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-k. 407. Smlntag, Ä7. Äugnft ISIS.

Wiesbadener TaMail.

Morgen-Ausgabe. Erstes Blatt. Seit« 3.

Der U-Voot-ttrieg. Versenkung eines englischen Marine- Hilfsdampsers.

W. T.-B. London, 26. Slug. (Nichtamtlich. Drahtbericht.)

Das Reutersche Bureau meldet amtlich: Der Hilfsdampfer

der Krieg marine zur Untersuchung von Handelsschiffen Duke o f A l b a n y" (1897 Tonnen) wurde am 24. August in der Nordsee von einem feindlichen Unterseeboot torpediert und v e r s e n k t. Der Kapitän und 23 Mann sind umge­kommen, 87 Mann wurden gerettet.

Deutsches Kelch.

Der preußische Landrvirtschaftsminister über unsere Lebensmittelversorgung.

Sr. Berlin, 26. Au«. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) Der Berliner Berichterstatter des BudapesterA Billag" hatte eine Unterredung mit dem preußischen Landwirtschafts­minister v. Schorle mer-Lieser. Der Berichterstatter befragte den Minister über die Volksernährung und über die Ernte in Deutschland. Der Minister sagte: Die Frage der Volksernährung, welche jetzt von einer eminenten Wichtigkeit ist hängt natürlich sehr mit dem Resultat der Ernte zusammen. Noch können wir nicht ganz das Ergeb­nis der Ernte übersehen, im großen und ganzen aber können wir heute schon sagen, daß di- Ernte in diesem Jahr erheblich besser ist, als im Vorjahr. Das gilt besonders von der Roggen- und Gerstenernte. Letztere könnte wohl das Vorjahr um 100 Prozent übertreffen. Slber auch die an­deren Getretdesorten stehen durchaus befriedigend. Die Rauhfutterernte war vorzüglich. Man kann mit Sicher­heit darauf rechnen, daß die Ernte in diesem Jahr die auf sie gesetzten Hoffnungen erfüllt. Das ist natürlich für die Volksernährung von größter Bedeutung, weil letzten Endes das Problem der Volksernährung auf die Getreideernte zu­rückzuführen ist.Exzellenz hoffen also, daß auch die Fleischfrage besser wird als wie in dem vorigen Jahre?" Ejne Besserung auf diesem Gebiet macht sich schon jetzt bemerkbar, der Viehbestand läßt sich natürlich nicht von heute auf morgen ersetzen, aber unser Viehbestand ver­größert sich", erwiderte der Minister,wenn auch langsam, so doch sicher. > Die letzte Ursache des Fleischmangels war der M a n g e l a n F u t t e r m i t t e l n, der sich in diesem Jahre weniger fühlbar machen wird. An Jung- schweinen ist eine erfreuliche Zunahme zu verzeichnen, wobei noch in Betracht kommt, daß der Sch w e i n e b e st a nd sich in verhältnismäßig kurzer Zeit ergänzen läßt. Llber auch unser Rindviehbestand wird sich bei den jetzt getroffe­nen Maßnahmen bald erholen."Wie kommt es, Exzellenz, daß die L e u t e a u f d e m L a n d e mit allem viel besser ver­sehen sind als in Berlin?"Viel bester nicht", antwortete der Minister,aber es ist natürlich, daß die Erzeuger grö­ßere Vorräte an Lebensmitteln Haben als die Verbraucher. Aber auch dies trifft nicht überall auf dem Lande zu. Denn dort muß man sich einschränken infolge der behördlichen An­ordnungen, die in Deutschland eine möglichst gleich­mäßige Verteilung der Lebensmittel herbei- suhren."Was ist die Meinung Eurer Exzellenz Über die Teuerungsfrage? Ist es wahr, daß die Produzenten sehr viel daran schuld sind?"Die Teuerung ist nicht zu. leugnen", antwortete der Minister,sie trifft Deutschland ebenso wie alle anderen kriegführenden Länder. Aber dieser Teuerung steht vielfach auch ein größeres Einkommen gegen­über. Auch manche Arbeiter verdienen viel mehr als vor dem Krieg. Die Preise sind höher geworden, aber, wie schon ge­merkt, auch der Verdienst."

