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Montag, 28. September 1916.
Morgen-klusgabe.
Nr. 460. » 64. Jahrgang.
England wieder unter kräftigem Zeppelinsener.
Erfolgreicher Angriff mehrerer Lustschiffgeschwader auf London und militärisch wichtige Plätze England;.
Überall starke, lange sichtbare Brande. Zwei Luftschiffe leider verloren.
W.T.-B. Berlin, 24. Sept. (Amtlich.) In der Nacht zum 24. September haben mehrere Marineluftschiffsgeschwader
London und militärisch wichtige Plätze am Humber und in den mittleren Grafschaften Englands, darunter Nottingham und Sheffields,
ausgiebig mit Bomben belegt. Der Erfolg konnte überall in starken Bränden beobachtet werden, die noch lange «ach Ablauf sichtbar waren. Die Luftschiffe wurden auf dem Anmarsch vor dem überschreiten der englischen Küste von Bewachungsfahrzeugen und beim Angriff selbst von zahlreichen Abwehrbatterien austerordentlich stark mit Brandgeschossen unter Feuer genommen und haben einige der Batterien durch gut liegende Salven zum Schweigen gebracht. Zwei Lust- 'schiffe sind dem feindlichen Abwehrfeuer Ger London zum Opfer gefallen, alle übrigen unbeschädigt zurückgekehrt. u
Der Chef des Admiralstahs,.der Marine.
Auch die Militiirbaracken bei Höver mit Bomben belegt. r >
W.T. B. Berlin, 24. Sept. (AE«h.) Am 22. Se^ tember, abends, wurden durch eines unserer in Flanff der» stationierten Flugzeuge j.dje MikftärbstraE bei Dover mit Bomben belegt. '
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Die vauerschlacht an der Somme wieder in vollem Sange. “
24 feindliche Flugzeuge im Weste;, ckbge- schossen. — Feindliche Fliegerangriffe auf Mannheim und Lille. — Englische Militäranlagen bei Bonlogne angegriffen. Erfolgreicher.. Gegenstoß gegen die Russen zwischen SerMs «nd Strypa; dabei 700 Gefangene und “ Maschinengewehre erbeutet. In demHarPathen Gelände zurürkgewonne».
Rumänische slngriffe am vulkanpatz abgeschlagen.
Ver Tagesbericht vom 24. September.
lV.I'.-B. Großes Hauptquartier, 24. Sept. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Front des Generalfeldmarschalls Kronprinz Rupprecyt von Bayern.
Die Dauerschlacht an der Somme ist wieder in »ollem Gange. Der Artilleriekampf ist zwischen der Ancrc und der Somme von selten erreichter Heftigkeit. Nächtliche feindliche Vorstöße bei Courcelrtte, Rancourt und Bouchavesnes sind mißlungen.
Front des deutschen Kronprinzen.
Im Maasgebiet nahm die Feuertätigkeit lmks des Flusses und den einzelnen Abschnitten rechts desselben zu.
Auf der ganzen Front rege F li e g e r täcki g- kert mit zahlreichen, für uns günstigen Lustkämpfen w unseren und jenseits der feindlichen Linien. Wir haben 24 Flugzeuge abgeschossen, davon 20 an der «omme. Oberleutnant Buddeke, die Leutnants -wlntgens und Höhndorf zeichneten sich besonders aus. Unser Verlust beträgt 6 Flugzeuge.
Am 22. September, spät abends, wurden durch Bombenabwurf auf Mannheim eine Person geltet und eisiger Sachschaden angerichtet. Bei mehr
fachen feindlichen Fliegerangriffen auf das rückwärtige Gelände unserer Front wurden u. a. in Lille se^ Bürger getötet und zwölf Häuser beschädigt.
Eines unserer Luftschiffe hat in der Nacht vom 22. September englische Mrlitä ranlagen bei Boulognes angegriffen.
Östlicher.Kriegsschauplatz.
Heeresfront des Generalfeldmarfchalls
Prinz Leopold von Bayern.
