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Verlag Langgaffe 21

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Donnerstag» 31. Huguft 1916.

Morgen-Knsgabe.

Nv. 414. . 64. Jahrgang.

riegserklanmg der Türkei an Rumänien!

Trru an unserer Seite.

W. T-B. Konstantinopel, 30. Aug. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Wie die Agence Milli" meldet, hat der Ministerrat gestern die Kriegserklärung der Türkei an Rumänien beschlossen.

Ein bulgarischer Ministerrat ans Anlaß der neuen Lage.

Br. Berlin, 30. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bin.) In Sofia fand gestern abend ein Ministerrat statt, der sich mit der durch Rumäniens Kriegs­erklärung geschaffenen Lage beschäftigte. Minister­präsident Radoslawow war kurz vorher von einer Besprechung mit dem Koni g, der auf seinem Landsitz weilt, nach Sofia zurückgekehrt.

Der Wechsel in den höchsten Äommandostellen.

Die Kabinettsorders des Kaisers.

W. T.-B. Berlin, 30. Aug. (Amtlich. Drahtbericht.) Die allerhöchsten Kabinettsorders, mit denen Seine Majestät der Kaiser den Wechsel in der Besetzung der Stelle des Chefs des Generalstabes des Feldheeres anordnete, haben folgenden Wortlaut:

An den General der Infanterie v. Falkenhayn,

Chef des Generalstabes des Feldheeres.

Großes Hauptquartier, 29. August 1916. Mein lieber General v. Falkenhayn, indem ich Ihrem Wunsche um Enthebung von Ihrer bisherigen Stelle nicht entgegen sein will, nehme ich Veranlassung, Ihnen aus vollem Herzen zu danken für die Hingabe und Pflichttreue, mit der Sie in nunmehr zwei Jahren Ihres schweren und verantwortungsvollen Amtes unter ent­sagungsvoller Einsetzung Ihrer Kräfte und Ihrer Person gewaltet haben. Was Sie insbesondere an tatkräf­tiger und vorausschauender Arbeit in uner­müdlichem Schaffensdrang für die Armee und das Vater­land geleistet haben, soll Ihnen nicht vergesien werden. Die volle Würdigung Ihrer jetzt im Kriege an der Spitze des Generalstabes erworbenen Verdienste werden einer späteren Zeit Vorbehalten sein müffen. Meiner Person sind Sie ein treuer und selbstloser Berater gewesen. In Dankbarkeit hierfür begleiten Sie meine besten Wünsche für die Zukunft, und verleihe ich Ihnen Kreuz und Stern des Graßkomture des Königl. Hausordens von Hohen- zollern mit Schwertern.

Sie beziehen Ihr bisheriges Gehalt aus dem Etats­kapitel für Offiziere in besonderen Stellungen, bis ich über Ihre anderweitige Verwendung eine Entscheidung getroffen habe. gez. Wilhelm. I. R.

An den Generalfeldmarschall von Beneckendorff und von Hindenburg.

Ich ernenne Sie zum Ehef des Generalstabes des Feld­heeres und bin überzeugt, daß ich diese Stellung in keine bessere Hand legen kann. Ich erwarte mit Vertrauen, datz Sie meiner Armee und dem Vaterlande die erdenklich besten Dien st e in dieser Stellung leisten werden. Erneut benutze ich diesen Anlaß, um dem siegreichen Beschützer unserer Ostfront warmen Dank zu sagen für alles das, was er während zweier Kriegsjahre für das Vaterland geleistet hat.

Großes Hauptquartier, 29. August 1916.

gez. Wilhelm. I. R.

An den Generalleutnant Ludendorff.

Ich ernenne Sie unter Beförderung zum General der Infanterie zum ersten General- guartiermeister mit den Gebührnissen eines kommandieren­den Generals und spreche Ihnen bei oieser Gelegenheit warmen Dank für die vortrefflichen Dienste aus, die Sie während zweier Kriegsjahre mir und der Armee geleistet haben.

Großes Hauptquartier. 29. August 1916.

> gez. Wilhelm. I. R.

Dis Beziehungen zwischen der Führung des Kriegs und der Politik.

