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Nr. 445. . 64. Jahrgang.
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Samstag, 16. September 1916
Kbend-Kusgabe.
(Ein entscheidender Sieg in der Dobrudscha!
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Ein Sieger-Telegramm der Kaifers an die Kaijerin.
W. T B- Berlin, 15. Dept. fAmtlich.) 45c. Majestät der Kaiser sandte am 15. Sev- tember nachstehendes Telegramm an ^hre Majestät die Kaiserin:
Generalfeldmarschall Markensen meldet soeben, daß bulgarische, türkische und deutsche Truppen in der Dobrudscha einen entscheidenden Sieg über rumänische und russische Truppen davongetragen. Wilhelm.
Die amtliche bulgarische Bestätigung.
Der bulgarische Bericht vom 15. September.
Vollständige Vernichtung des Feindes.
6 Infanterie-, 3 Artilleriedivisionen aus feindlicher Seite beteiligt.
W.T.-B. Sofia, 16. Sept. (Drcihtbericht.) In dem bulgarischen Heeresbericht vom 15. September heißt es über die rumänische Front: Die große Schlacht auf der Linie Alino-b-Dorf Parachioi-Dors Abtaat- Musubeye Kara-Omer endigte am 14. September mit der vollständigen Vernichtung des Feindes. Der auf der ganzen Linie z u ruckweichende Feind wurde von unseren Truppen energisch verfolgt. Die Zahl der Gefangenen und die Trophäen werden jetzt fcstgesteUt. An diesen Kämpfen haben - wie jetzt festgestellt wurde — teilgenommen: die 2., 5., 9. und 19. rumänische Division, die 61. russische Infanteriedivision, eine gemischte russisch-serbische Infanteriedivision und 3 russische Kavalleriedivisionen.
Der entscheidende Sieg «nter Mackensen
Die im einzelnen noch nicht bekannte rumänische Niederlage.
Sr. Berlin, 16. Sept. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) ^er militärische Mitarbeiter der „S3. Z." schreibt zu dem unbekannten Sieg in der Dobrudscha: Nach dem Falle der be-
festigten Brückenköpfe von Tutrakan und Silistria hatten die Verbündeten mit gewohnter Tatkraft ihren Vormarsch tn nordöstlicher Richtung fortgesetzt. Dabei war d,e rechte Flanke durch das Meer, die Linke durch die breiten sumpfigen Niederungen der Donau gesichert. Dieser letztere Flanken- ühutz mutzte um so wirksamer werden, da die Verbündeten sich im Besitz der rumänischen Brückenköpfe befanden, die sie für eigene Zwecke sofort verwendet und umgebaut batten Die Rumänen batteii sich auf Silistria m nördlicher und nordöstlicher Richtung geflüchtet und werden sich mit denjenigen Truppenteilen vereinigt haben, die aus der Gegend von D o b r i t s ch zurückgeworpen waren. Inzwischen werden auch weitere Teile des russischen Hilfskorps eingetroffen sein. Man kann auch annehmen, datz rumänische Verstärkungen auf der Bahn Bukarest-Czernavoda- C o n st a n tz a eingetrofsen sind. Bereits der Heeresbericht von gestern abend gab an, datz der Widerstand des Feindes mehrfach gebrochen und der Gegner in die allgemeine Lame Cuzaun-Cara-Omer zurückgeworfen sei. Nach dem ergänzen- den bulgarischen Seeresbericht hatten sich d,e Kampfe in der Linie Oltina-SeeAptast-Mustabei-Tschifutkey an der früheren rumänischen Grenze entwickelt und sich zugunsten der Verbündeten gestaltet. Der Kampf, der weiter fortgefuhrt wurde, hat nun mit einer Niederlage der Gegner geendet, über die zunächst noch keine weiteren Einzelheiten verossent- bcht wurden. Dieser Erfolg wird um so freudiger bemüht werden. als gleichzeitig auch von der s'eben- bürgischen Front günstige Nachrichten eingelaufen sind. Die rumänische Offensive war schon seit einiger Zeit immer langsamer geworden und allmählich ins S t o ck e n geraten, weil sie auf einen immer stärker werdenden Widerstand der österreichisch-ungarischen Truppen stieh, die durch deutsche Verbände verstärkt worden waren. Auch das rumänische Zentrum wird durch erfolgreichen Widerstand der deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen aufgehalten. In der Gegend von H ö tz i n g, 100 Kilometer westlich von Hermannstadt, hat sich ein g r o h e s Gefecht entwickelt, bei dem deutsche und österreichisch-ungarische Truppen zur Offensive übergegangen sind und die vordersten rumänischen Abteilungen zurückgeworfen haben. Der Kampf
ist noch nicht entschieden, sondern noch m der Durchführung begriffen. Vorläufig aber steht er nach allen bisherigen amtlichen Berichten durchaus günstig für die Mittelmächte.
Näheres über die bisherigen Ergebnisse des Vormarschs in der Dobrudscha.
