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Samstag» 26. August 1916.
Fortschritte nordwestlich des Ostrovo- 5ee§.
Abgewiesene Angriffe an der Somme.
5 feindliche Flieger erlegt.
Der Tagesbericht vom 26. August.
W. T.-B. Großes Hauptquartier» 26. Aug.
«Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Bei andauernd heftigen Artil leriekämpfen nördlich der Somme sind abends im Abschnitt Thiepval-Foureaux- Wald und bei Maurepas feindliche Infanterie-Angriffe erfolgt. Sie find abgewiesen. Nordwestlich von T a h u r e nahmen unsere Patrouillen im französischen Graben 46 Mann gefangen.
Im Maas gebt et erreichte bas feindliche Feuer in den einzelnen Abschnitten zeitweise große Stärke.
Durch Maschinengewehrfeuer sind zwei feindliche Flugzeuge in der Gegend von Bapaume, d u r ch Abwehrfeuer eines bei Zonnebeke (Flandern)» im Luftkampf je eines östlich von Berdun und nördlich von Fresnes (Woevre), abgeschossen.
Östlicher Kriegsschauplatz.
Keine Ereigniffe von besonderer Bedeutung.
Es sind einzelne schwächere feindliche Angriffe erfolgt und leicht abgewiesen. An verschiedenen Stellen kam rs zu kleinen Gefechten im Borgelände.
Balkan - Kriegsschauplatz.
Nordwestlich des O st r o v o - Sees wurden im Angriff auf die Geganska-Planina Fortschritte gemacht» an >er M o g l e n a- Front feindliche Borstöße abgewiesen.
Oberste Heeresleitung.
weiterer vorrücken der bulgarischen Offensive ans beiden ziügeln.
Ungeheuere Verluste der serbischen Schumadia-Division.
Der Bormarsch gegen die ägäische Küste auf Kavalla und Orfano.
W. T.-B. Sofia» 26. Aug. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Amtlicher Bericht des Generalstabs: Unsere Offensive auf dem rechten Flügel dauert an. In der Gegend des Berges Moglenita unternahmen beträchtliche serbische Kräfte der Schumadia-Division» unterstützt von benachbarten Truppen» in der Nacht vom 21. August bis 2 Uhr nachmittags, am 23. August achtzehn aufeinanderfolgende Angriffe auf unsere vorgeschobenen Stellungen im Abschnitt Kukurz-Kovil. Aber alle diese Angriffe wurden durch unsere mit unerschütterlicher Festigkeit kämpfenden Truppe» zv- rückgcschlagen. Darauf zogen sich die Serben in ihre früheren Stellungen zurück; ihre Verluste sind ungeheuer.
Unser linker Flügel rückt gegen die ägäische Küste vor; auf dem Marsch trifft er auf schwache englische Kavallerieabteilungen. Diese ergriffen eiligst die Flucht in Richtung Goge Orfano, verfolgt von unseren Truppen. Am 23. August haben wir Kreta und Parnar Dagh und besonders das Dorf Zdravik, die Höhe 756,6 Kilometer nördlich Orfano» den Berg B i g l a (896 Meter hoch» 12 Kilometer nördlich Leftera), das Dorf Dranovo (3 Kilometer westlich Prawitsche), die Höhe nördlich Kavalla und die ganze Ebene Sarischaban erobert. Die Behauptung des französischen Generalstabs» daß die französischen Truppen das Dorf Palmifch besetzt haben, ist ungenau. Dieses Dorf, das auf griechischem Gebiet liegt, war von Anfang an im Besitz der Franzosen.
Die bulgarischen Erfolge an der Saloniki- Front.
Das deutsche Prinzip der Vernichtung des Feindes in voller Anwendung.
