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13 Ausgaben.

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Sonntag» 20. Kugust 1916.

Morgen'klusgabe.

Nr. 394. . 64. Jahrgang.

Der siegreiche deutsche widerstand im Westen.

Starke englisch - französische Massenftürme im Somme- und Maasgebiet gescheitert. — Ungeheuere blutige Verluste der Angreifer.

Uber 900 Russen gefangen.

Fortschreitender Angriff bei Florina.

Der Vrundi-Balkan überschritten.

Der Tagesbericht vom 19. August.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 19. Aug. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Einer gewaltigen Kraftanstrengung unserer verbündeten Gegner haben unsere tapferen Truppen gestern in opferfreudiger Ausdauer siegreich getrotzt. Etwa zu gleicher Zeit setzten nachmittags nach dem bis zu äußerster Heftigkeit ge- steigerten Vorbereitungsseuer englisch - französische Masten nördlich der Somme auf der etwa 20 Kilometer breiten Front Ovillers-Clery und sehr erhebliche französische Kräfte rechts der Maas gegen den Abschnitt Thiaumont-Fleurh sowie gegen unsere Stel­lungen im Chapitre- und Bergwalde zum' Sturm an.

Nördlich der Somme wütete der Kampf bis tief in die Nacht. An mehreren Stellen drang der Gegner in unser? vorderste Linie ein und wurde wieder gewor­fen. Beiderseits des fest in unserer Hand gebliebenen Guillemont hält er gewonnene Grabenteile besetzt. Zwischen Guillemont und Maurepas haben wir nachts unsere vorgebogene Linie auf Befehl plan­mäßig etwas verkürzt. Mit ungeheuren blutigen Opfern hat der Feind seine im ganzen gescheiterten An­strengungen bezahlt. Garde, rheinische, bayerische, sächsische und württembergrschc Truppen behaupten un­erschüttert ihre Stellungen.

Rechts der Maas ist der wiederholte französi­sche Ansturm nach teilweise erbittertem Ringen unter schwersten Verlusten für den Angreifer gebrochen. Im Dorfe Fleury wird der Kamps noch fortgesetzt. Im Ostteile des Chapitte-Waldes wurden im Gegenstoß über 100 Gefangene gemacht. Fm Bergwalde wurden völlig zerschossene vorgeschobene Grabenstücke dem Gegner überlassen

östlicher Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls v. kfindenbury.

Das Gefecht westlich des Nobel-Sees wurde gestern fortgesetzt. Die angreiienden Rüsten sind rest- los zurückgeworsen. Sie ließen an Gefangenen drei Offiziere. 320 Mann sowie 4 Maschinengewehre in unserer Hand.

Der Feind steigerte an vielen Stellen der Stochodfront merklich sein Artilleriefeuer. Bei­derseits von Rudka-Czercwiszoze sind örtliche Kämpfe im Ganae.

Bei S z e l w o w wurden schwächere russische An­griffe zum Scheitern acbracht, bei Zwiniaczc Bortrup­pen des Gegners zurückgeworfen.

Front des Generals der ttavallerle Erzherzog Karl.

Nördlich der K a r p a t h e n ist die Lage unver­ändert.

Die Magura-Höhe nördlich des Capul ist von den verbündeten Truppen im Sturm genommen. 000 Gefangene sind eingebracht, Gegenangriffe sind ab- gewicsen.

Balkankriegsschauplatz.

Der Gegenangriff ist südlich und östlich von Florina in gutem Fortschreitcn.

Südwestlich des Doiransees wiederholten sich mit Unterbrechungen die Gefechte an den bulgarischen Vorstellungen.

östlich der Struma ist der Vrundi-Balkan (Sarblija Planina) überschritten.

Oberste Heeresleitung.

*

Die großen englischen Verluste an der Somme.

Nr- Basel, 19. Aug. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bin.) Das »Basler Volksblatt" berichtet: Die letzten Tage haben

wieder einige Anhaltspunkte für den englischen Verbrauch an Offizieren und Soldaten an der Sommefront geliefert. Die Mannschaftsverluste an den ersten Tagen der großen Offen­sive waren, wie aus den mit fast vierwöchentlicher Verspätung ausgegebenen Verlustlisten hervorgeht, bei den einzelnen Einheiten nie unter 40 Prozent. Es kommen aber häufig solche von 80, 70 und 75 Prozent vor.

Die amtlichen französischen Berichte.

