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ien im „Arbeitsmarkt" und „Kleiner Anzeiger^ ~ übrigen örtlichen

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Donnerstag, 24. August 1916.

Neue vergebliche Angriffe nördlich der 5omme und rechts der Maas.

Flugzeugerfolge.

Die erlogenen feindlichen Berichte von der Saloniki-Front.

Der Tagesbericht vom 24» August.

W. T.-B. Trotzes Hauptquartier. 24. Aug.

^Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Nördlich der Somme sind gestern abend und nachts «t»* Anstrengungen unserer Gegner zum Scheitern gebracht worden. Die Angriffe der E n g l ä n d e r richteten sich wieder gegen den vorspringenden Bogen zwischen Thiepval und Pozieres sowie gegen unsere Stellungen um G u i l l e- mont. Bei und besonders südlich von Maurepas wur­den starke französische Kräfte nach teilweise ernstem Kampfe zurückgeschlagen.

Rechts der Maas nabm der A r t i l l e r i e k a m P f nach­mittags im Abschnitt Thiaumont-Fleury, im Cbapitre- und Berg-Walde an Heftigkeit bedeutend zu. Mehrfache französische Angriffe südlich des Werkes Thiaumont sind zusammengebrochen.

In den letzten Tagen ist je ein feindliches Flugzeug im Luftkampf bei B a z e n t i n und westlich von Peronne durch Abwehrfeuer in der Gegend von Rlche- dourg und La Bassee abgeschoffen.

Östlicher Kriegsschauplatz.

Abgesehen von kleineren erfolgreichen Unternehmungen gegen russische Bortruppen, wobei Gefangene und Beute ein­gebracht wurden, nichts von Bedeutung zu berichten.

Balkan - Kriegsschauplatz.

Auf den Höhen nordwestlich des O st r o v o - Sees setzten die Serben dem bulgarischen Angriff noch Widerstand ent­gegen; ihre Angriffe gegen den Dzemaat Jeri sind ge­scheitert. Alle Berichte aus den feindlichen Lagern über serbisch-franzöllsch-englische Erfolge, so wie hier wie am Varda und Struma, sind freie Erfindung.

Oberste Heeresleitung.

Dar deutsche handelrtauchboot.

(Von unserer Berliner Abteilung.)

Von zuständiger Seite erhalten wir die nachstehend den Mitteilungen über die Entstehungsgeschichte der Handelstauchboote und ihre Bauart:

Als gegen Ende 1915 auch außerhalb der Kriegs marine bekannt wurde, die Technik des Unterseeboot baues habe in Deutschland so bedeutende Fortschritte gemacht, daß eines unserer Tauchboote dre Fahrt von Wilhelmshafen nach Konstautirwpel, ohne auch nur einmal anlegen und neue Betriebsmittel an Bord nehmen zu müssen, zurücklegen konnte, entstand zugleich an verschiedenen Stellen der Gedanke, ob sich dies so wunderbar verbesserte Kriegslnittel nicht auch für Handelszwecke verwerten ließe. Man berechnete, ob die Nutzladung einen den hohen Anlage- und Reise­kosten entsprechenden Gewinn erbringen könnte, frug sich vor allem auch, ob die Bauzeit nicht zu viel Zeit beanspruchen würde, um noch im Kriege die Fahr­zeuge verwenden zu können. Der Plan ist tatsächlich gleichzeitig in verschiedenen Köpfen entstanden; so ent- warf man bei Friedrich Krupp auf der Germania Werft die Pläne für Tauchboote zu 600 Tonnen, wäh­rend völlig unabhängig hiervon Direktor Lohmann ebenfalls seinen Entwürfen nachging.. Schön ist, daß sich alsbald die Anstrengungen vereinigten. Als der Norddeutsche Lloyd, Friedrich Lohmann und die Deut 'che Bank in einer Interessengemeinschaft sich zusam mentaten und mit einem Kapital von 2 Millionen Mark ihre „G. m. b. H.", die Deutsche Ozeanreederei, ins Handelsregister eintragen ließen, befanden sich die bei­den ersten Handelstauchboote auf der Germaniawerst in Kiel schon im Bau — es war keine Minute verloren worden, als die beteiligten Männer sich von der vater­ländischen Nützlichkeit ihres Unternehmens und von seiner praktischen Ausführbarkeit überzeugt batten.

