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Verlag Langgasse 21

„Ta-dl«tth«ls".

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2-bAeüeu ^nd ü-'deu d-N-chb-rteu L-ndonen und im Rheiuguu die betrefienden lagblatt-Troger.

13 Ausgaben.

„TngXniihnus" Nr. SSSSSL. __

Son 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Somit«««.

Anzeigen: 30 Pjg. «r«e ^Kr«N» S3& , £i£ J K j^Si!!S^Sr. mich besäuderer »«"•»““»«.•.T

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Freitag. 15. September 1916

„ , „„„ Kür die Ausnahme von Anzeigen an Borge,'chriebeueu

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des Wiesbadeuer Taqbl atts: Berlm W., Potsdamer Str.121 k. Fer»,pr.. an»

Nr. 443. . 64. Jahrgang.

Kbend-klusgabe

M neuer Chef des ftellverttetenden Seneralftabr.

W. I.-L. Berlin, 15. Sept. (Drahtbericht.) Der bis.

-rige Generalquartiermeister Freiherr v. Freytag- oringhoven ist durch Allerhöchste Kabinettsorder vom !. September zum Chef des stellvertretenden, leneralstabs ernannt worden.

General Freiherr v. FreytaA-Loringhoven. der als einer er befähigtsten Offiziere gilt und sich auch als Mlütarschrlft- eller einen großen Namen gemacht hat. wurde 1878 Setonde- mtnant im 2. Garde-Regiment z. F. Im Jahre 1887 erfolgte ::ne Beförderung zum Premierleutnant. Gleichzeitig wurde r zur Kriegsakademie kommandiert, die er bis 1889 besuchte.

)ann kam er 1890 noch einmal m sein altes Regiment zur front zurück. Mit der Beförderung zum Hauptmann im fahre 1891 trat er ä la suite seines Regiments zunächst auf em Nebenetat in den Großen Generalftab ein. dem er mit .ur zwei verhältnismäßig kurzen Unterbrechungen angehorte.

-is er Divisionskommandeur wurde. Der junge Generalstabs- muptmann, der die Kriegsakademie erst 1889 verlassen hatte, oar seit 1892 schon Lehrer an dieser Anstalt; 1895 wurde er. vie üblich, als Kompagniechef ins Grenadier-Regiment Komg Friedrich III. Rr. 11 in Breslau versetzt. Aber schon 1898 st er wieder als Major im Großen Generalstab und auch nieder Lehrer an der Kriegsakademie. Kurz vor seiner Er­nennung zum Oberstleutnant im Jahre 1904 wurde er nich als Major mit Wahrnehmung der Geschäfte eines Abteilung^ Hess im Großen Generalstab beauftragt und bald darnach Abteilungschef. Oberst wurde er im April 1907. Ein zweites Frontkommando führte ihn 1908 bis 1909 als Kommandeur des Grenadier-Regiments Nr. 12 nach Frankfurt a. O. 191 ist et wieder im Großen Genercckstab. und zwar setzt Mit Wahrnehmung der Geschäfte eines Ou-rtiermelsters beauf­tragt. Mit der Ernennung zum Generalmajor am 20. Marz 1911 wurde er Oberguartiermeffter. gleichzeitig Mitglied der Studienkommission der Kriegsakademie. Am 1. Oktober 1913 erfolgte seine Beförderung zum Generalleutnant, und An­fang Dezember übernahm er an Stelle des in turkrscoe ziemte getretenen Generalleutnants Liman von Sanders das Kom­mando der 22. Division in Kassel. Am 27. Januar 1915 er­folgte seine Ernennung zum Generalquartiermerster an Stelle des zum Kriegsminister ernannten Generals Wild von Hohenborn.

Während seiner Tätigkeit im Großen Generalstab leitete er die Herausgabe der „Studien für Kriegsgeschichte und Tak­tik" und der ..Vierteljahrsheft« für Truppenführung und hat selbst eine große Reihe kriegswiffenschaftlicher Werke he^ ausgegeben. Genannt seien u. a. die ..Kriegslehren nach Clausewitz aus den Feldzügen von 1813 und 1814 . „Die Heer­führung Napoleons in ihrer Bedeutung für unsere Zeit . „Die Mappe der Persönlichkeit im Kriege". „Die Führung in den neuesten Kriegen. Operatives und Taktisches". „Krieg und Politik in der Neuzeit" sowie eine Biographie des Grafen

