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Samstag, 7. Ä Klober 1916.
klbend-Kusgabe.
Nr. 484. . 64. Jahrgang.
Unser neuer Milliarden-Sieg!
lv MUliaröen 39V Millionen!
vre hindenbnrg-Anieihe!
W. T B. Berlin. 7. Okt. (Amtlich. Drahtbericht.) In der heutigen Sitzung des Hauptansschusses des Reichstags teilte der Staatssekretär des Reichsschatzamts Graf v. Rödern mit, daß das Ergebnis der fünften Kriegsanleihe 10 Milliarden 590 Millionen Mark betrage. Schnld- buch- und Auslandszerchnungen sind in dieser Summe noch nicht voll enthalten. Die gemeinsamen Zeichnungen auf die fünf deutschen Kriegsanleihen überschreiten hiermit den Betrag von IO 1 /* Milliarden Mark.
Dorrnerstegmittag war der Schlußtermin für dir Zeichnungen auf die 8. deutsche Kriegsauleihe. Das Ergebnis >er Anleihezeichnuugeri, das jetzt im allgemeinen feststeht, wenn auch die endgültig abschließende Ziffer noch nickt do-rLegt, entspricht den Erwartungen des Generalfeldmarschalls von Hindenburg, der am 11. September im Großen Hauptquartier schrieb: „Das deutsche Voll wird seine Feinde nicht t nur mit dem Schwerte, sondern auch mit dem Gelde schlagen. Das wird die Kriegsanleihe beweisen."
Um die ungeheure Leistung zu würdrgen, die das deutsche Voll, das Heer der Daheimgebliebenen, wieder vollbracht hat, muß man sich vergegenwärtigen, was für ein Matz finanzieller Kraft schon vordem während des Kriegs in Deutschland zutage getreten ist.
Welche Kriegskreoite hat der Reichstag bisher bewilligt? Und welche Ergebnisse sind durch die Zeichnungen auf die älteren Kriegsanleihen erzielt worden? Die nachstehende Übersicht gibt die Antwort: Der Reichstag hat an Kriegs- krediten seit Ausbruch des Weltbrandes bewilligt: Am 4 August 1914 8 Milliarden; am 2. Dezember 1914 8 Milliarden; am 20. März 1916 10 Milliarden; am 20. August 1918 10 Milliarden; am 21. Dezember 1918 10 Milliarden; am 7. Juni 1916 12 Milliarden. Bisher hat der Reichstag also 62 Milliarden an Kriegskrediten bewilligt.
Die ersten vier Kriegsanleihen hatten folgendes Ergebnis: Im September 1914 4460 Millionen; im März 1918 9061 Millionen; im September 1916 12101 Millionen; im April 1916 10 712 Millionen.
Bei den ersten vier Kriegsanleihen sind also im ganzen in ehr als 36 Milliarden gezeichnet worden, ein Betrag, auf den bei Kriegsausbruch auch der kühnste Optimist nicht gerechnet hätte. Als im März 1918 die zweite Kriegsanleihe einen Betrag von 9 Milliarden ergeben hatte, telegraphierte der Kaiser dem damaligen Reichsschatzsekretär H e l f f e r i ch : „Auch dm Feinde unseres Vaterlandes werden daraus erneut erkennen, daß es dem deutschen Volk im Kampf um seine Existenz weder an kriegerischen, noch an wirtschaftlichen Waffen fehlt, seinen unerschütterlichen Willen zum Sieg durchzuhalten und durchzusetzen". Und in einem Telegramm des Kaisers an den Reichskanzler hieß es damals: „Wie die ruhmreichen Taten meines Heeres und
meiner Flotte, erfüllt mich dieser Sieg der Daheimgebliebenen mit Freude und Stolz, in solcher Zeit der erste Diener einer solchen Nation zu sein."
Als englischer Schatzkanzler hat Lloyd George wenige Tage nach dem Kriegsausbruch das Wort von der „letzten Milliarde" und von den „silbernen Kugeln" gesprochen, mit denen England den Krieg gewinnen werde. Er sagte: „Die ersten hundert Millionen kann der Feind so gut aufbringen wie wir, die letzten hundert Millionen hat der Feind, Gott sei Dank, nicht." Inzwischen dürste das Vertrauen von Lloyd George auf die finanzielle Überlegenheit Englands sckon stark erschüttert sein, und die neue deutsche Kriegsanleihe wird von neuem dazu beitragen, ihm zu beweisen, daß Deutschland finanziell ebenso unüberwindlich ist wie militärisch Denn sie bat den ungeheurenBetrag von 10 Milliarden 890Millionen ergeben. Mt dieser Leistung hat das deutsche Volk vor der ganzen Welt den Beweis geliefert, daß zwei schwere Kriegsjahre seine finanzielle Kraft nicht zu erschüttern vermocht haben, daß vielmehr diese Kraft in der großen Not des Vaterlandes erhebend und hoffnungsvoll für uns, furchtbar für unsere 8 e i n d e sich e r st r c ch 1 entfaltet hat. . ,
Reue Fortschritte in Siebenbürgen!
