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Seile 2. Samstag, 9. SeptemLer lfllft.

ihrer Art befehligt sind, bin ich bereit, jedem Feind gegen- überzutretcn." Nach einem Reuterbericht sagte der König zu den Offizieren, daß ihre Namen in das Buch der Ge­schichte mit eisernen Lettern eingeschrieben werden und eine glänzende Seite der Militärgeschichte bilden würden. Ihre Haltung sei das Vorbild für die kommenden Ge­schlechter. Es zeige, daß des Königs wiederholte Mahnung die schönste Frucht getragen hat, nämlich unwandelbare Disziplin, Treue und Ergebenheit ihrein König gegenüber. Sie brandmarkten diejenigen, die ihren Eid brachen, worunter bedauerlicherweise auch der komman­dierende General der Division sich befinde. Der König trug den Offizieren seine Glückwünsche und Kompli­mente an die Unteroffiziere und Mannschaften an die erste Division auf und indem er sich dem Generalstabschef Moscho- pulos zuwendete, sagte er, daß er mit Recht stolz sein konnte, ein derartiges Korps zu befehligen.

Wiesbadener Tagbialt.

Die unbefriedigte venizeliftifche Preise.

Br. Amsterdam, 9. Sept. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bin.) Nach einerTimes''-Meldung aus Athen schreibt die ventze- l'stischePatris", daß die Woche bereits vorüber sei, während der dm Regierung die Abhaltung öffentlicher Versammlungen verboten habe, um ungestört die Lage prüfen zu können. Bis letzt jedoch, meint das Blatt, scheine keine Entscheidung getroffen zu sein in der Richtung, diedurch den Willen der Nation und die hohen Interessen des Landes" bestimmt sei. Das griechische Volk bleibe deshalb weiterhin im dunkeln und in steigender Beunruhigung über die Gefahr, die nach venizelijtischer Ansicht Griechenland bedroht.

Der ..Ternps" drängt nuf die Offensive Sarrails.

W. T.-B. Bern, 8. Sept.Demps" schreibt in einer Be­trachtung über die diplomatische Lage: Die Alliierten müssen verhindern, ^d-atz die feindlichen Hoffnungen im Orient neu erstarken. Dazu gibt es nur einen Wog, nämlich eine ein­heitliche Unternehmung auf einheitlicher Front, die n i e so notwendig gewesen ist als in der jetzigen Ver­wicklung der Kriegsoperationen. Während Rumänien nach Westen oinfc Süden kämpft, kann S a r r a i l nicht mehr länger den Angriff gegen die Bulgaren hintan-balten. Ein ferneres Zögerer und Zuwarten ist nicht angängig. Eine hier er­folgte Verspätung, wovon die Lösung des Balkankriegs, wenn nicht des Weltkriegs überhaupt abhängen kann, kann durch nichts gerechtfertigt werden.

Bevorstehende Absetzung Sarrails?

Genf, 8. Sept. Der Pariser Berichterstatter des Genfer Journal" teilt feinem Blatt mit Genehmigung der franzö­sischen Zensur mit, daß die Möglichkeit einer Absetzung des Generals Sarrail, des Oberbefehlshabers der Salonikitruppen, nahegerückt sei. Die Ursache liegt an­geblich in einem Konflikt des Generals mit dem französi­schen Ministerpräsidenten B r i a n d, der auf einer sofortigen Offensive auf dom Balkan bestehe.

Sin sonderbarer Aufruf.

In dem Aufruf der neugegründetenDeutschen Zentrale für dauernden Frieden und Völkerverständigung" interessieren vor allem dieUnterschriften. NebenNamen. die trotz dieses Heraus- tretens in die Öffentlichkeit so bescheiden und unbekannt iveiterblühen werden wie bisher, linden wir da Herrn Eduard 33 e r n ft e t tt, die Münchener Professoren Wil­helm F ö r st c r und Q u i d d e, aber auch den Historiker Professor Dr. Max L e h m a n n in Göttingen und den früheren Landrat v. Puttkam er. Besonders Max Lehmann in dieser Reihe zu finden, ihn, der aus der Schule Rankes und Sybels kommt, ist merkwürdig. Auch die Geheimen Regierungsräte Wilhelm Förster und Adolf Schmidt aus Potsdam in der Liste anzutreffen, überrascht einigermaßen. Was der Aufruf selbst will, das ist nicht ganz so klar, wie es seinen Verfassern und Unterzeichnern Vorkommen mag. Zwar soll die Un­abhängigkeit des Reichs, die Unversehrtheit des deut- schen Bodens, die Wahrung der deutschen Interessen im Auslande und die Erhaltung unserer wirtschaftlichen Entwicklunasmöglichkeiten gesichert werden, aber neben diesen Selbstverständlichkeiten, die auszusprechen nicht nötig war, steht die Forderung, daß alle Beteiliqten den künftigen Friedenals eine bafriedigen.de Ordnung