Mft starken Massen griffen die Rüsten fünfmal zwischen S e r e t h und Strypa nördlich von Zborow erneut an. Bei Manajow drang der Gegner ein. Er wurde im Gegenangriff wieder geworfen und ließ über 700 Gefangene und 7 Maschinengewehre in unserer Hand. Weiter südlich brachen alle Angriffe mit schweren Verlusten vor nnserer Linie zusammen.
Heeresfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.
In den Karpathen gewannen wir zwischen der Ludowa und Baba Ludowa sowie am Osthang der Cimbroslawa in früheren Gefechten eingebüßte Teile unserer Stellung im Angriff zurück. Nordöstlich von Kirlibaba sind hartnäckige Kämpfe im Gange.
Kriegsschauplatz in Siebenbürgen.
Am Vulkan-Paß und westlich davon wurden mehrere rumänische Angriffe abgeschlagen.
Balkan - Kriegsschauplatz. * ""
Keine Ereignisse von besondero^Bcdeutung.
Der erste Generalqnartiermeister:
Ludendorff.
vie griechische Arifi;.
Englische Tendenzmeldungen ans Griechenland.
Nr. Haag, 24. Sept. (Eig. Drabtbericht. Jens. Bln.) „Daily Mail" meldet ausAthen: Das Königreich Griechenland besteht nur noch dem Namen nach. Die Inseln P a s o s, L e m n n s," Chios, Samos und M y t i I e rt e werden nicht länger von Athen verwaltet. Der Epirusbezirk erklärte sich unabhängig, der Bezirk von Lariffa schwankt, nur Athen und der Peloponnes sind noch loyal. In Athen werden Plakate, welche den König auffordern, das Schwert zu ziehen oder abzudanken, angeschlagen, ohne daß gegen die Schuldigen vorzegangen wird. Reuter meldet aus Saloniki: Der Ausschuß der nationalen Verteidigung gibt eine Anleihe heraus, für welche Zeichnungen m dein französischen Hauptquartier entgegengeiiommen werden.
Ein feindlicher Bericht von der Salonikifront.
W. T.-B. Saloniki, 23. Sept. (Reuter. Amtlich.) Patrouillen haben mit Erfolg feindliche Schützengräben an der Front der Struma und von Doiran überfallen. Flugzeuge bombardierten mit gutem Erfolg einen Transport in der Nähe von Drama.
Weitere Militärübertritte zu den Revolutionären.
W. T.-B. London, 23. Sept. Dem Renterschen Bureau wird aus S a I o n i I i berichtet, daß weitere Truppenabteilungen von K a w a l a und Piräus zur revolutionären Bewegung übergegangen sind.
Die bescheidene Rolle Italiens.
Br. Lugano, 23. Sept. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Der „Secolo" meldet aus Saloniki, es habe daselbst sebr überrascht, daß die von der Entente in Athen eingerichtete Telegrammzensur die italienische Sprache von allem telegraphischen Verkehr für das In- und Ausland ausgeschlossen habe. Bemerkenswert sei auch, dich in den von der Entente m Athen und im Piräus eingerichteten Paß- kontrollämtern, von denen die Reiseerlaubnis über See abhängt, kein Vertreter Italiens sitzt. — Nach einem Telegramm an den „Corriere della Sera" aus Saloniki stt das Zensuramt in Athen von Engländern und Franzosen eingerichtet worden. Die Zensur wird von griechischen Be- amten und französischen Offizieren ausgeübt. Für die Telegramme nach dem Ausland werden nur die ftanzösifche und englische Sprache zugelassen, die griechische und italienische Sprache sind ausgeschlossen.
Die Griechen in Görlitz.
W. T.-B. Görlitz, 23. Sept. (Drahtbericht.) Laut einer amtlichen Mitteilung trifft der erste Transport der Truppen des griechischen 4. Armeekorps voraussichtlich Dienstag hier ein.
vernichtende Wirkung der Limone- Sprengung.