Fortsetzung der vergeblichen Offensive an der Somme.
Blutige Abweisung russischer Angriffe an der Zlota-Lipa.
Der Tagesbericht vom 7. Oktober.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 7. Oktober. (Amtlich.) '
Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Uronprrnz Nupprecht.
Fortdauer der großen Artillerieschlacht an der Somme! Sie griff auch auf der Front nördlich der Sucre über und verschärfte sich südlich der Somme, besonders beiderseits von Bermandovillers.
Hafer Sperrfeuer hat zwffchen Ancre »ab Somme feindliche Angriffe fast durchweg «nterbnnde» und eine» zwffchen LeSboenfs und BouchavesueS gegen Truppen der Generale von Boehn und von Garnier gerichteten Stotz i«. ersten Ansatz erledigt. ES kam nur zu kurzem Nahkampf südwestlich von Sailly mit schwachen, bis z» unseren Linie» vorgedrnngenen Abteilungen. Ein ans der Front Denicvnrt- VermandovillerS-Lihons gegen den Abschnitt deS Generals von Kathen antretender französischer Angriff führte bei Ber- mandovSlers zu erbitterten Nahkämpfen. Sie sind zugunsten unserer tapferen schlesischen Regimenter euffchieden, an deren zähen Widerstand schon während des ganzen Juli in derselben Gegend alle Anstrengungen der Franzosen gescheitert waren. Im übrigen brache» die feindlichen Angriffswellen auch hier im Feuer zusammen.
östlicher Kriegsschauplatz.
Front des Seneralfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.
Die Zahl der am 5. Oktober bei B a t k o w (am Srreth) gefangen genommenen Russen ist auf über 3VV gestiegen.
Die gestern morgen beiderseits der Zlota-Lipa fortgesetzten russischen Angriffe wurden wiederum blutig abgeschlagen. Eine kleine Vorstellung südlich von Mieczy- sczow wurde aufgehoben. Südöstlich von Brzezany wurde eine am 30. September vom Ge«ner besetzte Höhe im Sturm wieder genommen.
Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.
Keine Ereignisse von besonderer Bedeutung.
Kriegsschauplatz in Siebenbürgen.
Auf der ganzen Oststont machten die verbündeten Truppen Fortschritte, sie drängten den durch den Geister- w a l d zurückgehenden Rumänen scharf nach; Nachhuten wurden geworfen.
Bei Abwehr rumänischer Angriffe beiderseits des Roten- Turmpasscs wurden 2 Offiziere 133 Mann gefangen genommen.
Südlich von H ö tz i n g (Hatczac) -wurde den Rumänen der Grenzberg Siglen entrissen. Bei Orsova ist wieder Gelände gewonnen.
Balkan - Kriegsschauplatz.
An mehreren Stellen zwischen Donau und Schwarzen Meer griff der Feind an. Er wurde abgewiesen.
Mazedonische Front.
Außer kleinen vergeblichen Borstößen brach ein starker feindlicher Angriff westlich der Bahn Monastir-Florina vor den bulgarischen Stellungen zusammen.
Dedeagatsch wurde von See her ohne wesentliches Ergebnis beschossen.
Der erste Generalquartiermeister.
Ludendorff.
Oer Krieg Rumäniens.
2)er amtliche bulgarische Bericht.
W. T.-B. Sofia, 7. Okt. (Drahtbericht.) Generalstabsbericht vom 6. Oktober:
Mazedonische Front: Zwischen Prespa-See und W a r d a r ist kein Ereignis von Bedeutung zn melden. Der Versuch der Serben, den C z e r n a - F l u ß bei dem Dorfe
Skrstschrtmr zu überschreiten, wnrde durch einen Gegenangriff vereitelt, wobei wir 30 Serben zu Gefangene« machten. Angriffe gegen den Babowa-Hügel wurden durch unser Feuer abgeschlagen. Östlich des Wardar bis zumi Doiran-See schwaches beiderseitiges Artillerieseuer. Südlich der Stadt Doiran hielt das Gefchützfener während der Nacht an. Am Fuße der Belasten- Planina und an der Strumafront Ruhe.
