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Verlag Langgaffe 21

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Zreitag. 8. September 1915.

6bend-5lusgabe.

Nr. 430. . 64. Jahrgang.

Auch die Türken in der vobrudscha mit an der Zront!

Neue Angriffe nördlich der Somme abgeschlagen.

Gescheitert? russische Angriffe an der Zlota- Lipa und in den Karpathen.

Neue russisch-rumänische Angriffe nördlich Oobrie von den vulgaren und Türken abgewiesen.

Der Tagesbericht vom 8. September.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 8. Sept. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

An der Somme nördlich des Flusses andauernd be­deutende Artillerietätigkeit. Südlich des Flusses entbrannte der Jnsauteriekampf am Nachmittag von neuem. Mit größeren Verlusten ist der Angreifer abgeschlagen. Westlich von Bern» blieben einzelne Grabenteile in seiner Hand.

Rechts der Maas ist, wie nachträglich gemeldet wurde, bei den vorgestrigen Kämpfen nordöstlich der Feste S o u v i l l e Gelände verloren gegangen. Das heftige beiderseitige Artilleriefeuer hält an.

Östlicher Kriegsschauplatz.

Heeresfront des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern

Nichts Nr res.

Heeresfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.

An der Z l r t a - L i p a südöstlich von Brzezany und an der N a j a r o w k a sind mehrfach russische A n - griffe unter erheblichen Verlusten gescheitert.

In den Karpathen hatten deutsche Unternehmungen südwestlich von Zielona und westlich von Schipoth Erfolg. Stärkere feindliche Angriffe wurden südwestlich von Schipoth abges ch lagen.

Balkan - Kriegsschauplatz.

Nördlich von Dobric wirsen bulgarische und türkische Truppen abermals stärkere russisch- rumänische Kräfte zurück.

Der erste Generalquartiermeister:

Lildendorsf.

Der deutsch-bulgarische Sieg von Tutrakan.

Oer amtliche bulgarische Bericht. rv0 Offiziere und 21 000 Unverwundete ge­fangen. Mehr als 100 moderne Geschütze. 2 Fahnen erbeutet. Enorme Verluste der

Rumänen an Toten und Verwundeten.

W- T.-B. Sofia, 7. Sept. (Amtlich.) Gestern, den 6. September, 2 Uhr 30 Minuten nachmittags, fiel nach heftigem Kampfe bei der zweiten Verteidigungs­linie südlich der Stadt Tutrakan die brückenkopf­artige Tutrakan-Festung in unsere Hand. Die Garnison der Festung kapitulierte. Ge­fangen wurden das 34., 35., 36., 40., 74., 79., 80. und 84. Infanterie -Regiment, zwei^ Bataillone des Gendarmerie -Regiments, das 5. Haubitzen-, das 3. Schwere Reiter -Regiment. Erbeutet wurden: die ganze Festungsartillerie, viel Munition, Gewehre, Maschinengewehre und anderes Kriegsmaterial. Die genaue Zahl der Gefangenen und der Beute wird erst festgestellt. Bis jetzt wurden ge­zählt: 400 Offiziere» darunter drei Brigade-

Kommandeure, und 210 0 0 unverwundete G e- f a n g e n e, ferner an Beute zwei Fahnen und mehr als 100 moderne Geschütze, bei denen sich zwei im Jahre 1913 bei der Stadt Ferdinand gestohlene Batterien befinden. Die Verluste der Rumänen an Toten und Verwundet»« sind enorm. Viele rumä­nische Soldaten ertranken auf ihrer panik­artigen Flucht in der Donau.

Zwei verspätete bulgarische Berichte.

