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Mittwoch. 23. Kugust 1916 .
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lüorgensfllisgabe. Kr. 399. ♦ 64. Jahrgang.
Erfolglose russische Angriffe.
überall Abweisung des Feindes und schwerste feindliche Verluste.
Gsterreichisch-ungarischer Tagesbericht.
W.T.-B. Wien, 22. Aug. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 22. August, mittags:
Russischer Kriegsschauplatz.
Heeresfront des
Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.
Bei Zabie, Bystrzec und ttu Bereiche das Tataren Passes wurden mehrfache russische Angriffe abgeschlagen. Südwestlich vou Zielno brachten unsere Abteilungen in erfolgreichen Gefechten 100 Gefangene und 2 Maschinengewehre ein.
Heeresfront des
Gsneralfsldmarschalls v. Hindenburg.
Im Abschnitt Terepelniki-Pieniaka nahm der Feind seine Angriffe gegen die Armee des Generalobersten v. Boehm-Ermolli wieder auf. Von einem schmalen Grabenstück abgesehen, um das noch gekämpft wird, sind alle Stellungen trotz schwerster russi scher Opfer in unserer Hand. . /
An der von S a r n y nach Kowel führenden Bahn und bei S m o l a r h verlor der Feind einige vorgeschobene Gräben, wobei 2 Maschinengewehre erbeutet wurden.
Bei Rudka-Czerwiszcze machten die Russen auch gestern die größten Anstrengungen, auf dem Westufer des Stochod Raum zu gewinnen. Sie büßten überall, restlos abgeschlagen, Tausende von Kämvfern ein und ließen 2 Offiziere, 270 Mann und 4 Maschinengewehre in unserer Hand. Inmitten bayrischer Reiterregimenter fechtend, haben sich unsere Kaiser-Franz-Dragoner wieder ihres bewährte» Namens würdig erwiese«.
Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.
Unverändert.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschallrutnant.
§ech§ Monate veröun.
(Von unserem militärischen Mitarbeiter.)
Das Ringen an der Maas, der Kampf in dem Vorfelde von Verdun hat mit dem 21. August eine Dauer von 6 Monaten erreicht.
Am 21. F e b r u a r d. I. meldete heftiger Kanonendonner bei Dun östlich der Maas, daß eine neue gewaltige Kampfhandlung in diesem Gebiet begonnen habe. Am nächsten Tage wurden starke befestigte Feldstellungen, seit langen Monaten mit allen Mitten moderner Technik ausgerüstet und verstärkt, von deut- >chen Angriffstruppen im Sturme erobert. Das war die e r st e B r e s ch e im weiteren Norraume der Festung Verdun, der infanteristische Anfang der kom- menden Stürme, der späteren Eroberungen und Siege ruf diesem Schlachtfelde. Seit diesem Tage wurde ununterbrochen im Raunie von Verdun gekämpft, bald Mich, bald westlich des Flusses mit dem einen Ziele, die Hauptmacht des französischen Heeres vor Verdun zu fesseln, weitere Verstärkungen anzuziehen und auch diese zu z e r m ü r b e n. Sechs Tage nach dem ersten Angriff unserer Sturmkolonnen am 25. Februar wurde die Panzerfeste Douaumont von wackeren Brandenburgern im Sturme genommen. Der erste große Felsblock der äußeren Fortslinie war aus dem Riesensau Verdun herausgefallen. Immer weiter schoben ich die deutschen Kampflinien östlich der Maas von Korden nach Süden gegen das ausgedehnte Netz von Gräben und Befestigungsanlagen, von Werken und Stützpunkten allmählich heran. Umsonst versuchten die Franzosen während der ersten Frühjahrsmonate Douau- nont wiederzugewinnen. Es war ein aussichtsloses stuteruehuien. Immer wieder zerschellte die feindliche Kraft, obwohl Division ans Division in die zerschossenen Lücken eingesetzt wurde. Auf dem östlichen Maasufer gewannen Ende Februar und Anfang März auch von O st e n her die deutschen Sturmkolonnen auf den Maashöhen festen Fuß. Die französischen Ge- fechtslmien fielen von Osten nach Westen auf die Straße zurück, welche von Norden nach Süden, von Damloup nach Eix die Straße nach Metz schneidet. Auf der Ostfront von Verdun ist der Geländeaewinn unserer Angriffstruppen allerdings nicht so äugen- fällig wie auf der Nordsront, denn in diesem Sektor hatte die französische Verteidigung besonders starke Werke eingebaut. Auch, in sie wurde im Laufe der zn> rückliegenden Monate eine breite Bresche geschlagen. Die Eroberung des Forts Vaux, die Besitznahme des Dorfes D a m l o u p und des westlich gelegenen Werkes
im ^uli d. I. und endlich das Überschreiten der Straße Damloup-Eix in westlicher Richtung legten auch hier den ehernen Ring enger um die Maasfestung. Ende August verläuft die deutsche Ostfront in nordsüdlicher Richtung in unmittelbarer Nähe der beiden Werke von La Laufes und Tavannes, den Hauptkraftzentren der zweiten französischen Verteidigungslinie.