An der Küste des Ägäischen Meeres kreuzen feindliche Schiffe lebhaft. Die feindliche Flotte beschoß Dedeagatsch nnd die Eisenbahnlinie, wobei sie nur unbedeutenden Schaden verursachte. Unsere Wasserflugzeuge griffen die Flotte an und zwangen sie, sich aus die hohe See zurück- zuzirhen.
Rumänische Front: Längs der Donau Ruhe. Nach dem endgültigen Scheitern des von den Rumäne« bei R j a h ov o durchgeführten Stromüberganges zerstörten wir durch unser Artillerresener das Brückenmaterial» das die Rumänen zu ihrem eigenen Ufer hin zurückgezogen hatte», während das auf unserer Seite zurückgebliebene Material anf- gelesen wurde. Wir erbeuteten 20 MunitionSkarreu, Wage», Gepäck und anderes Kriegsmaterial. In der Dobrndscha scheiterten wiederholte Angriffe deS Fernstes ans der Linie Karabadza-Smzaffcha-Perweki unter infferrm Feuer und infolge unserer erfolgreichen ©cgen«n*ttffe. Wir mochten 60 Russen zu Gefangenen.
An der Küste des Schwarzen MeerrS krevzte die fei^h kche Flotte.
Ern den Engländern sehr schmerzhaftes Eingeständnis.
„Biel Geschick und Energie ans deutscher Seite gegen Rumänien."
W. T.-B. London, 6. Okt. (Drahtbericht.) „Daily Chrrmrcle" schreibt in einem Leitartikel: Die Seustktioaser- stlge des Feindes an der nördlichen und südlichen Front der Rumänen oeranlaßten einige Beobachter zu der Bemerkung, daß weniger die Deutschen als die Alliierten durch den Eintritt Rumäniens in den Krieg überrascht worden seien. Man müsse zugestehen, daß die Deutschen viel Geschickund Energie gegenüber dieser neuen Gefahr auf dem Ballan an den Tag gelegt haben.
Die wirren in Griechenland.
Der Druck auf König Konstantin soll verstärkt werden.
(Drahibericht unseres Xr.-Sonderberichterstatters.)
Kr. Genf, 7. Okt. (zb.) Die Pariser Presse meldet aus Athen: Es haben äußerst wichtige Konferenzen im englischen Boffchaftspalais stattgefunden. Den militärischen Vorsitz führte Admiral D a r t i g u e. Man erklärt, daß von dieser Konferenz die Lösung der Krise abhängt. Man war der Ansicht, falls die Entente Venizelos sich selbst überlasse, werde seine Aktion wirkungslos sein. Das einzige Mittel bleibe, daß die Entente starken Druck auf König Konstantin ausübe. Man müsse ihn dazu zwingen, Venizelos nach Athen zurückzuberufen, völlige Straflosigkeit seinen Anhängern zuzusichern und zu bestimmen, daß das neue Kabinett zwar nicht unter Venizelos' Vorsitz, wohl ober unter seinem Einfluß stehen müsse. Auf diese Weist werde ein Bürgerkrieg vermieden werden.
Die Entente genießt die venizelistische Bewegung mit Vorsicht.
Br. Zürich, 7. Okt. (Erg. Drahtbericht, zb.) Die „Basler Nachrichten" erfahren, in Pariser Negierungs- kreisen habe man sich die Frage vorgelegt, ob -es rat- sam wäre, daß die Entente die revolutionäre Regierung von Venizelos anerkennt und damit die Lösung der griechischen Krise zugunsten der Entente beschleunigt. Man habe beschlossen, vorläufig von dieser Maßregel abzusehen.
Die Entente raubt unsere in griechischen Häfen liegenden Schiffe.
Br. Amsterdam, 7. Okt. (Eig. Drahtbericht, zb.) Wie die „B. Z." aus London erfährt, hat die englischfranzösische Flotte rm Piräus die in griechischen Häfen liegenden deutschen und ö st er r erch isch - ungarischen Dampfer beschlagnahmt. Die Besatzungen sollen auf einem Transportschiff interniert und nach Frankreich gebracht werden, wo über ihre Freilassung entschieden werden soll.
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