(Von unserer Berliner Abteilung.)
L. Berlin, 16. Sept. (Eig. Drahtbertcht. Zens. Bin.)
Die Nachricht von dem entscheidenden Sieg der Deutschen und Bulgaren unter Mackensen über die Rumänen und Rüssen in der Dobrudscha wurde in Berlin gestern zunächst auf dem Umwege über Budapest bekannt, wo rn dem inner- politisch noch immer nicht ganz beruhigten Parlament die Mitteilung dieselbe Freude ausloste wie zuvor dre vom Falle der Festung Tutrakan. Das Wolffsche Tele- qraphen-Bureau verbreitet die amtliche Meldung von dem Telegramm des Kaifers an die Kaiserin in spater Nachtstunde, so daß die Morgenblätter kerne Kommen- tare an die frohe Botschaft knüpfen und rn irgend welcher Andeutung hervortreten lassen können, was die in der Nacht verbreiteten Gerüchte über die st r a t e g r- s ch e und materielle Bedeutung des Sieges erwarten ließen. Die Bezeichnung „e n t- scheidender Sieg" wird von unserer Heeres- leitung und zumal von Mackensen nur gebraucht, wenn der Feind völlig über den Haufen geworfen wurde und das Ergebnis zu einer neuen Kriegsphafe fuhrt.
Aus dem Hauptquartiex-Ost drahten die nach dem Dobrudscha - Kriegsschauplatz beorderten Kriegsberichterstatter zunächst nur. zuruckblrckend auf die Kämpfe, die bis zur Einnahme der rm gestrigen deutschen Heeresbericht genannten Lime stattfanden, die Ergänzung, daß in diese Linie dre wichtige Hafen- stadt Mangalia fiel und daß sie bis zum Oltrna See verlief. Dr. Osborn drahtet der „Vofsifchen Zer tung": Die Rumänen, die gemäß langstgesaßter ge
heimer Pläne seit geraumer Zeit ihre aktiven Trvrsto nen wie ihre Reserven an den Grenzen und rm Lande bereitgestellt hatten und am 27. August abends 9 Uhr, zur selben Stunde, als die Kriegserklärung an Oster- reich-Ungarn erging. ihre vorbereitete Angriff bewegung in Szene setzten, hatten rn der Dobrudscha mit ihren eigenen Kräften russische und serbische Hilfstruppen vereinigt. Um die Donau festung Tutrakan hatten sie eine bedeutende Masse von Bataillonen, eine Heeresmacht von etwa 4UUUU Mann versammelt. Gegen sie war sofort um me
Wende des August der überraschende Stotz deutscher und bulgarischer Streitkrafte geführt, denen sich auch türkische Truppen zuge- sellten. In schnellem glänzenden Angriff gegen die feindliche Übermacht wurden die Befestigungen und ausgebauten Stellungen von Tutrakan und dre ernge qrabenen Panzertürme mit stürmender Hand genom men. Rasch folgte die Festung selbst. Von den 40 000 Mann wurden 25 000 gefangen genommen: nur etwa 5000 waren es, denen es gelang, zu entkommen. Die Restzahl über 10 000 Mann bezeichnet dre schweren blutigen V e r l u st c, die der Feind bei diesen Kämpfen erlitten hat. Mit Genugtuung können wir feststellen, daß neben unseren tapferen Verbündeten deutsche Infanterie und deutsche Artillerie sich einen her- vorragenden Anteil an diesen außerordentlichen Erfolgen zuschreiben dürfen Es war ein deutsches Detachement, das die Ehre hatte, als e r st e r militärischer Verband in die eroberte Festunc, emzurucken. Als dann der verblüffend schnellen Einnahme von Tutrakan der gleich schnelle weitere Vormarsch nach Osten erfolgte, waren es wiederum deutsche Offiziers Patrouillen und deutsche Kavallerie, die zuerst Klar- beit über die Verhältnisse in und um Silistria brachten. Sie fühlten vor und aus ihren Erkundigungen ergab sich daß die Rumänen nicht mehr imstande waren, die zweite Donaustellung nachhaltig zu verteidigen S i I i st r i a siel den Deutschen und Bulgaren als reife Frucht ihres Sieges von Tutrakan m me Hände. Am 9. September überrannte eine Patrouille des deutschen 6. Ulanenreqiments eine runiänische Batterie südöstlich der Stadt und setzte sich in den Be^ sitz ihrer vier Geschütze. Es waren 1-^-Zentimeter Kaliber. Zugleich mit diesem HandstreA der Hanauer Ulanen warfen siidwestlich von silistria deutsche und bulgarische Kavallerie die an der Zahl wiederum weit überlegene feindliche Reiterei und rückte am selben Tage in die Festung ein. lubelnd be grüßt von der bulgarischen^ Einwoanerschatt. Die Rumänen hatten die Stadt geräumt. Die starren B e
festigungswerke blieben unversehrt und kommen nun den Siegern zugute. Doch Kunden me Eroberer, wie der gestrige bulgarische . Heeresbericht meldete, noch Geschütze und Kriegsmaterial vor. Die Beschießung Silistrias, die der Femd in ohn- mächtigem Zorn alsbald von rumanisck>en Donau- Monitoren und vom Nordufer des Stromes aus ins Werk setzte, konnte ihnen das Verlorene nicht zuruck- gewinnen und weder den Triumph der Sieger noch dre Freude der befreiten Bevölkerung beeinträchtigen. Die Deutschen und Bulgaren aber nahmen sofort nach der Einnahme der Festung den w e i t e r e n V o r m a r s ,ch nach Osten hin wieder auf.. Man gönnte sich kern Ausruhen; ohne Aufenthalt ging es mit äußerster Energie zu neuen Aufgaben. Die gesamte. Sud- dobrutscha, deren Bewohner fast ausschließlich Bulgaren und Mohammedaner sind, ist bereits m unserer Hand. Die Linie, die bis zum Abgang des Telegramms erreicht war, folgt beinahe genau der alten bulgarisch- rumänischen Grenze von 1913.