Vor der Nordfront von Verdun lassen sich deutlich zwei große Kampfabschnitte unterscheiden, der westliche zwischen der Maas und der Linie Douaumont Fleury, der östliche zwischen dieser Linie und der ge nannten Straße von Damloup nach Eix. Im west lichen Abschnitt bildeten für die Angreifer das Werk Thiaumont und die nördlich vorgelagertenSchluch ten und waldreichen Höhenkämme westlich von Donau mont den erbittertsten Widerstand. In wochenlangeni Ringen, in den vergeblichen französischen Versuchen, den Einschließungsring zu sprengen und nach Norden durchzubrechen, gewannen auch hier die deutschen An- gnfsstruppen die Oberhand. Der 23. Juni bildet ein Ehrentag für die hier kämpfenden deutschen Truppen, kür die Söhne Bayerns, Ivelche an diesem Tage das Werk Thiaumont stürniten, den Nordteil der Hochfläche „Kalte Erde" erstiegen, das Dorf Fleury an sich rissen und weiter östlich im Walde von Chapitre Fuß faßten. Diesem Bayernsiege ging kurz vorher voraus die, Eroberung des vielgenannten Wäldchens von Caillette, welches ioie ein dreieckiger Klotz jede Annähe rung an die von den Bayern überrannte Linie Wochen lang hinderte. Jener 23. Juni und die Eroberung des Caillettewaldes brachten einen neuen Schwung in den Angriff vor Verdun. Er führte die Deutschen in den Raum zwischen der ersten und zweiten permanenten feindlichen Befestigungslinie Dieser Erfolg wurde im Laufe des Monats Juni noch dadurch erweitert, daß östlich vom Chapitrewalde deutsche Stnrmkolonnen bis in die Richtung des viel genannten Berqwaldes nördlich des Forts Tavannes vorstürmten. Seit fast zwei Monaten wird diese Linie zwischen der ersten und zwei ten ftanzösischen Verteidigungslinie mit zäher Festig keit von den Unsrigen gehalten. Trotz aller Sturm angriffe, welche dem Feinde die schwersten Blutopfer kostete, ist es ihm nicht gelungen, die deutschen Angriffs- linien aus dem Vorfelds von Verdun nach Norden oder Osten zurückzudrücken. Ungebrochen und fester denn je steht die deutsche Mauer auf dem rechten Maasufer.