Mit Bienenfleiß wurden die Baupläne ausge führt, im strengsten Geheimnis. In Kiel, in Flens bürg — möglichst auf wenige Stellen beschränkt- wurden die einzelnen Teile hergestellt: die Germania werft baute ihre Motoren selbst. Hier die Charakter riftiken der beiden Tauchboote „Deutschland" und „Bremen": Länge 65 Meter, Breite 5,9 Meter, Tief­gang 4,50 Meter, Wasserverdrängung 1900 Tonnen (die aus Amerika gekommenen Nachrichten, daß es sich um 2000 Tonnenschiffe handele, was in England und Frankreich als Märchen bezeichnet wurde, entsprechen also ziemlich genau der Wahrheit). Daß die schweren Akkumulatoren für den Unterwasserbetrieb ganz unten im Schiffsraum «ntergbracht wurden, liegt zu sehr rn

Kbend-klusgabe.

den technischen Voraussetzungen, als daß man es ge heimzuhalten brauchte. Die Dieselmotoren für dre Oberfahrt, die durch sinnreiche Anlage her Fahrtande rung schnellstens gegen die Elektromotoren umgerup pelt werden können, haben höheren Einbau. Oben be finden sich die Wohnräume für die Mannschaft, her deren Unterkunft — echt deutsch! — sorgfältig dre ge­setzlichen hygienischen Bestimmungen eingehalten wur den. Überhaupt wurden bei dem Ban, trotz der Men artigkeit des Fahrzeugs, in der Ausrüstung dre Vor­schriften des Germanischen Lloyds für Last- schiffe streng beobachtet. Tie „Deutschland' hat rhre selbsttätigen Lademasten und einen Funkentele­graphen von guter Reichweite.

Die 29 Köpfe starke Besatzung mußte ausschließlich in der Handelsmarine rekrutiert werden. Da somit das neue Personal erst für Tauchbootsahrten ue schult werden mußte, ergibt sich, wie schnell über raschend schnell selbst für die Ingenieure und Besteller — die beiden ersten Schiffe fertiggestellt worden sind. Vor den ersten großen Reisen wurde die Mannschaft gründlichst auf Versuchsfahrten mit dem nicht einfachen Apparat vertraut gemacht. , _

Damit die Ozeanüberguerung ihren Zweck erfüllte, hatte die kaufmännische Leitung der Deutschen Ozean­reederei inzwischen Sorge zu tragen, daß s e l t e n st e nötigste und also auch gewinnbringendste Waarenmengen sowohl in Deutschland wie in Amerika für den Transport angesammelt wurden: wir können

sagen, daß die nötigen Mengen Gummi und anderer Rohstoffe für die weiteren Tauchbootreisen gesichert sind. Direktor Lohmann fand in den Vereinigten Staaten energisch mitwirkende Geschäftsleute, die freu­dig an dieser Wiederanknüpfung des deutsch­amerikanischen Handelsverkehrs mitarbeiteten — die Namen stnd in den New Dorker Berichten schon ge nannt worden. Es rst anzunehmen, daß -dem ausge dehnten englischen Spitzelwesen in den Ver einigten Staaten von den Londoner Auftraggebern keine Komplimente gemacht worden sind, weil es nicht rechtzeitig hinter die in aller Ruhe und ohne Reklame getroffenen Vorkehrungen, insbesonderer des Vertreters des Norddeutschen Lloyds, zu kommen vermochte. Daß der Tüchtigkeit der Tanchbootbesatzung und ihres Kapitäns König kein zu lautes Lob gesungen werden könnte, braucht kaum gesagt zu werden.

Das Unternehmen der Deutschen Ozeanreederei ist natürlich nur für die Kriegsdaner gedacht, da im Frieden die Tonnage der Tauchboote doch zu klein für den Warentransport wäre. Das Handelstauchboot wird aber doch für die Zukunft, für den Fall neuer Kriege, eine ganz unumgängliche Ergänzung der deutschen Kauffahrteiflotte bilden. Di? Rentabilität der von der Deutschen Ozeanreederei in Ban gegebenen Schiffe ist während dieses Krieges jedenfalls vollkom­men gesichert, wobei außer den Kosten fstr jede Fahrt die Abschreibung für die Baukosten ins Auge gefaßt ist. Voraussetzung ist und bleibt eine wertvolle Ladung, die hohe Frachtbeträge zu leisten vermag.

