V rlag Lavggafst 21
„Tagblntthatts". tzchalter-Holle geäfinet Bon 8 Uhr morgen« btt 7 BSt «end«.
wöchentlich
T' «reiä für beide Ausgaben: «11.- monatlich. «t »■- vierteMrlich bnrch ben^Berla
SMäaEiSSBÄ
MSgeld. ber Stabt ; vi Biebrich: bie borttgt
MWn unb "in'ben 'benach? atten Sanbottcn nnb im «tteingau iiie betreffenben lagb latt-waget. | Kür bie Ausnahme von Anzeigen an BorgeWiriebeneji
8 m y w T *1 TL_„„ < 2 . 1 - 121 K. a»r«f#r.: Amt Lützow 6202 U. 6203. Tage» und Platzen wirb letne Gewähr übernommen
lnzeigcn-Anuahmet ^ bieAbe^-«n«g^t-llhr Berliner Abieilun, des Wiesbadener Taghlatt s : Berlin W.. $»t»Hnttt ® ♦ gtn»
LittunS: < nt bie «otgen»Bu«g- bi« 3 Bbr nadimtttagS. 10 UrtHrÄftlta.
Träger.
15 Ausgaben.
Fermmf: /
„TagbletihnnS" Rr.S6S»-»S. _ , _
Bon 8 Uhr morgen« bi« 7 Uhr abenb«, nutzer Leunlag«.
«nzeigen-Preisfiir hie Zeile: 15
Sntfxyers
»w 3»,P,g"Kr -Ue an^ärUgenWl°S^'burchlÄ"^ nach" beH Be'rechE^ Be! w'ieÄrboVAuWme nnveränb^ter Anzekgen in kurzen Zwilchenräumen entiprechenber NaZilntz
Montag. 28. August 1916.
kibend-klusgabs.
Nr. 409. . 64. Jahrgang.
Die neuen Kriegserklärungen.
_ r •• oitffrefprt T man von btt kommenden Entscheidung selbstverständl _ 1 twfrfiafft. Serr Venizelos mag revolutionär auftreten I ^ meldet ein Telegramm der „Tagl. Ri
Italiens und Rumäniens Rriegr- erklärungen.
(Von unserer Berliner Abteilung.)
L Berlin, 28. Aug. Erg. Drahtbericht. Zens. Bin.) Die italienische Kriegserklärung an Deutschland und die rumänische Kriegserklärung an Österreich-Ungarn
^ a- - . «JnrttfinmrtSri
verschafft. Herr Venrzelos mag revolutionär austreten oder nicht: Bulgarien und die Türkei sind durch da- Faustpfand Kavalla von dieser Sette gesichert. Man kann sich kaum denken, daß die Rumänen den vollendeten Verrat Italiens an den Mittelmächten hohe militärische Bedeutung, die allem au-.chlaggebend Mn könne, beimessen. Wenn die Italiener ewige Truppen
nach der lWestfwnt entsenden, worau: es den »ramosen
haben m oeuiscyen
liebe Überraschung hecvorgerufen und fanden die entschlossene kühle Aufnahme dre sie auch doim aanzen deutschen Volke finden werden. Es wurde als feststehend betrachtet, daß Italien die Vollendung LL'Lls an des frMew .™ seinem politischen Handelsgeschäft mit d e r E n t e n t e abhängig mackste. Tw Kündigung des deutsch-italienischen Handelsvertrags unter den bekann- ten haltlosen Vorwanden war nur der Auftakt. Wa- setzt als sogen. Begründung m der Note enthalten ist, die uns von unserem Berner ^sandten durch VermM^ lung der Schweizer Regierung zugestellt wurde, ist auch nur eine Auszählung von Beschwerden, die dadurch, daß sie hier so feierlich wiederholt loerden, um keinen Deut überzeugender wirken. Unsere Haltung Ware eure feindliche gewesen, wir hätten den Österreichern dr Unterstützung unserer Waffen geliehen, wir hatten italienische Arbeiter schlecht behandelt und ihnen. die Rente nicht mehr ausgezohlt, wir hätten die deutschen Ranken anaewiesen, an Italiener keine Zahlungen mehi