Der deutsche Angriff auf dem linken Maasufer setzte Anfang März d. I., 10 Tage später ein als auf dem östlichen. Die Erstürmung feindlicher Stellungen zu beiden Seiten des Forgesbaches war der Auftakt für den deutschen Angriff in diesen! Kampfsektor. Die französische Verteidigung stützte sich hier auf einen ge wattigen Höhenkomplex, welcher durch die vielgenann ten Höhen „304" und „Toter Mann" gebildet wurde. Im Mai d. I. schoben sich die deutschen Sturmkolonnen, nachdem sie die, ihnen vorgelagerten Dörfer Malan- court und Bethincourt erstürmt hatten, auch auf dies Bollwerk. Bald wurde der Angriff aus dieser Linie von Norden nach Süden vorgetragen, bald drückten die deutschen Angriffskolonnen von Westeil nach Osten aus dem festungsgleich hergerichteten Wald von Avocourt. Der Erfolg der deutschen Sache reifte auch hier lang- sam und sicher heran. Die deutschen Linien auf den Höhenstellungen südlich des Forgesbaches wurden un verrllckbar fest verankert. Jni Maasbette sielen nach- einander die Dörfer Forges, Rügneville, Cumidres in deutsche Hand. Die weit aüsholende französische Sack stellung westlich des Flusses ist stark beschnitten war den, die deutsche Gefechtslinie hierdurch verkürzt. Die französische Heeresleitung verlor einen großen Raum und besitzt als Ausfallspforte nur die Grundlinie EKnes-Chattancourt. Hinter ihr liegt eine starke Be- festigungslinie, welche jedoch durch unsere Einwirkung vom östlichen Maasufer her auch nickt mehr intakt sein dürfte. Im Juli und August ist die Gesechtstätigkeit westlich der Maas ganz gering gewesen. Die franzöft sche Heeresleitung machte keinen Versuch eines ernft lichen Durchbruches.
Das gewaltige Ringen um Verdun schien Anfang Juli durch die neuentbrannte Schlacht an der Somme in den Hintergrund zu treten. Gerade um Verdun zu retten, und dem bedrängten Bundesgenossen Hilfe und Erleichterung zu verschaffen, setzten Engländer und Franzosen zum entscheidenden Schlage in der Picardie an. Bei dem Versuche ist es geblieben. Das geringe Vorwärtskommen nördlich und südlich der Somme löste bei Verdun die gewaltigsten Anstrengun gen der Franzosen aus, da in dem nördlichen Kampf abschnitte der Sieg ausblieb. Die strategische Be deutung von Verdun hat daher in keiner Weise gelitten. Statt eines Offensivpunktes besitzen Engländer und Franzosen jetzt deren zwei. Die weitere Folge davon ist,, daß sie w e d e r an der Somnie noch an der Maas mit einer solchen Ü b e r nr a ch t auftreten können, daß der Erfolg ihnen sicher ist. Das Ringen um Ver
dun wurde durch die Schlacht an der Somme nur etwas verzögert. Das ist der einzige Gewinn, ivelchen die Franzosen für sich in Anspruch nehmen können.
Nachdem unsere braven Truppen sechs Monate «mg «l schwerem Kämpfen an der Maas dem Feinde die Mrrn boten, da ihre Tapferkeit, die Planmäßigkeit und Ruhe unserer obersten Heeresleitung die errungenen Erfolge unentreißbar an die deutschen Fahnen hefteten, können wir dem neu begonnenen siebenten Kampf- mottat mit Ruhe und Vertrauen entgegensehen. Mit jedem, .^agewä ch st der deutsche Druck, welcher auf den emgeschlosienen Feinden lastet. m.
*
Die amtlichen französischen Berichte.
W. T.-B. Paris, 22. Aug. - (Nichtamtlich.) Amtlicher Be- richt vom 21. August, nachmittags: N ü r d l i ch d e r S o m m e erbeuteten die Franzosen außer dem bereits gemeldeten be- ^utenden Material sechs Geschütze voin Kaliber 7,7 am und s m Maurepas und Guillemont. Im Lauft
der Nacht lebhafte Artsileriekämpfe an der Sommefront. Aus dem rechten Maasufer machten die Deutschen abends einen starken Angriff gegen das Dons Ft e u r tj, wobei sie brennende Flüssigkeiten benutzten. Sperrfeuer brachte sic glatt zum Halten und fügte ihnen ernste Verluste zu.
Französischer Abendbericht vom 21. August- p?” 5 !” Sommefront gaben unsere Batterien zahlreiche Schüsse auf die deutschen Schanzarbeiten nördlich und südlich des Flusses ab. Kerne Infanterie-Tätigkeit im Lauft des Tages. Zeitweiliges Geschützfeuer an der übrigen Front.