Daß es möglich war, in so kurzer Frist das Problem zu lösen, das der b r i t i s ch e n B l o ck a d e einen neuen Strich durch die Rechnung macht, stellt der deutschen Jngenieurkunst ein prächtiges Zeugnis aus. Ein hanseatisches Meisterwerk ist geglückt, dessen wir uns freuen dürfen.

Der Glückwunsch des Kaisers.

W. T.-B. Berlin, 24. Aug. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Der Kaiser hat an die Deutsche Ozean-Reederei in Bremen felgendes Telezrrmm gesandt:

Mit herzlicher Freude empfange ich soeben Ihre Mel duna von der glücklichen Heimkehr des Handelsunterseebootes „Deutschland". Indem ich der Reederei, den Erbauern des Bootes und den tapferen Seeleuten unter Kapitän Königs Führung die wärmsten Glückwünsche ausspreche, behalte ich mir die Verleihung von Auszeichnungen für die großen Ver­dienste vor, die Sie alle dem Vaterlande geleistet haben.

Wilhelm. LR.

Der Glückwunsch des Neichstagspräsidenten.

Br. Berlin, 24. Aug. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) Der Präsident des Reichstags Dr. K a e m p f hat aus Anlaß der glücklichen Heimkehr des Handels-U-Bootes „Deutschland" folgende Depesche an Alsted Lohmann, den Vorsitzenden des Aufsichtsrats der „Deutschen Ozean-Reederei Bremen" gerich­tet: Ich beglückwünsche Sie namens des Reichstags für den gewaltigen, ganz Deutschland erregenden Erfolg, den Sie und Ihre Gesellschaft durch die glückliche Heimkehr Ihres Handels­tauchbootes „Deutschland" errungen haben. Ein drei­faches Hurra dem heldenmütigen Kapitän, den unerschrockenen Offizieren und Mannschaften der „Deutschland". Dr. Kaempf, Präsident des Reichstages.

vre Zreude überall.

(Von unserer Berliner Abteilung.)

L. Berlin, 24. Aug. (Eig. Trahtbericht. Jens. Bin., Die Rückkehr der .Deutschland" ist in Berlin in den gestrigen

Abendstunden und besonders auch in den deutschen Hafen­städten, so in Hamburg, wie übereinstimmende Berichte mel­den, mit großer Freude gefeiert worden. Man ist jetzt spar­sam geworden mit dem Ausgeben von Extrablättern, seit die Papiernot auch hier zu einschränkenden Verfügungen geführt hat. Aber es gab gestern doch kein Halten. Die Extrablätter mit der kurzen Bremer Nachricht wurden den Austrägern aus den Händen gerissen. In manchen Theatern, so im Ber­liner Theater, wo preußische und bayerische Feldgraue mit Damen aus der Gesellschaft für Kriegswohlfahrt erfolgreich ein Stück, „Der Hias", spielten, wurde die Mitteilung dem Publikum von der Bühne herab bekanntgegeben und mit Jubel vernommen. Man hätte 'annehmen können, daß die vielfach verfrühten Gerüchte, die in den letzten Tagen über die Ankunft des Tauchbootes umliefen und die tatsäch­lich nicht ganz unbegründet waren, sowie die nicht gehenn- gebliebenen Vormeldungen, die das glückliche Nahen der „Deutschland" anzeigten, die endgültige Nachricht etwas entkräften würden. Aber d>e Tatsache, daß der englische Krämergeist zur See diese ebenso mißliche wie humor­volle Lektion erhalten hat, löste doch zu große Genug­tuung in allen Kreisen der Bevölkerung aus, als daß man die eiligst heransgeholten Fahnen für eine übertriebene Kundgebuiig zu erklären vermöchte.