<?in Sieg gleich dem von Skagerrak.

W. T.-B. Wien, 25. Slug. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Die Blätter widmen der Ankunft derDeutschland" in Bremen und der Begrüßungsfeier Artikel voll begeisterter Zu­stimmung und beleuchten die Bedeutung dieser Ozeanfahrt für die Mittelmächte und für die Neutralen als eines Sieges, der in seiner Art dem Siege vor dem Skagerrak würdig zur Seite trete.

* Hof- «nd Personal-Nachrichte«. Die amtlicheStraßburger Korrespondenz" teilt mit: Se. Mas. der Kaiser hat allergnädigst geruht dem Unterstaatssekretär im Ministerium für Elsaß-Lothringen Dr Franken zu Straßburg die nachgesuchte Entlastung aus seinem Amte unter Gewährung der gesetzlichen Pension zu erteilen.

Die Beisetzung des Fürsten Richard Dohna-Schlobitten erfolgte, wie dasB. T." vom 26. August meldet, mittags in der Dorfkirche zu Schlobitten. Der Kaiser war vertreten durch seinen Generaladjutanten Generaloberst v. P l e s s e n , der Kron­prinz durch den Hauptmann im Großen Generalstab Burggraf Heinrich von Donau.

Der Wiederbeginn der Reichstagssitzungen. I-. Berlin,

26. Aug. (Mg. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Slus parlamenta­rischen Kreisen hören wir, daß man sich mit dem Gedanken trug, am 3. Oktober, statt, wie die Vertagung besagte, am 26. September, den Reichstag wieder zusammentreten zu lassen. Nach demVorwärts" soll allgemein vonder ersten Hälfte des Oktobers" die Rede und bisher nur die Vorlage über die Verlängerung der Legislaturperiode mit Bestimmtheit zu erwarten sein. DieVoss. Ztg." bemerkt dazu: Wir können uns nicht denken, daß beim Präsidium die Absicht besteht, das Deutsche Reich auch nur einen Tag länger ohne Parlament zu lasten, als es nach den Beschlüssen not­wendig ist. _

Hus Stabt und Land.

Wiesbadener Nachrichten.

Die Woche.

In den letzten Tagen haben zwei Kriegersfrauen Selbstmordversuche angestellt, über beide Fälle wurde auch in diesem Blatt berichtet. In dem ersten Fall war über die Ursache, die die unglückliche Frau zu dem traurigen Ent­schluß brachte, ihrem Leben gewaltsam ein Ende zu machen, nichts gesagt worden. Kurz und sachlich wurde die Tatsache mitgeteilt, und weiter nichts. Vielleicht hätte man aus der Tatsache allein schon, daß Selbstmorde von Frauen wir sprechen hier nicht von Wiesbaden seit Monaten auffallend häufig Vorkommen, auch auf den Fall geivissc Schlüste ziehen können, der sich in der Moritzstraße zugetragen hat, und viel­leicht hat das mancher getan. Ja, es scheint sogar, »I« ob das

z geschehen sei, denn anders ist es nicht recht verständlich, wes­halb der Llbteilung 4 des Kreiskomitees vom Roten Kreuz, der die Fürsorge für die Angehörigen der Krieger obliegt, an der öffentlichen Feststellung gelegen war, daß die in Frage kom­mende Kriegersftau nicht in Wiesbaden unterstützungsberech­tigt und die Ursache des glücklicherweise nicht zur Vollendung gediehenen Anschlags auf das eigene Leben nicht eine beson­dere Notlage gewesen ist. Es liegt ja ffeilich nahe, bei der­artigen Fällen an verzweifelte Waffenstreckung vor der Not zu denken, die, das läßt sich nicht leugnen, heute zahlreiche minderbemittelte Leute und natürlich nicht zuletzt Frauen^ arg bedrängt, die ihres Ernährers ganz oder zeitweise beraubf sind. Und es ist unbestreitbar, daß in vielen Fällen tatsäch­lich nichts anderes als die bittere Not zu dem letzten Schritt treibt, den nur ein Mensch unternimmt, der keinen anderen Ausweg mehr findet und innerlich hoffnungslos zusammen- gebrochcn ist. Wir glauben dem Roten Kreuz, daß die hier nicht unterstützungsberechtigte Kriegersfrau aus der Moritz­straße, die den Gashahnen in der Erwartung aufdrehte, in dem ihm entströmenden Gift ein Panazee für ihre Lebens­müdigkeit zu finden, nicht aus Mangel an Existenzmitteln des Daseins überdrüssig geworden ist.