W. T.-B. Sofia, 6. Sept. (Verspätet eingetroffen.) Bericht des Generalstabs. Mazedonische Front» Der Versuch, den der Feind in der lebten Nacht machte, einen Teil unserer Stellung nördlich von Ostrovo-See anzugreisen, Mißglückte, allein durch die Wirkung unseres Feuers. J.r der Gegend von T s ch a v a z i versuchte eine Eskadron und eine Jnsanterieabteilung feindlicher Truppen gegen das Dorf Tschiflik vorzurücken Sie wurden aber leicht durch unser Feuer zurückgeschlage» >tnd ließen einige Tote auf dem Schlachtfeld«: liegen. An den übrigen Teilen dieser Front schwache Tätigkeit der beiderseitigen Artillerien. Ein feind­liches Schiff beschoß schwach O r f a n o.

Rumänische Front: Unser Borrücken in der

Dobrudscha d a u e r t m i t E r f o l g an. Bon Westen und Süden auf Tutrakan vorrückende feindliche Abteilungen griffen die rumänischen Truppen an und warfen sie hinter die Linie der Front dieser Stadt zurück, wobei wir etwa 100 nn- verwundete Soldaten zu Gefangenen machten. Eine in der Richtung auf Silistria vorgehende Abteilung brachte dem Gegner nördlich des Dorfes H a s k o i 1 , eine Niederlage bei, schnitt die telegraphische Verbindung zwischen Tutra­kan und S i l i st r i a sowie zwischen Silistria und Dobric ab. Sie c-.beutete 12 mit Munition beladene Wage», die der Gegner nach seiner Niederlage und dem Rückzug auf Sili­stria zurückließ. Die Truppen, die am 2. September die Ort­schaft Kurtbunan eroberten, hatten am 3. September einen sechsstündigen Kampf mit einer starken feindlichen Ak>- teilnng bei dem Dorfe Kotschinar zu bestehe». Der Feind erlitt eine Niederlage und wurde in der Ebene zerstreut. Er ließ auf dem Schlachtfelde über 600 Tote, darunter vier Offiziere, sowie eine große Anzahl Ausrüstungsstücke und Waffen zurück. In diesem Kampf machten wir einen Generalstabsoffizier, 0 andere Offiziere und 700 unverwun­dete Soldaten ju Gefangenen. Eine ans Dobric vorrückende Abteilung besiegte den Feind in der Umgebung des Dorfes Balgje nnd warf ihn nach Nord osten zurück. In diesem Dorfe, das in Brand gesteckt wurde, fanden wir etwa fünfzig Leichname von Frauen und Kindern, die von Soldaten des 4 0. rumänischen Infanterie-Regiments, das ans dem Rückzug begriffen war, niedrrgemacht worden waren. Die auf Baltschic marschierenden Truppen besetzten gestern abend die Dörfer Teke und Montschil, fünf Kilometer westlich von der Stadt Baltschic.

IV. T.-B. Sofia, 8. Sept. (Drahtbericht. Verspätet einge­troffen.) Bericht des Gencralstabes: An der mazedoni­schen Front erfuhr die Lage keine Veränderung. Schwä­chere beiderseitige Rrtillerietätigkeit und Patrouillenzu- fammenstöße auf der ganzen Front.

Front gegen Rumänien.

Unsere Truppen, die auf die befestigte Stadt Tutrakan Vorgehen, näherten sich den Befestigungen dieser Stadt und nahmen die Linie westlich des Dorfes S t a r i s m i l in der Gegend nördlich von D a i d i r und westlich vom Dorfe Wickvry ein. Ein Ausfall des Feindes in die Richtung c,uf Daidir wurde leicht zurückgeschlagen. Borposten der Truppen, die auf S i l i st r i a Vorgehen, erreichten die Linie Kapakli-Tschataldscha-Alsata-Alifak. Somit isolierten wir die beiden Brückenköpfe von Tutrakan und Silistria. Nach einem erfolgreichen Gefecht besetzten unsere Truppen die Städte Dobric, Baltschik, Ka­wa r n a und K a l i ck r a, wo sie von der Bevölkerung mit unbeschreiblichem Jubel ausgenommen wurden.

vonaufront.

