Verlag Langgaffe 21
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Samstag, 19. August 1916.
Morgen-klusgabe.
ttr. 392. . 64. Jahrgang.
zsrtdauer der schweren Kampfe an der Somme nnd an der Maar.
Englische und französische Vorstöße blutig abgeschlagen.
Russische Angriffe durch Türken abgewiesen. Erweiterung des Erfolges in den Karpathen. §lorina den Serben abgenommen.
Oer Tagesbericht vom 18. August.
W- T.-B. Großes Hauptquartier, 18. Slug.
(Amtlich.)
Westlicher Kriegsschairvlah.
Nördlich der Somsme setzte der Feind seine starken Anstrengungen ohne Rücksicht auf die schweren Opfer fort. Die Engländer haben hierzu mjehrere Divisionen neu eingesetzt. Südwestlich von Martin- puich ist es ihnen gelungen, unsere vordere Linie in eine dicht dahinter gelegene in geringerer Breite zurückzudrücken. Dagegen sind sie nördlich von Pozieres und hurt westlich des F o u r e a ux - W a ld e s glatt abgewiesen. Die Franzosen verlegten ihre Angriffe wiederum auf die Nachtstunden. Starke Kräfte brachen etwa um Mitternacht" gegen unsere Stellungen zwischen Guillemoint und Maurepas vor; sie sind slufls blutigste zurückgeschlagen; im vorgebogenen Teil unserer Linie, nordöstlich von Hardecourt, wurde erbittert und bisher ohne Entscheidung gekämpft. Die Tätigkeit der Artillerien ist andauernd besonders heftig.
Re ch t s der Maas griff der Gegner abends auf breiter Front zwischen dem Werke Thiaumont und dem Chapitre-Walde sowie morgens im Westteil des Bergwaldes an. Im Dorfe F l e u r y ist der Kampf noch im Gange, sonst ist der feindliche Ansturm überall gebrochen.
Bei N e s l e wurde am 16. August ein feindlicher Doppeldecker durch Abwehrfeuer zur Landung gezwungen.
östlicher Kriegsschauplatz.
Front des Generalfeldmarschalls v. kfindenbury.
Abgesehen von einem kleinen, aber lebhaften Gefecht westlich des Nobel-Sees, das noch nicht abgeschlossen ist, fanden nur bedeutungslose Borposten-Zusammeu- st ö ß e statt.
Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.
Auf der Armeefront des Generals Grafen von Bothmer haben türkische Truppen russische Angriffsabteilungen abgewiesen.
In den Karpathen wurde der Erfolg auf der Stara- Obczyne erweitert; es wurden etwa 266 Gefangene und mehrere Maschinengewehre erbeutet.
Balkankriegsschauplatz.
Nach den vergeblichen Angriffen der Entente in den letzten Tagen traten die verbündeten Truppen zum Gegenstoß an. Florina ist nach Kampf gegen die serbische Donaudivifion genommen.
Deutsche Flugzeuge griffen ruffifche Zerstörer und ein U-Boot nordöstlich von Karaburun mit Erfolg an.
Der amtliche russische Bericht vom 11. August, abends, spricht von der Vernichtung eines Bataillons des deutschen Reserve-Jnsanterie-Regiments Nr. 3. durch das Maschinenge- wehrfeuer eines Panzerautomobils bei Monasterzyska. Demgegenüber fei festgestellt» daß das Bataillon bei dieser Ge- legenhett im ganzen 2 Verwundete verloren hat.
Oberste Heeresleitung.
*
Die militärische Lage.
(Don unserer Berliner Abteilnng.)