ihrer internationalen Beziehungen" anerkennen müssen. Man stelle sich vor, was da verlangt wird!Alle" Beteiligten sollen zufrieden sein, die Besiegten ebenso wie die Sieger. Wie macht man Frankreich zu frieden? Doch wohl nur, indem man ihin Elsaß Lothringen zurückgibt. Wie befriedigt man Ruß. I a n d°? Schwerlich anders als durch die Auslieferung der Meerengen. Wann wird Italien zufrieden sein? Gewiß erst, wenn,es dieunerlösten" Gebiete an seiner Nordc^grenze erhalten hat. Ost erreich-Ungarn soll doch aber auch befriedigt werden, und wie wird das möglich sein, wenn es an Italien Land atztreten soll? Ein befriedigtes Serbien müßte mindestens in den Grenzen wiederhergestellt werden, die es bis zum Kriege hatte. Dann freilich lvissen wir wieder nicht, wie es mit B u l g a r i e n werden loll. Von B e l g i e n wollen wir gar nicht erst sprechen. Von E n g l a n d erst recht nicht. Aber die neue ZentralstelleVölkerrecht" wird sich bei ihren Forderungen wohl etwas gedacht haben, nur daß sie es uns leider nicht mitteilt. Wir gestehen, wir sind auch nicht neugierig. Dieser Aufruf betrübt uns, und zwar nicht etwa, weil wir ihn für schädlich halten, sondern weil es wirklich ärgerlich ist, wieder einmal zu beobachten, wie gering die Fähigkeit zum politischen Denken bei uns entwickelt ist, iind daß Männer, von denen inan etwas Besseres erwarten durfte, die Naivität besitzen, aus ihrer Unfähigkeit ein Svstem zu machen, in das sie uns hineinzwingen möchten. Wenii wir als die späteren Sieger durch Hinausschiebung unserer Grenzen und durch Sicherung von gleichwertiger Bestimmtheit gegen unsere Femde, deren Gebiet wir ans Zweckmäßigkeits- gründen unversehrt lassen werden, die B e d i n g u n- gen für Bestand und Gedeihen von Reich und Volk verbessern werden, wie ,vir es müssen und wollen, dann spricht dieser sonderbare Aufruf vonun­erträglichen Bedingungen", wodurch die Unterlegenen zur Vorbereitung eines Veraeltungskrieges" genötigt wären! Wir n'üssen sagen, verglichen mit diesen Tor­benen kommen uns die Forderungen der Sozialdemo­kratischen Arbeitsgemeim'chaft beinahe noch weise vor Denn schließlich läßt sich in logischer Fortbildung eines nun einmal in einem Teile der Sozialdemokratie ver­körperten Gedankens eine Völkergemeinschaft vorstellen, die über alle staatlichen Grenzen hinans neue Entwick- lungsmöglichkeiten enthielte. Es ist eine Utopie,, aber man kann sich ja gelegentlich über sie unterhalten. Da­gegen wollen die Unterzeichner des jüngsten Aufrufs, wenn wir sie recht verstehen, das Staatengebäude selbst nicht erschüttern, wenigstens die bürgerlichen Unter­zeichner, und sie sind weitaus die Mehrheit, wollen es nicht, jedoch meinen sie allen Ernstes, daß künftig das Lamm beim Tiqer wird lagern können, und sie sind er- füllt mit der überzeuguna. daß überall, auch beian­deren Kulturvölkern, die Vorbedingungen für die neue Politik gegeben sind. Dos ist doch ein geradezu an- stößiger U n s i n n. Die Feinde wollen uns vernich­ten, wir kämpfen unter der Wut ibrer Angriffe um das nackte Dasein, und da kommen Leute und er­sten uns von der Sehnsucht, die bei diesenKultur- Völkern nach einem Frieden bestehen soll, bei dem es weder Sieger noch Besiegte geben wird. Einen beson­deren politischen Befähigungsnachweis erbringen die Unterzeichner aber noch, indem sie für friedliche Erledi­gung künftiger internationaler Streitigkeiten auf dem Wege geordneter Vermittlung oder rechtlicher Enffchei- düng eintreten. Es wird sehr schön, sehr erhebend und für uns äußerst nützlich sein, wenn also ein inter­nationales Schiedsgericht über die Le b e n s- bedingungen unseres Volkes und die unserer Ver- bundeten entscheiden wird, wenn vielleicht gar Her-- Wilson den Vorsitz in diesem Schiedsgericht führt und mit dem hohen Gerechtigkeitsgefühl, das diesen ehrenwerten Mann anszeichnet, endgültig darüber be> stimmt, wie es mit den kriegfübrenden Staaten und zwischen ihnen fortan werden soll. Glaubt der Göttinger Professor Dr. Max Lehmann wirklich auch daß uns das frommen wird? Kann er ->s glauben? Wir bekennen, hier vor einem psychologischen Rätsel zu stehen, für dessen Lösirng wir zunächst keine Formel naben!

