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Verlag Langgaffe 21

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Mittwoch, 20. September 1916.

klbend-Kusgabe-

Nr. 452. . 64. Jahrgang.

Die Rumänen über den Szurdnk-Paß in Siebenbürgen geworfen!

Größte russische Verluste westlich Luck.

Günstiger Fortgang der Kämpfe an der NarajowKa.

Russisches Artilleriefeuer aus die eigenen russischen Gräben!

Heftige Kämpfe an der neuen Dobrudscha- Front.

Ei,r erfolgreicher Angriff ans Florina und auf die Italiener an der Belasica-Planina.

Der Tagesbericht vom 20. September.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 20. Sept. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls Kronprinz Rupprecht von Bayern.

Auf dem Schlachtfelde an der Somme keine Ereig- niffe von besonderer Bedeutung. Einzelne feindliche Vor­stöße wurden ab gewiesen. Wir hatten bei Fle rs im Handgranatenangrisf Erfolge. Nachträglich wird gemel­det, daß am 18. September, abends, ein französischer Angriff aus Clery heraus abgeschlagen wurde.

Sront des deutschen Kronprinzen.

Am Westhange des „Toten Mannes" wurden die Fran­zosen ans einem kleinen von ihnen noch gehaltenen Graben­stück geworfen. 98 Gefangene und 8 Maschinengewehre fielen dabei in unsere Hand.

Unsere Patrouillen haben in der Nacht zum 19. September in der Champagne bei erfolgreichen Unternehmun­gen 4 6 Franzosen und Nuffen, heute nacht südlich des Rhein-Rhone-Kanals eine Anzahl Franzosen gefangen ge­nommen. t

östlicher Kriegsschauplatz. Heeresfront des Generalfeldmarfchalls Prinz Leopold von Bayern.

Westlich von Luck, gegenüber den Truppen des Generals oon der Marwitz kam die Wiederaufnahme der feind­lichen Angriffe am Tage nur teilweise zur Durchführung, während an den meisten Stellen die rnffische Infanterie auch durch das auf sie gerichtete Feuer der russischen Artillerie nicht zum Verlassen ihrer Gräben zu bewegen war. Erst abends und nachts brachen ruflische Angriffe rn starken Wellen vor nnd sind wiederum unter größten Ver­lusten gescheitert. Vorübergehend bei Szelwow eingebrochener Gegner ist re st los zurückgeworfen.

Heeresfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.

Au der Naraiowka ging der für uns günstige Kampf weiter. Starke feindliche Angriffe wurden a b g e -» schlagen.

In den bereits verschneiten Karpathen dauern die russischen Angriffe an. Der Feind hat einzelne Teilerfolge erreicht.

Kriegsschauplatz in Siebenbürgen.

Die Rumänen sind über den S z u r d u k - Paß zurück- geworfen.

Balkan - Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarfchalls von Mackensen.

In der D o b r u d s ch a spielten sich heftige Wechsel- oolle Kämpfe ab. Mit eilig herangeführten Verstärkun­gen leistet der Feind in seiner Stellung den zähesten W i d e r st a n d.

Mazedonische Front.

Bei Florina und in Kajmakcalan wurden feind­liche Angriffe zum Teil nach Nahkampf zurückgeschlagen; westlich von Florina wichen Bortruppen dem Stoß aus, öst­lich der Stadt wurde der Gegner mit Erfolg überraschend angegriffen.

Südlich der Belasica-Plania haben die Bulgaren am 17. September die Italiener ans den Dörfern Matnica und Peorj geworfen und 5 Offiziere, 250 Mann gefangen »enommen.

Der erste Generalquartiermeister: Ludendorfs.

Oie militärische Lage.

(Von unserer Berliner Abteilung.)

Berlin, 20. Sept. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.)

Infolge schlechte st er Witterung und vielfachen Regengüssen herrschte gestern an der gesamten' West front nursehr eingeschränkte Kampftätig­keit. Es kam kaum zu Jnfanterieaktionen.

Aus dem Osten wird zusammenfassend berichtet, daß der »ieue große Offensivstoß Brussilows im Westen von Luck als zurück geschlagen bezeichnet werden kann, überall hatte der Feind gewaltige Verluste. Gestern wurden nur Teilangriffe unternommen, wobei sich die geringe Kampfeslust der Russen feststellen ließ. Die Truppen wollten nicht aus ihren Gräben heraus, weshalb das auch für die russische Kriegsführung neue Mittel angewendet wurde, das Artilleriefeuer auf die eigenen Gräben zu richten. Bei C z e l w o w war die feindliche Infanterie in unsere vorderste Linie eingedrungen, ist aber prompt wieder hinausgeworfen worden. Die Kämpfe in den Kar­pathen gehen fort. Deutsche und österreichische Truppen haben den Czurduk-Paß genommen, was von nicht ge­ringer strategischer Bedeutung ist. Hier läuft die von Bukarest über Caracal-Crajevo und Tergujiu nach dem ungarischen H ö tz i n g nnd Arad führende Bahn über das Hochgebirge.

