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Sonntage 8. Oktober 1916. MorgeN-KUSaabE. Nr. 485. 64. Jahrgang.

Unser neuer Millrardenfieg.

Offiziös wird zu dem großartigen Erfolg unserer fünften Kriegsanleihe geschrieben:

Die Schlacht ist geschlagen, der Sieg errungen! Ein Sieg, dessen das ganze deutsche Volk sich von Her­zen freuen darf und an dem weiteste Kreise der Be­völkerung Anteil haben. 36y 2 Milliarden Mark waren durch die vier ersten Kriegsanleihen zum Schutze des deutschen Vaterlandes aufgebracht worden eine Summe, wie sie in der Finanzgeschichte aller Länder einzig da st eh t. Aber eben darum mag sich man­cher Zaghafte die Frage vorgeleqt haben: Wird das

Ergebnis der fünften Kriegsanleihe dem der früheren würdig zur Seite stehen?

Der Erfolg hat die Zweifler glänzend widerlegt. Der patriotische Sinn mnd die Einsicht des deutschen Volkes haben sich mancherlei umlaufenden Gerüchten und Einflüsterungen zum Trotz bewährt, und ein neuer Beweis unserer wirtschaft­lichen Leistungsfähigkeit, wie er nicht groß­artiger gedacht werden kann, ist erbracht worden. Zum Schutze des Vaterlandes, zum Schube der heiligsten Güter der Nation, zum Schutze von Herd und Familie hat sich der Aufmarsch der Milliarden auch diesmal mit jener Sicherheit vollzogen, die keiner unsere Feinde für sich in Anspruch nehmen kann.

Voll Stolz, aber ohne Überhebung verkünden wir den neuen Finanzsieg, erfüllt von dem Bewußtsein, daß, so lange der Krieg auch dauert, das deutsche Volk bereit sein wird, seine ganzeKraftindenDienst des Vaterlandes zu stellen!

Ein Ausdruck des Vertrauens unseres Volkes auf die glückliche Beendigung des Krieges.

W. T.-B. Berlin, 7. Okt. (Drahtbericht.) Im Haupt- ausschuß des Reichstags teilte der Staatssekretär des Reichsschatzamtes, wie bereits gemeldet, das Ergebnis der fünften Kriegsanleihe mit und fügte hinzu, die Erwartungen der Reichsfinanzverwaltung seien weit übertroffen. In den ersten Tagen des Oktober seien bereits 5% Milliarden eingezahlt worden. Das glänzende Ergebnis sei vor allem durch die Überzeugung des deutschen Volkes von der Notwendigkeit einer gesunden Kriegsfinanzierung ^ erreicht. Die Mitteilung des Staatssekretärs wurde vom Amptaus- schuß mit lebhaftem Beifall entgegengenommen. Der Vorsitzende Dr. Südekum betonte, die Zeichnungen seien ein Ausdruck des Vertrauens unseres Volkes auf die glückliche Beendigung des Krieges.

In dem W.-T.-B.-Telegrmnm, durch das uns das Ergeb­nis der fünften Kriegsanleihe übermittelt wurde, heißt es, in der festgestellten Summe von 10 Milliarden 890 Millionen Mark seienSchuldbuch- und Auslandszeichnungen" nicht voll enthalten. Es muß heißen:Feld- und Auslands- lzeichnungen."

Die Glückwünsche des deutschen Handelstags

W. T.-B. Berlin, 7. Okt. (Drahtbericht.) Anläßlich des Erfolges der fünften Kriegsanleihe richtete der Deutsche H a n d e I s t a g in Berlin folgende Depeschen an den Staats­sekretär des Reichsschatzamtes, und den Präsidenten der Reichsbank:

Staatssekretär des Reichsschatzamts, Grafen v. Rödern, Exzellenz. Der herrliche Erfolg der fünften Kriegsanleihe ist das beste Zeugnis für die ungebrochene wirtschaft­liche Kraft unseres Landes und für die unerschütterliche Zuversicht unseres Volkes. Eure Exzellenz beglückwünsche,: lvir herzlich zu diesem Siege in der Heimat.