W. T.-B. Sofia» 25. Aug. „V o e rt n i Svesti a" hebt die Bedeutung der bisherigen Erfolge der Bulgaren an der Salonikffront hervor, insbesondere die Eroberung der militärisch wichtigen Höhen südlich von F I o r i n a und die Besetzung der Eisenbahn Oktschilar-Demir-Hissar. Das Blatt schreibt: Die neuen Erfolge müssen um so höher erngeschätzt werden angesichts der unwegsamen Gebirgsgegend. in der sich die Schlachten in Süd-Mazedonien abspielen. Trotzdem ist die mittlere M a r s ch l e i st u n g der Soldaten seit Beginn der Gegenoffensive nicht weniger als 10 Kilometer im Tag. Dabei darf nicht vergessen werden» daß der Vormarsch unter schweren Kämpfen stattfand, wobei die lebende Kraft des Feindes schwer gelitten hat. Das deutsche Prinzip» daß der Zweck der Schlacht die Vernichtung des Feindes ist» findet offenbar in den starken Schlägen» die unsere Armee dem Feind beibringt» volle Anwendung. Die serbische Armee, sowie ein großer Teil der französischen hatten die stärksten Schläge zu
kibend-klusgabe.
fühlen. General Sarrail» der bemerkte, daß bereits beim ersten Zusammentreffen ganze Teile seiner Armee außer Gefecht gesetzt worden sind» beeilte sich, Verstärkungen zu suchen.
Die Kämpfe des rechten bulgarischen Flügels
W.T.-B. Sofia, 25. Aug. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) „Voenni Svsetia" schreibt über die Kämpfe des rechten Flügels der bulgarischen Armee: Ilnsere
Soldaten halten die beherrschenden Höhen des M o g- l e n - Gebirges. Infolge der Einnahme von Djenasiri besitzen sie einen der w i ch t i g st e n Punkte, welcher Moden gegen Westen schützt. Ihre gefährlrche Lage einsehend» mutzten die hier stehenden Teile der serbischen Armee alle Höhen nördlich und westlich von Moden zurückzuerobern suchen, welche heute m unseren Händen sind. Darin liegt die Erklärung für die 18 aufeinanderfolgenden Angriffe gegen den Kukuruz Kovil und auf den Abhängen des Moglen- Gebirges sowie für die mehrmaligen Angriffe gegen Djenateri'. Der durch ihre grotzen Verbündeten ausgehaltenen und bezahlten serbischen Armee wird Unmögliches zugemutet. Ihre Überreste haben neuerlich furchtbare Niederlagen erlitten. — „Echo de Bulgarie" schreibt: Durch Temperament und Er
ziehung ist der bulgarische Soldat für die Offensive geschaffen. Der Krieg ist ihm eine dringende Angelegenheit, welche keinen Aufschub duldet. Die Offensive allein kann schnelle Ergebnisse bringen, verstärkt durch die technischen Hilfsmittel, über die die deutschen Verbündeten im Überflutz verfügen» voll Vertrauen auf seine Führer erweist die bulgarische Armee sich als dieselbe» wie drei Feldzüge sie der Welt zeigte. Der Erfolg krönt wieder die Machtanstrengung: ohne zu übertreiben» können wir annehmen» datz die Siege unserer Truppen Wirkung auf die allgemeine Lage haben. Sie wird sich noch erhöhen, denn die Verfolgung der Gegner wird nicht aufhören, bis sie autzerstande sind» uns zu schaden.
Das Oberkommando der deutsch-bulgarischen Armee.
Br. Berlin, 26. Aug. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) Am Ende der heutigen militärischen Betrachtung des Majors Moraht im ,»B. T." findet sich folgende interessante Bemerkung: Schließlich hören wir auch» daß die bulgarischen und deustchen Truppen unter dem „gleichgebliebenen Oberkommando" operieren. Diese Mitteilung kann man wohl nur dahin deuten, daß das deutsch-bulgarische Oberkommando dasselbe ist» das alsbald nach Beginn der gemeinsamen Offensive in Serbien eingesetzt wurde.