^'«n^Berlin, 15. Sept. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) Zu der Ernennung des zweiten Generalquartiermeisters General v. Freytag-Loringhoven zum Chef des stellvertreten­den Generalftabs wird geschrieben: Bei Beginn des Welt­kriegs war General der Infanterie z. D. Freiherr von Manteuffel zum Chef des stellvertretenden Generalstabs 'ernannt worden. An seine Stelle trat anfangs Januar Generaloberst v. Moltke. Er verblieb in seinem neuen Amt bis zu seinem Tode. 18. Juni 1916. Seitdem war die Stelle eines Chefs des stellvertretenden Generalstabs nicht mehr besetzt worden, sondern wurde vorübergehend von den ältesten Abteilungschefs geführt. Nun 'si der bis­herige zweite' Generalquartiermeister General Freiherr von Freytag-Loringhoven mit dieser Stelle betraut worden Es ist dies der bekannte Militärschriftsteller, der kürzlich durch die Friedensklasse des Ordens Pour le mente aus­gezeichnet wurde. Er ist 1825 als Sohn eines russischen Diplomaten geboren und hat zunächst in einem russischen In­fanterie-Regiment Dienst getan. Im Jahre 1876 trat er m das preußische 2. Garde-Regrment z. F. ein. in dem er seine Leutnantszeit verbrachte. Bei Kriegsausbruch wurde er in

das österreichisch-ungarische Hauptquartier

entsandt, und am 27. Januar 1915 wurde er Generalquartier­meister Der stellvertretende Generalstab umfaßt alle die­jenigen Zweige des Generalstabsdienstes, die nicht im un­mittelbaren Zusammenhang mit dem Großen Haupt­quartier stehen und befindet sich stetig in enger Verbindung mit dem K r i e g s m i n i st e r i u m und den übrigen stellver­tretenden Behörden. Zu seinen Aufgaben gehören u. a. Vor­bereitung und Duchführung aller Eisenbahntrans- Porte, die Aufstellung von Neuformatronen, die Sammlung und Sicherung des gesamten kriegsge- schichtlichen Materials und das Presse- und Nach- ichtenwesen.

Die Besetzung von Rawalla.

Zu dem jüngsten Gsneralstadsbericht über dre neue Erfolge unserer verbündeten Truppen tn Mazedonien und die Besetzung von K a w a l l a wird uns geschrieben.

Die Besetzung des Hafens Kawalla bedeutet einen Abschluß in dem siegreichen Borwartsdrmgen der bul­garischen Truppen und in der Umfassung des rech- ten feindlichen Flügels der französisch - englischen Saloniki-Armee. Die Bulgaren haben nun trotz ihrer großen Erfolge in der Dobrudscha auch m Mazedonien ihre Fortschritte erweitern und vertiefen können Es ist jetzt noch nicht ganz einen Monat her. seit de linke bulgarische Flügel den e r st e n erfolgreichen Vo..- stoß unternommen hat. Ani 17. August machten Bulgaren als Beginn des Angriffes auf .ihrem ~st- flügel einen Angriff auf die Stadt Demirhrfsar, die eine sehr wichtige Eisenbahnstation der -nne Seres- D^ama ist. Dadurch wurde das Vorgehen der Bm- garen auf dem linken Ufer des Struma-Flusses erleich- ?"t d° in Demirhrfsar d-r Stiihpunlt für das w°„«- Vordringen gegen das Agaische Meer erreicht worden war. Die Franzosen hatten hier eme sehr günstige Stellung zwischen Purkowa- und ^T.achino-See inne an die sich die Front unserer ,feinde anlehnte. Der Struma bildet bekanntlich die Verbindungslinie zwischen beiden Seen. An den im Raume von Demm hissar operierenden Teil unserer verbündeten Armee schloß sich nun nach Osten hin der äußerste Unke Flügel unserer Linien an, der seiner; eits gleichfalls nn An­schluß an die weiter nach Westen stehenden Truppen mit größtem Erfolge gegen Süden vorgmg. Schon am 20. August konnten die bulgarischen Truppen die ge­samte Eisenbahnlinie Demrrhrssar- Seres-Drama-Buk besetzen und darüber hinaus über den Angistafluß Vordringen, der ungefähr parallel zu diesem Stück der eben genannten Eisenbahnlinie m di» T°chin--S-° von Osten W» Sn«i dl°,-s Flusses hatten unsere Femde einen kräftigen Stutzpunkt in dem Parnar Dagh sowie m dem sich nach Nord­osten an ihn anschließenden Bigla-Berg. Der Btgla liegt südöstlich von der Stadt Anglsta die den gleichen Namen führt wie der obengenannte Fluß. Die starke Stellung auf diesen beiden Bergen konnte unseren Feinden aber vor dem ungestümen Andrrngen der Bul­garen nicht genügend Schutz gewahren, denn schon zwei Tage nach dem Erreichen der Els.enbabnIMls begannen die Bulgaren den Ansturm auf die befestigten Stellun­gen der englisch-französischen Armee auf diesen beiden Bergen, und am 23. August nahmen sie sie mit Sturm in der Hand. Der Vormarsch des linken bulgarischen Flügels war dadurch bis in geringerer Entfernung von Kawalla erfolgt. Der nun beginnende rumänische Krieg hatte in den Operationen der Bulgaren m Mazedonien einen Stillstand eintreten lassen, da nun auf dem nörd­lichen Kriegsschauplatz in der Dobrudscha dm Aufmerk­samkeit entfesselt worden war. Jetzt erfolgte der Schritt des kommandierenden Generals des . 4- griechischen Armeekorps, das in Kawalla stand und sich zur Aus- rechterhaltung der Neutralität am 12. September vor dem Druck des Vierverbandes unter den Schutz der deutschen Truppen begab. Gleichzeitig erfolgte^ nun der weitere siegreiche Vormarsch der Bulgaren, der jetzt mit der Besetzung von Kawalla an der Kulte seinen vorläufigen Abschluß ervielt. Somit lehnt sich der linke bulgarische Flügel an den Golf von Kawalla an und vollendet dadurch die Umfassung des rechten feindlichen Flügels. Insofern hat die ^Besetzung von Kawalla in strategischer Hinsicht eme nicht zu unter­schätzende Bedeutung.

