^l 2 lUn, Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin «1., Potsdamer Str.121 R. Feruspr.: Amt Lntzvw 6202 « 6203. Tagen m,d Plätzen wird keine Gewähr übernommen.

Mittwoch» 18. G Klober 1916.

heftige Kämpfe an der §smme.

Feindliche Angriffe gescheijtertt Fünf feindliche Flugzeuge abgefchoffen.

Lin neuer russischer Vorstotz abgeschlagen.

2 Offiziere, 330 Mann gefangen genommen. 12 Maschinengewehre erbeutet.

ver Tagesbericht vom 18. Oktober.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 18. Oktober. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht

Der Artilleriekampf erreichte besonders nördlich der Somme in breiten Abschnitten beträchtliche Stärke.

Zwischen Les Sars nnd Gueudecourt griffen die Engländer, von Lesboeufs bis Rancourt die Franzosen, «bends an. Unser Vernichtungsfeuer auf die gefüllten Sturmgräben des Feindes brachten den Angriff beiderseits Eaucourt-L'Abbape im Enrstehen zum scheitern, bei Gueudecourt kam es zu heftigen Nahkämpfen, in denen unsere Stellungen »ollbehauptet wurden. Die auS der Gegend von Morval nnd Rancsurt vorbrechenden Frailzofe» wurden nach hartem Kampfe abgewiesen, in Saillh ist der Gegner eingedrungen. Der Kampf ist dort noch im Gange. Seitlich der Hauptangriffswellen bei Thiepval- Conrcelette und BouchaveSnes brachten Borstöße den An­greifern keinerlei Erfolg.

Fünf feindliche Flugzeuge nnterlagen im Lnftkampf. r

Heeresgruppe Kronprinz.

Auf dem östlichen Ufer der Maas rege Feuer- tätig k e i t.

Östlicher Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Papern.

Nach dem verlustreichen Scheitern der starken J.-rfan- terie-Angriffe gegen die Front westlich von Luck beschränkte sich dort der Feind auf lebhaftes A r t i l l e r i c f e u e r.

Gegen die österreichisch-ungarischen Stellungen bei Zwyzin (nordwestlich von Zalocze) angreifendr Infanterie wurde unter starken Verlusten durch Feuer in ihre Gräben zurücktrieben.

Auf dem westlichen Narajowka-Ufer, südwestlich von Herb.itow, stürmten nach ausgiebiger Artillerie- Wirkung bayrische Bataillone einen russischen Stutzpunkt und brachten 2 Offiziere, 3 5 0 M a n n und 12 Maschinengewehre ein.

Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.

jt. 2l:> der Bistrica Solominkka scheiterten An­griffe gegen unsere vorgeschobenen Stellungen. In den Karpathen lag die Lndowa-Höbe unter starkem Geschütz- feuer, im Kirlibaba-Abschnitt wurden' Vorstöße zuriick- gewiesen.

Kriegsschauplatz in Siebenbürgen.

Die Gesamtlage hat sich nicht geändert.

Balkan - Kriegsschauplatz.

Mazedonische Front.

Gesteigertes Artilleriefeuer leitete westlich der Bahn Vitoly-Florina sowie nördlich und nordöstlich der Nidze- P l a n i n a feindliche Teilangriffe ein, die mißlangen.

Ein bulgarischer Vorstoß säuberte ein Serbennest auf dem nördlichen Ufer der Cerna.

Der erste Gcneralqnartiermeister: Ludendorff.

Die militärische Lage.

(VonunsererBerlinerAbteilung.s

L. Berlin, 18. Okt. (Eig. Drahtbericht. zb.) Im Westen gab es gestern nördlich der Somme mit sehr starken Kräften gebührte französische Teilangriffe, denen es nach großer Artillerievorbereitung gelang, an einer Stelle in einen Teil des Dorfes Saillh vorzudringen. Sailly liegt etwa IN Kilometer nördlich von Peronne, 123 Meter über dem Meeresspiegel. Die Karte zeigt, daß von da an östlich das Gelände weiter langsam ansteigt. Die Feinde scheinen also Wert darauf zu legen, im Zentrum dieses Angriffsbogens etwas weiter vorzukommen, was ihnen aber unter gewiß nur großem Einsatz nur in bescheidenstem Maße möglich war. An der übrigen Westfront zunehmende Artillerietätig­keit und vermehrte Fliegertätigkeit. Abermals bewarfen feindliche Geschwader französische und belgische Orte hinter unserer Front mit Bomben, die unter den Einwohnern Opfer forderten.