Aus der Dobrudscha melden die letzten Nachrichten, daß die Verbündeten den Feind überall bis an die von ihm be­setzte Linie Rasova-Copatinu-Tuzla verfolgt haben und daß dort die Kämpfe noch nicht abgeschlossen sind. Bei Florina wurde in den letzten Tagen mit äußerster Heftigkeit gekämpft, überall wurden die mit überlegenen serbischen, französischen und englischen Kräften geführten Angriffe ab - gewiesen. Östlich von Florina unternahmen die Bul­garen einen starken Vorstoß und warfen den Feind zurück. Alle Angriffe auf den Berg Kajmakcalam, 13 Kilometer nörd­lich vom Ostrovo-Soe, wurden abgeschlagen.

Die skandinavische Ministerzusammen- tunft.

W. T.-B. Christiania, 19. Sept. Der dänische und der schwedische Ministerpräsident und der dänische und der schwedische Minister des Äußern sind anläßlich der nordischen Ministerzusammenkunst hier eingetroffen. Kurz nach der Ankunft wurden sie vom König in Audienz empfangen.

W. T.-B. Kopenhagen, 19. Sept. In einem Ar­tikel zur Ministerkonferenz in Christiania macht „Ber- lmgske Tidende" zunächst darauf aufmerksam, daß ein bestimmtes Ar b e i ts p ro g r a m m für die Kon­ferenz nicht vorliege. Von endgültigen Beschlußfassun­gen und eingehenden Erörterungen könne schon mit Rücksicht auf die zur Verfügung stehende kurze Zeit nicht die Rede sein. Das Blatt schreibt ferner: Selbst wenn man die Fragen, die in den kommenden Tagen im Staatsratssaal des Schlosses in Christiania erörtert werden, nur erraten kann, wird man nicht irren, wenn man annimmt, daß die stir sämtliche drei Länder zu- gleich wichtigste Frage der Arbeit für die fort- gefetzte Aufrechterhaltung ihrer Neutra- lität eine hervorragende Rolle spielen wird. Für alle drei Länder hat nämlich eine Reihe von Umstünden diese Hauptfrage stark in den Vordergrund gerückt. Dem- gegenüber wird es wohltuend wirken, daß die verant­wortlichen Staatsmänner der drei Länder von neuem gemeinsam den einstimmigen und festen Willen der drei Völker verkünden, sich vollkommen neutral verhalten zu wollen. Das Blatt begrüßt schließlich die Verhandlungen als ein wichtiges, für die Zukunft der Länder glückbringendes Erergms.

Ein Empsangsabend beim König von Norwegen.

^ W. T.-B. Christiania, 20. Sept. (Drahtbericht.) 5 er J™ nt 0 und die Königin gaben gestern abend für die Teilnehmer an der Konferenz der nordischen Minister ein Mahl. Der König begrüßte dabei die däni­schen und schwedischen Minister in einer Ansprache. Er hob hervor, daß die Bevölkerung der Ministerkonferenz Vertrauen und Sympathie entgegenbringe. Er sprach ferner ferne Freude darüber aus, daß die Anregung des Königs Gustav zu der Königszusammenkunft in Malmo nicht nur zur Fortsetzung der Minister­konferenz geführt, sondern auch in allen Schichten der Bevölkerung des Nordens Anklang gefunden habe. Es sei dies ein Beweis dafür, daß der Gedanke des auf der Neutralität ruhenden Zusammenwirkens und der Arbeit hierfür innerhalb der Bevölkerung der drei nordischen Länder Erfolg gehabt habe. Der König sprach sodann den Wunsch aus, daß die Verhandlungen die besten Ergebnisse zum Wohle der drei Länder haben möge. Er schloß mit einem Hoch aut die Königs von Schweden und Dänemark und das Wohl der nordischen Völker.

Oer Rrieg Rumäniens.

Günstige Entwickelung der neuen Schlacht in der Dobrudscha.

Der amtliche bulgarische Bericht»

Ein Erfolg an der Belasitza-Planina.

• W. T.-B. Sofia, 19. Sept. Bericht des Hauptquartiers:

Mazedonische Front: Die lebhaften Kämpfe in der Umgebung von Lerin (Florina) dauern an. Alle An­strengungen des Feindes, sich der Höhe Kaimaktschalen zn be­mächtigen, scheiterten infolge unserer heftigen Gegen­angriffe. Im Moglenitza-Tal und auf beiden Ufern des W a r d a r schwache Artillerietätigkeit. Aiy Fuße der Belasitza-Planina vertrieben unsere Patrouillen den Feind und bemächtigten sich der Dörfer Schugovo, Mat- nisa, Garn! Poroi und Dolni Poroi, wo sie viel Kriegsmaterial fanden. In Gorni Poroi ließen die Italiener außerdem 200 Gewehre zurück.

