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Verlag Langgafse 21

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Donnerstag, 12. Oktober 1916.

klbenö-5lusgabe.

Nr. 493. . 64. Jahrgang.

weitere Verfolgung der Rumänen in Siebenbürgen.

Die zweite rumänische Armee in die Grenz­stellungen zurückgeworsen. über 650 Rumänen gefangen.

Alle feindlichen Anstrengungen an der Somme wieder ergebnislos.

Der Tagesbericht vom 12. Oktober.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 12. Oktober. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe «ronprinz Rupprecht.

Beiderseits der Somme nahm die Schlacht ihren Fort­gang.

An der ganzen Front zwischen A »c r e und Somme entfalteten die Artillerien große Kraft. Jnfanterie- angriffe der Engländer von Thiepval sowie aus der Linie Le SarsGueudecourt sind meist schon im Sperrfeuer g e - scheitert. Gegen Abend setzten aus der Front Morval- Bouchavesnes starke Angriffe ein, die bis in die frühen Morgenstunden fortgesetzt wurden. Gegen die Stellungen des Infanterie-Regiments Nr. 86 und des Reserveregiments Nr. 76 bei S a i l l y stürmte der Feind sechsmal an. Alle Anstrengungen waren ergebnislos. Unsere Stellungen sind restlos behauptet.

Südlich der Somme geht der Kampf zwischen Gcner- mont-Chaulnes weiter. Mehrfache französische Angriffe wurden abgeschlagen. Die heiß umstrittene Zuckerfabrik von Generniont ist in unserem Besitz. Im Dorfe Ablaincourt ent­spannen sich erbitterte Hänserkämpfe, die noch im Gange sind.

Östlicher Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Kriegsschauplatz in Siebenbürgen.

Im M a r o s t a l e hielt der Feind dem umfassenden Angriff nicht stand. Auch weiter nördlich beginnt er zu weichen. Er wird auf der ganzen Ostfront verfolgt.

Die zweite rumänische Armee ist in die Grenz- stellungen zurückgeworfen. In den GebirgI- kämpfen der beiden letzten Tage sind 18 Offiziere, 639 Mann, ein Iv-Zentimoter-Geschütz, 5 Maschinengewehre, viel Muni­tion und Gewehre in unsere Hand gefallen.

Feindliche Vorstöße beiderseits des Vulkan-Passes wurden abgeschlagen.

Balkan - Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.

Die Lage ist unverändert.

Mazedonische Zront.

Zahlreiche feindliche Angriffe an der Cerna sind ge­scheitert. Westlich und östlich der Wardar machte der Gegner . erfolglose Vorstöße.

Der erste Generalquartiermeister: Ludendorff.

Die Niederlage der 2. rumänischen Armee.

Rastlose Verfolgung im Gebirge.

W. T.-B. Berlin, 11. Oft. (Amtlich.) Aus dem Großen Hauptquartier wird uns über die dreitägige Schlacht von Kronstadt geschrieben: Am Westrand des G e i st e r w a l d c s war die zweite rumänische Armee am 5. Oktober zum erstenmal -geschlagen. Sie hoffte, sich auf den Höhen beiderseits Kronstadt erneut setzen zu können, um so mehr, als sie hierhin nennenswerte Verstärkungen her­angezogen hatte. Aber bereits am 7. Oktober wurden ihre Nachhuten, die an den Osträndern des Geistcrwaldes Zeit gewinnen sollten, von den scharf nachdrängendcn verbündeten Truppen geworfen. Noch am gleichen Tage drangen diese bis an die H a u p t st e l l u n g vor, in der die Rumänen hart­näckigen Widerstand leisteten und durch einen Gegenstoß der Verfolgung ein Ziel zu setzen versuchten. Am 8. Oktober, morgens, war der Rand von Kronstadt gewonnen. In der Stadt entbrannte ein vicrundzwanzigstündiger erbitterter Stratzenkampf. Am Morgen des 9. Oktober siel die Entscheidung. Ter Feind . wich der von Westen aus der Richtung Toerzburg (Toerczvar) und von Nordosten über Spaszhermanh angesetzten doppelten Umfassung. Er wird in das Gebirge rastlos verfolgt. Die blutigen Verluste des Feindes waren auch in dieser Schlacht wieder sehr schwer; hinzukommen 1175 Gefangene. Unter den erbeuteten 25 Geschützen befinden sich vier-Zentimeter-

