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Verlag Langgaffe 21

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Montag, 28. August 1916.

Morgen-Kusgabe.

agen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen.

Nr. 408. . 64. Jahrgang.

Italiens Kriegserklärung an Deutschland. >

Der Entschluß Rumäniens.

W. T B. Berlin, 28. Aug. (Amtlich. Draht­bericht.) Die rumänische Regierung hat gestern abend Österreich-Ungarn den Krieg erklärt. Der Vundesrat wird zu einer so­fortigen Sitzung zusammenberufen.

<?tn rumänischer Kr ön rat.

W. T.-B. Bukarest, 27. Aug. (Nichtamtlich.) Das halb­amtliche Blatt „Jndependance Roumaine" hat gestern abend tolzende amtliche Note veröffentlicht: Die Unruhe und die Besorgnisse, die in den letzten Tagen von verschiedenen Seiten zutage getreten sind, haben bei dem König den Wunsch hervorgerufen, in einem Rat die Meinung nicht nur der Regierung und der Vertreter des Parlaments, sondern auch der Parteiführer, der ehemaligen Ministerpräsidenten und der ehemaligen Kammerpräsidenten zu hören. Anstatt diesen Charakter der königlichen Einberufung anzuerkennen, sind einige Blätter bestrebt, daraus einen Vorwand für neue Agitationen und Aufhetzungen zu machen, indem sie sie mit ungerechtfertigten Kommentaren und falschen Ein­zelheiten begleiten. Der Kronrat wird heute, Sonntag, 10 Uhr vormittags, im Palais in Eotroceni statt­finden. Es werden daran teilnehmen: die Mitglieder der Regierung, die ehemaligen Ministerpräsidenten C a r p, Majorescu und R o s e t t i, die Parteiführer M a r g h i - loman, Filipescu und Take I o n e s c u, die ehemali­gen und die gegenwärtigen Präsidenten der gesetzgebenden Körperschaften Pherekyde, Cantucuzene, Paschcani, Olanesco und Robesco, letzterer an Stelle des im Ausland weilenden Senatspräsidenten Basti Missir!

Die flaue Antwort Rumäniens hinsichtlich des Dnrchtransports russischer Truppen.

Nr. Wien, 27. Aug. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) Die „Wiener Mg. Ztg." meldet aus Sofia: Hier wird nunmehr der Inhalt der letzten Antwortnote Rumäniens an Rußland zum Durchzug von russischem Militär und Kriegsmaterial durch Rumänien bekannt. B r a t i a n u hatte geantwortet, daß die rumänischen Bahnlinien geringere Spurweite haben als die russischen, da somit das U m l a d e n auf rumä­nische Bahnwagen in der Grenzstation notwendig wäre. Mit Rücksicht darauf aber, daß Rumänien selbst fühlbaren M a n - ge l an Eisenbahnwagen habe, könne die rumänische Regie­rung einer derartigen Verwendung des russischen Eisenbahn­parkes nicht z u st i m m e n.

Take Jonescu's letzte lange Unterredung mit Bratianu.

W. T.-B. Bukarest, 27. Aug. (Nichtamtlich. Draht­bericht.) Nationalistischen Blättern zufolge, hatte Take Jonescu gestern eine lange Unterredung mit dem Ministerpräsidenten.

Die Kriegsetflärung Italiens.

W. T.-B. Berlin, 27. Aug. (Amtlich. Drahtbericht.) Die König!, italienische Regierung hat durch Vermitte­lung der schweizerischen Regierung der Kaiser!, deut­schen Regierung mitteilen lassen, dass sie sich vom 28. d. M. ab als mit Deutschland im Kriegszustand be­findlich betrachte.

Eine deutsch offiziöse Bemerkung.

Der Wortlaut der italienischen Rote.

W. T.-B. Berlin, 27. Aug. (Nichtamtlick. Drahtbcricht Die „Nordd. Mg. Ztg." schreibt: Die Note, mit derbe italienische Gesandte in Bern im Aufträge seiner Regicrun am 26. d. M. die schweizerische Regierung ersucht hat. di kaiserliche Regierung davon zu unterrichten, daß Jtali.'n vor 28. d. M. ab als sich im Kriegszustand mit Deutschland befindlic ansieht, lautet in Übersetzung'

Ans Weisung der Regierung S. Majestät habe ich di Ehre, die nachfolgende Mitteilung zur Kenntnis Eurer Eriel lenz zu bringen:

