Einzelbild herunterladen
 

wenig höheren Kommandotürme sowie durch den Schornstein überragt wird. Das Schiff soll im Mittelteil des Rumpfes nur 2,78 Meter aus dem Waffer hervorragen, also um die Hälfte weniger als die bisher gebräuchlichen Linienschiffe dieses Typs. Zum Schutz gegen Torpedotreffer sollen eine Unterteilung in zahlreiche wasserdichte Abteilungen und ein starker Doppelboden dienen. Schon rein äußerlich läßt der Entwurf die Übergangsstufe zum künftigen Tauchfchlachtschiff erkennen. Wenn man außer den kleinen Geschützen auch noch die großen versenkbar macht und den Schornstein durch Ver­wendung von Dieselmotoren in Wegfall bringt, so erübrigen sich nur noch die Trimmtanks und das tiefe Steuer, um dieses Schlachtschiff in ein Schlacht-Unterseeboot zu verwan­deln. Jedenfalls sieht man an diesem Entwurf sehr deutlich, daß die Entwicklung der Kriegsschiffskonstruktion immer mehr auf den Kampf unter Wasser zusteuert.

Was eine Schlacht im Weltkriege kostet. Bei allen Be­richten über das ungeheuerliche Ausmaß der modernen Schlacht denkt man natürlich vor allem an die Menschenopfer, die hierdurch notwendig werden. Dann aber taucht unwill­kürlich immer wieder auch die Frage auf, was eine solche Schlacht bei derartiger Inanspruchnahme, von Geschütz­material und Munition wohl kosten mag. Die interessanten Ergebnisse einer solchen, natürlich nur ungefähr und durch­schnittlich aufgestellten Berechnung über die Kosten des Ge­schütz- und Munitionsverbrauches in einer Schlacht der Gegen­wart finden sich in den „Lectures pour tours". Die Schlacht beginnt, die Kanonen donnern. Mit unerhörter Geschwindig­keit und Ausdauer überschütten die Gegner sich mit Ge­schossen verschiedenster Größe und Konstruktion. Die Muni- twnswagen leeren sich schnell und werden sofort neu gefüllt mit den Geschossen, die aus den Munitionsparks herangeführt werden. Zahllose Züge laufen in den nächst gelegenen Bahn­hof ein, um die Geschützparks zu versorgen. Noch ferner, im Hinterland, arbeiten in den Werkstätten Zehntausende von Männern und Frauen ffeberhaft an der fortgesetzten Her­stellung des Materials, das im Kampfgebiet innerhalb von Minuten und Sekunden verschossen wird. Um zu einer an­nähernden Berechnung zu gelangen, untersucht das Blatt zu­erst die Verhältniffe bei einer französischen 75er Batterie. Diese Batterie besteht aus vier Geschützen und 12 Munitions­wagen. AtHerdem besitzt jedes Geschütz und jeder Muni- tionswagen einen sog. Vortrain mit Munition, und zwar gibt es in einer Batterie 16 derartige Vortrains. In jedem der­selben befinden sich 24 Geschoßpatronen, in jedem Munitions­wagen 72, die ganze Batterie besitzt also 1248 Geschoß- Patronen, nämlich 312 fiir jedes Geschütz. Das Geschütz selbst vermag innerhalb 24 Stunden 400 Projektile zu entsenden, und zwar bei stärffter Benützung 20 in einer Minute. Der letztere Fall ereignet stch aber höchst selten, da das Material ihn meist nicht auszuhalten vermag. Ein komplettes Projektil kostet 30 Franken. Die Abnützung des Geschützes berechnet man nach dem Grundsatz, daß die Kanone nach 6000 Schüssen unbrauchbar geworden ist. DaL Geschütz kostet 16 000 Franken, demnach kostet jeder Schuß eine Abnutzung von 3 Franken. Rechnet man hierzu den Wert der Geschosse, so kostet die Ver­wendung des 75er-Geschützes an einem Schlachttage mit 400 Schüssen nie Gesamtsumme von 13 500 Franken. Die 120 Geschütze eines Armeekorps kosten also während eines Schlacht- tages 1 600 000 Franken, wobei angenommen ist, daß sie 300 000 Kilogramm Metall aussenden. Noch kostspieliger ist natürlich die ganz schwere Artillerie. So wurde ausgerechnet, daß mit Abnützungskosten ein einziger Schuß der schnell ver­brauchten französischen 320er-Kanone nicht weniger als 6410 Franken kostet. Bei Berechnung des Gebrauchs sowohl der großen wie der mittleren und der kleineren Geschütze, der Maschinengewehre und Jnfanteriegewehre, und nach der fran- zöiischen Annahme auch des deutschen Verbrauches hat in den hundert Tagen der Schlacht von Verdun der Tod eines Sol­daten auf der einen Seite die Heeresleitung der anderen 73 000 Franken gekostet. Die Engländer sollen aber im Burenkrieg noch viel teurer gekämpft haben, da bei ihrer Ge­samtberechnung auf den Tod eines Buren nicht weniger als 200 000 Franken entfielen. Die Balkankriege waren „billiger", da damals das Fallen eines Soldaten nur 50 000 Franken kostete. Der Geldwert der Geschütz- und MunitionsouS- gaben in den ersten hundert Tagen der Schlacht vor Verdun würde, in Gold umgewechselt, 80 Kubikmeter Goldstücke auS- machen.