Kanoncn. Die in unsere Hand gefallenen 810 Eisen­bahnwagen sind fast alle mit Lebensmitteln, einige mit Kleidungsstücken beladen.

Vollständiger Zusammenbruch der rumänischen Kriegsfiihrung.

Br. Berlin, 12. Oft. (Eig. Drahtbericht. zb.) Der Be­richterstatter der58. Z." meldet aus dem K. und K. Kriegs- pressequartier: Die wuchtigen Schläge, die von den verbün­deten Truppen der Generale v. Falkenhayn und Arz gegen die erste und zweite rumänische Armee geführt wurden, haben einen vollständigen Zusammenbruch dieser Armee und der Pläne der rumänischen Kriezsführung in Siebenbürgen zur Folge gehabt. Nur die feindlichen Kräfte, die sich südlich Dorna Watra an die Russen anschließen und im Kelemen- Gebirge westlich des Petrosul stehen, sind von der Niederlage verschont geblieben. Die fruchtbarsten und wertvollsten Teile Siebenbürgens, das Burzenland, die Haromscek und die untere Csik sind von der feindlichen Invasion erlöst. Nur im Görgeny-Geöirge westlich des Görgenybeckens leisten die Rumänen verzweifelten Widerstand und ein schleuniger Rückzug in diesem Raume würde die Lage der im Kelemen- Gebirge stehenden rumänischen Kräfte katastrophal gestalten. Es ist einleuchtend, daß der allgemeine Rückzug des Feindes nur mit großen Opfern und nur mit Ein­buße zahlreichen Materials möglich war. Man darf nicht ver­gessen, daß Bukarest von dem Schauplatz der Katastrophe bei Kronstadt, wo unsere Truppen den Raum südlich und süd­östlich vom Feinde säubern, kaum 11 0 K i I o m e te r e n t - kernt ist und daß u n s e r e G e s ch ü tz e schon über der Villenstadt Bredeal, dem Pemmering Bukarests, zu donnern imstande sind. Das Fazit der sechswöchigen rumänischen Kriegsteilmchme ist somit ein vollständiges mili­tärisches und moralisches Debacle. In der D o b r u d s ch a, bei Hermannstadt und bei Kronstadt dreimal empfindlich ge­schlagen, dazu der unglückliche Donauübergang bei Rahovo das macht ernen Berlust von ungefähr 175 000 Menschen aus, das aber ist mehr, als der kleine Staat Rumänien vertragen kann.

Der Kaiser besichtigt rumänische Truppennachschübe.

IV. T.-B. Berlin, 11. Oki. (Amtlich.) Seine Majestät der Kaiser besichtigte im Laufe des Tages Truppen, die auf dem Transport nach dem rumänischen Kriegsschauplatz das Große Hauptquartier berührten.

Die Bedeutung der österreichischen Donauflottille.