, “txfcre Sa0bflu03eune bestanden zahlreiche Gc- sechte. Zwei feindliche Apparate wurden über den deutschen Limen abgeschossen, einer in der Gegend von Deniecourt ein werterer bei Berny.
. -zP 5 * e ” * “ r e e : Am 20. August nahmen die Streit- krafte der Alliierten bei Saloniki die Offfensive aus der ganzen Front auf. Auf dem rechten Flügel überschritten die Engländer und Franzosen die Struma und griffen den Feind auf der ganzen Front Kawakli-Kalendra- Topalowa an. Nordwestlich Serres stehen sie in Fühlung mit der vom Feinde stark gehaltenen Stellung von Barakli acht Kilometer südwestlich Demir Hissar. In der Mitte heftige Artrllerietätigkeit, auf den Südhängen des Pleßberges und zu beiden Seiten des Wardar. In der Gegend, die sich vom Doiran-See bis zum Wardar erstreckt, haben die Alliierten sich in den Stellungen eingerichtet, die sie an den vorangc- gangenen Tagen besetzten. Auf dem linken Flügel nahmen die Serben in der gebirgigen Gegend zwischen Cerna und Moglenrca dre vordersten bulgarischen Gräben auf den Höhen vcn K i k u r u z und besetzten die Verschanzungen von K a ck o- lalar. Auf der äußersten Linken mußten die Alliierten, nachdem sie den aus Florina nach Banica vorbrechenden Bulgaren schwere Verluste zugefügt hatten, letzteren Ort aufgeben: sie haben sich aus den östlich davon gelegenen Höhen eingerichtet. Der Kampf dauert an.
Die amtlichen englischen Berichte.
Englischer Heeresbericht vom 21. August: Drei feindliche Bombenangriffe auf den Hochwald wurden unschwer zu- rückgeschlagen; anderwärts örtliche Tätigkeit. Nördlich G i v e n ch y ließen wir an zwei Punkten mit Erfolg Gas gegen die Stellungen des Feindes los.
Keine erneute Untersuchung Zurückgestellter in Frankreich?
W. T.-B. Bern» 21. Aug. (Nichtamtlich.) Der „Matin" ist zu der Mitteilung ermächtigt, daß die Nachricht von einer eventuellen neuen Untersuchung Zurückgestellter verfrüht ist. Tatsächlich sei eine Kommission im Kriegsministerium zum Studium der Frage ernannt worden, gewisse Zurückgestellte der Nummer 2 auf ihre Kriegswunden hin zu prüfen, um die ihnen zustehenden Pensionen und Gebühren festzustellen.
ver Krieg gegen England.
Eine Anfrage im englischen Unterhaus, betr. die Geneigtheit zu Friedensverhandlungen.
Br. Rotterdam, 22. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Im Unterhaus fragte der Abgeordnete Byles, ob Asquith seine Aufmerksamkeit auf die Äußerungen des Unterstaats- sekretärs Zimmermann gerichtet habe, denen zufolge die deutsche Regierung sich öfters bereit erklärt habe, Friedensverhandlungen zu beginnen, daß aber die Entente unter dem Drucke Englands niemals eine derartige Bereitwilligkeit gezeigt hätte, weiter, ob Asquith auf die Friedenswünsche, welche in der sozialdemokratischen Versammlung in Leipzig geäußert wurden und auf zahlreiche ähnliche Volkskundgebungen in Deutschland acht gegeben habe und ob er sagen wolle, inwiefern die englische Regierung bereit sei, jene ausgesprochenen Wünsche des Feindes zu erwidern. Asquith antwortete, daß die deutsche Regierung bisher keine Geneigtheit zeigte, zu einem Frieden zu kommen, es sei denn unter Bedingungen, welche unerträglich oder erniedrigend für einige Verbündeten sein würden. (Beifall.) Die Behauptung, daß England auf die Entente einen Druck ausübe. sei durchaus unwahr. Der Abgeordnete Dalziel ftagte dann: Sind diese Bedingungen
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