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Montag» 16. Oktober 1916.
Morgen-Ausgabe.
Nr. 499. ♦ 64. Jahrgang.
Auf allen Konten starte feindliche Angriffe.
Die eherne Mauer. Zurückeroberung der Kuppe Smotrec in den Karpathen.
Erfolgreiche Kämpfe mit rumänischen Nachhuten.
ver Tagesbericht vom 16. Oktober.
W. T.-B'. Großes Hauptquartier, 15. Oktober. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Starker Artille.riekampf beiderseits der Somme, der sich über die Ancre nach Norden ausdehnte und zwischen Courcelette nnd Rancourt sowie an der Front Barleux-Ablaincourt größte Heftigkeit erreichte. Englische Angriffe führten nördlich von T h i e P v a I zum Handgemenge in unseren Linien; an einer Stelle setzte sich der Feind fest, sonst ist er überall mit schweren Ber ^ lüsten zurückgeworfen. In der Gegend von Lesboenss wurde der Gegner a b g e w i e s e n. — Die Franzosen griffen zwischen B a r l e u x und Ablaincourt an; sie haben im Dorf und in der Zuckerfabrik Geuermont Fuß gefaßt, im übrigen wurden sie z u r ü ck g e s ch l a g e n. Der Südteil von Ablaincourt ist in unserem Besitz.
Heeresgruppe Kronprinz.
Zeitweise starkes Artillericfeuer östlich der Maas.
Lstlicher Kriegsschauplatz.
An der Front westlich von L u ck hielt die g e st e i g e r t e Gefechtstätigkeit an. Starkes Artilleriefeuer, das sich rtwa auf die Front von Siniawka (am Stochod) bis östlich von Gorochow erstreckte, leitete russische Angriffe ein, die gestern auf das Waldgelände von Z-iturch und die Gegend von Bubnow beschränkt blieben und abgeschlagen wurden.
Auch zwischen den von Pluhow und Rohatyn nach Tar- napol führenden Bahnlinien und an der Naraiowka wurde es lebhafter.
In den Karpathen gewannen wir die am 21. Sept. verlorene Kuppe Smotrec zurück. Im Kirlibaba- Abschnitt erlangten österreichisch-ungarische Truppe» im Angriff Borteilc und nahmen 444 Mann gefangen.
Kriegsschauplatz in Siebenbürgen.
An der Ostfront erfolgreiche Kämpfe mit feindlichen Nachhuten.
An den Grcnzpässen des Burzenlandes keine wesentliche Veränderung.
Beiderseits des Szurduk-Passes wurden rumä- vffche Angriffe abgeschlagen; von dem vorgestern besetzten Teil des Kammes ist der Gegner wieder vertrieben.
Balkan - Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.
Unverändert.
Mazedonische Front.
Starke feindliche Angriffe sind westlich der Bah» Monastir-Florina gescheitert. Angriffsversuche östlich der Bahn wurden niedergehalten. Andauernde Kämpfe im Cerna-Bogcn ohne Veränderung der Lage.
Der erste Generalquartiermeister.
Ludendorff.
Auf dem italienischen lkriegrschauplatz nur geringe Sefechtstätigieit.
Österreichisch-ungarischer Tagesbericht
W. T.-B 1 . Wien, 15. Okt. Amtlich verlautet:
Östlicher Kriegsschauplatz.
Südlich von H a t s z e g (Hötzing) habe» unsere Truppen m erbitterten Kämpfen den G r e n z k a m m in ganzer Ausdehnung behauptet.
Südlich und östlich von Brasso (Kronstadt) trat gestern 'eine wesentliche Änderung ein.
Im östlichen Grenzraum Siebenbürgens werden nunmehr n» Gyergyo-Gebirge schmale Landstriche vom Feinde gesäubert.
Östlich von Kirlibaba gewannen unsere Truppen >m überraschenden Borstoß G e l ä n d e und brachten 3 russische Offiziere, 443 Mann und ein Maschinengewehr ein. Deutsche Bataillone nahmen die Höhe Smotrec wieder in Bestv. Südöstlich des P a n t y r - S a t t e l s wurde ein russisch e r Borstoß abgeschlagen.
In Wolhynien neuerliches Anschwellen der russischen Kampftätigkeit. Auf breiten Frontabschnitten laq de» ganzen Tag über schweres russisches Geschützfeuer. Stellenweise brach auch Infanterie aus den feindliche» Gräben vor, die ober uirgends bis a« unsere Hindernisse zu gelangen vermochte.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Die Gefechtstätigkeit blieb im allgemeinen gering.
Im Görzischen griffen die Italiener heute früh unsere Stellungen auf den Höhen östlich von S o b e r an. Dieser Borstoß brach teilweise schon in unserem Artilleric- feuer zusammen, teilweise wurde er im Handgemenge abgewiesen.
Östlich von Trient wurde ein feindlicher Farman im Luftkampf abgeschoffen.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Aus Albanien ist nichts zu melden.