Im Osten beschränkten sich die Russen, nach dem mit schweren Verlusten bezahlten Massenangriff vom 14. Oktober im Raume westlich von Luck, auf Artilleriefeuer. Die Armee gfotiWt brachte gestern einen neuen r u s s i s ch e u B o r st o ß

5lbend-klusgabe.

zum Scheitern. Hatte dort schon unser Gegenstoß dem Feinde Gelände in 2 Kilometer Breite und 1 Kilometer Länge entriffen, so vollendete gestern noch ein schneidiges Angriffs- Unternehmen bayrischer Truppen die feindliche Schlappe: Die Bayern brachten mehrere Hundert Gefangene ein. Aus den Karpathen und von der ficbenbür gischen Front sowie den anderen Fronten keine wesentlichen Er­eignisse.

wir und Norwegen.

O Berlin, 17. Oktober.

Wenn unsere Regierung ein Weißbuch über unsere Beziehungen zu Norwegen während des Krieges her­ausgeben wollte, es müßte eine merkwürdige Lektüre sein. Vielleicht bekommen wir ein solches Weißbuch noch in die Hand. Grund genug bietet sich dar, unser stärk­stes Interesse daran zu erwecken, wie es dazu gekom­men ist, daß dieser nach Bevölkerung kleinste L>taat unter den europäischen Neutralen eine Haltung zu uns einnimmt, bei der man von Neutralität jcf)cn gar nicht mehr, von ofsener Feindschaft bereits ohne Übertreibung sprechen kann. Was sich Norwegen am 13. Oktober geleistet hat, das übertrifft jede Grenze des noch allenfalls Zulässigen oder mit Schonung zu Behandelnden. Die königliche Verordnung von lenem Tage, die unseren Unterseebooten alle norwegischen Häfen schließt, ist der stärkste Verstoß gegen alles Völkerrecht, den sich m diesem Weltkriege jemals eine Regierung herausgenommen hat, sie ist eine liebedienerische Unterwerfung unter das Geheiß Englands, das mit seiner bekannten brutalen Unbekümmertheit um Recht und Gesetz und mit geradezu erstaunlicher Naivität einfach gefordert hat, den Unterseebooten dürfe nirgends auch nur für 24 Stunden der Aufenthalt gewährt werden. Der sonderbare englische Hochmut bringt es in diesem Falle, wie so oft, fertig, solche Forderungen unverzüg­lich in das Gewand einer neuen Rechtsverbindlichkeit zu kleiden, und weil das u n v e r s ch ä m t e An s i n n e n gestellt wird, ist es nach britischer Auffassung auch schon allgemein gültig. Soweit wollten sich die Neu- traten in beiden Erdhälsten aber doch nicht demütigen, um sich in diese Verhöhnung des internationalen See- rechts zu schicken, nur Norwegen hat sich gefügt, und es hat damit eine so unfreundliche Handlung begangen, daß wir uns nicht mehr fragen müssen, ob wir ihr zu begegnen haben, sondern nur das Wie unserer Berget- tung kann in Frage kommen. Möglich, daß die Zelt naht, wo die Geschichte unserer Beziehungen zu diesem Staate durch die Veröffentlichung diplomatischer Ak­tenstücke in die zutreffende Beleuchtung rückt; wir wer- den alsdann wohl erfahren, mit welcher Geduld hier eine unaufhörliche Reihe von norwegischen Anpassun­gen an die englischen Interessen ertragen worden ist, wir werden zu hören bekommen, was man bei uns auf die Vermietung zahlreicher großer nor­wegischer Schiffe gesagt und getan hat und mit welchen fadenscheinigen Rechtfertigungsversuchen die Herren in Christiania diesen Schritt erklärt haben, der allein schon genügt hätte, die Behauptung von der Wahrung der norwegischen Neutralität hinfällig zu machen. Daran jedenfalls ist kein Zweifel zulässig, daß die königliche Verordnung vom 13. Oktober von Berlin aus mit der erforderlichen Bestimmtheit behandelt worden ist. Wir brauchen uns diese Durchbrechung des Völkerrechts nicht gefallen zu lassen, und wir werden es auch nicht tun. Wenn die norwegische Re gierung so übel beraten war, daß sie unseren Untersee­booten ihre Küsten sperrt, wozu sie nicht das ge­ringste Recht hat, so muß sie sich auf die ent­sprechenden Folgen gefaßt machen. Das ist denn also das germanische Volk, deni wir mit übel angebrachter Sentimentalität so lange unsere besondere Zuneigung geschenkt hatten, das sind die echten Wikinger-Söhne, die, um sich das Geschäft nicht verderben zu lassen, nicht bloß mit ihren kaufmännischen Gemütern für den Vergewaltiger aller Mittel- und Kleinstaaten, für England, Partei nehmen, sondern diese Parteinahme auch durch gröbliche Akte der herausfor­dernden Feindseligkeit gegen uns betätigen! Und dabei merken die Norweger anscheinend nicht, daß sie, indem sie sich englische Fußtritte mit Begier und Begeisterung verabreichen lassen, als freiwillig-unfrei­willige Opfer britischer Kurzsichtigkeit nur in die russische Sklaverei h i n e i n g e r.a t e n. jDemi so lieat es doch am letzten Ende, daß ein geschwächtes, aedemütigtes, sich selbst preisgebendes Norwegen eine re tf e .Frucht für russische Begehrlichkeit werden wird. Auf N a r w i k hat es die ansareisende Politik des Zarenreichs abgesehen, diesen wichtigen eisfreien Hafen will sie irgendwie in ihre Gewalt bekommen. Wenn wir Deutschen es uns überlegen, wie wir mit Rußland zu einer Verständigung gelangen könnten, so müßten wir schließlich finden, daß unser Interesse an der Fern- ‘ Haltung des östlichen Nachbars von jener Ausgangs