Abend-Ausgabe. Erstes Blatt. Nr. 43Ä.

Königliche Schauspiele.

Freitag, den 8. Sept.: In neuer Einrichtung:Die Nibelungen", ein deutsches Trauerspiel von Friedrich Hebbel. In Sgene gesetzt von Herrn Regisseur Legal.

Erster Teil:Der gehörnte Siegfried". Zweiter Teil:

Siegfrieds Tob".

Im Banne einer leidenschaftlichen Jugendliebe, die chn zu dem alten Heldengedicht des 13. Jahrhunderts -hinzog, war der Dichter der Nibelungen befangen, als er sein letztes ge­waltiges Drama schuf, 'das einzige, in dem der Einsame, Un­verstandene dom Herren des deutschen Bo«es sich zu nahen stvebte, das dem Sterbenden noch den Siegespreis verschaffte. Er glaubte, es sei nur nötig, dem taubstummen Gedicht zur Rede zu verhelfen, die Basreliefs des alten Gedichts von der Wand abzulösen. Rur Küster wollte er sein, nicht Uhr­macher, nach keinem anderen Ruhm strebte er, als dem, eii/ altes, höchst vortreffliches Schlag- und Zcigewerk mit geschick­ter Hand wieder ausgeputzt und mit einem gut dithmarsisch- holsteinischen Arm aufgezogen zu haben. Volles Vertrauen 'schenkte er dem Mann, der nach feiner durch keinerlei wrssen- fchcrftliche Erwägung erschütterten Überzeugung das gewaltige Epos als selbstherrlicher Dichter schuf, der in der Konzeption Dramatiker war vom Wirvel bis zur Ich, der haarscharf die Grenze zwischen Mythos und menschlicher Realität zog, sich hütete, -in die Nebelregton herüberzuschweifen, wo seine Ge­stalten in Allegorien umgeschlagen und Zaubermittel an die Stelle allgemein gültiger Motive umgeschlagen wären. Aber dieser zuversichtliche Glaube an die Echtheit und Uvsprünglich- keit jener Überlieferung verkannte durchaus das Wesen des Epos, in dem uralte Beziehungen unverstanden angedeutet werden, der Mythos zusammenhangsl-os mitten in der Kon­vention ritterlicher Sitten in Bruchstücken erhalten bleibt.