Zu dem rumänischen Übergang über die Donau bei Rahovo wird uns nochmals geschrieben: Nachdem es den

Rumänen bei Rahovo gelungen war, unter völliger Ge­heimhaltung ihrer Vorbereitungen eine Pontonbrücke über die Donau zu schlagen und auf dieser eine starke Division auf das bulgarische Ufer zu schaffen, die sich dann dort brücken­kopfartig ausbreitete und späterhin vernichtend geschlagen wurde, ist nunmehr erwiesen, daß diese Truppen nur einen Teil der für diese Übergangsoperation bereitgestellten gegnerischen Kräfte darstellte. Zum Übergang kamen diese stärkeren rumänischen «treitkräfte nur deswegen nicht, weil die glänzend geführte österreichische Donauflottille rechtzeitig auf dem Platz erschien, die feindliche Uferbatterie nieder­kämpfte, die Minensperre forcierte und schließlich die Brücke vollständig zerstörte. Dieser Monitorenslottille kommt ein ganz besonderes Verdienst zu bei der raschen und energischen Unschädlichmachung des an sich nicht ganz unge­fährlichen rumänischen Donau-Übergangsplanes. Es soll hier nur festgestellt werden, daß die Beherrschung der Donau durch Flußkriegsfahrzeuge geradezu die Vorbedingung für alle Operationen an beiden Strom ufern darstellt, und daß diese Beherrschung seit den ersten Kricgs- tagen sich wiederholt in denllicher und entscheidender Weise fühlbar gemacht hat. Der Plert der österreichischen Donau- Monitore ist ein ganz hervorragender. Die Bedeutung ibrcr Aefechtskraft geht am besten aus dem Umstand hervor, daß die Rumänen, die selbst über vier stark armierte und gut ge­panzerte große Monitorc und zahlreiche Patrouillenboote auf der Donau verfügen, sich selbst noch niemals zum Kampf zu stellen wagten und in keiner Weise in die Kriegsoverationcn eingegriffen haben.

Oer amtliche bulgarische Bericht.

W. T.-B. Sofia, 11. Oft. Amtlicher Generalstabsbericht vom 11. Oktober:

An der mazedonischen Front vom Prespa-See bis zur Cerna schwache Artillerietätigkeit. Im Cer na-Bogen das gewöhnliche Artilleriefeuer, das von Zeit zu Zeit stärker wurde. Nördlich und nordöstlich des Dorfes Skotchivir nahmen wir das Dorf B r o d wieder und wiesen mehrere Nachtangriffe ab. Auf den Hängen der Nidze-Planina vertrieben wir zwei feindliche Kompagnien, die westlichDobropols vorzugehen ver­suchten. Im M o g l e n i c a - T a l die gewöhnliche Artillerie- lknd Minentätigkeit. Westlich des Wardar schwaches Artilleriefeuer und Gefechte zwischen vorgeschobenen Ab­teilungen. Bei dem TorfeHadjibaprimahle vernichteten wir durch Feuer und einen Bajonettangriff zwei feindliche Kom­pagnien. Östlich des Wardar und am Fuße der Belasira- Planina stellenweise vereinzelte Kanonenschüsse.

An der Struma-Front schwache Patrouillengefechte. An der ägäische» Küste beschoß ein feindlicher Kreuzer ohne Erfolg die Höhen nördlich Kavala.

Rumänische Front: An der Donau bei Bidin

schwache Artillerietätigkeit. Unsere Batterien brachten die feindlichen Batterien zum Schweigen. In der D o b r u d s ch a westlich der Eisenbahn Dobric-Nedjide Ruhe. Östlich dieser Linie schwaches Artilleriefeuer. An der Küste des Schwarzen Meeres beschoß ein feindlicher Torpedojäger die Stadt Mangalia.

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Auslieferung der griechischen Zlotte?

Ein neuer Gewaltakt des Vierberbandes gegenüber Griechenland.

W. T.-B. Athen, 12. Okt. (Drahtbericht. Reuter.) Der französische Flottenchef richtete ein Ulti­matum an die griechische Regicrnng, in welchem er mit Rücksicht auf die Sicherheit der Flotte der Alliierten die Auslieferung der gesamten griechi­schen Flotte bis auf den PanzerkreuzerGeorgias Averoff" und die LinienschiffeLemnvs" undÄil- kisch" bis 1 Uhr nachmittags fordert. Ebenso wird die Herausgabe der Piräus-Larissa- Eisenbahn verlangt.