W. T.-B. Paris, 19. Aug. (Nichtamtlich.) Amtlicher fran­zösischer Bericht vom Freitagnachmittag: Nördlich der

Somme brachen mehrere deutsche Gegenangriffs- versuche gegen die neuen französischen Stellungen südöst­lich von Maurepas im Feuer zusammen. Die Franzosen machten Gefangene. Südlich der Somme gruben die Fran­zosen vier Maschinengewehre in den südlich von Belloh ge­nommenen Gräben aus. Am rechten Maasufer ver­trieben die Franzosen nach einem heftigen Kampfe die Deut­schen aus einem Teile von Fleury, den sie noch besetzt hielten. Einige deutsche Abteilungen halten sich noch in einem kleinen Trümmerhaufen um Ostrande. Zwischen Thiaumont und Fleury machten die Franzosen gleichfalls merkbare Fort­schritte und bemächttgten sich eines Offiziers, 50 Soldaten und eines Maschinengewehres. Sonst war die Nacht überall ruhig.

W. T.-B. Paris, 19. Aug. (Nichtamtlich.) Amtlicher französischer Bericht vom 18. August, abends: Nördlich

der Somme erlaubte uns ein Angriff unserer Truppen, der gegen einen Teil des von den Deutschen besetzten Mau­repas gerichtet war, in einem glänzenden Sturm einen be­trächtlichen Teil des Dorfes zu nehmen, ebenso wie am süd­östlich davon gelegenen Kalvarienberg. Wir machten bei dieser Unternehmung 200 unoerwundete Gefangene. Zwischen Maurepas und der Somme erweiterten wir unsere Stellun­gen östlich der Straße Maurepas-Clery. Am rechten Maasufer setzten wir unsere Offensivunternehmung fort, wobei wir den Feind aus zwei befestigten Redouten nordöst­lich des Werkes Thiaumont vertrieben. Ungefähr 100 unver­wundete Deutsche, darunter 5 Offiziere, wurden von uns ge­fangen genommen, drei Maschinengewehre erbeutet. Östlich der Gehölze Vaux und Chapitre machten wir an den Zu­gängen der Straße nach dem Fort Vaux merkliche Fort­schritte. An der übrigen Front die übliche Beschießung.

Der amtliche englische Bericht.

W. T.-B. London, 19. Aug. (Nichtamtlich.) Britischer Bericht vom 18. August' Nordwestlich von Bazentin-le- Petit breiteten wir unsere Fortschritte in den Linien des Feindes durch ein kleines örtliches Gefecht weiter aus. Ein neuerlicher feindlicher Angriff von Martinpuich wurde voll­ständig zurückgeschlagen.

Erneute Propaganda für einen Tunnel zwischen ' England und Frankreich.

Br. Amsterdam, 19. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bin.). In der englischen Presse wird seit einigen Tagen erneut starke Propa- ganda für den alten Plan eines Tunnels unterhalb des Kanals zwischen England und Frankreich gemacht. Im „Daily Chronicle" vom Donnerstag behandelt Sir Francis Fox, dessen Firma den großen Merseh-Tunnel baute, diese; Problem und besonders die Sicherungsmaßnahmen, die getroffen werden können, um den Tunnel im Handumdrehen unbrauchbar zu machen. Er sagt: Der Tunnel könnte so eingerichtet werden, daß eine Strecke von einer Meile Länge durch Schleusen vollständig mit Wasser gefüllt würde, daß sie von der Kontinentseite her nicht ausgepumpt werden könnte.

Radoslarvorv über die Lage.

Bulgarien heute für jeden Angriff gerüstet. — Die

Überzeugung von dem Sieg der Mittelmächte.

W. T.-B. Sofia, 19. Aug. (Nichtamtlich. Draht­bericht.) In der letzten Versammlung der Abgeord­neten der Regierungspartei gab Ministerpräsident Radoslawow folgende Erklärungen über die Lage ab: Bulgarien ist heute gerüstet, um jeden Angriff abzuwehren, welcher auch kommen möge. Entgegen allen von feindlicher Seite verbreiteten In­trigen steht Bulgarien in herzlichen Beziehungen zu allen seinen Verbündeten, die die bulgarische Freund­schaft vollauf würdigen. Sie sind ebenso wie dieses bereit, mit Ehren aus dem jetzigen Kampfe hervorzu­gehen. Die Lage ist auf allen Fronten g ü n st i g. Es bestehen durchaus keine Gründe zu einer Beunruhi­gung. Die allgemeine Offensive des Vierverbandes hat neuerdings bestätigt, daß die Kraft der Mit­telmächte nicht gebrochen ist und der Sieg ihnen nicht entwunden werden kann. Es ist un­denkbar, betonte der Ministerpräsident, daß Bulgarien während des Weltkrieges sich von seinen Verbündeten trennen könnte. Es wird vielmehr mit ihnen bis zum Ende durchhalten, weil der Sieg unserer großen Bundesgenossen die beste Bürgschaft für die Bewahrung unserer bisherigen Erwerbungen und unserer politischen Unabhängigkeit darstellt.