schwächere 'dichterische Erfindungen an die Stelle urweltlicher Grohheit getreten sind. U'nd für -die gewaltige Symbolik der oltgermanischen Überlieferung, wie sie Richard Wagner seinen Nibelungenidrainen zugrunde legte, mußte sich doch Hebbel tmeder seme -eigene mythologische Maschinerie schaffen, rät- sc-Ihast und vieldeutig und sicher wett nebelhafter noch als lene Gestalten der Edda- und Wälsungensage. Weiter aber deutete er alle inneren Beziehungen in einer Weise um, die weit sich entfernt von allem, was das Lied von Reinmensch- Achem, Persönlichem bot, er mußte hier wieder di« immer wiederkehrenden Ideen seiner dramatischen Dichtung, vom ewigen Kampfe zwischen Mann und Weib, von der Tragik des Menschen, der sich loslöst von der Allgemeinheit, -darstellen, den geschichtsphilosopyischen Entwicklungsgedanken nach Hegeffchem Rezept im Gegensatz des heidnischen und christ- üchen eZitalters un? aufdrängen. Hier müssen wir wohl Richard Wagners sonst verbittertem und ungerechtem Tadel zustimmen. Allzu oft hat Meister Klügling dein schaffens­mächtigen Dichter die Arbeit verdorben. Das alles dürfen wir fühlen und zugestoheu, und doch in dem gigantischen Werke, deffen letzter Teil ja gerade vor solchen inneren Wider­sprüchen fast ganz frei bleibt, einen der ragenden Gipfel der deutschen dramatischen Kunst erblicken. Wir verstehen Mörikes Begeisterung:Mir war bei Ihren Nibelungen, als ob plötzlich etn FelSblock durchs Dach gefallen fei."

Eine alte Schuld ist mit der Neuaufführung des Dramas zunächst zum Teil abgezahlt worden. Zum erstenmal erschien es in diesem Hanse. Ungeheure Ausgaben sind hier gestellt zu deren vollkommener Lösung Sine schier übermenschliche künstlerische Kraft gehörte. Darum dürfen wir freudig an­erkennen, daß ein großer SM die ganze Darstellung be­herrschte, würdig des großen Gegenstandes. Zum inneren Erlebnis wurde vor allem -die Kunst Herrn E v e r t h s, der mit einer wundervollen Frische denSiegfried" schuf.' den sieghaften Romanhekden voll ftöhlichster Einfalt, ganz Natur Wie der Dichter selbst sich hütete, mit seiner Reflexion den -

Oie Lage im westen.

Hindenburg an der Westfront.

Berlin, 9. Sept. (Zens. Bln.) Zum Eintreffen Hinden- burgs an der Wesffront am 7. heißt es in derTägl. Kund. schau": Der Kronprinz war dem Generalfeldmarschd' entgegengefahren. Der Kronprinz war tief gebräunt und st sehr frisch aus.

Die französischen Oberbefehlshaber im Lvmme-Gcbiet.

Br. Genf, 9. Sept. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bin.) DemMatin" zufolge wurden die französischen Kämpfe an der Somme von den Generalen Fayolle. dessen' Armee an beiden Ufern der Somme kämpft, und Mrchelet geleitet.

Feindliche Fliegertätigkeit in Flandern.

Ein englisches Flugzeug abgeschoffen.

W- T.-B. London, 8. Sept. Das Reutersche Bureau meldet amtlich: Flugzeuge der Flotte warfen am 7. September, mit Erfolg Bomben auf das Fliegerlager von Saint Denis- Westerem. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. Am selben Nachmittag brachte ein Flugzeug der Flotte einen feindlichen Drachenballon bei O ft e n d e brennend zum Sin­ken. Der Flieger ist trotz de, heftigen Geschützfeuers wohlbe- halten zurückgekehrt.

Die großen englischen Mannschaftsverluste an der Somme.

Haag, 9. Sept. (Zeus. Bln.) Wie aus London gemel- det wird, macht England die größten Anstrengungen, um seine enormen Verluste an der Westfront zu er­gänzen. Sämtliche Kolonial-Regierungen seien angewiesen, sofort alle verfügbaren Ersatztruvpen zu senden und die Re­krutenwerbung mit allen Mitteln zu fördern.

^ Grobe französische Fälschungen.

Schwindelhafte Nachahmung deutscher Zeitungen.

Haag, 9. Sept. (Zens. Bln.) über eine von den Fran­zosen gefälschte deutsche Zeitung heißt es in verschiedenen Blättern: Die Franzosen haben eine angebliche deutsche

Feldpost mit schwarz-weiß-rotem Rande und Reichsadler verbreitet und haben die deutscherseits in besetztem Gebiete herausgegebeneGazette des Ardennes" nachgemacht. Aus der Schweiz wird überdies von einem plumpen Miß- brauch derS t r a ß b u r g e r P o st" berichtet. Man hat von diesem Blatte eine genaue Nachahmung des äußeren Druck­bildes hergestellt und im Tert und Anzeigenteil sind Schwin­deleien und Schmähungen gegen Deutschland gedruckt.