W. T.-B. Bern, 12. Okt. (Drahtbericht.) Überein­stimmende Blättermeldungen derTribuna" und des Secolo" wollen wissen, daß die griechische Regie- rung in die Auslieferung der griechischen Flotte an die Alliierten gewilligt habe. LautGiornale d Jtalia soll auch die griechische Eisenbahn übergeben worden sein.

Die feindlichen Kriegsschiffe inr Piräus.

W. T.-B. Bern, 10. Oft.Secolv" meldet aus Wen- Die Schiffe der Alliierten sind in den Piräus einaefahren und ankern neben den griechischen Schiffen. Der französische Konsul in PatcuZ verbot eine bewaffnete Volksversammlung der Gnnarisren. In Samos gab ein Tor­pedoboot der Alliierten Salutschüsse zu Ehren Venizelos' ob. Bei seinem Besuche in Ehios, Mhtilene und Samos bielr Venizelos Reden, deren Übermittelung an die Presse von der inneren Zensur Griechenlands verboten ivnrde. Tie Alliierten verlangen von dem abgebenden Ministerium, ~hie naturalisierten Deutschen auszüweilen. De Regierung zaudert. Eine kleine Abteilung französischer Marinetruppen hat sich im Piräus eingerichtet.

Der italienische Vormarsch in Nordepirus.

Br.Lugano, 12. Oki. (Eig. Drahtbericht. zb.) Die Italie­ner melden die Fortsetzung ihres Vormarsches im Nordepirus. Die griechischen Truppen sind in den von ihnen besetzten Ortschaften angewiesen, sich ein paar Stunden weit zurückzuzieben und haben bisher stillschweigend gehorcht. Die Absicht der Italiener, ihre Truppen bis nach Mazedonien vorzuschieben und so Griechenland völlig zu iso­lieren, tritt immer klarer hervor.

Dir Beulenpest bei der Armee Sarrails.

Br.Zürich, 12. Oki. (Eig. Drahtbericht. zb.) Aus Brindisi wird denNeuen Zürcher Nachr." telegraphiert, daß bei der Armee von Saloniki die B e u l e n p e st aufgetreten ist. Man vermutet, daß sie aus Italien eingeschleppt wurde.

Die Haltung des griechischen Kabinetts.

IV. T.-B. Bern, 11. Oki. DerTemps" meldet aus Athen, das neue Ministerium werde Besprechungen über die Politik Griechenlands vermeiden, sich auf die Erledigung der laufenden Geschäfte beschränken und die von dem offi­ziellen Griechenland gegenüber der Entente übernommenen Verpflichtungen ausführen.

Venizelos und der König.

Br. Haag, 12. Okt. (Eig. Drahtbericht. zh.) Der Be- i ichterstatter desDaily Telegraph" meldet: Venizelos zaudert noch, sich direkt' für die T h r o n e n t h e b u n g des Königs Konstantin und seiner Dynastie auszusprechen, weil er dies nicht ohne die Zustimmung Englands tun will. Venizelos habe jetzt in Mvtilene äußerst scharf gegen den König gesprochen, als er sagte, kein wehrhafter Mann könne mehr an den deutschen Sieg glauben. Die das tun, seien unehrliche, verräterische und verbrecherische Leute und benützen ihren Glauben nur als nichtige Entschuldi­gung, mit der sic ihre Verräterpolitik decken.

Der bestellte Anschlag aus die Athener französische Gesandtschaft.

W. T.-B. Bern, 10. Oki. Ein Mitarbeiter desCorriere della Sera" meldet ans Athen: Tie gerichtliche Untersuchung wegen des Anschlages auf die französische Gesandtschaft hat ergeben, vaß gewisse Venizelisten dafür verantwortlich sind, die das Koniplott mit einigen Propagandamännern der Alliierten anqezettelt haben. Die amtliche Mitteilung des Ergebnisses würde die allgeneine Lage noch ver­schlimmern