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Montag, 2. Oktober 1916.

Morgen-Kusgabe.

Nr. 473. . 64. Jahrgang.

Hindenburg.

(Von unserem militärischen Mitarbeiter.)

Am 2. Oktober d. I. vollendet Gensralfeidmarschall o. Hindenburg sein 69. Lebensjahr. Es ist ein Ehren- und Festtag für das ganze deutsche Volk, seine Ver­bündeten und die, die mit unserer Sache denken und fühlen.

Seitdem in den Augusttagen des Jahres 1914 die russische Dampfwalze unsere Ostmark zu zermalmen drohte, um deutsche Kultur und deutschen Fleiß mrt Stumpf und Stiel zu vernichten, seit diesen Schreckens­tagen erstand unserem Vaterland in Hindenburg der ersehnte Befreier und Retter aus schwerer Not. Durch den glorreichen Sieg bei Tannenberg, der nur den An­fang seiner unvergeßlichen Siegeslaufbahn bildete, ge­wann Hindenburg die Herzen des gesamten deutschen Volkes. Durch diese befreiende Tat wurde sein Name in ehernen Lettern in die Weltgeschichte geschrieben, denn auf Hindenburgs wuchtigen Schlägen beruhte von nun an das Hoffen und Harren des deutschen Volkes. Jene Augustsiege machten ihn zum deutschen National- belden von der Größe eines Bismarck. Und dieses felsenfeste Vertrauen hat Generalfeldmarschall v. Hindenburg während der zwei weiteren Kriegsjahre auf das glänzendste gerechtfertigt. Sein Feldherrngenie zeigte sich zu allen Zeiten des Krieges, bei allen Ge­legenheiten, im Angriff wie in der Verteidigung, der feindlichen Führung, in wessen Hand sie auch liegen mochte, weit überlegen.

Einer späteren kriegsgeschichtlichen Forschung bleibt es überlassen, die unvergleichlichen Siege Hindenburgs näher zu ergründen und festzustellen, in welchem inne­ren Zusammenhänge die strategischen Maßnahmen des großen Feldherrns standen, die so glänzende Siege zur Folge hatten. Trotzdem sind einzelne Momente in der Kriegskunst dieses Heerführers so überragend, daß sie auch jetzt schon Erwähnung verdienen. Alle seine Siege erfocht Hindenburg mit einer Minderheit gegen eine Mehrheit. Nie fühlte er sich als der Schwächere. Völlig fremd war ihm die Furcht vor Zahlen, die die Entschlußkraft anderer, weniger bedeu­tender Männer, sicherlich gelähmt hätte. Seine Kühn­heit, sein überlegenes strategisches Können, sein klarer Blick, sein Wagemut, sein unbegrenztes Vertrauen in den Leistungswillen und die Leistungskraft der ihm unterstellten Truppen und die denkbar höchste Anspan­nung aller ihm zur Verfügung stehenden Kräfte, das sind die inneren Quellen der strategischen Überlegen­heit unseres Hindenburg. Er nahm dem deutschen Volk die ängstliche Scheu vor der russischen Übermacht.

Hindenburgs Erfolge sind Umfassungs- und Ver­nichtungsschlachten, nach dem Vorbilde der Schlacht von Cannä. Allen bisherigen Anschauungen zum Trotze wagte er sie mit zahlenmäßiger Unterlegenheit. Völlig neu für unsere Feinde wandte Hindenburg die von unseren Gegnern so gefürchteteÜberraschungs- strategie" an. Er verfolgte hierbei den Grundsatz, selbst alles vom Feinde zu wissen, diesem jedoch mög­lichst wenig zu verraten. HindenburgsVerschleierung" ließ den Feind niemals mit Gewißheit erkennen, wann und wo ihn der vernichtende Schlag treffen würde. DieserVerschleierung" machte Hindenburg alle modernen Mittel der Technik und Wissenschaft nutzbar. Ebenso sehen wir ihn als einen Meister im richtigen Bereitstellen und Ansetzen seiner Truppen. Ein Schul- beispiel hierfür bildet die Winterschlacht in Masuren, der überraschende Flankenstoß aus dem Forst von Johannisburg und die Umklammerung über Memel. Mit einer Geschicklichkeit ohnegleichen, unter tatkräf­tigster Ausnutzung aller Verkehrsmittel, versteht der Marschall im richtigen Augenblick seine Armeekorps von einem Punkte zum anderen zu verschieben. Geradezu vorbildlich sind Hindenburgs Maßnahmen, wenn es darauf ankommt, durch rücksichtslose Verfolgung den Sieg zu vervollständigen und auszunutzen. Die Winter­schlacht in Masuren endigte nach beinahe drei Wochen nicht auf ostpreußischem, sondern auf russischem Boden. Aber auch auf anderen Gebieten ist der erprobte Heer­führer wie kein zweiter befähigt. Alle seine Schlachten stehen zu Anfang unter dem Zeichen des Durch- b r u ch s. Die Umfassung und Vernichtung des Geg- ners ist dann die nächste Arbeit. Nur eine über­ragende Persönlichkeit wie er verstand es, einem über­mächtigen Gegner durch den Rückzug auszuweichen, wenn die Kampfbedingungen sich ungünstig gestalten würden. Der Herbstrückzug aus Polen, als die vor­dersten Staffeln der Armee Hindenburg bereits vor den Toren der Festung Jwangorod standen, bleibt eine der besten Leistungen Hindenburgscher Strategie.