Br. Berlin, SO. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bin.) DieDeutsche Tagesztg." schreibt zu der Ernennung Hindenburgs zum Generalstabschef und dem Rücktritt des Generals Falkenhayn: Inwieweit General von

Falkenhayn seine militärischen Unternehmungen oder Un­

terlassungen politischen Erwägungen und Rücksichten hat un­terordnen müssen, mutz dahingestellt bleiben. General von Kalkenhayn scheidet nicht unter Umständen, die nicht nur ent­fernt mit dem Rücktritt seines Vorgängers, des Generals von Moltke. vergleichbar wären, sondern als ein Chef des Gene- ralitabes, der, mit hohen Gaben ausgerüstet, uner­müdlich fleißig und von bewundernswerter Elastizität die durch den Hlnzutritt immer neuer Fronten und immer komplizierter werdenden Anforderungen der Lage überschaute und ihnen gerecht zu werden verstand. Den mehrfach in der Presse hervcrgetretenen Gedanken, die Ernennung Hinden­burg s zum Generalstabschef bedeute vor allem die abso­lute Durchführung der Ei uh eitlich keit. unserer Kriegsführung, können wir uns nicht zu eigen machen, jeden­falls ihn nicht als maßgebend für den Wechsel anerkennen. Die Einheitlichkeit unserer Kriegsführung nach allen Fronten hin und aus ihnen hat immer bestanden, sonst wäre die Kriegsführung für uns auf die Dauer überhaupt nicht mög­lich gewesen. Die Beziehungen zwischen der Führung des Krieges und der Politik werden nunmehr von beson­derem Interesse sein.

Der Bund der Tücke.

Es ist, als ob sich alle bösen Geister verschworen bätten, um das Deutsche Reich und die Staaten seiner treuen Verbündeten zu vernichten. Eine feige Mordbubentat war der Auftakt zum Kriege; und auf seiten unserer Gegner ist Her moralische Stil eifrig weitergepslegt worden, der durch den von russischer Hand angezettelten Mord in Sarajewo seine blutige Marke erhalten hatte.

Verrat und Heimtücke, Hinterhalt und Treulosigkeit sind die Waffen gewesen, die seit dem Ausbruch des Krieges von unseren großen Fein­den und ihren Trabanten in überreichlichstem Maße an­gewandt worden sind. Franzosen, Russen und Eng­länder haben in Völkerrechtsbrüchen und grausamer Behandlung Gefangener und Wehrloser gewetteifert. Die Zerstörung Ostpreußens alsKulturtat" der Russen ließ die beiden anderen Hatzgenossen nicht ruhen: DieBaralong"-Mörder und die kalte Grausamkeit der King Stephen"°Besatzung bleiben. ein ewiges Denkmal der Schande für England; und Frank­reich hat seinen Namen mit Unehre bedeckt durch die infame Behandlung ehrenwerter Kriegsgefangener und durch die niederträchtige Gründung einer eigenen Schützengraben < Mörderbande, der neu­lich vom Regierungsorgan, derNordd. Allg. Ztg.", gebührend gekennzeichnetenNettoyeurs". Der wahn­witzige Haß unserer Gegner/der B!utrausch, der sie erfaßt hat, feiert wilde Orgien: und die Göttinnen der Zivilisation und der .Humanität können trauernd ihr Haupt verhüllen ob der '-Lchändlichkeiten, die in einem Zeitalter der größten wissenschaftlichen und technischen Errungenschaften von den Angehörigen solcher Natio­nen begangen werden konnten, die im Namen der modernen Kultur zu fechten Vorgaben. Als eine e l e n d e T ü n ch e hat sich die französisch-englische Kultur erwiesen, durch den Krieg sind die schlechtesten Triebe ,und Eigenschaften dieser Völker in abschreckender Weise zum Ausdruck gekommen.

Von der verbrecherischen Rolle, die Serbien in diesem Kriege gespielt hat, sei nicht mehr gesprochen, da dieses Land seinen Lohn dahin haben wird. Wie kläglich war die Haltung Portugals, das keinen, aber auch nicht den leisesten direkten Anlaß zur Feind­schaft gegen Deutschland hatte! Widerstandslos ließ es sich von England als seinem gestrengen Herrn in das Kriegsgetriebe mit hineinreitzen. Mit ehrlicher Ent­rüstung wurde der Treubruch Italiens ausgenom­men, der sich gleichzeitig als eine frivole Torheit kennzeichnete, da das Land ohne Schwertstreich erheb­liche Territorien hinzugewinnen konnte. Die Ver­öffentlichung der diplomatischen Akten über Italiens Verhalten war nur zu sehr geeignet, das düstere Bild Italiens noch weiter zu verdunkeln. Die jetzige Kriegs­erklärung Italiens an uns iväre die erste ehrliche Handlungsweise der italienischen Staatsmänner, wenn nicht auch sie durch Gründe gestützt worden wäre, die sich in jeder Beziehung als bösartig herausgestellt haben.