Eine ganze italienische Kompagnie verschüttet, die übrige Besatzung in Flanke nnd
, Rücken gefaßt.
Asterreichisch-ungarischer Tagesbericht.
W.T.-B. Wie«, 24. Sept. (Drahtbericht.) Amtlich verlautet vom 24. September, mittags:
Östlicher Kriegsschauplatz.
Front gegen Rumänien.
Im Bereiche des Vulkan-Passes wurden rumänische Angriffe abgeschlagen. Bei Nagy Sceben (Hermannstadt) und an der sicbenbürgischen Westfront nichts von Belang.
Heeresfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.
Östlich und nördlich von Kirlibaba setzte der Feind seine Angriffe hartnäckig fort. Östlich der genannten Stadt wurden seine Massen nach geringen Anfangserfolgen zum Stehen gebracht und weitere Vorstöße abgewiesen. Südwestlich des Gestüts Luczina brach auch gestern ein starker russischer Ansturm, der siebente in den letzten Tagen, vor der Front der Bnda- pester Honved Mammen. Im Gebiet der Ludowa wurde dent Feiimstiic von ihm in den jüngsten Gefechten. ersungenen Vo»ejle wieder entrissen.
Heeresfront der GeneralfeidmarschallS» Prinz Leopold von Bayern.
Zwischen Zborow nnd dem obersten Sereth trieben die Russe» nach tagelanger Artillerievorbereitung gestern erneut starke Kräfte zum Angriff vor. Schon waren mehrere Massenstürme abgewiesen, als es ihnen nachmittags nordöstlich von Pcrepeleiki gelang, in unsere Linien einzubrechcn. Ein nächtlicher Gegenangriff führte nach erbittertem Kampfe zu völliger Wiedergewinnung aller Stellungen. Es wurden über 700 Gefangene nnd 7 Maschinengewehre erbeutet. Die blutigen Verluste des Gegners entsprechen seiner gewohnten Kampfesweise.
' Italienischer Kriegsschauplatz.
Im Südabschnitt der K a r st h o ch f l ä ch e kam es zu Nahkämpfen, in denen unsere Truppen 1 Maschinengewehr erbeuteten. An der F a s a n c r Front wurde ein Angriff eines feindlichen Bataillons gegen unsere Stellungen auf dem Gardinal durch Feuer abgewieseu.
Wie nunmehr festgcstellt ist, war die von Oberleutnant M l a k e r ungeachtet seiner Verwundung vorzüglich geleitete Sprengung des Cimone- Gipfels von vernichtender Wirkung. Eine italienische Kompagnie wurde ganz verschüttet. Abteilungen des Infanterieregiments Nr. 59 faßten die übrigen Teile der überraschten Besatzung in Flanke und Rücken. Die Zahl der Gefangenen hat sich auf 427 erhöht; auch wurden 2 Maschlncu- gewehre erbeutet. Der Monte Cimone steht seitdem unter lebhaftem Feuer der feindlichen Artillerie. Südöstlicher Kriegsschauplatz.
In Albanien nichts Neues.
Der Stettverfteter des Chefs des GeneralstabS: v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
König Viktor Emanuel verwundet?
Br. Genf, 24. Sept. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bin.) Lyoner Blätter melden, daß der italienische König im Görzer Abschnitt durch einen Schrapnellsplitter eine Hon-Verletzung erlitten habe.
Oer Krieg Rumäniens.
Die Überführung der Leiche des Prinzen Friedrich Wilhelm von Hessen.
W. T.-B. Sofia, 22. Sept. Die Leiche des Prinzen Friedrich Wilhelm von Hesien, die vom Schlachtfeld bei Cara Orman nach R u si sch u k gebracht wurde, ist dort unter großer Beteiligung der Behörden und der Bevölkerung zur Bahn übergefüyrt und nach Deutschland iveiterbefördert worden. Während der Überführung folgten dem Sarge der Metropolit von Rustschuk Wassili, der Kreispräfekt Partcmjec, der Bürgermeister und zahlreiche andere Vertreter staatlicher