Reichsbankpräsident Dr. H a v e n st e i n, Exzellenz. Wenn

gelungen ist, nach 26 Monaten Krieg bei der fünften Kriegsanleihe ein den vorangegangenen finanziellen An­strengungen würdiges Ergebnis an die Seite zu stellen, so ist auch dieser neue herrliche Erfolg zu einem hervor­ragenden Teile Eurer Exzellenz großes Verdienst. Hierzu >chnen Dank und Glückwunsch ausznsprechen, ist uns Herzens­bedürfnis.

ber Lieg auf der Zront Goergeny- Repr-Seisterwald.

(Die planmäßige Befreiung von Siebenbürgen.)

, - Generalslabsbericht vom 6. Oktober wird uns rIMeben: Je weiter die Kämpfe in Siebenbürgen desto klarer treten die Ziele unserer bavn d-rtung hervor. Nachdem General v. Falken- ^ine rumänische Armee an der Südyrenze von er Ut0en vernichtend geschlagen hatte, wandte nun n anar , sfo "" der Ostgrenze ausgestellte während unsere verbün- tordarmee voifftießen. h dem schönen Siege bei Siebenbürgens von dem für den Offabschnitt zweite rumänische Armee, cmg dieses Monats erneu

Hermannstadt die i

L äSTÄßg*!

Vorstoß unternommen hatte, wurde nun am 5. Oktober geschlagen und mußte sich über den Alt- Fluß und den S i n c a - Fluß zurückziehen. F o g a r a s, eine Haupt­stellung in der Südost-Ecke von Siebenbürgen, wurde von unseren Truppen genommen. Damit war aber die Schlacht noch nicht zu Ende. Aus unserem jüngsten Generalstabsbericht geht hervor, daß auf der ganzen Frontlinie Goergeny-Paradj-Reps-Geisterwald . eine neue große Schlacht getobt hat, die mit dem völligen Siege unserer verbündeten Truppen endete. Goergeny liegt am weitesten nördlich auf der ganzen fast 100 Kilometer langen Front. Ungefähr in einer Entfernung von 25 Kilometer südlich liegt Paradj, während Reps ungefähr 55 Kilometer südlich von Paradj gelegen ist. Auf dem Nord­abschnitt der Front bei Goergeny mit den südlich daran anschließenden Linien konnten österreichisch-ungarische Truppen siegreich Vordringen, während auf dem weiter südlich sich anschließenden Abschnitte die verbündeten deuffchen und Lsterreichisch-ungarischen Truppen unter dem Befehl des Generals v. Falkenhavn neue und be­deutsame Erfolge erzielten. Die Rumänen konnten auch in ihren befestigten Stellungen ani Alt-Fluß und Sinca-Fluß nicht mehr Widerstand leisten^ zumal auch ihre anfängliche Überlegenheit auf dem Nord­abschnitte Goergeny-Paradj, die sie noch in den letzten Tagen geltend gemacht hatten, völlig geschwunden war. Die planmäßigen Gegenmaßnahmen unserer Heeresleitung gegen die starken rumänischen Kräfte haben von Tag zu Tag immer mehr an Geltung gewonnen und die Stellung unserer Truppen ständig verbessert, so daß sie allmählich von der Verteidigungs­stellung zu dem erfolgreichen Angriff übergehen konnten. Nach dem Flankenstoß Falkenhayns bei Fogaras begann die gesamte rumänische Front im Osten Siebenbürgens zu wanken. Die starken Gegen- stöße im Norden, welche das Schicksal der Schlacht zu- gunsten der Rumänen wenden sollten, wurden schnell durch einzelne Gegenstöße österreichisch-ungarischer Truppen aufgehoben. Das Gesamtbild der Vorgänge auf der Siebenbürger Front zeigt als Folgen des Sieges der Armee Falkenhayn allgemeine rück­wärtige Bewegungen des Feindes und damit das Scheitern der rumänischen Offensive. Dagegen hat die Offensive der Mittelmächte überall Erfolg ge­habt. Ihre Ausdehnung bis nach dem äußersten Nord- flügel bildet das charakteristische Moment der augen­blicklichen Kriegslage.