Die feindlichen Akte seitens der deutschen Rcgierun gegenüber Italien folgen einander mit wachsender Häusigkcü Cs genügt, die wiederholten Lieferungen an Waffe; und Werkzeug für den Land- und Seekrieg zu erwähnen

die von Deutschland an Österreich-Ungarn erfolgt sind. Des­gleichen die ununterbrochene Teilnahme deutscher Offiziere, Soldaten und Matrosen an den ver­schiedenen gegen Italien gerichteten Operationen. Auch ist es nur der von deutscher Seite Österreich-Ungarn in den verschiedenen Formen und in reichlichstem Maße zuteil ge­wordenen Unterstützung zu danken, daß es diesem möglich ge­worden ist, jüngst die Kräfte für eine Unternehmung von besonderer Ausdehnung gegen Italien zusammenzu­bringen. Ferner ist zu erwähnen die Auslieferung italieni­scher Gefangener, die aus dem österreichischen Konzenteations- lager entkommen und auf deutsches Gebiet geflüchtet waren, an unseren Feind, die auf Betreiben des kaiserlich deutschen auswärtigen Amtes an die deutschen Kreditinstitute und Bank­häuser gerichtete Aufforderung, wonach diese jeden italieni­schen Untertanen als feindlichen Ausländer zu erachten und sich jeder Zahlung, die ihm etwa geschuldet sein sollte, ent­halten sollte, sowie die Unterbrechung der Zablung der Ren­ten an italienische Arbeiter, die diesen auf Grund ausdrück­licher Bestimmung des Strafgesetzbuches zustehen, alles dies sind Erscheinungen, ans denen sich die wahre systematische Stellungnahme der kaiserlichen Regierung Italien gegenüber ergibt.

Ein derartiger Zustand kann auf die Dauer seitens der königlichen Regierung nicht geduldet werden. Er vertieft zvm ausschließlichen Schaden Italiens den schwerwiegenden Gegensatz zwischen der tatsächlichen und rechtlichen Lage, die sich an sich aus demjenigen Stande ergibt, daß Italien einer­seits, Deutschland andererseits mit zwei miteinander im Kriege befindlichen Staatsgruppen verbündet ist.

Aus den ciiifgezählten Gründen erklärt die italienische Regierung im Namen S. Majestät des Königs von Italien hiermit, daß sic sich vom 28. d. M. ab mit Deutschland ,m Kriegszustand befindlich erachtet und bittet die schweizerische Bundesregierung das vorstehende zur Kenntnis der kaiserlich deutschen Regierung bringen zu wollen.

*

Die formelle Kriegserklärung Italiens an Deutschland ändert an dem 6s facto bestehenden Zustand wenig. ''Als Italien im vergangenen Jahre an Österreich-Ungarn den Krieg erklärt hatte, hat die kaiserliche Regierung. bevor Fürjt Vülo:v mit der Botschaft Rom verließ, die italienische Regie­rung darauf hingewiesen, daß überall die österreichrsch- ur'garijchen Heeresverbände init deutschen Truppen g e - mischt wären, ein Angriff gegen österreichisch-ungarische Tr'-pper: sich also zugleich gegen de ursche Truppen richten wüte. Die italienische Regierung ist somit von deutsche: Seite nie einen Augenblick darüber im Zmeif-l gelassen worden, daß Deutschland die militärische Uiüei- stützi.ng seines östecreichisch-ung irischen BundeSgeiirsien gegen jeden Gegner als BündniSprlicht ansehe.

Was die in der Note erwähnte Auslieferung einiger italienischer Kriegsgefangener an Österreich-Ungarn betrifft, so ist es richtig, daß etwa sechs italienische Kriegsgefangene, die aus einem österreichisch-ungarischen Gefangenenlager ent­flohen waren, beim Überschreiten der deutschen Grenze ange­halten und zurückgebracht worden sind. Es handelt sich aber dabei um ein Vorgehen untergeordneter Organe der Zollver­waltung, das nicht die Billigung der kaiserlichen Regierung gefunden hat. Diese hat vielmehr bereits vor Monaten auf die Vorstellungen der italienischen Regierung entgegenkom­mende Vorschläge zu einer befriedigenden Erledigung der Angelegenheit gemacht. Die Behauptungen über Eingriffe der deutschen Regierung in die inländischen Bankgut­haben und die Arbeiterrentenansprüche von Italienern, sind nur eine Wiederholung der im Juli d. I. in der italieni­schen Presse erschienenen Ausstreuungen, die bereits in der „Nordd. Mg. Ztg." vom 20. Juli d. I. eingehend wider­legt worden sind.