Lin Erfolg in der Bukowina.

Die heisinrnstrittene Höhe Magura erstürmt.

Russische Vorstöße abgcwiescn. Italienische Angriffe abgeschlagen.

W. T.-B. Wien, 19. Aug. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 19. August, mittags:

Hsterreichisch-ungarischer Tagesbericht.

Russischer Kriegsschauplatz.

Heeresfront des

Generals der ttavallerie Erzherzog Karl.

Westlich von M o l d a v a i« der Bukowina erstürm- teu Honvediufanterie und deutsche Bataillone die hei tz- umstrittene Höhe Magura. Die Russen ließen 600 Gefangene und 2 Maschinengewehre in der Hand der Angreifer. Russische Gegenangriffe schei­terten.

Westlich von Z a b i e nähme« wir vorgeschobene Truppen nach heftigen Kämpfen gegen den Erna Hora- Rücken zurück. Knapp nordwestlich von Stanislau wiesen unsere Jäger einen russischen Vorstoß ab.

Heeresfront des

Generalseldmarschalls v. Hindenburg.

Bei S z e I w o w wiesen unsere Truppen eiue» russischen Angriff ab. Bei T o b o l am Stochod wurde ein bis in unsere Gräben geführter Borstoß des Geg­ners abgeschlagen. Neuerlicher russischer Angriff im Gange.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Der gestrige Tag verlief auch a« der koste», ländischen Front ziemlich ruhig.

An der I s o n z o st r e ck e nordöstlich von P l a v a säuberten unsere Trnppen das linke Flußufer von schwächeren feindlichen Abteilungen, die sich bei Glowna und Britof eingenistet hatten und mach- ten 50 Gefangene. Ein Nachtangriff der Italiener gegen ein Frontstück südlich des Wippachtales wurde glatt abgeschlagen. An der Fleims-Talfront brachte eine Unternehmung gegen eine feindliche Vor­stellung südöstlich der Cima di Boccha 60 Gefangene und 2 Granatwerfer ein. Italienische Abteilungen, die abends gegen unsere Stellungen im Gebiet des Moute Cebio vorgingen, wurden abgewiesen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

In Montenegro und Albanien nichts Neues.

Der Stellvertteter des Chefs des Geueralstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutuant.

Der Rrieg gegen Rußland.

Erbprinz Emanuel zu Salm-Salm gefallen.

W. T.-B. Berlin, 19. Aug. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Erbprinz zu Salm-Salm wurde bei Pnrks durch einen Granaffplitter am Kopfe verwundet und ist seinen Ver­letzungen erlegen. Der Erbprinz war ein Schwiegersohn des Armeeoberkommandanten Erzherzogs Friedrich.

Die Zurückwersung der Russen in Ostgalizien.

Die allgemein große Schlacht an der Ostfront bereits eingeleitet.

Br. Berlin, 19. Aug. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bin.) Dem „L.-A." wird aus dem Kriegspressequartier vom 18. August gedrahtet: Der Hieb, den die Armee Bo e h m - E r m o l I i dem rechten russischen Flügel in Ost- galizien versetzt hat, sitzt so fest, daß sich die Russen am oberen Sereth gestern garnicht rühren konnten. Ähnliche Er­scheinungen tiefgehender Erschütterung machen sich bereits entlang der ganzen feindlichen Kampffront bis hinab zu den Karpathen geltend. Ihre Versuche, nach dem bei ihr üblichen Rezept des „brutalen Angriffs" vorzugehen, erstickte in einem Meer von Blut. Die Verbündeten haben di« schweren Wochen seit Anfang Juni, trotzdem diese mit über­aus heftigen Anstürmen der russischen Armeen ausgesüllt waren, nicht bloß zur positiven Abwehr des niedergehenden Ungewitters ausgenutzt. Zweifellos eine große, vielleicht die größte Schlacht dieses Krieges, ist eingeleitet und für die Verbündeten, zu denen nun auch kaiserlich ottoma- nische Streitkrüfte getreten sind, in befriedigendem Verlauf.

Der russische Sumpf.

Neue Unterschlagungs-Skandale. — Saubere Minister.

(Von unserem 8.-Sonderberichterstatter.)

8. Stockholm, 19. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Der neue Landwirtschaftsminister Graf Bobrinski und der Wegebauminister P r e b o w sind jetzt auch in einen sen­sationellen Unterschlagungsskandal verwickelt wor­den. Graf Bobrinski ist der größte Zuckerfabrikant Ruß­lands. Seitdem er den Posten eines Ackerbauministers an­genommen hat, ist der gesamte Zucker vom Markt verschwunden. Auf verblümte Andeutungen in der Presse, der Minister stehe mtt der spekulativen Zuckerzurück-