Der Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabcs: v. Höf er, Feldmarschallcutnant.
Der faule Sauber in Asquithr und Lloyd Georges Reden.
W.T.-B. Berlin, 15. Okt. Die „Norddeutsche All- gemeine Zeitung" schreibt über A s q u i t h und Lloyd 03 e o r g er
BlS der englische Kriegsminister seine letzte Unterredung mit den: amerikanischen Korrespondenten
Howard veröffentlichen ließ, erhoben sich in England einige Stimmen, die Lloyd Georges Sprache als unzeitgemäß tadelten. Im Unterhause ist diese Unterredung nun auch zur Sprache gebracht worden, und der englische Minister hat die bemerkenswerte Erklärung abgegeben, daß er nicht nur seine eigene Meinung ausgesprochen habe, sondern die Meinung des Kabinetts, des Kriegsansschusses. der militärischen Berater und sämtlicher Alliierten.
Ob die letzteren wirklich restlos mit jener Unterredung einvei standen sind, mag eine Frage iür sich sein. Wenn Lloyd George dem amerikanischen Zeitungsmann versichert hat, Frankreich werde bis zum Ende kämpfen und R u tz l a n d werde bis zum Tode durchhalten, so erwarten wir Widerspruch weder von Frankreich noch von Rußland. Ob man aber in. Baris und in Petersburg gerade angenehm davon berührt gewesen ist. daß Lloyd George in dieser Weise als Wortführer anstrat und jeden Widerspruch gegen seine Äußerungen durch seine Erklärung im Unterhause kurzer Hand abge^chnitten hat. das mögen die Bundesgenossen miß Herrn Lloyd George auszumachen juchen, der ihnen gegenüber immer mehr in die Rolle eines Lord-Protektors hineinwächst.
Uns interessiert in den Reden und Äußerungen der englischen Staatsmänner etwas anderes. Zunächst der völlige Gegensatz zwischen den militärischen Tatsachen und ihrer Schilderung der Lage Herr Asguith hat in dieser Beziehung keinen guten R u f. Als er im Unterbaust seinerzeit die mesvpotami- sche Expedition als eine der bestgeleiteten Unternehmungen rühmte, war bereits der Zusammenbruch in feinen Anfängen zu erkennen, der dann zu der .Kapitulation von Kut-el-Amara führte, und heute, während in der Dobrudscha und in Siebenbürgen das Schicksal der rumänischen Heere bereits entschieden ist, spricht er noch von der Offensive der Saloniki- Armee, deren Ziel es sei, ihre Tätigkeit mit den rusii- sichen und rumänischen Truppen in Siebenbürgen und der Dobrudscha zu vereinigen. Sollte Herr Asguith noch jetzt, worüber er früher zu klagen gehabt hat, von der militärischen Leitung über die wirklichen Vorgänge im Unklaren gelassen werden, so hätte dach wirk- Udj auch für ihn das Studium der Kriegskarte genügen können, um ihn von der Aussprache so handgreiflicher I r r t ü ui e r zurückzuhalten. Aber er muß ja wissen, was er dem rumänischen Bundesgenossen an Hohn, dem englischen Unterhause an militari- s ch c in Unsinn bieten darf. Seine sonstigen Angaben über die Kriegslage stehen auf gleicher Höhe.
An: Schluß seiner Rede kommt dann die Übe r- r a s ck> n n g Da läßt er die Maske des lächelnden Optiniismus sollen. Wenn alles io schön steht, wie ex lagt, mußte er von seinen Hörern die Frage erwarten, waruni er denn nicht schleunigst den Erfolg durch Frie- densschluß einheimsen wolle, Und da kann er mit der Wahrheit nichts zuxückhalten. Die Dinge stehen so, daß Asguith von einem Abschluß in diesem Augenblick nur ein entehrendes Kompromiß, ein Flickwerk erwarten kann Damit befindet er sich ganz und gar in Übereinstimmung mit Lloyd George, der dem Unterhauie erklärte, eine Intervention in diesem Augenblick würde der Triumph Deutschlands und das Verderben für England sein. Mir diese Offenheit wider Willen sind wir den beiden Ministern inlmerhin dankbar. Es wi>'d damit aus deni Munde unseres erbittertsten Feindes zugegeben, worüber bei uns ein Zweitel nicht bestand: die Kriegslage ist nach wie vor so schlecht für England und seine Verbündeten, daß wir allen Anlaß haben, zufrieden zu sein.
Noch ein anderes miissen wir aber aus den englische» Ministeräußerungen festhalten. Lloyd George hat es in seiner Unterredung erneut ohne Umschweife ausgesprochen, daß der Krieg bis zur endgültigen Entscheidung durchgekämpft werden müsse, bis dem „p r e u- ßIschen, Militarismus" das Rückgrat ge- krochen sei, und im Unterhaus hat er, ohne Wider- spruch zu finden, Asguith als Zeugen dafür aufgerufen, daß er in seiner Unterredung nur wiederholt habe, was bereits von Asguith häufig erklärt worden sei. Das ist also ohne Einschränkung der Vernichtungswille. Wenn Asguith am Schlüsse seiner Rede sich in allgemeinen Wendungen bewegt so kann uns das über die Absichten der englischen Machthaber nicht täuschen. Lloyd George hat sie ausge- sprochen, unzweideutig, klar, herausfor- dernd. Er ist der Herr im englischen Kabinett. Wi* wissen, woran wir uns zu halten haben.