Es wäre würdiger gewesen, wenn die italienische Re­gierung darauf verzichtet hätte, ihre Kriegserklärung an Deutschland mit s o p h i st i s ch e n Argumenten zu begründen. Sie wird darüber niemanden hinwegtäuschen, daß ihre Entschließung lediglich eine weitere Konsequenz des früher verübten Treubruches und das Ergebnis des von E n g l a n d und seinen Bundesgenosien seit Monaten auf sie ausgeübten D r u ck e s ist.

Große politische Tätigkeit in Rom am Samstag.

_ W T-B- Bern, 27. Aug. (Nichtamtlich. Draht- bericht.) Gestern herrschte, wie italienische Blätter melden, rn Rom große politische Tätigkeit. Morgens hatte Boselli Unterredungen mit dem Kriegs- und Marineminister, dann mit Comandini und Arlotta, am Nachmittag fmtb eine Besprechung Bosellis mit Sonnino, Arlotta, Corsi, Morrone und Carcano statt.

Später gesellten sich Orlando, Seialoja und Fera dazu Die Unterredung dauerte 2 Stunden. Am Nachmittag begab sich Fürst Ghika ans die Consulta und hatte mit Sonnino eine halbstündige Unterredung.

weitere Zortschritte aus dem östliche» Strumaufer.

wiederum abgewiesene Angriffe nördlich der Somme.

Vergebliche französische Angriffe bei Manrepas und Thiaumont-Flenry. Mehrere feindliche Flugzeuge erlegt.

Oer Tagesbericht vom 27. August.

ZV. T.-B. Großes Hauptquartier, 27. Aug. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Nördlich der Somme wiederholten in den gestri­gen Morgenstunden und während der Nacht die Eng­länder nach starker Artillerievorbereitung ihre Angriffe südlich von Thiepval und nordwest­lich von Pozidres. Sie sind abqewiesen wor- de», teilweise nach erbitterten Nahkämpfen, bei denen der Gegner 1 Offizier, 60 Mann gefangen in unserer Hand ließ.

Ebenso blieben Vorstöße nördlich von Bazentin- l c - P c t i t und Handgranatenangriffe im Fou - reaux-Waldc für den Feind ohne Erfolg.

Im Abschnitt Maurepas-Clery führten die Franzosen nach heftigem Artilleriefeucr und Einsatz von Flammenwerfern starke Kräfte zu vergeb­lichem Angriff vor. Nördlich Clery eingebrochene Teile wurden in schnellem Gegenstoß wieder ge' w o r f e n.

Südlich der Somme sind Handgranatenangriffe westlich von Vermandovillers abgeschlagen worden.

Beiderseits der Maas war die Artillerie- t ä t i g k c i t zeitweilig gesteigert.

Abends gegen Z. W. Thiaumont und bei F l e u r y angesetztc Angriffe brachen in unserem Feuer zusammen.

Westlich Eraonne und im Walde von Apre- m o n t wurden Vorstöße feindlicher Abteilungen zurück­gewiesen. Bei Arracourt und Badönviller waren eigene Patrouilleiiunteruchmnngen erfolgreich Im S o m m c g c b i e t wurde je ein feindliches Flugzeug im Luftkampf bei Bapaumc und westlich Rvisel, durch Abwehrfeuer westlich Athies und nord­westlich Neslc abgeschosscn.

Außerdem fielen nordwestlich P 6 r o n n c und bei Rrbemont, südöstlich St. Quentin, gelandete Flugzeuge ln unsere Hand.

Östlicher Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg.

A» oer Dunafront wurden wiederholte Versuche der Russen, östlich Friedrich st adt und bei Lenne- w.aden mit Booten über de» Fluß zu setzen, ver- e r t e l t.

Südöstlich Kisieli» stieße»! kleine deutsche Ab­teilungen bis in die dritte feindliche Linie vor und kehrten nach Zerstörung oer Gräben mit 128 Gefangenen und 3 Maschinengewehren planmäßig »n drc eigene Stellung zurück.

Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.

Abgesehen von für uns erfolgreichen Patrouillen- kämpfen nördlich des D n j c )t r keine wesentlichen Er. elgnisse.

Balkan - Kriegsschauplatz.

Auf dem östlichen S t r u m a u f e r vorgehende bul- garlschc Kräfte nähern sich der Mündung des Flusses.

An der M o g l c n a - Front schlugen serbische An­griffe gegen die bulgarischen Stellungen am Buejurk Tas fehl.

Oberste Hrercslcituna.