Bülow in Rom keinen Zweifel darüber gelassen, a i ch ab ne die Kriegserklärung bestehe die Möglichkeit eines bewaffneten Zusammenstoßes mit unseren Truppen die an der Seite unserer österreichisch- ungarischen Bundesgenossen zu kämpfen hätten. Milr
tärisck hat sich die Lage. kaum v erschoben. Wo deutsche Truppen am Italiener stoßen, werden^ste mit verdoppelter Energie draufschlagen - Aolittsch ver- imiebt sich die Lage insbesondere sur statten, das nicht !mnz frestvilllg und nur unter dem Drucke der Entente den Weg der Verräterel bis zum Ende geht. Italien hat jetzt den letztenRest vonHandelsfrecheit der- ioren' Allem Anschein nach ist der Preis, den üch Italien von England und Frankreich und dem angeblichen Be- Schützer aller slawischeil Völker, Rußland, ausbedungen bat an der adrchtischen Küste. zu suchen. Nach Süden ' im Evirus hat sich die italienische Landbeietzung SÄA zwar vorläufig auf Kosten Grre
^O'Wos die Entente dazu drängt, Italien hier lange verweigerte Zugeständnisse zu bewilligen, war, wohl ms besondere der Wunsch, in Rumänien Eindruck zu machen Einer der Vorwände, mit denen Minister prändent B r a t i a n u 'ein Zögern begründete, an der Sstte des Vierverbandes in den Krieg zu ziehen, war, daß er von einem semdlnhen Vorgehen geßen Ocker- r.ick-Unaarn und Bulgarien auch den Krieg mit Deutschland befürchtete. Daß diese Aussicht keine verlockende genannt werden könne sowohl rurau bervor daß Italien vermieden habe, Deutschland oen Kriea^'zu erklären. Die italienische Kriegserklärung konnte der rumänischen Negierung diesen. Vorwand nehmen. Sie war bestimmt, in erster Lmre in Bukarest Eindruck zu machen und dort die schwankenden politcker i n d en (Strubel fortzureißen. Zweifellos war in Bukarest der italienische Beschluß bekannt. Es war kein Zufall, daß die dortige Kriegspartei da-. Ge rückt ausstreute, die rumänische Entscheidung für den Krieg werde am 28. August fallen, also gerade an.dem Tag den sich Sonnino für den Eintritt m den Kriegszustand mit Deutschland Vorbehalten hatte. Heute darf man es für erwiesen halten, daß lM ersten K r o n r a t, d!? in Bukarest vor etwa Monatsfrist obgehalten wurde, bereits das italienische Danaergeschenk bekannt gegttien wurde und daß damals schon Bratranu unter dem Ern- druck des russischen Vorstoßes rn Galizien seinen Entschluß gefaßt hat, ja sich ^widerruf ich , t m geheimen festlegte, gegen Österreich-Ungarn loszuschlagen. Vielleicht, ja sehr wahrschemlicherweise, hat man im gestrigen zweiten Krön rat sich Kon eil anderes für die Entente weniger günstige- Bild von der militärischen Lage wachen muffen aber . = „fl», fpin Zurück mehr. In Griechenland hat der schnelle butgarisch-deuffche Vorstoß sich Garantien
b i t t e r b e r e u e n. weil dem sacro dort
wirklich keine Früchte Winken können und weil es Mel leicht doch nicht gleichgültig Ware, wenn t n 2,u nnö am I sonzo auch deutsche ^ruppen sichtbar werden sollten; deutsche Soldaten wurden sich dort an der Seite ihrer österreichisch-ungarischen Käme raden mit einer Tapferkeit schlagen, die lange zurück^ gehaltener Zorn nur erhöhen wurden.