Nach seinen glänzenden Siegen in Polen und im ^westlichen Rußland, die eine schwere Erschütterung der russischen Heere zur Folge hatten, hielt Hindenburg im Spätherbst und Winter des Jahres 1914/t 5 an unserer Ostfront treue Wacht. Mit dünne« Linien brachte

er es fertig, den Märzstürmen des Jahres 1916, welche die Russen zur Entlastung von Verdun ^unter- nahmen, erfolgreich die Stirn zu bieten. In Sumpf und Blut wurde dieser russische Generalsturm von Hin­denburgs Armeen erstickt. Auch während der späteren Einheitsoffensiven der Entente blieb die Front unseres Feldmarschalls an allen Stellen ungebrochen.

Das dritte Kriegsjahr brachte Hindenburg zur Freude des deutschen Volkes neue Ehren, neuen Wir­kungskreis und neue Möglichkeiten, sein überragen­des Feldherrngenie im hellsten Lichte zu zeigen. Dre Veränderungen auf dem südlichen Teil unserer West­front, als Folge der unaufhörlichen russischen Gewalt­stürme, machten es notwendig, daß unsere Front ein­heitlicher zusammengefaßt wurde. Im Einvernehmen mit unseren Bundesgenossen erhielt , Feldmarschall v. Hindenburg am 2. August eine Erweiterung seines Befehlsbereiches, wodurch die Grenzen seiner Macht bis an das nördliche Galizien ausgedehnt wurden. Kaum drei Wochen später berief sein oberster Kriegsherr ihn dann auf den höchsten und verantwortungsvollsten Posten, welcher gegenwärtig in der deutschen Armee zu besetzen ist. Am 29. August ernannte ihn der Kaiser zum Chef des Generalstabes des Feldheeres und er­füllte hierdurch den Herzenswunsch des ganzen Volkes, dessen grenzenloses Vertrauen auf diesen einen Mann vereinigt, ist. Mit hellem Jubel wurde diese Ernennung vom ganzen deutschen Vaterlande begrüßt, denn die Wahl war auf den rechten Mann gefallen, auf den, den alle haben wollten und dessen unübertreffliche Fähig­keiten nicht nur bei uns, sondern auch bei unseren Ver­bündeten die vollste Anerkennung besitzen. Die folgen­schweren Entschlüsse, welche durch das Wachsen der Zahl unserer Feinde zur Sicherheit des Vaterlandes und zur Erringung des Sieges zu fasten waren, konn­ten nur in einer Hand liegen und diese war diejenige Hindenburgs. Nicht allein sind es die seltenen mili­tärischen Fähigkeiten, welche die Bedeutung dieses Mannes ausmachen und seinen Namen so fest und tief in die Herzen unseres Volkes gehämmert haben. Seine ganz gewaltige und überragende Persönlichkeit, seine unermüdliche Pflichttreue, Selbstlosigkeit, Bescheiden­heit undAufrichtigkeit, die markigeGeschlossenheit seiner Person und seine echte Frömmigkeit, das sind die sel­tenen Herzenseigenfchaften, welche die Liebe und Ver­ehrung von uns zu ihm begründeten. Das ganze deut­sche Volk, im Waffenrock und im Bürgerkleide, ist sich darum an seines Hindenburg Geburtstag darin einig, daß er das riesenhafte Werk zu einem siegreichen Ende führen wird. M.

Die bisherig« Beute aus der Schlacht bei Hermannstadt.

Wer 3000 Gefangene. 13 Geschütze und vieles andere Material.

Starke engl. - franz. Angriffe nördlich der Somme wieder vergeblich.

Wiederaufnahme der russischen Anstürme.

Bukarest erneut durch Flieger angegriffen.

Der Tagesbericht vom 1. Oktober.

W.T-B. Großes Hauptquartier, 1. Okt. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Bei der

Rrmee des Generalfeldmarschalls Herzog Klbrecht von Württemberg sowie auf der f l a « d r i s ch e « und ArtoiS- Front der

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht

entfalteten die Engländer eine besonders lebhafte Patrouillentätigkeit.

An der Schlachtfront nördlich der Somme nahm der A r t i l I e r i e k a m p s am Nachmittag große Heftigkeit an. Wiederum erfolgten bei und östlich von Thiepval starke cnalische Angriffe, die wie an den oorangegangenen Tagen von Truppen der Generale Stern und Sixt von Arnim nach hart­näckigen Nahkämpfen abgeschlagen wurden. Aus t a n c o u r t und westlich davon stürmten franzö­sische Regimenter vergebens gegen unsere Stellun­gen an. Teilvorstöße aus Courcelette, aus Morval nd nordwestlich von Halle scheiterten im Sperr- 'euer.