Oer Krieg Rumäniens.
Die Wegfegung des Feindes vom Boden Siebenbürgens.
Budapest, 15. Okt. Am 10. Oktober, nach der Wieder- istnnahme Kronstadts, erließ General v. Falkenhayn folgenden Armeebefehl: „In 14tägigem Siegeszug haben die mir unterstellten Truppen die erste und zweite rumänische Armee, von denen jede der Kopfzahl nach unseren gegen sie angesetzten Kräften stark überlegen war, vernichtend geschlagen und zersprengt. Hell leuchtet für alle Zeiten der Ruhm der Tage bei Hermannstadt und vor dem Roten-Turm- Patz, am Geisterwald und bei Kronstadt, an der Oboroca und Tolisa. Der freche Eindringling, der sich schon bis ins Herz Siebenbürgens geschlichen hatte, ist von dem uns heiligen Boden gefegt. Mit schnellster Flucht in unwegsames Gebirge glaubt er sich allein noch der Wucht unserer Waffen entziehen zu können. Solche Taten waren nur möglich durch das unbedingte Zusammenstehen aller für die gemeinsame große Sache, durch die unerschütterliche Hingabe jedes einzelnen, jedes Führers wie Mannes an die beschworene Pflicht. Für diese Treue danke ich euch. Kameraden, im Namen der Heimat. Vor ihr wird auch der weiter? Widerstand der Walachen zerbrechen wie dürre Äste unter dem Tritt des Karpathenbären, an ihr werden alle Anschläge unserer Feinde elend zuschanden werden. Heran an den Gegner und hinein in ihn! bleibl unsere Losung."
Der Kriegshetzer Filipescu schwer erkrankt.
Br. Basel, 15. Ölt. (Eig. Drahtbericht, zb.) Wie hierher gemeldet wird, ist der konservative rumänische Parteiführer Nicu Filipescu schwer erkrankt.
Die erfolgreiche Arbeit unserer Lustsahrzeuge im Feindesland.
Nach der Unbrauchbarmachung der Brücke bei Cernavoda unaufhörliche Angriffe gegen Constantza.
Br. Wien, 15. Okt. (Eig. Drahtbericht. zb.) Ans dei» Kricgspressoquartier meldet der „Pester Lloyd": Die erhöht« Tätigkeit der Z e v p e l i n e und anderer Luftfahrzeug« richtet sich gegen die Festungswerke von Bukarest uni gegen die Linie Cernavoda- Constantza. Es bestätigsich, daß die große Brücke bei Cernavoda durch Hydroplane an 30. September so stark beschädigt wurde, daß sie zum Üben schreiten unbrauchbar ist. Seitdem richten sich die Air griffe'der Hydcoplane nicht mehr gegen diese Brücke, sonder, gegen Constantza, wo russische Truppentransporte fest- gestellt wurden. Die Bomben der Hydroplaüe verursachten i> Constantza tagelange Brände und die Explosion der große, Petroleumrafsinerie.
Ein Tagesbefehl des Generalissimus J'ekow
Sofia, 16. Okt. (Drahtbericht.) Metz düng der bulgarischen Telegraphen-Agentur: Zun
Jahrestag des Eintritts Bulgariens in den eurvpäv schen Krieg hat Generalissimus Jekow einen Armee beseht erlassen, in dein er die Notwendigkeit de; Ringens hervorhebt, die, seitdem sich die Bulgaren auj der Balkanhalbinsel am Kreuzungspunkt der großer historischen Straße niedergelassen hatten, den Geschicken der bulgarischen Rasse immer die Richtung gab und auf den Zustand des zu Boden geschmetterten Serbiens hinweist, das seine letzter Kräfte vergebens gegen die bulgarische Front richte Noch erbärmlicher, sagt Jekow, wird das Los des t r e u brüchigen Walachen fein. Ihre unerhörter tierischen Grausamkeiten an wehrlosen Frauer und Kindern haben sie mit Schmach und Schande bedeckt. Diese, feigen Nationen eigenen Grausamkeiten werden euren Griff und euren Rachedurst nur stärken Nach den zermalmenden Schlägen vo« Tutrakan, Dobritsch ud Rjohovo sieht dei vor Furcht zitternde Walache eure furchtbar,
R ä ch e r s a u st sich über sein Haupt erheben und zähl! bereits die Tage, die er noch zu leben hat. Wir wer len ihm mit GottesHilse und mit dem Beistand unseres mächtigen Verbündeten den Gnadenstoß versetzen und Rumänien wird unschädlich gemäht wer