Der zweite Fall, der sich in -der Schachfftraße zutrug, liegt ein wenig anders. Hier handelt es sich tatsächlich um eine Wiesbadener Kriegersftau, und hier ist auch offen die N o t als Ursache des Selbstmordversuchs bezeichnet worden. Uns wurde von einer Seite, an deren Wahrheitsliebe zu zweifeln wir gar keinen Anlaß haben, mitgeteilt, Klatschereien von Nachbarinnen und anderen Frauen hätten die Unglückliche in die Stimmung versetzt, in der sie sich aus dem Fenster ihrer kleinen Dachwohnung stürzte. In zwei hiesigen Blättern wurde die Sache anders dargestellt. Bei den Wucherpreisen für die Lebensmittel habe Schmalhans das Szepter in der Wohnung der Kriegersftau geführt, die in der letzten Zeit oft darüber geklagt habe, daß es ihr trotz aller Arbeit und Mühe nicht mehr möglich sei, den Hunger ihrer Kleinen zu stillen. Wo sie hinkäme und ihre Not klage, weise man sie mit harten Worten ab. Die hohen Anforderungen, die heute an die Kriegersfrauen gestellt werden, seien über die Kraft dieser Mutter gegangen und habe zu der schrecklichen Kata­strophe geführt. Wir haben in beiden Müttern bis heute ver­gebens nach ein«r Richtigstellung dieser Behauptung gesucht, die mit der uns'gewordenen Darstellung in direktem Wider­spruch steht. Oder sollte beides, üble Nachreden und Mangel, zusammengewirkt haben? Die Frau hat sechs Kinder am Tisch sitzen, das älteste ist vierzehn oder fünfzehn Jahre alt, das sechste ist vor kurzem ein Jahr alt geworden. Die monat­liche Unterstützung beläuft sich, wenn wir richtig unterrichtet sind, auf 109 M. Hierzu kommen noch die Naturalien, die das Rote Kreuz bedürftigen KriegerSftauen zu gewähren pflegt. Daß bei den heutigen Lebensmittelpreisen sieben Per­sonen mit etwa Ss /2 M. täglich nicht existieren können, selbst nicht, wenn sie sich auf die ärmlichste Kost beschränken, braucht den Hausftauen und Familienvätern, die sich um tue häus­liche Wirtschaftsführung kümmern, nicht vorgerechnet zu werden. Mag selbst das Rote Kreuz viel getan haben: ein Notstand hat zweifellos trotzdem Vorgelegen, einerlei, ob er die Ursache zu der Lebensmüdigkeit der Kriegersftau war oder nicht.

Es gibt viele reiche Leute, und es gibt viele Leute, denen der Krieg riesige Vermögen zubringt, die letzteren pflegen fteilich nicht in Schützengräben zu sitzen. Da ist es allerdings traurig, daß die Frauen, die ihr ein und alles, ihre Männer, hergeben, zum Teil ein recht kümmerliches Leben führen, ganz abgesehen von den Sorgen um das Leben und die Gesundheit ihrer Kämpfer. Wer auch das ist eine der vielen Begleit­erscheinungen des Krieges, die sich nicht ganz vermeiden lassen, so lange es Arme gibt. Es wäre falsch, wollte man aus Fällen, wie den hier besprochenen, den Schluß ziehen, die mit der Fürsorge für die Angehörigen der Krieger betrauten Stellen erfüllten ihre Pflicht nicht. Hier und da könnte mehr geschehen, vielleicht könnte auch manchmal mehr Rücksicht­nahme mit den natürlichen Schwächen der Notleidenden und Bittenden herrschen, aber auch hier ist Kritisieren leichter als Bessermachen. Wenn mehr geschehen kann, muß mehr ge­schehen, und jeder, der mit armen und gedrückten Leuten zu tun hat, darf nicht ,won oben herab" mit ihnen verkehren, sondern muß ihnen so fteundlich wie möglich entgegenkom- men. Und weiter muß die Allgemeinheit, deren Kastenführer in diesem Fall der Magistrat und das Rote Kreuz sind, noch mehr für dir Angehörigen der Krieger tun, als bisher getan worden ist. Insbesondere wird dem Antrag auf Erhöhung der Unterstützungssätze, der den Magistrat bereits beschäftigt, zu­gestimmt werden müssen. Gleichzeitig aber vergesse man nicht, daß der Kampf gegen die Verteuerer der Lebensmittel zu­gleich ein Kampf für das Wohlergehen zahlloser kleiner Existenzen und eine Tat der Menschenfreundlichkeit ist. -n-