Längs der Struma und der Küste des Ägäischen Meeres ist nichts zu melden.

Rumänische Front: Längs der Donau Ruhe. Die auf der Linie der Dörfer Meralui. Mo nstk, A ra- badschi, Kokardsche, Cobadinu und Tusle ge­meldete Schlacht entwickelt sich zu unseren G u n st e *.

An der Küste des Schwarzen Meeres Ruhe.

Constantza im Zeichen des Kriegs.

(Don unserem L.-Sonderberichterstatter.j ^ S. Stockholm, 20. Sept. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bin.) In C o n st a ii h a sieht es nach einem privatim mir zugehen- dcn Bericht trostlos aus Das Badeleben erlitt unmittelbar nach Ausbruch des Kriegs keinen jähen Abbruch, sondern erst die Fliegerangriffe bewirkten dies. Nach dem Fall von Silistria begannen auch die Behörden mit den Regie- rungsetnrichtungen zu entweichen. Das größte Kurhotel wurde offiziell geschlossen und unmittelbar von der Heeresverwal­tung als Lazarett beschlagnahmt. Heute gibt es kein ver­gnügtes Eonstantza mehr. Die wichtigsten militärischen Aus- rüstungsgegenstände wurden auf der Eisenbahnlinie Midjidia- Tultea abtransportiert. Wegen der geringen Leistungsfähig­keit der Bahn und der Überlastung durch Soldatentransporte war dies jedoch nur in bescheidenem Umfang möglich. Die Verbindung Constantza-Bukarest ist außer der Drahtverbindung seit Samstag aus unbekanntem Anlaß ab­gebrochen. Die Zivilbevölkerung Constantzas darf die Häuser nur eine Stunde vor- und nachmittags verlassen. Un­aufhörlich hört man Kanonendonner, unausgesetzt durchziehen Truppen die Stadt. Alle militärischen Maßnahmen werden als strengstes Geheimnis behandelt, was jedoch darauf hin­deutet. daß mit der Möglichkeit, die Linie Eernavoda-Con- stantza zu halten, kaum noch gerechnet wird. General Ceiontschkowski, welcher hier das Armeeoberkommando führte, soll sein Hauptquartier bereits jenseits der Dobrudscha nach Redr (? Reni) verlegt haben. Die Erklärung des russi­schen Beßarabien ^l 8 unmittelbare Kr,egs- z o n e und des verschärften Belagerungszustandes wird dem­nächst erwartet.

Nochmals ein Augenzeuge über bas Treiben in Bukarest am Tage der Kriegserklärung.

Br. Berlin, 20. Sept. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Unter den mit dem Diplomatenzug aus Bukarest nach Berlin zurückgekehrten Deutschen befindet sich der Leiter des deut­schen Jnformationsbureaus, Karl S i b r e ch t, Svr in Bukarest ständige Beziehungen zu den deutschen Regierungskreisen ge­halten hatte. Er war nur mit knapper Mühe der Verhaftung entgangen. Einem Mitarbeiter des ..L.-A." erklärte er: Es war keine eigentliche V o l k s b e g e i st e r u n g an jenem Sonntag, als die Kriegserklärung bekannt gemacht wurde. Meist waren es halbwüchsige Leute, die auf den Straßen Bukarests herumjohlten. Man merkte es ihnen an. daß sie durch russisch-rumänisches -Geld gedungen waren, künstliche Begeisterung zu erzeugen. Der ganze rumänische Krieg ist nach unserer Meinung nur auf Betreiben der Königin zurückzuführen.

Der endgültige Schiffbruch der Entente auf den» Balkan.

Mit russischen Augen gesehen.

Bi'. Stockholm, 20. Sept. fEig. Drahtbericht. Zens. Bln.) In Militärkreisen Petersburgs herrscht die Auf­fassung, daß die Loge in Rumänien sehr ernst und die Niederlagen unausbleibbar sind. Der Militärkritiker Dimitriew konstatiert im „Djen", daß die ganze Balkan­diplomatie der Entente wiederum und diesmal Wohl endgültig Schiffbruch gelitten habe. Man habe an der Salonikier und albanisch-italienischen und rumänischen Front ein strategisches Zusammenwirken erzielen wollen, die Führung sei jedoch verloren ge­gangen und man sei in die Defensive gedrängt.

Die Vorgänge auf dem Balkan „fangen an die Völker zu beunruhigen"!

W. T.-B. Bern, 20. Sept. (Zens. Bln.) „Popolo d'Jtalia" in einem Leitartikel, niemand könne wissen, wie die Dinge auf dem Balkan ständen. Wenn man nach den offiziellen Be.