In Bremen selbst rief natürlich die Nachricht von der Ankunft des Hgn-dels-I7-Boots „Deutschland" große Freude und Genugtuung hervor. Immer und immer wieder in den letzten Tagen waren Gerüchte aufgetaucht, daß die „Deutsch­land" bereits auf der Weser eingetroffen sei. Hunderte und Aberhunderte von Menschen verbrachten Tag für Tag meh­rere Stunden am Strand, um nur nicht den Augenblick der Ankunft des Schiffes zu verpaffen. Die Dampfer nach Bremerhaven waren überfüllt. Die Mitglieder der Ozean-Reederei-Gesellschast hatten Mühe und Arbeit, um alle mündlichen und telegraphischen Anfragen zu beantworten. Bei der verhältnismäßig längeren Fahrtdauer auf der Heim­reise muß berücksichtigt werden, daß wir noch nicht wissen, wie lange Kapitän König sich noch in der Nähe der amerika­nischen Küste aufgehalten hat, und welchen Zickzackweg er einschlagen mußte, um auf der Lauer liegende englische Schiffe irrezuführen. Die Reederei hat über olles, was mit dem Ll-Handelsboot „Deutschland" zusammenhängt, bisher berechtigtes Stillschweigen bewahrt. Sa war es bei der Ausreise und ebenso bei der Heimfahrt. Weiter erfahren wir, vorläufig wird jede Annäherung an das Tauch­boot vor der Wesermündung von den Hafenbehörden streng überwacht. Nur die Herren L o h m a n n und Stapen- f p I b befinden sich an Bord.

Bremen in Erwartung der „Deutschland".

Von unserem eü.-Sonderberichterstatter, ck. Bremen, 24. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bkn.) Ganz Bremen ist in Erwartung der „Deutschland". Die Straßen sind reich mit Flaggen geschmückt, wie bei einem großen Sieg. Wie wir erfahren, bleibt die „Deutschland" heute noch air ihrem Ankerplatz vor der Wesermündung liegen. Die Weiterfahrt nach Bremen wird Freitagfrüh erfol­gen. In Brenien findet feierlicher Empfang statt, an dem die Spitzen der Behörden, Vertreter der Schiffahrt und des Handels teilnehmen. Eine größere Anzahl hervor­ragender Persönlichkeiten hat ihr Erscheinen zugesogt, unter ihnen befindet sich Graf Zeppelin. Auch der Staats­sekretär des Innern Dr. Helfferich wird voraussichtlich nach Bremen kommen. Eine zahlreiche Pressevertre» t u n g aus dem ganzen Reich ist bereits eingetroffen.

Eine Äußerung Heinekens.

Br. Bremen, 24. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Der „B. Z." wird gemeldet: Der Generaldirektor des Nord­deutschen Lloyd. Philipp Heineken, einer der Begründer der Deutschen Ozean-Reedereigesellschaft, gab seiner freudigen Stimmung und feiner Ansicht über die Bedeutung des Erfolges der „Deutschland" folgendermaßen Ausdruck: Die glückliche Fahrt der „Deutschland" erfüllt uns mit höchster Befriedigung und größter Hoffnung. Allerdings haben wir niemals auch tun: entfernt die Sorge gehabt, daß das Unternehmen miß­lingen könnte, indes war ein böser Zufall nicht ausgeschlossen, zumal wir wußten, daß unsere Gegner alles daran setzen würden, der „Deutschland" habhaft zu werden. Wir zweifeln auch keinen Augenblick, daß die Fahrten der S ch w e st e r - schiffe ebenso glücklich verlausen und ebenfalls dazu beitragen werden, durch die Waren, die sie von drüben bringen sollen, uns zu helfen, daß wir den Krieg siegreich zu Ende führen. Wir haben unseren Gegnern gezeigt, daß wir n l ch t t o t sind und n i ch t t o t z u k r i e g e n sind.

100 Seemeilen von 4200 unter Wasser.

Die englischen Nachstellungen bei der Ausfahrt.

T.-B. Köln, 23. Aug. (Nichtamtlich.) Die „Kölnische Zeitung" meldet aus Bremen zu der Heimkehr des U-Bootes Deutschland" unter anderem: Die amerikanische Regierung verhielt sich durchaus korrekt neutral. Die amerikani­sche Flotte hatte mit Strenge darauf gesehen, daß die Grenze von unseren Feinden, sowohl von Engländern wie den Franzosen geachtet werde. Diese Vorsichtsmaßregel wurde besonders verschärft, nachdem ein englischer Kreuzer i.achts heimlich in die Bucht eingefahren war. Bei der Aus- fahrt befanden sich nicht weniger als acht englische Kriegs­schiffe auf der Lauer, umgeben von zahlreichen gemie-