Kriegsauszeichnungen. Mit. dem Eisernen Kreuz 2. Klasse wurde der Unteroffizier Julius Kahl in einem Infanterie-Regiment, Sohn des Tünchers Adolf Kahl in Bier­stadt, und der Gefreite im Infanterie-Regiment 186 Ernst Süßer aus Wiesbaden ausgezeichnet. Dem Unteroffizier Bruno F e I s ch aus Wiesbaden ist die Bulgarische silberne Tapferkeitsmedaille mit Schwertern verliehen worden.

Kostenfreie Aufnahme von Urlaubern aus dem Felde. ES ist angeregt worden, ordentlichen und verdienten Urlau­bern aus dem Felde, die nähere Angehörige in der Heimat nicht mehr besitzen, Gelegenheit zu geben, während eines kürzeren Aufenthalts in der Heimat bei geeigneten Famllien kostenfreie Aufnah nie zu finden, wo ihnen durch Familienanschluß, Unterhaltung und Verpflegung gezeigt werden soll, daß das Vaterland ihrer gedenkt und bemüht ist, den Dank für die außerordentlichen Opfer, die der Krieg von ihnen fordert, nach besten Kräften abzutragen und ihnen die wohlverdiente Erholung in geordneten Verhältnissen zu er­möglichen. Auch in Wiesbaden würde man es fteudig begrüßen, wenn sich möglichst viel gutherzige Menschen bereit finden ließen, auch in dieser Weise eine Wohltat an unseren tapferen Kriegern zu üben. Wer hierzu bereit ist, wird ge­beten, dies bei dem Herrn Oberbürgermeister, Zimmer 21 des Rathauses, schriftlich oder mündlich mitzuteilen, wo die An­meldungen gern entgegengenommen werden.

Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit. Nächstens finden in Wiesbaden Kurse über die Behandlung der Kinder im ersten Lebensalter für die Lehrerinnen der Volks- und Mittelschulen statt. Die Schülerinnen der obersten Klassen sollen später auch in der Säugltngsfürsorge unterrichtet wer­

den. In dankenswerter Weise hat sich der städtische Kinder­arzt Dr. Hirsch, dem die Stadt schon vieles auf dem Ge­biet der Säuglings- und Wöchnerinnenfürsorge verdankt, in den Dienst dieser neuen Einrichtung gestellt. Der Anfang, der Kurse ist auf den 6. September festgesetzt worden.

Die Klciderkarte. Die Ortsgruppe Wies­baden des Verbands deutscher Detailge­schäfte der Textil brauche bittet uns, nachstehendes zu veröffentlichen: Über Inhalt und Geltung der Reichsbe­kleidungsordnung bestehen in den Kreisen des Publikums viel­fach irrtümliche Auffassungen. Insbesondere ist häufig die Meinung verbreitet, daß vom 1. August d. I. ab alle Web- usw. Waren nur gegen Bezugsschein veräußert werden dürfen. Das ist jedoch ein Irrtum. Es gibt und darüber gibt die Freiliste, welche in allen einschlägigen Geschäften zur Einsicht offen liegt, erschöpfende Auskunft Tausende von Web- u f ro. Waren, bi« auch nach b c nt 1. Angn st d. I. ohne jede Beschränkung an das Publi­kum genau in der Slrt wie früher abgegeben werden dürfen. Ebenso irrtümlich ist die Auffassung, als ob die der Bekleidungsordnung unterstellten Waren seit dem 1. August d. I. wesentlichen Preiserhöhungen ausgesetzt seien. Das gerade Gegenteil ist richtig: Durch die Bekanntmachung, betr. Preisbeschränkungen bei Ver­käufen von Web-, Wirk- und Strickwaren vom 30. März d. I. ist Vorsorge dahin getroffen, daß alle in best Bereich der Ver­ordnung fallenden Waren keinerlei Preiserhöhungen unter­liegen oder doch nur solchen Erhöhungen, die sich ans der gegenwärtigen Kriegslage mit zwingender Notwendigkeit er­geben.