Nr. 504. . 64. Jahrgang.

Pforte in das Weltmeer nicht größer zu sein braucht als das Interesse Norwegens selber an der Bewahrung einer Unabhängigkeit. Würde England es ertragen, daß Narwik russisch wird, dann könnten wir es Wohl auch ertragen. Aber es ist ein unverdientes Glück für Norwegen, daß die Narwikfrage zugleich eine schwedi- che Frage ist, und hauptsächlich diesem geographisch- lolitischen Umstande, den wir durchaus zu berücksichti­gen haben, wird es Norwegen verdanken, wenn wir aus den Verhältnissen, wie sie Unvernunft und Feind- schaft dieses Landes jetzt geschaffen haben, die letzten Folgerungen doch nicht ziehen. Vielleicht pocht man darauf in Christiania, vielleicht nimmt man sich so viel heraus, weil man sich sagt, daß wir im eigenen Inter­esse Schonung üben werden. Inzwischen handelt es sich jedoch um den gegenwärtigen Zustand und um die un-. mittelbare Frage des Tages, also um die V e r o r d- nung vom 13. Oktober, die, mag später mit Nor­wegen werden, was will, durchaus nach unseren Be­dürfnissen geordnet werden muß. Die Norweger sollen erfahren, daß sie sich gehörig täuschen, wenn sie glau­ben, ihre Schiffe unseren Feinden zur Verfügung stel­len zu können, ohne die entsprechenden Wirkungen zu erleiden. Sie leben in dem sonderbaren Irrtum, daß diese einseitige Begünstigung Englands ihr unveräußerliches Recht sei: die Tätigkeit unserer

Tauchboote im Eismeer hat ihnen schon gezeigt, daß wir uns erlauben, eine abweichende Meinung zu haben, und wenn sie noch immer nicht auf die Stimme der Warnung hören wollen, so bleibt nichts übrig, als sie die Folgen ihres Tuns noch stärker fühlen zu lassen. Die wunderliche Drohung mit der Erbitterung der norwegischen Volksseele über uns schreckt uns ja nicht, sie beweist höchstens, was für gelehrige Schüler englischer Heuchelei dies schlichte Volk von Hirten und geriebenen Geschäftsleuten ist. Von dieser Sorte von Neutralen haben wir genug und übergenug. .

