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„Tagblaithaas" Nr. 6S50-S3.
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In Siebenbürgen überall weiter . vorwärts!
Starke Angriffe an der Somme-Zront wieder sämtlich erfolglos.
Der Austritt in das Alltal erzwungen.
In der: siegreichen Schlacht von Kronstadt bis jetzt 1173 Rumänen gefangen, 25 Geschütze und 800 beladene Eisenbahnwagen erbeutet.
Der Tagesbericht vom 10. Oktober.
■W. T.-B: Grußes Hauptquartier, 10. Oktober. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Auch gestern führte der Feind vorwiegend i« den Abend- und Nachtstunden starke Angriffe auf der großen. Kampffront zwifchen Ancre und Somme. Sie blieben sämtlich erfolglos.
Ein Angriffsversuch der Franzosen westlich von Ber- mandovillers wurde verhindert.
Heeresgruppe Kronprinz.
Beiderseits der Maas lebhafte Artillerie- und Minen- tverfertätigkett.
Östlicher .Kriegsschauplatz.
Front des Generalfeldmarfchalls
Prinz Leopold von Bayern.
Bei Kol. Ostrow (am Stochod, nordwestlich von Luck) varfen wir die Rüsten aus einer vorgeschobenen Stellung «nd wiesen Gegenstöße ab. Westlich von Luck keine ^nfanterietütigkeit. - . :
Deutsche Abteilungen stürmten mit ganz geringen jigenen Verlusten daß Dorf Herbutow westlich der Rara- -owka, nahmen 4 Offiziere, 200 Mann gefangen und er- euteten einige Maschinengewehre.
Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.
In den Karpathen sind ruffische Gegenangriffe wr unseren am 8. Oktober genommenen Stellungen an der 8aba - Ludowa gescheitert.
Kviegsschanplatz in Siebenbürgen.
An der O st f r o n t ging es überall vorwärts. Der stustritt aus dem H a r g i t t a- und B a r o l e r Gebirge in »te obere und untere Esik (Alttal) ist erzwungen.
Beiderseits von Kronstadt (Braffo) drängen die siegeichen Truppen den geschlagenen Rumänen hart nach. Bischer sind aus der dreitätigen Schlacht von Kronstadt eingc- bracht: 1175 Gefangene, 25 vftschütze (darunter 13 schwere), zahlreiche Munitionswagrn und Waffen. Außerdem sind erbeutet zwei Lokomotiven und über 8 0 0 meist mit Verpflegung beladene Waggons. Der Feind bat nach übereinstimmenden Meldungen aller Truppen sehr schwere blutige Verluste erlitten.
Westlich des Vulkan- Paffes ist der Grenzberg Negrnlui genommen.
Balkan - Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe des Generalfeldmarfchalls von Mackensen.
Die Lage ist unverändert.
Mazedonische Front.
Der Feind setzte seine Angriffe gegen die bulgarischen Truppen im Cerna-Bogen (östlich der Bahn Monastir-Florina) fort. Er erreichte bei Skocivir kleine Borteile. Sonst wurde er überall abgeschlagen.
Der erste Generalquarttermeister: Ludeudorfs.
Der U-Vootkrieg an d« amerikanischen llüfte.
Das Erscheinen deutscher U-Boote an der amerikanischen Küste hat in England wie eine Bombe einge- ichlagen. Der Engländer glaubt so etwas nicht und §uß es doch immer wieder erleben. Als im vorigen ^ahre „U. 51" von Wilhelmshaven nach Konstantinopel Wr und nach dieser Rekordleistung von- über 9000 ^rlometern in tadelloser technischer Verfassung gleich ^nrn Angriff auf „Triumph" und „Majestic" schreiten Wnte, da zerbrach man sich in London den Kopf dar- welcher betrügerische Trick da wohl angewendet Worden sei, ob das U-Boot vielleicht irgendwie über herbeigekommen sei usw. Eifrig suchte man nach ^nutlichen heimlichen Stützpunkten int neutralen Griechenland. Auch die epochemachende Tat des §^els-U-Bootes „Deutschland" wurde ja anfangs Wrch ein geschicktes Verfrachtungsmanöver erklärt, bis nicht mehr zu leugnen war Und nun mutz Eng» tand hören, daß „U. 53" von Newport auf Rhode Js-
land wieder abfuhr, ohne neuen Brennstoff aufzunehmen, ohne zu reparieren, ohne ailch nur zu verschnaufen. Was ist das für ein Ungeheuer, dieses Ozean-U-Boot? Gehört es zu jenen deutschen Tauch- schlffen, die die Londoner „Nation" schon im Frühjahr dieses Jahres ihren Landsleuten ankündigte: neue