Die Preußische Berlustliste Nr. 615 liegt mit der Bayerischen Verlustliste Nr. 292 in der Tagblattschalterhalle (Auskmfftsschalter links) sowie in der Zweigstelle Bismarck­ring 19 zur Einsichtnahme auf. Sie enthält u. a. Verluste der Reserve- und Landwehr-Jnfanterie-Regimenter Nr. 80 und des Landwehr-Jnfanterie-Regiments Nr. 349.

Chemisches Laboratorium Fresenius zu Wiesbaden. Auch wäh­rend des vierten Kriegs-Semesters wurde der Betrieb des Labo­ratoriums in allen Teilen trotz der schwierigen Verhältnisse ausrecht erhalten. Aus dem Verband des Laboratoriums starben seit An­sang des Krieges vier Herren den Heldentod für das Vaterland. An dem Osterferienkursus 1916 beteiligten sich 8 Studierende, darunter 1 Dame. Im Sommersemester 1916 war das Laboratorium von 22 Swdierenden besucht, darunter 13 Damen. Davon waren 17 aus dem Deutschen Reich, 2 aus Luxemburg und je einer aus Ungarn, aus der Türkei und aus Schweden. Außer den Direktoren, Geh. Regierungsrat Professor Dr. H. Fresenius und Professor Dr. W. Fresenius, waren am Laboratorium tätig 2 AbteilungS- vorstcher und Dozenten, 2 Assistenten im Unterrichtslaboratorium und 18 wiffenschastliche Hilfsarbeiter, darunter 6 Damen. Das nächste Wintersemester beginnt am 16. Oktober d. y. Außer wissenschaftlichen Arbeiten wurden auch im Sommersemester 1916 zahlreiche Untersuchungen ausgeführt int Interesse der vor­wiegend für den Kriegsbedarf arbeitenden Industrie, des Handels, des Bergbaues, der Landwirtschaft sowie der Gerichts- und Ver­waltungsbehörden.

Volkslesehalle. Von Montag nächster Woche ab bleibt die Volkslesehalle wegen Umzuges in ihr neues Lokal am Boseplatz g e - schlossen. Die Wiedereröffnung wird bekannt gegeben.

Wochenplan der militärischen Vorbereitung der Jugend der Stadt Wiesbaden. Sonntag, den 27. August, mittags 3 Uhr: Beginn der weiteren Ausscheidungskämpfe im Wett-Wehrturnen auf dem Kleinen Feldchen". Montag, den 28. August, bis Freitag, den 1. September, abends 8.30 Uhr: Antreten zum Wehrturnen für die Teilnahme an den engeren Ausscheidungskämpsen.

Am städtischen Marktstand werden Zwiebeln das Pfund zu 15 Pf. sowie Koch- und Tafeläpsel das Pfund zu 15 bis 30 Pf. verkauft.

Kleine Rotize«. Eine Sondernummer derAnstellungs- Nachrichten" vom 26. August liegt in der Geschäftsstelle des Wiesbadener Tagblatts" zur allgemeinen Einsicht offen. Die morgige Kollekte in den evangelischen Kirchen ist zur Verbreitung guter Schristm im Heere bestimmt und wird der Ge- meinde empfohlen.

vorberichte über Kunft, vortrLge und verwandtes.