Heeresgruppe Kronprinz.

Rechts der Maas spielten sich unter vorüber- ehend auflebender Artillerietätigkeit kleine bedeu- tuuaslofe Handgranatenkämpfe ab.

Östlicher Kriegsschauplatz.

Die Rüsten haben an verschiedenen Stellen ihre lngrifsstätigkeit wieder ausgenommen.

Heeressroict <,es ü-eueralseiüinarschalls Prinz Leopold von Bayern.

Westlich von L u ck nimmt das feindliche Feuer seit heute früh zu.

Beiderseits der Bahn B r o d y - L e m b e r g und weiter südlich bis zur Graberka bei Zarkow ist dem feindlichen Vorgehen teils durch Sperrfeuer Halt ge­boten, teils ist der bis zu sieben malen wieder­holte Ansturm völlig zusammengcbrochen. Auf dem südlichen Angriffsflügel haben die Russen in der vorder st en Verteidigungslinie Fuß gefaßt.

Heeresfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.

Beiderseits der Zlota-Lipa kam es zu heftigen Nabkämpfen. Im Winkel zwischen der Ceniowka und Zlota-Lipa hat sich der Gegner vorgeschoben. Weiter westlich warfen türkische Truppen cinge- drungene feindliche Abteilungen gestern und heute morgen durch sofortigen Gegenangriff wieder zurück und machten hierbei 230 Gefangene.

In den Karpathen herrschte im allgemeinen Ruhe. Die Zahl der bei Str. Klauzura gemachten Ge­fangenen ist auf über 600 Mann gestiegen.

Kriegsschauplatz in Siebenbürgen.

An der Oststont wurden rumänische Angriffe im Maros-Tal abgewiesen. Im Goergeny-Tal und weiter südlich entzogen sich die Vortruppen zum Teil dem feindlichen Vorstoß. Die Beute der deutschen Truppen aus dem Gefecht südlich von Henndorf (Hegen) erhöht sich um 8 Geschütze. Nord­westlich von Fogaras hat der Feind feinen Angriff eingestellt.

Aus der Schlacht von Hermannstadt waren bis gestern eingebracht über 3000 Gefangene, 13 Geschütze; ferner sind erbeustt eine Flugzeug­halle, 2 Flugzeuge, 10 Lokomotiven, 300 Waggons mit Munition, über 200 Munitions­wagen, über 200 gefüllte Äagagewagen, 70 Kraft- Wagen, ein Lazarettzug. Weiteres Material »oird erst allmählich aus den Wäldern geborgen werden. Der Rothe-Turmpaß ist angefüllt mit zerschossenen Fahrzeugen. Südlich des Passes wurden rumänische, gegen die Höhen westlich Caineni gerichtete stärkere Vorstöße abgeschlagen.

Im Hoetzingcr (Hatszeqer-Gebirge griff der Feind westlich des Sstell (Sztrigh)-Tales vergebens an.

Balkan - Kriegsschauplatz.

Heresgruppe der Generalfeldmarschalls von Mackensen.

Am 29. September erzwang eine österreichisch-un­garische Donauslottille die Einfahrt in den Hafen von Corabia, vernichtete 9 und erbeutete 7, teils be­ladene Schiffe.

Bukarest wurde von unseren Flugzeuggeschwadern mit beobachteter guter Wirkung bombardiert.

Mazedonische Front.

An vielen Stellen zwischen dem Prespa-See und dem Wardar lebhafte Feuerkämpse und vereinzelte ergebnislose feindliche Unternehmungen. Ein starker Angriff brachte den Gipfel des K a j m a k c a l a n in den Besitz des Gegners.

Der erste Generakquartiermeister.

Ludendorff.

Hsterreichisch-ungarischer Tagesbericht.

W. T.-B. Wien, 1. Okt. (Drahtbericht.) Amtlich verlautet vom 1. Oktober, mittags:

Östlicher Kriegsschauplatz.

Front gegen Rumänien.

Westlich von P e t r o s e n y scheiterten auch gestern alle rumänischen Vorstöße, ebenso wurden bei Caineni, südlich des Veres Toronyer-(R o t e n - T u r m)-Pasies rumänische Abteilungen unter schweren Feindverlusten abgeschlagen. Nordwestlich von F o g a r a s stockt die rumänische Vorrückung. Westlich und nordwestlich von Szekely Udvarhely (Oderhellcn) dauert der Druck des Feindes gegen unsere vorgeschobenen Truppen an. Aus der Schlacht von Nagy Szeben (Hermaunstadt) sind bis gestern vormittag über 3000 Gefangene, neun Geschütze,' eine Flugzeughalle, zwei Flugzeuge, zehn Lokomotiven, 300 Eisenbahnwagen mit Munition, über 200 Munitionswagen, 70 Kraft-, über 200 gefüllte Bagagewagen, 1 Spitalzug und große Mengen sonstiges Kriegsgerät eiugebracht. Ergänzende An­gaben werden solge«. Bei dem vorgestrigen Angriff deutscher Truppen südlich Hege« (Henndorf) hat der Feind 8 Geschütze verloren.