Reu« Untersuchungen über die Sicherung des Panamakanal».

Die Frage, ob der Panamakanal dauernd für den Verkehr ossen- gehalten werden kann, gewinnt angesichts der immer wiederkehren­den und soeben wieder gemeldeten schweren Verkehrsstockung durch Erdrutsche eine immer größere Bedeutung. Es ist daher von be- sonderem Interest«, daß einer der führenden amerikanischen Geo­logen Dr. John C. Branner von der Stanford-Universität jetzt di« wesentlichen Ursachen für diese bedrohlichen Störungen klarlegt und einen Weg anzugeben sucht, auf dem der Panamakanal gesichert werden könnte. Wie Dr. Branner, der in der Kommission, die im Austrage der amerikanischen Regierung die Kanalzone gründlich untersucht hat, eine führende Stellung innchatte, in dem in San Francisco effcheinenden „Sunset Magazine" ausführt, könnte es aus den ersten Blick scheinen, als ob ein restloses Wegschafsen aller gefahrdrohenden Stoffe aus der Kanalzone der vernünftigste und sicherste Weg wäre, damit fertig zu werden. Wenn man dann aber - sieht, wie stch das Gebiet der Rutsche immer weiter vom Kanal aus­dehnt, wie die Maste der in Bewegung geratenden Stoffe ständig zunimmt, wie selbst Hügel zusammenrutschen und Bäume, Schlamm, Gestein und Blöcke mitreißen, die größer sind, als ganze Häuser, wenn man sieht, daß das Wegschaffen dieser Millionen Tonnen aus etwa 60 Cents pro Quadratfuß zu stehen kommt, dann gelangt man zu der Einsicht, daß es doch ratsam ist, einen anderen Weg zu suchen, um diese Erdhügel da festzuhalten, wo sie sind. Es war von vornherein klar, daß die Ausschachtung des Kanalbettes gleich­bedeutend war mit einer Schwächung der stützenden Masten, die das anliegende Gelände festhielten; es war ferner klar, daß es in der Praxis keine Möglichkeit gab, für diese entzogene natürliche Stütze durch eine künstliche Ersatz zu schassen. Hier lag eine Schwierig­keit, die nicht aus dem Weg geräumt werden konnte, ein Faktor des Problems, dem man in den erforderlichen großen Maßstab nicht beizukommen vermochte. Man glaubte eine teilweise Lösung darin gesunden zu haben, daß man den ausgehobenen Boden aus den User­streifen des Kanals ablagerte; aber wird dieses neue Land haften bleiben, in einer Gegend, wo man sieben Fuß Niederschlag mißt? Man kann es hoffen, aber verbürgen kann sich dafür niemand. Auch mit der Beschaffenheit der Felsstücke, die bei den Rutschen mitge- risten werden, muß man als mit einem unveränderlichen Faktor rechnen. Sie sind feucht und von geringer Festigkeit, und wenn sie nicht richtig behandelt werden, werden sie immer brüchig und un­beständig bleiben. Das dritte Element des Problems — das Wasser — ist das einzige, das sich unter menschliche Kontrolle bringen ließe. Auf die