Ruhe außer in der Gegend von K l a d o v o, wo unsere Artillerie Eisenbahn und Bahnhof von Turn-Severin beschießt und die Zusammenstellung und den Berkehr von Zügen behindert. Bei T e k i a beschießt unsere Artillerie mit Erfolg von der Flankc her Gräben und rückwärtige Verbindungen des Feindes, der Orsova besetzte. In der Nähe des Dorfes G r u j a sind durch unser Artilleriefener drei rumänische Schaluppen versenkt und zahlreiche andere beschädigt worden.

Der Schlag gegen Rumänien.

,Von unserem militärischen Mitarbeiter.)

Die deutschen Meldungen über die ersten militäri­schen Ereignisse auf dem rumänischen Kriegsschauplatz während der ersten Septembertage ließen keinen Zwei­fel darüber, daß der neue Feldzug mit frischem Schwung und voller Kraft unternommen wurde. Der rumänischen Kriegserklärung an Öster­reich-Ungarn am 27. August folgten am nächsten Tage die deutsche, kurz daraus die t'ürkische nnd am 2. lsep- tember stellte sich auch Bulgarien an die Seite seiner Bundesgenossen zum Kampfe gegen den alten Erbfeind. Mit einer Geschwindigkeit, wie wir sie vor zwei Jahren im Kampfe gegen die belgischen Festungen erlebten und 12 Monate später in dem Feldzuge gegen Serbien, wurden auch diesmal die deutsch-bulgari­schen Schläge gegen den Gegner ausgeteilt. An: Tage der Kriegserklärung überschritten deutsche und ver­bündete Truppen auf der 16 0 K i l o in »t e r langen Front zwischen Donau unb dem Schwarzen Meere die Dobrudschagrenze. Der rumänische Grenzschutz, dessen Gewehre schon in den Augusttagen ohne Kriegserklärung gefeuert hatten, wurde über den Hausen gerannt. Die Grenzstädte fielen in die Hand der Angreifer, der not­wendige Aufmarschraum imd die erforderliche Ellbogenfreiheit waren gewonnen. Am 3. und 4. September wurden die Anfangserfolge noch mehr erweitert: am darauffolgenden Tage begann der Kampf gegen die befestigten Feldstellungen an dem Donau­brückenkops von Tutrakan, dessen Werke nach dem letzten Balkankriege mit allen modernen Mit­teln der Befestigungskunst und Waffentechnik herge­stellt worden waren. Am 5. September bereits fielen

8 Panzerwerke UNd ^miiäuiahMinrinv in hin &aui> har

Angriffstruppen: der unvergleichliche Kampfesmut der Deutschen nnd Bulgaren hatte diese erste breite Bresche in die starke Festung gelegt. Und am 6. Sept. wurde das Siegeswerk gekrönt. Der starke Brückenkopf ist seitdem in deutsch-bulgarischer Hand. Mit seinen ausgedehn­ten Werken sielen 21000 Gefangene, unter ihnen zwei Generale und mehr als 100 andere Offiziere sowie über 100 Geschütze und 2 Fahnen den Siegern anheim. Außerdem hatte der Gegner nach dem nunmehr auch vorliegenden bulgarischen Bericht enorme Ver­luste an Blutopfern.