Deutschland hat sich keinen Vorwurf zu machen, daß die Ereignisse diesen Verlauf nahmen. In Österreich- Ungarn, wo man nicht recht verstehen wollte, dab wii noch Rücksichten gegen Italien obwalten ließen, wird jetzt die Einsicht reifen, daß es so besser war, vor der Geschichte Italien die Schuld an dem iinerhorten L’j? 11 ' bruch zu lassen. Graf Tisza hat schon im ungarischen Parlament dieser Tage erklärt, wie wertvoll da^ Linausschleppen der Verhandlungen mit Italien zu Beginn des Jahres 1915 war: daß damit der Durch
bruch am Dunajetz bis zum vollen Ende durchgefuhrt werden konnte, ohne daß vorzeitig Truppen nach der italienischen Front abgezogen werden wubten. -ue Heutige Kriegserklärung Italiens an Deutschland kommt wieder zu spät; ste wird auf den Verlauf dieses Krieges keinen entscheidenden Einfluß ausuben. Und die Kriegserklärung Rumäniens wird we.che Mschlüsse auch heute der Bundesrat fassen wird - nur d?n eisernen Willen im deutschen Volke st äh len, d u r ch z u h a l t en. Optimistisch war man bei uns was die Bukarester Politik anbetraf, schon lange nicht mehr. Wir verkennen nicht den Ernst dieses neuen feindlichen Zuwachses, dürfen aber, uberzeugt sttn, daß die militärischen Vorbereitungen getroffen waren. Bei diesem furchtbaren Ringen kann auch das Heer des verhältnismäßig kleinen Rumäniens nicht den Ausschlag geben. In Bukarest wird man eines Tages einsehen, daß man in Sofia besser beraten war. ,
Die Überreichung der rumänischen Kriegserklärung in Wien.
W T -B Wien, 28. Aug. (Nichtamtlich. Drahtbericht.)
Gestern nacht erschien der r u m ä n i s ch e G e s a n d t e ntt Ministerium des Äußern, um erne Rote zu ubergeben, der zufolge sich Rumänien vom 2 7. August, 9U h r a den d s, ob, als im Kriegszustand mit Österreich-Ungarn befindlich betrachtete.
Die historische Stunde Rumäniens.
Wilder Alarm in Bukarest schon vor der Kriegserklärung.
Nr. Berlin, 28. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zenp Bln.) Ein->s der letzten Telegramme aus Rumänien meldet über den entscheidenden Kronrat und über die S t i mm u n g
in der rumänischen Hauptstadt v°r^ Bekanntwerden der vollzogenen Kriegserklärung der „Voss. Ng. aus Bukarest: „Die schwere Krise Rumäniens nähert sich ihrem Eiide. Um die Lage zu klären, wurde für heute Sonntag- vormittag ein inzwischen auf 5 Uhr abends verschobener Kron- -it emberusen. Mit Ungeduld erwartet ganz Rumänien di« historische'Stunde". Die von den Russen bezahlte Presse hat die Einberufung des Kronrats, d,e bereits gestern in Bukarest .bekannt wurde, zur wüsten f r re g sh etz er er ausgenutzt und die öffentliche Meinung durch wilde Alarmnach- riten in Unruhe versetzt. In einer ganzen Reche emander wlaeiider Sonderausgaben verkündeten sie die Mobilisierung und den Krieg. Das Publikum selbst ist im allgemeinen über die Möglichkeit einer Kriegserklärung nichts weniger als begeistert. Selbst viele derjenigen, dm bisher bei allen Kriegskundgebungen daber waren, stnd ruh'ger geworden. Daß man sich in Rumänien selbst n ich t g a n z klar über die Bedeutung des Kronrats war, beweist der dieses Berichts: „Über die dem Kronrat vorliegenden Entscheidungen erfahre ich aus bester Quelle, daß der Kronrat -ich bloß mit der durch die äußere Politik und W°hl veranlaßt« innere Politik befassen wird: Die innerpolitische Lage soll geklärt und die bedingungslosen Kriegshetzer sollen zur Vernunft ger'tten werden. Man spricht von emem konservativ ven Kabinet Masorescu, dem auch einige Uberale Poiitiker angehören sollen, die bisher noch keme ausgesprochene Teilnahme im Weltkrieg gezeigt haben'. In Rußland war
man von der kommenden Entscheidung selLswerständlich unterrichtet. So meldet ein Telegramm der „Tagl. Rundfch. c-us Stockholm, daß die letzten hier eingetroffenen rufst,chen Zeitungen zahlreiche Artikel über die rumänische Frage^enthalten, in denen die Anschauung ausgesprochen ist, datz d,e Entscheidung bald zu erwarten sei. Rumamen werde sich» durch die allgemeine Kriegslage und weitgehende Verfprechun- gen des Vrerverbands zu entscheidenden Be- Schlüssen bewegen lassen. In Petersburger Diplomatischen Kreisen erwarte man das Hervortreten Rumäniens schon in den nächsten Tagen. Die Fahrt des Vertreters de Ministeriums des Äußern für Balkanpolitik P e t t, a e w ms Hauptquartier und der Empfang durch den Zaren wird mit der runiänischen Frage in Zusammenhang gebracht.