Kriegsberichterstatter Koster drahtet dem „Berliner Tageblatt": Der Eindruck des schnellen Vormarsches in der Dobrudscha auf Rumänien war ungeheuer. Nach der Aussage eines gefangenen Brigadekommmi- deurs warfen die Rumänen sofort alle verfügbaren Reserven an die bedrohten Donauufer. Aller Privatbahn- verkehr von Bukarest nach Südosten wurde eingestellt. Längs der ganzen Donau bemächtigte sich der Bevolke- rung ein panischer Schrecken, Bei dem Mangel an Eisenbahnen füllten sich bald die Landstraßen mit
^ 1 Karl ^osner teilt dem „Lokal-Anzeiger" mit: Bei den Herren im Großen Hauptquartier tm Osten fand ich die größte Befriedigung, nickt nur über die politischen und militärischen Ergebnisie der mit dem Besuch des Königs von Bulgarien ver- knüpften gemeinsamen Beratungen, sondern auch über den Stand und die voraussichtliche Entwicklung im Sud- osten. Rosner erfuhr, daß die Einnahme von Tutrakan nahezu ohne blutige Verluste auf seiten der Verbünde- ten erfolgte.
Fluchtartiger Rückzug der Rumänen awf dt« Linie l<zernavoda-Conjtantza>
Berlin, 16. Sept. (Zens. Bln.) Verschiedene Blätter berichten, die rumänische Armee ziehe sich fluchtartig auf
der Linie Czernavoda-Midzidie-Constantza
zurück.
Oer amtliche bulgarische Bericht
„ vom 14. September. *
<r c t fortgesetzte Vormarsch in der Dobrudscha. Bis;nm 11. d. M. 24 Schnellfeuergeschütze erbeutet.
W.T.-B. Sofia, 15. Sept. Bericht des Gcneral-
stabes vom 14. September: , . .
Rumänische Front: An der Donausront beschoß der Feind wirkungslos K l o d e n e und das Dorf Davidoven. Schwache feindliche Abteilungen versuchten zweimal bei den Dörfern Kostol, Malkava r b i tz a und G o e m a v a r b i tz a aus das rechte Ufer zu gelangen, wurden jedoch verjagt, ^zn der Dobrudscha wird der Vormarsch fortgesetzt. Der Kampf, der sich an der Linie O p t l n a - S c e - P a r e k a v h - A p t a st - M u j, a b e h - T s ch r f u t° keu an der früheren rumänischen Grenze entspannen hat, entwickelt sich zu unseren Gunsten. Wrr erbeuteten bis jetzt 2 4 S ch n e l l f e u e r g e s ch u tz e. Der Feind wurde zurü ckg c w or s e n und erlitt dabee große Verluste. Die Kampfhandlungen dauern fort.
An der Schwarzcn-Meer-Kustc Ruhe. Mazedonische Front^ Am Ostrovo-Sec ^n- santcrietätiakeit von geringer Starke. Im Moglemtzatal lebhaftere Tätigkeit. Ter Feind grlss wrederholt, aber ohne Erfolg den Baho v o-Hügel und dre Hohen Kovil und Buvuktasch an. Alle Angriffe des Gegners wurden unter schweren Verlusten für ihn zu- rückqewiesen. Beiderseits des Vardar und an der Struma- Front lebhaftes Artilleriefeuer.
An der Äaäischcn Küste dre übliche Kreuzfahrt der feindlichen Flotte.
Bermritnngen des Schweizer Militärschriftstellers Stegemann.
Br. Berlin, 16. Sept. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) -^er schweizerische Militärschrittsteller Stegemann führt, wie bereits am 12./im Berner „Bund" aus: Es sei verwunderlich, daß die.Rumänen auch jetzt noch ihre Kolonnen nach Siebenbürgen nach vorn treiben, wo die österreichische
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