Siegcsfreude in Bulgarien.
(Von unserem dli.-Sonderberichterstatter.)
Ni. Sofia, 26. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zens Bln.) Die Freude über die bulgarischen Siege auf griechischem Gebiet ist in ganz Bulgarien ungeheuer. Die Zahl der Gefangenen und die Besetzung der wichtigsten Territorien beweist nach der bulgarischen Presse den Schneid und die beispiellose Selbstaufopferung der b ul gar: scheu Truppen. Die Brigade Brothier und das 176. sran zösische Regiment hatten über 2000 Verwundete; 750 Tote wurden begraben. Die Beherrschung der Eisen bahnlinie Buk-Demir Hissar ist von außerordentlicher strategischer Bedeutung, weil dadurch eine rasche Verbindung für die bulgarischen Truppenteile gewonnen wurde. Infolge der Besitzung dieser Gebiete verkürzt sich die bulgarische Front wesentlich, wodurch starke Kräfte frei werden.
Französische Kriegsschiffe im Hafen von Orfano eingedrungen.
Br. Bukarest, 26. Aug. (Eig. Trahtbericht. Zens. Bln.) „Minerva" meldet ans Athen: Mehrere fran zösische Kriegsschiffe sind im Hafen von Orfano einge drungen. Anscheinend wollen die Franzosen in Orfano Truppen an Land setzen.
Die Serben als Kanonenfutter.
Die „Wiener Allgemeine Zeitung" berichtet aus Genf: Hier lebende zahlreiche serbische Flüchtlinge sind darüber empört» datz die serbische Armee» deren Reste bei Saloniki zusammengezogen wurden» als e r st e i n d e n K a m p f geschickt und dabei im kritischen Augenblick ohne jede Unterstützung gelassen wurde. Mehrere angesehene Serben beabsichtigen» einen Serbenkongreß in der Schweiz zu veranstalten» um dagegen zu protestieren.
Das militärische Völkergemisch in Saloniki
Verstärkung der Armee Sarrails durch rusiische Truppen.
Haag» 25. Aug. (Zens. Bln.) „Daily News" veröffent licht ein Telegramm ihres Korrespondenten aus Saloniki vom 30. Juli, das vom Zensor zurückgehalten wurde und erst jetzt zum Abdruck kommt. Es heißt darin: Die Ankunft der Russen wurde schon einige Tage erwartet. Heute morgen (30. Juli) erschienen die großen» grau angestrichenen Transportschiffe in der Bucht. Um 2 Uhr begann die Landung. Die große Mannigfaltigkeit der Uniformen in Salo
Nr. 406. » 64. Jahrgang.
niki ist jetzt durch die Russen noch vermehrt worden. Die russischen Truppen bestehen aus gut gebauten, jungen Leuten und gehören ausschließlich den russischen Elite- truppen an. Mit aufgepflanztem Bajonett-marschierten sie an General Sarrail und seinem Stabe vorbei. Weitere Depeschen des Korrespondenten» die nach dem 30. Juli abgeschickt wurden» melden» datz inzwischen noch weitere russische K v n t i u g e n te in Saloniki a n g e k o m m e n sind.
Die wachsende Gegnerschaft gegen Venizelos.
W. T.-B. Manchester» 23. Aug. (Nichtamtlich.) Der „Manchester Guardian" veröffentlicht einen Artikel eines auswärtigen Korrespondenten» der sich mehrere Monate in Griechenland aufgehalten hat. Es heißt darin, datz» wer einem überwältigenden Wahlsieg Venizelos' und infolgedessen die Teilnahme Griechenlands am Kriege erwarte» leicht enttäuscht werden könnte. Venizelos ist» wie es weiter heißt» noch immer sehr populär» aber er müsse jetzt seine Popularität gegen die des Königs einsehen. Seinen Gegnern ist es gelungen, ihr politisches Programm mit dem des Königs zu identifizieren. Bei den nächsten Wahlen werden die Griechen nicht für oder gegen Gunaris» Skuludis oder Rhallis wählen, sondern für oder gegen den König. Venizelos hat ferner mit einer wachsenden Gegnerschaft in politischen Kreisen z i rechnen» vor allem mit dem Eindringen der politischen Agitation in die Armee.