Neue französische Kredite von über 8 Milliarden Franken.

W. T.-B. Paris, 9. Sept. (Drahtbericht.) Finanzminister Ribot legte dem Haushaltsausschuß der Kammer einen Vor­anschlag über künftige Kredite vor. Danach werden für das letzte Vierteljahr 1916 8 Milliarden 847 Millionen Franken gefordert. Die seit Kriegsausbruch bewilligten Kre- dite belaufen sich auf 61 Milliarden Franken. Gleich­zeitig wird bekrnnt gegeben, lrß der Kammer am 12. Sep­tember ein Gesetzentwurf zur Annahme unterbreitet werden würde. Der Haushaltsausschuß nahm die geforderten Kredite einstimmig an.

Der Krieg gegen England.

Neue Opfer unserer U-Boote.

London, 8. Sevt. Lloyds teilt mit, daß der bei. nfche DamvferTagus" ve r s e n k t wurde,

Grir norwegischer Bannwarendampfer versenkt.

W. T.-B. London, 9. Sept. (Drahtbericht.iLloyds" meldet: Der norwegische DampferH i ß" ist versenkt worden.

Beschäftigung von Minderjährigen m englischen Munitionsfabriken.

H"°S' 9 - Sept. (Senf. Bln.) Aus London wird ge­meldet: In verschiedenen Blättern heißt es, daß die englische Negierung in den Munitionsfabriken 20 000 Knaben im Alter von 14 Jahren beschäftige.

Die Erweiterung der englischen schwarzen Liste.

W. T.-B: London, 9. Sept. (Drahtbericht.) In einer Sitzung des geheimen Rates wurde eine weitere Anzahl von

Zauber dieser Gestalt zu zerstören, so blieb auch der Darsteller ganz am Kreis naivster LebenSoffenbarung. Nicht auf gleicher Hohe stand Herr Zo-llin alsHagen". Von barbarischer WiR>hs,t war d,e Maske, manche Stelle voll trotziger Recken- Moße kam glaubhaft heraus, aber durch die gleichmäßig laute Betonung ;eder Einzelheit fehlte jede Steigerung, und vieler von dem tiofften seelischen Ge-ha-lt blt-eb ungehoben. Wir vermißten in den ersten Akten den grimmig burlesken Humor, m den letzten das eigentlich Dämronische, vor allem den er- bavmungSlosen Hohn im Walde un!d an Sisgftieds Bahre. Wo blieb der entsetzliche Doppelsinn, als Siegfried sich einen stummen Mann nennt, wo das kalte Erstaunen beim Bluten der Wunden? Eine gründliche Revision und Vertiefung dieser an sich bedeutend angelegten Leistung wird doch wohl notig sein.

In der Gestalt derBrunhild" hatte Fräulein E i ch e l s- herm eine Aufgabe gestruden, die ihrer eigentlichen Be- gabu-ng für große Linienführung entgegenkam. Es wirkte hier alles glaubhaft, die visionäre Scherkraft der Vallyrien- natur wre dre entfesselte Leidenschaft des McnschenweibeS. Interessant, aber bisweilen problematisch hafte Frau Hummel (als Gast) dieKrremhild" aufgefaßt. Ihre herbe Jungfräulichkeit wurde in den ersten Szenen bisweilen zu güvalffam eckiger Anuiutlosigkeit, schon der Stimmklang des tiefen Altorgans war wenig geeignet zu weicherem Kolorit, so blieb die ganze seelische Entwicklung der Gestalt unvoll- ständig; dafür ließen 'die von heißer Leidenschaftlichkeit er- füllten Szenen, der Zank am Dome, die Racheglut an Sieg- frieds Leiche, schon die furchtbare Vergelterin des letzte» Dramas ahnen.König Günther" spielt hier wie in alle» Formen der Sage oder Dichtung eine recht erbärmliche Rolle; Herr Albert suchte für ihn anfangs durch ein etwa» explosives Ungestüm zu interessieren, um dann auf weitere Rettungsversuche zu verzichten.Mutter Ute" (Frau Helm als Gast) blieb auch in der Darstellung die farblose Helden- matrone; die Herren I a c o b h und T e st e r gaben al»