sein, daß sie im Sinne der Entente gehalten war. Und doch konnte man auch aus diesen frisierten Meldungen heraus­lesen, daß der König von Griechenland fest blieb, und werter, daß das griechische Heer treu zu seinem Könige h elt Und davon gibt uns auch dieser Fall von Kavalla erncn neuen Beweis. Das griechische Heer will ste nicht opfern pur 0 reichs und Englands Interessen, es will kern Kanonen­futter werden für die. die dre yermat knechten. Und daran, gerade an dieser Treue des Heeres zu fernem obersten Knegs- berrn. wird und muß auch der ganze Plan der Er Griechenland auf seine Seite zu ziehen, schertern.

Die „Köln. Zeitung" läßt sich vernehmen: Besser kann

die unhaltbare Lage, in dre Griechenland von den Mächten des Vierverbands gebracht worden fft. nich 'e- lcuchtet werden als durch diesen ungewohnlrö^n Schritt eines bohen Militärs. Der Z w i e s p a l t. der durch dw vemzelist - sche Wühlarbeit ins Volk hineingetragen worden ist. hat, wn manche Ereignisse der letzten Zeit bewiesen haben, auch auf s ... cwr überaearifsen. das der Politik niemals so fern g,-

fä&M&g mm iUn d-! --»de- m für W>

tjrf, s er Zwiespalt im Heere, wre er sich offener kaum zeigen könnte, zeigt sich mit einem Schlage auch, wre das Werkzeug beschaffen ist. dessen der Bierverband sich so gern gegwi iui.- bedienen möchte. Von einer Begeisterung für die Sache de? BLverbandes ist nichts zu finden im Gegenteil, eme o scharfe Abneigung, daß Taten^ möglich sind, wie der Entschluß des Befehlshabers des 4. griechischen Korps. R e ch t Zweischneidig also ist die Waffe, um die der Vierver­band sich so krampfhaft bemüht.

Das Vreianis von Kavalla.

Eine verlorene Doppelschlacht der Entente.

Zürich, 14. Sept. (Jens. Bin.) Zu dem Schritte des Generals des 4. griechischen Armeekorps schreiben die -Neuen Zürcher Nachrichten", daß dieser Vorgang?ohl ohne Beispiel in der Kriegsgeschichte dastehe. „Diese griechischen Euihe en dürfen in Deutschland mit fliegenden Fahnen einziehen und dort Gastfteundschaft genießen, dm braven und Pflicht' getreuen Soldaten gebührt. Als solche h^en sie gehandelt und den Lockungen. Drohungen und Gewaltversuchen Vem- zclos' und Saloniker Revolutionskomitees, hinter denen der Vierverband steht, bis zum äußersten widerstanden, vom Komg und Kriegsherrn abzufallen und m die Reihen der Enten e einzutreten, wie der aufrührerische Aufruf und der Mobili­sationsbefehl jenes Komitees- verlangte. Es ist nichts be­zeichnender für die Lage in Griechenland und die Stim­mung im Volk und in der Armee m diesem von dem Vlerver- bände so schwer mißhandelten und n i e d e r g e t r e - tcnen Lande als dieser unerhörte Vorfall. Mit ihm hat die Entente in Griechenland eine große Doppeftchlacht ver­loren eine militärische und eine politische. Das ist kein Krachen mehr, sondern ein Verkrachen.

Weitere PreMtimmen zu dem Ereignis von Kavalla.