Der Umschwung der Lage in Siebenbürgen.

(Drahtbericht unseres kli.-Sonderberichterstatters.)

Ni. Wien, 7. Okt. (zb.) Der Sieg der Armee Falkenhahn im Gei st er Wald wird von militärischer Seite als ein bedeutsames Ereignis bezeichnet. Dieser Sieg bestärkt den Eindruck, daß der Umschwung der Lage in Sieben­bürgen gute Fortschritte macht.

Das klägliche Ende des Donau-Übergangs der Rumänen.

Br. Budapest, 7. Okt. (Eitz. Drahtbericht, zb.) Der Sofioter Berichterstatter desAz Est" meldet über die Ver­nichtung der rumänischen Expeditions­armee mehrere Einzelheiten: Von Rustschuk und Tutrakan her angegriffen, leisteten die Rumänen verzweifelten Wider st and und wurden von ihrer Artillerie vom anderen Ufer her unterstützt. Als sich aber herausstellte, daß der Widerstand vergeblich und Livopole schon in unsere Hand ge­raten war, flüchtete ein Teil auf die Donau zu. Der größere Teil dsr 16 Bataillone versuchte, in östlicher Richtung zu fliehen, wurde aber von der vorgedrungenen Besatzung von Tutrakan empfangen.

Törichte Schönfärberei der rumänischen Presse.

(Drahtbericht unseres 8.-SouderberichterstatterS.)

S- Stockholm, 7. Okt. (zb.) Die rumänischen Zeitungen bringen über den ersten Kriegsmonat Artikel, die sich niit Mühe zum Optimismus zwingen.Adevorul" findet das Monatsergebnis befriedigend:Der berauschende Mut i-nserer Soldaten so heißt es in dem Artikel und die eiserne Faust unserer Generals werden bald dem feindlichen Vorrücken Einhalt gebieten. Die Erfahrung, die wir aus dem einmonatigen Kriegsverlauf gewannen, gibt uns diese Über­zeugung. Nach den machiavellistischen deutschen Plänen sollten wir in den eisernen Ring eingezwängt und vernichtet werden. Der Feind rächt sich, indem er Bomben aus unsere friedtichen Frauen und Kinder wirst!" Wie offi­zielle rumänische Stellen sich zu dieser Schönfärberei, die ftische Hoffnung aus Niederlagen schöpft, verhalten, zeigt die neue Verordnung der Zensurbehörde, die der Tages­presse verbietet, an die Ereignisse an der Front mili­tärische Kritik zu knüpfen. Den rumänischen Heeres­berichten darf kein Kommentar hinzugefügt werden, was man wahrlich nicht als Beweis großer Siegeszuversicht deuten lau a.

Ein allgemeiner Angriff der Italiener

nördlich de§ Pellegrino-Cale§ blutig abgewiesen.

Hsterreichisch-ungarischer Tagesbericht.

\V. T.-B. Wien, 7. Okt. (Drahtbsricht.) Amtlich verlautet vom 7. Oktober, mittags:

Östlicher Kriegsschauplatz.

Bei O r s o v a haben unsere Truppen wieder Ge­lände gewonnen. Südlich von H a t z e g verloren die Rumänen den Grenzberg Siglen, im Fvgaraser- Gebiet den Surul. Die den Gcisterwald und das Pcrsanergebirge durchschreitenden österreichisch-ungari­schen und deutschen Kolonnen brachen in der Verfolgung schwachen rumänischen Wider st and. Auch an der siebcnbürgischen Ostfront wurde der Feind an mehreren Punkten geworfen.