I-. Berlin, 18. Aug. (Eig. Meldung. Zens. Bin.) Ans dem Westen werden im Nordgebiet von der Küste bis zum Sommeabschnitt keine besonderen Vorkommnisse berichtet. Die Engländer haben ans ihrem Frontstück O v i l l e r s - Foureaux-Wald-Guillemont die Anstürme der letzten Tage erneuert, im allgemeinen wieder mit negativem Ergebn-is. Rur an der Straße Bazentin-Martin- puich-Poziercs kamen sie etwas vorwärts. Ferner hält sich noch an der Straße nach Thiepval ein kleines Engländernest in unserer vordersten Stellung. Abermals war der Einsatz die kaum merklichen Front Verschiebungen n i ch t w e r t. Bezeichnend für die feindliche Einbuße ist, daß schon wieder neue englische Verbände in den Kampf eingreifen mußten. In vergangener Nacht machte der Gegner erneut schmerzliche Bekanntschaft mit der d c u t s ch e n W i d e r - standskraft. Auch die Franzosen befleißigten sich an der Somme offensiven Geistes, und seit heute früh wird nördlich Hard ecour t gekämpft. Aber die französische mit Funkspruch verbreitete Meldung, eS wäre den Angreifer» gelungen, sich in einer Breite von 1566 Metern bei Beloix in unseren Gräben sestzusetzen, muß dahin richtiggestellt wer
den, daß der deutsche Gegenstoß sie wieder hinans- warf bis auf eine Breite von 4- bis 506 Meter«, um die-noch gerungen wirb. Östlich der Maas gingen die Franzosen gegen unsere Stellungen Fleury-Chapitre-Wald und südlich des Werkes Thiaumont vor. Alle ihre Mühen waren umsonst. Im südwestlichen Teil des Dorfes Fleury, wo dem Feind noch einige Gehöfte verblieben waren, entstanden neue Gefechte. — Im Osten traten von der Küste bis zur Karpathenfront keine Veränderungen von Belang ein.
Die amtlichen französischen Berichte.
W. T.-B. Paris, 18. Aug. (Nichtamtlich.) Französischer Heeresbericht vom 17. August, nachmittags: An der Sommefront versuchten die Deutschen im Laufe der Nacht keinen Gegenangriff. Die Franzosen richteten sich in den eroberten Stellungen ein. Der Artilleriekampf dauert an, besonders heftig im Norden von Maurepas und im Abschnitt von Belloy-en-Santerre. — Auf der übrigen Front war die Nacht ruhig.
W. T.-B. Paris, 18. Aug. (Nichtamtlich.) Französischer Heeresbericht vom 17. August, abends: An der Somme
front war unsere Artillerie tätig; sie richtete ein umfangreiches Zerstörungsfeuer auf Einrichtungen des Feindes. Keine Jnfanterietätigkeit. Die Zahl der von uns im Laufe des gestrigen Tages nördlich der Somme gemachten unverwundeten Gefangenen übersteigt 200. Wir erbeuteten fünf Maschinengewehre. An der übrigen Front das gewöhnliche Geschützfeuer.
Die amtlichen englischen Berichte.
W. T.-B. London, 17. Aug. (Nichtamtlich.) Englischer Heeresbericht: Als Ergebnis der Kämpfe der letzten Nacht
schoben wir unsere Linie westlich und südwestlich Guillemont vor. Westlich des Hochwaldes, bei Highwood, eroberten wir 300 Aards feindlicher Gräben.
W. T.-B. London, 18. Aug. (Nichtamtlich.) Englischer Kriegsbericht vom 17. August: Vergangene Nacht und am
frühen Morgen unternahm der Feind eine Reihe entschlossener Gegenangriffe nordwestlich Po- zieres in breiter Front und mit erheblichen Kräften. Sechs Linien Infanterie gingen zum Angriff vor, fluteten aber unter sehr schweren Verlusten zurück. Unsere Geschütze und Maschinengewehre richteten große Verheerungen an. In keinem Falle gelang es dem Feinde, in unsere Linien einzudringen. Nordwestlich Bazentin besetzten wir ungefähr 100 Dards Schützengräben. Ein Gegenangriff wurde zurückgc- wiesen und einige Gefangene gemacht. Ein deutsches Flugzeug wurde hinter unseren Linien nahe Pozieres heruntergeholt.
Die Hemmnisse des Friedensgedarrkens in Frankreich.