Tauchkreuzer von hervorragender Größe und Bewaffnung, mit ganz neuen, unerhört verbesserten Maschinen? Ach nein, es wird wohl ein ganz gewöhnliches NormalU-Boot sein. A^er es sind deutsche Matrosen und Offiziere darin! Es ist eine Eigentümlichkeit des Deutschen, daß er imstande ist, eine techiiische Einrichtung so sorgsam und liebevoll zu behandeln, daß sie in der praktischen Verwendung fast nie versagt, während die Angehörigen anderer Nationen daran scheitern. Warum wurde schon im Frieden die englische Unterseeboots- flotte von allen Flotten der Welt anr meisten von Unglücksfällen betroffen? Warum bringen unsere Feinde im Kriege trotz allem Geschreis und Schweißes keinen Zeppelin zustande? Es ist imrner derselbe Grund. Es fehlt jene Stetigkeit, mit der der Deutsche arbeitet, lene soldatische Zucht, mit der er gehorcht. Deshalb kommt er im Luftschiff über London. Deshalb konrmt er m der Nußschale des Tauchboots über den, Atlantic und haut und sticht dort auf seine Feinde, als kämpfe er an der feindlichen Grenze auf sicherstenr Boden. Das Aufsehen des Gegners steigert sich zu Furcht und Bestürzung, weil der Weg dieser U-Boote gezeichnet ist von den Trümmern versenkter Schiffe. Und gerade jetzt muß das passieren, in einem Zeitpunkt, da im Zusammenhang mit der Offensive an der Somme wieder bedeutende Sendungen amerikanischen Kriegsmaterials unterwegs sind. Man kann sich denken, wie da die britischen Sippen schäumen. Da aber die rasend umhersuchenden Kreuzer und Zerstörer kem Wölkchen Petroleumrauch über den Wellen entdecken, da auch das deutsche Kriegs-U-Boot den Nachstellungen an der amerikanischen Küste entgeht, probieren sie es wieder mit einem diplomatischen Schwindel und mit der Notzucht des Völkerrechts. Der englische Botschafter in Wasbington wurde angewiesen, bei dem amerikanischen Ministerium des Äußern zu protestieren? Wogegen? Das U-Boot ist ein Kriegsschiff und hat das Recht, sich 24 bis 48 Stunden in einem neutralen Hafen aufzuhalten und dort sogar soviel Reparaturen vorzunehmen und Brennstoff zu empfangen, daß es den nächsten neutralen Hafen erreichen kann. „U. 53" hat das nicht einmal nötig gehabt. Es hat nur von dem Recht einer kurzen Landung Gebrauch gemacht. Es war das Völkerrecht, nach dem „U. 53" handelte. Aber England hat ein anderes Völkerrecht. Immer dasjenige, das gerade in seinen Kram paßt. England behauptet, das U-Boot sei eine Neuerscheinung des Krieges, die bei Schaffung des bisherigen Rechtes nicht berücksichtigt worden sei. Eng- land hat den Neutralen kürzlich eine Note zugeben lassen, worin gefordert wird, daß den U-Booten nicht erlaubt sein soll, sich in neutralen Gewässern aufzuhalten. England hat ja soviele Stützpunkte an eigenen und verbündeten Küsten, daß es die neutrale Gastfreundschaft nicht braucht. Also formt es ein neue* Recht und behauptet, es gelte für alle Völker. Lassen die Völker sich das gefallen? Auch das Volk des Herrn Wilson? Merken sie endlich, daß britische Noten und Proteste stets Spiegelfechterei und Spekulation auf die Unkenntnis sind? Daß es stets d i e- selbe perfide Taktik ist, willkürlich Rechtsgrundsatze als bestehend zu behaupten und dann aller Welt vorzuklagen, daß wir schlechten Deutschen ste verletzten? Aber wir hoffen, daß auch die neueste lügenschillernide Blase aus der englischen Schaumschüssel zerstieben und „U 53" und seine Schwesterschiife lustig fortfahren werden, d--m englischen Feinde und seinen „neutralen" Helfershelfern das Handwerk an der amerikanischen Küste zu legen.
Drei U-Boote an der amerikanischen Küste an der Arbeit?
W. T.-B'. Newport, 9. Okt. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) Vom Nantucket-Leuchtschiff wird berichtet, daß neun Schiffe versentt worden sind. Drei Unterseeboote seien an der Arbeit. Ein Passagier des Dampfers „Stephano" hat erzählt, daß nach den Aussagen der Offiziere des Dampfers dieser von dem Unterseeboot „61" angehalten wurde.
In der Höhe von New York torpediert!
W. T.-B. St. Johns (Neufundland), 9. Oft. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) Der Dampfer „Stephano" (3449 Tonnen) ist in der Höhe von New Dork torpediert worden. 30 amerikanische Passagiere, darunter 4 Frauen, befanden sich an Bord des Schiffes. Stack Lage der Dinge kommt ein Torpedieren, d. h. eine Versenkung obue
vorhergehende Warnung, nicht in Frage. Das Schiff wurde vielmehr zweifellos von „U 53" im Kreuzerkrieg angehalten, aufgebracht und, da es nicht eingebrackt werden konnte, versenkt, nachdem die Passagiere und die Besatzung in Sicherheit waren.