Am 5. Tage nach der bulgarischen Kriegserklärung ist dieser erste schöne Sieg an der Donau errungen worden. G e st o h l e n e s Gut wurde durch diese Waffentat zurückerobert, ehemals bulgarischer Boden dem alten Besitzer wiedergcwonnen. König Ferdinand von Bulgarien löste schon nach 4 Tagen sein Wort ein, mit welchem er sich an 'ein? Nation am 2. September gewendet hatte. „Ich rufe die bulgarische Nation zu einer neuen ruhmreichen Heldentat auf. durch die sic ihr gegenwärtiges Befreiungs- Werk krönen wird." Das Königswort ist in Er­füllung gegangen. Der hinterlistige Feind erhielt den ersten schweren Schlag. Der Übergang über die Donau ist in der Hand der Angriffstruppen: der Weg zu der 60 Kilometer entfernten Hauptstadt, dem Lebensnerv und der starken Lagerfestung Bukarest, wurde freigelegt, und mit ihm die Bahn in die linke Flanke des rumänischen Heeres. Die militärische Be­deutung dieses Sieges ist ganz gewaltig. Nichts be­leuchtet sie so deutlich als wie die große Gefangenen- zahl und die Menge an Geschützen, die der Gegner in diesen Waffenplatz eingebaut hatte. Ebenso ist zu be­rücksichtigen, daß starke russische Kräfte im östlichen Teil der Dobrudscha bei der Stadt Dobritsch durch Stöße gegen den rechten Flügel der deutsch-bulgarischen Heeres­gruppe das Verhängnis zu verhindern such­ten. Wieder einmal kam aber die Hilfe der Entente zu spät. Das Ereignis kann auch auf das neutrale Griechenland nicht ohne wesentlichen Einfluß sein. Moralisch und politisch ist also der erste große Sieg in Rumänien von gleich hoher Bedeutung. Über­all dort — es sind ihrer nur noch wenige — wo die Sache Deutschlands und seiner Verbündeten Sym­pathien begegnet, wird die herrliche Waffentat den freu­digsten Widerhall finden. Bei denen, welche sich noch mit dem Gedanken tragen könnten, ihr Schwert für die hoffnungslos? Sache unserer Feinde einzusetzen, muß dieser neue Sieg, dieser neue Beweis der ungebrochenen Kraft Deutschlands und seiner Verbündeten ab­kühlend wirken. Mehr als ein Armeekorps verlor der Feind, ein schwerer G-ffechtscmsfall für einen so kleinen Gegner, ein kraftvoller Stoß gegen das Ver­trauen von Rumäniens Heer und Volk. Die Heeres­führung, welche d'esen herrlichen Triumph erfocht nnd die tapferen Kämpfer, welche unter Einsatz ihres Lebens das Werk vollendeten, verdienen in gleicher Weise den unauslöschlichen Dank des Vaterlandes. Daß diesen heimtückischen Feind so schnell und sicher das scharfe Schwert der Deutschen und Bulgaren traf, daß unsere militärische Überlegenheit den schmählichen Verrat so gründlich strafte, das ist es, was uns mit besonderer Genugtuung bei dieser Siegesmeldung erfüllt. Rumä­nien spürt in kürzester Zeit die Folgen seiner Treu­losigkeit. Die Strafvollstreckung hat b e» gönnen. M.

Der Glückwunsch des Kaisers »rn den König Ferdinnnd.

W. T.-B. Berlin, 7. Sept. (Amtlich.) Der Kaiser hat an den König der Bulgaren anläßlich der Er­oberung von Tutrakan folgendes Telegramm gesandt:

Ich erfahre soeben, daß unsere verbündeten Trup­pen die Festung Tutrakan erobert haben. Empfange meine herzlichsten Glückwünsche zu dieser glänzen­den Waffentat Deiner tapferen Soldaten, aus der unser neuer Feind erkennen möge, daß wir uns nicht nur zu wehren verstehen, sondern ihn selbst in seinem Lande schlagen können. Gott helfe weiter!

In Treue Dein W i l h c l m.

Der bulgnvische Oberbefehlshaber an Hindenburg.

IV. T.-B. Berlin, 8. Sept. (Amtlich. Drühtbcricht.) Der Oberbefehlshiaber der bulgarischen Armee General Jekow antwortete dem Generatfeldmarschall v. Hindenburg auf 8>en Glückwunsch zu dem ersten bulgarischen Waffenerfolg gegen Rumänien mit folgendem Telegramm:

An dei: Chef des Generalstabs des deutschen Feldheeres Herrn Generalfeldmarschall v. Hindenburg, Exzellenz! Eurer Exzellenz dante ich für die Glückwünsche anläßlich der ersten Erfolge der bulgarischen Truppen gegen die neuen Feinde, bie Ruman en u n>d R u s s en. Mit diesem Anfang beweisen die bulgarischen Truppen, unterstützt von ihren Kriegs- Lamevaden- ,den u n b es i egbar c n Deutschen, daß das