* Köuigliche Schauspiele. Freitag, den 1. September, in neuer Einrichtung:Tannhäuser". Anfang 7 Uhr. Samstag, den 2.: ,Graf Waldemar". Anfang 7 Uhr. Sonntag, den 3.:Carmen". Anfang 7 Uhr. Montag, den 4.:Erde". Anfang 7 Uhr. Diens- tag, den 5.:Figaros Hochzeit". Anfang 7 Uhr. Mittwoch, den 6.: Die Fledermaus". Anfang 7 Uhr. Donnerstag, den 7.:Tief­land". Anfang 7 Uhr. Freitag, den 8., in neuer Einrichtung: Nibelungen 1. und 2. Teil:Der gehörnte Siegfried",Siegsticds Tod". Anfang 7 Uhr. Samstag, den 9.:Polendlut". Anfang 7 Uhr. Sonntag, den 10.:Oberon". Anfang 7 Ubr.

» Residenz-Theater. Das Residenz-Theater beginnt am Freitag wieder unter Leitung von Dr. Rauch die neue Spielzeit. Auch in dieser wird die Direktion eifrig bemüht sein, vom Neuen das Sieuefte zu bringen, um den stets sich steigernden Ansprüchen des Publikums an die Leistungen einer modernen Bühne auss beste gerecht zu werden. Die Reichhaltigkeit des vorgesehenen Spieiplanes bietet eine vielseitige und genußreiche Spielzeit, die an, nächsten Freitag mit der NeuheitDer Herr von oben", Lustspiel in drei Alten von Heinrich Jlgenstem, dem erfolgreichen Verfasser von Kammermusik", eröffnet wird. Die Kasienpreise ud die Preise der Dutzend- und der Fünfzigerkarten sind dieselben geblieben wie bisher. Der Verkauf der Dutzend- und der Fünfzigerkarten beginnt kommenden Montag, der Verlauf der Tageskarten am Mittwoch.

Nus dem Landkreis Wiesbaden.

Sonnenberg, 26. Aug. Nach der Versügung des Landrats erhält die Gemeinde von der im Monat Mai 1916 für Kriegs- Wohlfahrtspflege verausgabten Summe von 1900 M. ans Staatsmitteln einen Teilbetrag von 1100 M. zurück. Für das Kind einer Kriegerfamilie wurden in der letzten Gemeindevorstands­sitzung die Verpslegungskosten bewilligt und ferner die Erstattungs- Pflicht in einer Armenpslegesache anerkannt. Von dem Königi. Garnisonkommando ist in der Zuschrift vom 14. August das Ver­langen gestellt worden, den letzt unter Mithilfe eines Militär­kommandos instand gesetzten Goldsteintalweg entsprechend zu unter­halten Der Gemeindevorstand hat beschlossen, die erforderlichen Anordnungen zu treffen in der Voraussetzung, daß die gleichen all- jährlichen Arbeiten auch seitens der Gemeinde Ramdach zrir Aus­führung kommen. Für den Bollziehungsbeamter, und Kassenboic.i, der seit 11 August zu den Fahnen ciuberufen ist, soll der Maurer Heinrich Reininger als Aushilfe angenommen werden. Wie in früheren Jahren sollen auch im Sommer 1916 drei Kinder au einer S 0 0 l b a d e k u r in Kreuznach für Rechnung der Gemeinde teil­nehmen Die Abreise der Kinder erfolgt am 29. August' 1916. Durch die eifrige Mitarbeit mehrerer Damen und das Entgegen­kommen verschiedener Spender sind für die oon der Ortsgruppe des Frauendanks" für heute beabsichtigt.' Verlosung wertvolle Ge schenke gestiftet worden, darunter eine Standuhr mit Basen, ein Schr'ibtischservice, Figuren, Becher und andere gute Gebrauchs­artikel ' Eine Freundin des Wvhltims, Frau General Henke, hat eine Handzeichnung gespendet, darstellend den Erntesegen. Diese Zeichnung wird voraussichtlich am Schlüsse de? Konzertes zur Ver-

steigerung^kommen.^, ^ ^ug. Heute mittag erhielten die Be­wohner des Hauses Vordersiraße 3 einen sonderbaren Be­in ch Durch das offene Fenster der Futterküche sprang nämlich ein R e b k a l b und lief wie toll im Hof herum. Zum Glück war der Hofhund nicht los und das furchtsame Tierchen konnte bald etn- gefangen werden. Nun entsteht die Frage, wem gehört das Tier? «Dem Jagdpächter!) Es ist sehr gut genährt und hat sich offenbar längere Zeit im hiesigen Felde herumgetrieben.