Die militärische Bedeutung der italienischen Kriegserk lärung.
Über die militärische Bedeutung der Kriegserklärung Italiens an die kaiserlich deutsche Regierung wird uns von militärischer Seite geschrieben: .. . . ^
Der „Vasall Englands" hat sich nunmehr genötigt gesehen, dem Drängen der britischen Regierung nachzugeben nick, uns den Krieg zu erklären. Damit hat die italienische Regierung aezeiat, daß sie völlig von E n g I a n d a b h a ng i g sei, und daß tatsächlich der englische Botschafter in Rom der Herr Italiens ist. Seit Monaten verlangt England die Kriegserklärung an Deutschland. Jetzt ist sie endlich erfolgt, nachdem sich Italien lange genug gesträubt hatte, dem Wunsch odevielmehr dem Besch' - Englands zu willf^ven. Es ffagl sich nun in erster Linie, welche militärische Bedeutung dieser Vorgang hat. Sie ist sehr ger in g, da Truppen, die sich Mar selbst für di« „ersten Sollten d« Welt" bescheiden erklärt haben, wohl kaum imstande sem werden, uns den endgültigen Sieg »v entreißen Im Ge^ntml, die italienische Regierung weiß sehr^ wohl, daß das. Austrewn deutscher Soldaten an der italienischen Front für Italien nicht gerade segensreich werden ^ste., Din Jahr lang haben die Italiener vergebens gegen die österreichisch-ungarischen Truppen irotz ihrer Übermacht anzurennen versucht, dagegen dem ersten Osfensivvcrstoß unserer Verbündeten sofort nach-
aeacben. Jetzt haben sie efft, nachdem d,e russische Offensive ,vnen zu Hilfe gekommen war, gegen Görz Vorgehen können, um sofort wieder st.llezustehen, nachdem d'« offene Verteidigung von Haus aus nicht eingerichtete Stadt Gorz von den österreichisch-ungarischen Truppen zur Einnahme oünstigerer VerteLigungsftellungen aufgegeben worden war. Der „Siegeszug" der Italiener bei Gorz, der von einem betäubenden Plhrasenlärm begleitet worden war, ist schon wieder kurz ö st l i ch v ° n G ö r z z u m S t e h e n g e - kommen. Warten die Italiener hier etwa noch auf dm Vermel-rung ihrer Feinde? Aus diesem italienischen Haupt- kriAschauPlatz kann die italienische Kriegserklärung ganz offensichtlich keinerlei Bedeutung gewinnen. Run besteht dm Möglichkeit, daß Italien nach Frankreich Hilfskräfte schickt. Rußland hat bekanntlich schon aus riesigen Umwegen Ähnliches getan, ohne daß dm germgste Wirkung davon zu verspüren wäre. Die Paar tausend ^talm- ner, die an unserer Westfront erscheinen könnten, werden^von unseren Feldgrauen kaum ernst genommen werden. Viel Soldaten kann äoer Italien, das sich jetzt auch an der Salome- Expedition beteiligt, nicht mehr entbehrem Es ist also nirgends zu erkennen, welche militärische Bedeutung diese i'eim Erklärung des Kriegs an uns sollte erlangen können, wenn auch sicherlich die italienischen und frauzosi-schen Zeitungen vor Begeisterung rasen werden W.r können ihnen das Veronüaen ruhig lasten und uns auf u n s e r b e w a h r t e s
und 'i^egreich es Schwert verlassen, das sich auch.
wenn es notwendig werden sollte, gegen die Italiener als scharf erweisen wird.
Pressestimmen zur italienischen Kriegs- erklärung an Deutschland.
«p.erl Taaebl." schreibt: Wir haben auf diese Kriegs-
f¥ 4 ÄÄ«;Ät «S&Ä LNS
spjmnt. mN den üblichen Kundgebungen oeglewet
8 ,iy« a SS*Ä«‘ ,t Är“
Staaten glerchgestellt . als gleichberechtigte Groß-
-WL KW
i