Man glaubte bisher, daß die moralische Minder­wertigkeit in der Erklärung eines Krieges gegenüber Staaten, mit denen man bisher freundschaftlich verbun­den war und denen man unendlich viel zu danken hatte, nach dem Beispiel Italiens von niemand mehr über- boten werden könnte. Rumänien hat uns den Be­

weis geliefert, daß es erfolgreich bestrebt gewesen ist, in dieser Beziehung sein leuchtendes Beispiel Italien noch in den Schatten zu stellen. Das Vorgehen Rumä­niens entbehrt so jeder, auch der letzten Spur von Treu und Glauben, daß man über die Ent­wicklung eines Landes erstarrt sein muß, in dem doch schließlich noch einsichtige Männer wie Carp und Marghiloman eine gewichtige Stimme hatten und in dem der König selbst ganz unzweifelhaft nicht zu den eigentlichen Kriegstreibern gehört hat. Die willenlose Nachgiebigkeit gegenüber der Agitation der Straße und gegenüber dem Einfluß des russischen Rubels hat die Stimmen der Vernunft und der Moral übertönt und die rumänische Politik zu einer Handlungsweise ver­leitet, die fast noch den italienischen Verrat überbietet. Man denke an die Vorgänge bei der Überreichung der rumänischen Kriegsnote und bei der Besprechung mit dem deutschen und dem österreichischen Gesandten unaufrichtiger und verlogener hat wohl noch kaum ein Staat je seinen Krieg begonnen.

Leuchtend hebt sich aus diesem dunklen Bilde ab das Verhalten der verbündeten Staaten Deutschland, Öster­reich-Ungarn, Türkei und Bulgarien. Unsere Waffen sind stets männlich und sauber gewesen; wir halten uns an die Gebräuche des Völkerrechts; wir schonen Gefan­gene und Wehrlose; wir halten unsere Verträge, und wir fallen nicht über unsere Nachbarn her, wenn wir die Möglichkeit erspähen, ihnen ein Stück Land weg­reißen zu können. Treue um Treue das ist unser Grundsatz, und wir haben ihn auch sofort nach der Kriegserklärung Rumäniens an Österreich durch unser Verhalten bekundet. Die gute und gerechte Sache, für die wir kämpfen, gegen den Bund der Tücke, sie wird auch jetzt gegenüber der Vermehrung unserer Feinde unsere Krieger beseelen und uns zu militärischen Leistungen anspornen, an denen die bösartigen Pläne unserer Gegner zuschanden werden müssen.

wiederholte rumäniiche Angriffe bei Grsova gescheitert.

Planmäßige Zurückbiegung der Front gegen den neuen Feind.

Erfolge der Donau - Flottille.

Österreichisch-ungarischer Tagesbericht.

W.T.-B. Wien, 30. Aug. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 30. August, mittags:

Östlicher Kriegsschauplatz.

Auf den Höhen nordöstlich von O r s o v a schlugen unsere Truppen wiederholte rumänische Angriffe ab. Sonst wurden die an die Grenze vorgeschobenen Kraft­truppen schrittweise und planmäßig, wie es für den Kriegsfall seit langem vorgesehen war, zurü ckge­il o m m e n. Der Feind wird sich rühmen P e t r o s e n y, Brasso und Kezdivasarhcly besetzt zu haben. Die nördlichsten rumänischen Kolonnen stehen im Ghergyo-Gebirge im Kampf.

In den galizischen Waldkarpathen haben deut­sche Truppen den Russen die in den letzten Wochen heiß umstrittene Höhe K u k u l »nieder entrissen.

Im übrigen außer Vorfcldkämpfcn an der russischen Front keine besonderen Ereignisse.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Nichts von Belang.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unsere Donauflottille zerstörte bei Turnu- M a g u r c l e an der unteren Donau rumänische Schleppschiffe, Hasenmagazine und militärische Anlagen. Sie erbeutete bei Z i m n i c a zwei volle Schlepper, ein Stegschiff und zwei Motorboote.

An der unteren V o j u s a erhöhte Patrouillen­tätigkeit.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

vie militärische Lage.

(Von unserer Berliner Abteilung.)

I.. Berlin, 30. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) In

West und O st hat der Feind, wie sich erwarten ließ, seit dem 28. August, dem Tage des rumänischen Eingreifens in den Krieg, durch rege vorbereitende Tätigkeit, insbesondere der Artillerie» daran glauben machen wollen, er plane