In O st g a l i z i e n kam cs zwischen der Narajowka und der Zlota-Lipa im Raume südöstlich von B r z e z a n h wieder zu erbitterten Kämpfen. Der Feind erlitt, von der Einnahme eines vorgeschobenen Gra­bens abgesehen, wieder einen völligen Miß. erfolg. Österreichisch-ungarische Abteilungen erober­ten durch Überfall eine am 30. September verloren­gegangene Höhe zurück. Weiter nördlich nichts von Belang.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Das starke italienische Fencr auf der Kar st hoch, fläche ließ gestern etwas nach. Einzelne Unter- abschnitte wurden jedoch zeitweise mit großer Heftig­keit beschossen. Zu Jnfanteriekämpsen kam es nicht. An der Fleimstalfront standen die Faffaner- Alpen, die Stellungen im Gebiet der Lusia und die Front nördlich des Pellegrinotales bis zur Marmolata unter heftigem Feuer aller Kaliber. Wieder­holte Angriffe auf Gardinal, Busa, Alte nnd Cima di Cece wurden abgewiesen. Nördlich des Pellegrino-Tales setzte nach Steigerung des Feuers abends ein allge­meiner Angriff gegen die Stellungen von der Costa Bella bis zur Marmolata Scharte ein, der bis 10 Uhr, nachmittags, überall blutig abge­wiesen war.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Bei den K. und K. Truppen nichts Neues.

Der Stellvertreter drS Chefs des GenrralstabS: v. Höf er, Feldmarschalleutnant.

Ver Nrieg gegen Autzland.

Die Erhebung der Vachtiaren in Persien.

Zu der Niederlage der Russen in Per­sien wird uns geschrieben: Die Kriegslage der Russen in Persien war in den letzten Monaten nicht besonders günsttg. Die türkische Armee war auf ihrem Sieges­zuge gegen Teheran sehr weit ins Innere Persiens vorgedrungen, ohne daß die Russen ihnen einen ent­scheidenden Widerstand bei H a m a d a n hätten lefften können. Nun kommt die Meldung, daß die Bach­tiaren sich zum heiligen Krieg erhoben und die Russen aus Jspahan Vertrieben haben. Jspahan, die ziveite Hauptstadt Persiens, liegt südlich von Teheran an der Haupt-Karawanenstraße, die von Teheran über Kalschan und Jspahan bis zur Südküste führt. Die Säuberung Persiens von den eingedrunge­nen russischen Horden hat somit in Zentral-Persten be- reits bedeutsame Fortschritte gemacht. Man erkennt hier wiederum die ständige Fernwirkung der türkischen Siege, wie in der Meldung ausdrück- sich darauf hingewiesen wird, daß die Bachtiaren durch die Siege der Türken in Persien zu ihrem Aufstande und zur Erklärung des heiligen Krieges veranlaßt worden sind. Der heilige Krieg der Bachtiaren ist nicht ohne große Bedeutung, denn es handelt sich hier um einen persischen Stamm, der unter eigenen Häuptlingen steht und recht kriegerischer Natur ist. Die Bachtiaren sind teils persischer, teils kurdischer Abstammung und wohnen hauptsächlich in den Ländern der Provinzen Luristan und Churistan. Wegen ihrer hervorragenden kriegerischen Eigenschaften sind die Backttaren dazu ausersehen, eine Leibgarde des Schahs von Persien zu bilden, der ihr oberster Fürst ist. Die Bachttaren zeichnen sich durch ihre kraftvolle große Statur und durch ihre Genügsamkeit ans. Sie sind gegen Wind und Wetter abgehärtet und ertragen leicht alle Strapazen des Krieges. Durch die Erklärung des heftigen Krieges der Bachtiaren sind nun die in Per­len stehenden russischen Truppenteile auf ihrem Süd- lügel bereits stark im Rücken bedroht. Haben bisher schon die Ruffen dem siegreichen Vordringen