•

Die Meinung in Dänemark.

W. T.-B. Kopenhagen, 17. Okt. Die dänische konservative Provinzpresse veröffentlicht einen gleichlautenden Artikel über die Haltung Norwegens gegenüber Deutschland, in dem es u. a. heißt: Die Norweger gebrauchen heftige

Worte. Man ist sogar so weit gegangen, zu fordern, die norwegische Regierung solle Deutschland mitteilen, wenn die Torpedierung nicht aufhöre, würde alle Ausfuhr nach Deutsch­land gesperrt werden. In Norwegen sowohl als auch in cnderen kleinen Ländern sollte man an das denken, was die Folge davon sein würde. Es ist nämlich Tatsache, daß ebenso wie Norwegen auch andere kleine Staaten in unendlich hohem Matze von der Zufuhr aus Deutschland abhängig sind. Wenn Norwegen den Schlüssel umdrebt, tut Deutsch­land dasselbe und setzt sodann den Handelskrieg vielleicht noch rücksichtsloser als bisber fort. In dem Augenblick, wo Deutschland den Schlüssel umdreht, müßte eine große Anzahl norwegischer industrieller Unternehmungen sofort den Betrieb ein st eilen. WaS würde man dabei erreichen? Deutschland hat ja bewiesen, daß es sich Ersatzmittel schaffen kann für alles, was man ibm nach und nach entzogen hat. Für Norwegen ist daher nichts anderes zu tun, als so wenig großsprecherisch wie möglich aufzutreten. — Das Blatt ..Socialdemocraten" sagt im Anschluß hieran: Diesen nüch­ternen Worten können wir ganz zustimmen. — „Tidens Tegn" versichert, daß die kriegfiihcenden Mächte immer mehr Ein­fluß in Skandinavien gewinnen und die Entente den Ring um Deutschland auch gegen Norden schließen will. Unter diesen Umständen ist eine vorsichtige, kluge und subtile Politik in Dänemark setzt von größerer Bedeutung denn je.

Oer Arieg Numäniens.

Umbildung des rumänischen Kabinetts.

Marghiloman zum König berufen.

Berlin, 18. Okt. Um ein Konzentrations- Ministerium zu bilden, verhandelt Bratianu mit den Chefs aller Parteien. Diese Verhandlungen entsprechen nach Meldungen verschiedener Blätter den Wünschen der Entente- diplomatie. welche Bratianu, wenn auch mit verringerter Macht, an der Svitze der Regierung erhalten will. — Der seit Kriegsausbruch fern von Bukarest lebende Oppositionsführer Marghiloman soll telegraphisch znm König gebeten worden sein. - Im Garten der deutschen Gesandtschaft in Bukarest sollen einige Kisten mit Sprengstoff gefunden wor­den sein.

Lügenhafte Äußerungen eines rumänischen Diplomaten.

ur r B Sofia, 18. Okt. (Elg. Drahtbericht, Die Bulgarische Telea'.ciphcnagcntur erklärt: Die bulgarisch« Öffentlichkeit nimmt die Äusi'amocn des ehemaligen rumänischen Gesandten in Sofia, Dernssi die er den Vertretern russischer Zeitungen gegenüber über die Lage in Bulgarien getan hat, mit Verachtung auf. Die Erklärungen werden als historische Lugen eines Diplomaten an- ge'ehen, der sich bemüht, seine Mißerfolge zu verschleiern und der den fürchterlichen Eindruck nicht verbergen kann, den der Nreber- hruch seines Heimatlandes aus ihn gemacht hat.