Riedeffchläge, den Regen selbst, kann man natürlich keinen Einfluß gewinnen, aber es ist sehr wohl möglich, daß man das Master daran hindert, in den Boden einzudringen; und diese Kontrolle über das Wasser ist der einzige Weg, auf dem man hoffen kann, einem Fortdauern der Erdrutsche vorzubeugcn. Bei kleineren Rutschen pflegie man Gräben anzulegen, in denen man das Wasser aus dem gefährdeten Grund ableitete. Bei Ab­brüchen aber, die sich über mehr als 60 Hektar erstrecken, bei einer Mederschlagsmenge von sieben Fuß, bei Uferböschungen von feuchtem Lehm und 300 Fuß hohen brüchigen Felsen scheint es im höchsten Grade unwahrscheinlich, mit einem solchen System von Abwässe- rnngsgräben der Gefahr Herr zu werden. Die Erdrutsche können dort nicht ausgehalten werden. Das einzige, was man da mit solchen Gräben erreichen kann, ist, daß man die Niederschläge, die außerhalb des Abrutschgebietes niedergehen, ablenkt, damit nicht auch sie noch der gefährdeten Stelle zuströmen. Um nun das Wasser von dem gleitenden Grund wirklich sernzuhalten, gibt es nach der Meinung von Dr. Branner nur eine Möglichkeit: Man müßte zu­nächst das ganze gleitende oder mit Abrutsch drohende Land da­gegen schützen, daß das sich aus der Oberfläche ansammelnde Wasser eindringt, und schließlich müßie man durch eine Art von wasser­dichtem Überzug über dieses ganze Gelände das Wasser vollkommen absperren und sernhalten. Dr. Branner hält es für unwahrschein­lich, daß der Kanal durch Erdbeben gefährdet werden wird. Seiner Meinung nach können möglicherweise austretende Erderschütterungen den aus verstärktem Eisenbeton errichteten Schleusen, Dämmen und anderen Kunstbauten der Waflerstraße wenig anhaben. Die ein» zige Gefahr, die ein Erdbeben bringen könnte, wäre die, daß durch dir Erschütterung ein Erdrutsch veruffacht werden könnte, der sonst vielleicht ausgeblieben wäre. Weiler, und das ist für den Panama­kanal von größter Wichtigkeit, haben die Geologen bei den kalifor- nischen Erdbeben die Beobachtung gemacht, daß Wasser im Grund dem Erdbeben eine viel stärker« Wirkung gibt, als sie bei trockenem Boden fühlbar wird. Diese Beobachtung hat gerade Dr. Branner bei seinen speziellen Arbeiten ,md Studien über Erdbeben in tropi- schen Gebieten immer wieder gemacht, und sic ist ihm der Ausgangs­punkt für seine Theorie: Die Userzone des Panamakanals muß trocken gelegt und gegen das Eindringen von Wasser so restlos wie möglich geschützt werden; ander« werden sich die Erdrutsch- niemals verhindern, wird sich die Osiei,Haltung der Wasserstraße niemals gewährleisten lassen. _

verantwortlich ftir Mt Schlistlntuug: 8. v. «auendrrf in Wietbaden. — Druck und Verlag der L. Schellenbergsche» tzos-Buchdrnckerei in Mesbade»