W. T.-B. New ?)ork, 9. Oft. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) Die Blätter berichten, daß der niederländische Dampfer „B l o m m e r s d i j k" und der norwegische Dampfer „Christian Knudsen" an der Küste von Maffachusetts versenkt wurden. Die Besatzungen sind gerettet worden.
W. T.-B. Berlin, 9. Oft. Eines unserer Unterseeboote versenkte in der Zeit vom 30. September bis 5. Oktober im englischen Kanal sieben feindliche Handelsschiffe mit einem Gesamttonnengehalt von 4131. Tonnen und roegen Beförderung von Bannware zum Feinde drei neutrale Dampfer hon zusammen 2857 Tonnen. Ein anderes Unterseeboot versenkte am 4. Oktober an der englischen Ostküste drei englische Fischdampfer.
Größte Erregung in New Yorker Schiffahrtskreisen.
(Von unserem O.-Sonderberichterstatter.)
17. Haag, 10. Okt. (zb.) „Daily News" meldet aus New N o r k : Die hiesigen Schiffahrtskreise befinden ist in größter Erregung, weil nahezu alle 2 Stunden drahtlose Telegramme über die Torpedierung großer Handelsdampfer einlaufen. Unter den letzten Opfern befinden sich, wie schon gemeldet, der holländische Dampfer - Bl o m m e r s d y ck", der norwegische Dampfer „C h r i st i a n K n u d s e n" und die englischen Dampfer „Stephano" und „K i n g s t - n". Es wird zugegeben, daß alle Paffagiere gerettet wurden, vom „Kingston" unter den 100 Passagieren auch 30 Amerikaner. Es verlautet, daß der Gesamttonnengehalt der bisher versenkten Dampfer 50000 Tonnen ü b e r st e i g t. Vorläufig wurde der transatlantische Schiff- fuhrtsverkehr unterbrochen, da die Anwesenheit von drei deutschen Unterseebooten gemeldet wurde.
Hollands Bewunderung für das Bravourstück von „U 53".
Nr. Haag, 10. Okt. (Eig. Drahtbericht, zb.) Der Haager „Nieuwe Courant" schreibt: Daß es der deutschen Marine nicht an Mut fehlt, hat man häufig genug wahrnehmen können. Das Erscheinen von „17 63" in einem amerikanischen Hafen übertrifft an K ü h n b e i t alle früheren Bravourstücke der deutschen Unterseeboote' und hat als Demonstration eine große Bedeutung.
Weitere Lpfer unserer U - Boote.
W. T.-B. Boston, 9. Oft. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) Der britische Dampfer „Kingston" ist versenkt worden. Ein amerikanischer Zerstörer rettete die Besatzung. Ein anderer Zerstörer rettete die Besatzung des Dampfers „W e st p o i n t". Der Dampfer „Stephano" hatte zwischen 80 und 90 Passagiere an Bord, meist Touristen, die Von Neufundland nach New Dark zurückkehrten.
W. T.-B. London, 9. Oft. Lloyds glaubt, daß der englische Dampfer „Jupiter" (2:24 Tonnen) versenkt worden ist.
W. T.-B. London, 10. Oft. (Drahtbericht.) Lloyd meldet: Der Fischdampfer „Magnus" aus Whitbh wurde versenkt. Die Bemannung, bestehend aus 9 Köpfen, wurde gelandet.
Ein Truppentrarisportdampser im Mittelmeer versenkt.
W. T.-B. Paris, 9. Okt. (Meldung der Agence Havas.) Der Transportdampfer „Gallia" (14 966 Tonnen), der ungefähr 2000 französische und serbische Soldaten beförderte, ist am 4. Oft. von einem Unterseeboot versenkt worden. Die Zahl der Geretteten beträgt, so weit bis jetzt bekannt, 1362 Mann. Das Torpedo rief eine Explosion in der Munitionskammer hervor und zerstörte die Funkenstation, wodurch das Schiff von jeder Verbindung abgeschnitten war.
*
Amerika und die Frage des verstärkten Unterseebootkrieges.
(Dcahtberick/ unseres 8.-Sonderberichterstatter§.)
3 S. Stockholm, 10. Oft. (zb.) Nach Petersburger Depeschen drahtete der russische Botschafter in Washington an seine Regierung, das Staatsdepartement sehe in der letzten Rede des deutschen Reichskanzlers kein Anzeichen dafür, daß eine neue Erklärung über eine Verstärkung des Unterseebootkrieges bevor st ehe. Die Vereinigten Staaten wollten darum von der deutschen Regierung keine Aufklärund fordern, ob den Angriffen der deutschen Presse auf eine mit Deutschland verfeindete Macht, die in letzter Zeit eine wesentliche Verschärfung aufwiesen, in dieser Hinsicht Bedeutung kcizumessen sei. Unter der „verfeindeten Macht' ist England zu verstehen. Offenbar wurden von der Entente in Washington Anstrengungen gemacht, das Staatsdepartement zu einem unfreundlichen Schritt gegen Deutschland zu verleiten. Schriftl.)