Die .Leipz. N. N." schreiben: Die Entente hat m den

letzten Wochen Griechenland abgesperrt von jedem Verkehr nnt dem Auslande. Keine Nachricht kam durch, es mutzte denn

Ein Protest und zugleich eine Wnrnung für die Enteilte.

Wiener Pressestimmen.

t R Wie» 14 Sept. In Besprechung der Überführung des wertm mL'en Anneelorps nach Deutschland schreM die None Kreie Presse": Diese Überführung ist gewiß einer der d e n k würdig ten Zwischenfälle in diesem Kriege. Er zeigt uns wie die griechische Armee, mögeii auch einzelne Teile »n Salom . unter dem Drucke der Entente und unter den Verführungen des Geldes von ihr abgesplittert sein, für die Politik d-s. Königs st w nerbakten Fremden nicht anschließen und für L?Bedr7cker d°s Land-« nicht kämpfen will. Am härtesten betrkssen ist die Krlegs^itik V e n i z e l ° s b Er. kann nicht der- x Xrtfe «»in ftrtca acfüfjtt ttnrb, gegen bctt btc Armee

L solchen Grade isst dkß sie dem Drucke der Entente sich um keinen Preis fügen will. Das ganze Lügengebäude der (?rr*imif> sollt zusammen Sie kann nicht einmal vorgeben, daß die Kriegspolitik Venizelos' der wirkliche Ausdruck bn

fieutiutaae sind Voll und Armee e t n Körper. Der wer all ist ein Krach für Venizelos. em Krach für die Entente, em Krach für die Kriegspolitik in Griechenland.

Das ..Reue Wiener Tageblatt" schre,bt: taktischer und

ergreifender zugleich kann das barbarische Vorgehen der Entente gegen Griechenland nicht gebrandmarkt werden als durch die Erflehung des Schutzes deutscher Truppen durch den General ©„«nTfn Die Ehre die der General den deutschen Kameraden wies da ieim momlische und verzweifelte Lage ihm den groß- , einaaben seine Treue zu retten und zu wahren, ist Xi» «Tn « eitschenhieb über das Gesicht der Machthaber der «. die^preLen. daß sie für die Ritterlichkeit nnd Zivilisation

^"^Die Reichspost" schreibt: Voll Mtgesühl für die schwere Äige seines Landes und die schmerzlichen Empsindnngen, welche tapfere Soldaten "im Angesichte der Erergnisse beherrschen mögen, wird Deutschland die neutralen Truppen Griechenlands in E h ” »

. 1tn h n,i ibrer Durchreise wird man auch in Osterreich-

inoam d"esen °nL reuen Truppen zeigen, daß das heroische M^hr° "tum ihres Königs und der Mehrheit ihre «andes bei uns verständig und respektvoll geehrt wird. Die ~ Qt bc§ merwn griechischen Armeekorps ist der Protest der u nab- bänaiqen Männer Griechenlands gegen dre Tyrannei, de^ Werverbandes und zugleich eine Warnung, mit der gnechi.chen

Wien" 15. Sept. (Drahtbericht.) Zu der Über­führung des vierten griechischen Armeekorps nach Deutschland chreibt das „Fremdenblalt": Der Vierverband verniochte nicht. An Fei n d a n s z u h n n g e r n. Bei dem Neutralen, den er in sein Lager zerren will, wäre dies ihm beinahe gelungen. Die Welt erfährt jetzt, wenn es hierzu noch eines Beweises be­darf was die k l e i n e n Staaten vom Vierverband zu erwarten haben selbst wenn sie sich widerspruchslos seinen Launen und seinen Schikanen unterwerfen, wie dies die G«echen tun dre dem Rierverband gegenüber stets dre wohlwollende Neutrali- tät bekundet Nben. Das Blatt sieht in dem Schritt des Kom­mandanten einen unzweideutigen Beweis dafür, wre haltlos t-iid erlogen alle Meldungen des Vierberbandes über Zwisüg- ».Hon SiMen König Konstantin und fernem Heere iJSsln dem Herrscher und dem Volke Griechenlands sind ^ Dm Kommandant des vierten griechischen Armeekorps

aller Welt, daß die Anhänglichkeit des griechischen Offtzrer- und der griechischen Armee an den Konrg uner­schütterlich 'ist. Er zerstreut jeden Zweifel darüber, wre d2 Griechen wirklich denken und ihre gegenwärtig« Zwangslage beurteilen.

Paris darf nicht die Wahrheit über Kavalla rrfahren.

»r Gens, 15 Sept. (Eig. Drahtbericht. Zens. BlnZ Dm Salonfter Depeschen der Pariser Presse über d.e Vor-