Rumänische Betrachtungen über die Mißerfolge der Entente.
W. T.-B. Bukarest, 26. Aug. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Der heutige Leitartikel der „Jndependance Roumaine", der sich mit der Verpflegungsfrage der Mittelmächte und den englischen A u sh u ng er u n gs vers uchen befaßt, findet hier Beachtung. Das Blatt erkennt an» daß gerade auf diesem Gebiet von den Mittelmächten gewaltige Leistungen zu verzeichnen sind» denen es zu danken ist» baß allen bisherigen Versuchen der Gegner» 120 Millionen Menschen auszuhungern» kein Erfolg beschieden gewesen ist, so unangenehm die Beschränkung in gewissen Lebensmitteln sei» was übrigens gar nicht geleugnet werde. Das Blatt kommt zu dem Schluß, datz trotz allem das Schwert und nicht der Hunger das letzte Wort tn diesem Krieg sprechen werden. — Angesichts des S t i l l st a n d e s der Offensive des Vierverbands auf fast allen Fronten und der bulgarischen Fortschritte, will man in diesen Ausführungen das Bekenntnis sehen, daß die militärische Lage der Mittelmächte und ihrer Verbündeten als günstig angesehen werde. Nachdem die „Seara" festgestellt hat» datz die bulgarische Offensive in hiesigen militärischen Kreisen großen Eindruck gemacht hat, schreibt das Blatt» daß die tragischste Rolle in dieser Tragikomödie der serbischen Armee übertragen worden sei» deren Reste gegen die Hauptmacht der Bulgaren geschickt würden. Man scheine nichts zu unterlassen» um diese Armee nach allem, was sie schon hinter sich habe, ganz zu vernichten. Bald werde es auch mit Sarrails Armee zu Ende geben» die die heutige tragische Aufgabe habe, militärische Aktionen aus politischen Gründen ohne Aussicht auf Erfolg unternehmen zu müssen.
Ein Vierverbands-Ultimatum an Rumänien?
London, 26. Aug. (Zens. Bln.) Verschiedenen Blättern wird berichtet, dort laufe das Gerücht um» daß die Vierverbandsmächte an Rumänien ein U l t i m a t u «tt richten werden wegen der Erlaubnis des Durchzugs russischer Truppen nach Bulgarien.
Eine Audienz des deutschen Gesandten in Bukarest beim König.
Br. Bukarest, 25. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln) Der deutsche Gesandte Freiherr von dem Bussche ist am Mittwoch vom König in längerer Audienz empfangen worden. Der Gesandte kehrte gestern aus Sinaia zurück.
Fortaefchte rumänische Ausfuhr nach den Mittelmächten.
Berlin» 26. Aug. (Zens. Bln.) Die Ausfuhrtätigkeit Rumäniens nach den Mittelmächten nimmt» wie in der „Deutschen Tagesztg." berichtet wird» einen regelmäßigen Fortgang. _____
Oer Krieg gegen England. Hein deutsches U-Voot beim letzten Seegefecht verloren.
Die Feststellung einer neuen englischen Lüge.
W. T.-B. Berlin» 25. Aug. (Amtlich. Drahtbcricht.) Anschließend an die amtliche Veröffentlichung vom 21. August wird bekanntgegeben, daß nnnmehr alle an der Unternehmung am 19. August beteiligten U-Boote zurückqckchrt sind. Die Angabe der britischen Admiralität über die Zerstörung eines deutsche» U-Bootes ist demnach u n z u t r e s s e n d.
X Der Chef des Admiralstabs der Marine.