In einem Leitartikel, überschrieben „Frankreich und Friede", bringt das „Berner Tagblatt' u. a. folgende Ausführungen: Es ist eine Art von Hypnose über Frankreich gekommen. Der Franzose ist heute fest davon überzeugt, daß er zu keinem anderen Zwecke die Waffen ergriffen hat, als zur Zurückweisung der Hunnen, die wieder einmal in Europa eingefallen waren, um ihre minderwertige Kultur an Stelle der verfeinerten Bildung der Westeuropäer zu setzen. Er fühlt sich wieder, wie zur Zeit der großen Revolution, als Retter der Menschheit und der großen Errungenschaften der Zivilisation. Auch Herr Barthou hat ja in seinen Reden in der Schweiz mit großer Naivität erklärt, Frankreich kämpfe nur für Ideale, Recht, Gerechtigkeit, Humanität usw.l und seine ebenfalls hypnotisierten Zuhörer nahmen das alles als bare Münze. Die Autosuggestton dürfte ein sehr schweres Hindernis des Friedens sein. Dem Frieden aber wirkt noch ein anderes Moment entgegen: Der Haß. Dieser ist ebenso wie die Suggestion des edlen Menschheitkampses von Presse und Regierung gepflanzt worden und hat wunderbar gut eingeschlagen; aber auch nur in Frankreich. Die Engländer sind viel zu nüchtern, um sich länger als einige Tage dem Wahn hinzugeben, der Gegner verübe unmenschliche Grausamkeiten, während man selber usw. Der Engländer und Russe weiß zu gut, was er selber aus dem Kerbholz hat, und wenn er auch zu gewissen Zeiten, wie z. B. nach der Hinrichtung Fryatts, so tut, als ob e: beit Gegner wirklich als unerreichbaren Ausbund von Schlechtigkeit ansehe, so kommt doch immer bald die Besinnung zurück und die Selbsterkenntnis. Auch aus der deutschen Seite spielt der Haß keine sehr große Rolle. Der Franzose ist gemütskrank geworden durch Scheußlichkeiten, die man ihm täglich serviert hat. Wir wissen ja, wie sogar unsere Welschen absolut unbelehrbar in diesen Dingen sind. So müssen wir leider zugeben, daß der Glaube an die humane Aufgabe Frankreichs und der Hatz zusammen ein Bollwerk gegen jeden Versuch zum Frieden darstellen.
Die Vierverbandsbeftellungen in Amerika.
Sr. Berlin, 18. Aug, (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Das „B. T." meldet aus dem Haag: Nach dem „Evening- Standard" beträgt der Gesamtwert der Kriegslieserungen, die durch die Entente in Amerika bestellt wurden, deren Lieferung bis in das Frühjahr 1918 hinreicht, etwa 6 0 0 Millionen Pfund Sterling. Kaum die Hälfte dieser Bestellungen wurde ausgeführt.
Lin Erfolg gegen die Russen bei horozenka.
20V ruffifche Gefangene bei der Erstürmung des Berges Stara - Obczhne. Stillstand der italienischen Offensive.
Gsterreichlsch-ungarischer Tagesbericht.
W. T.-B. Wie», 18. Aug. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Amtlich verlautet vom 18. August, mittags:
Russischer Kriegsschauplatz.
Heeresfront des
Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.
Bei der Erstürmung des Berges Stara-Obczyne haben die verbündeten Truppen 266 Gefangene und 2 Maschinengewehre eingebracht.
Südlich der Horozenka warfen österreichischungarische Bataillone den Feind aus einem vorgeschobenen Graben.
Die bei der Armee des Generals Grasen Bothmer eingeteilten kaiserlich-ottomanischen Truppe» schlugen Angrifssversuche zurück.
Heeresfront des
Generakfeldmarfchavs v. Hindenburg.
Bei der Armee des Generalobersten v. B o e h m - Ermolli hat sich der Gegner in de» letzten Tagen so schwere Niederlagen geholt, daß er gestern in völliger Ruhe verharrte.
An der w o l h y n i s ch e n Front erfolgreiche Streifungen.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Das feindliche Geschützseuer gegen unsere neue Front im Görzischen hält an. Abgesehen von einem abge- wieseuen Angriff gegen die Höhe südwestlich von San Grado di Merna kam es zu keinen Jnsanteriekämpsen.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Bei den K. und K. Truppen unverändert.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes.- v. Höf er, Feldmarfchalleutnaitt.
Die Kämpfe am Stochod.
Ein russisches Urteil über die zunehmende Ossensivkraft.
(Von unserem 8.-Sonderberichterstatter.Z
L. Stockholm, 18. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zens. Mn.) „Rußki Invalid" schreibt zur Kriegslage: Die Kämpfe gingen längs der Gesamtfront des Generals Brussilow weiter. Der Feind zeige eine merkwürdige gesteigerte Tätigkeit, besonders in der Gegend des Stochod. Seine ständigen Gegenangriffe werden von Luftschiffen unterstützt, die hierzu zu einer besonderen Kampswasse ausgebildet sind. Die zahllos abgewocsenen Bomben gleichen in ihrer Wirkung der des Artilleriefeuers. Im großen und ganzen bleiben aber die feindlichen Anstrengungen ergebnislos. Die dauernd sich steigernde Offensivkraft des Gegners beweist aber, daß die Deutschen, Österreicher und Ungarn sich bereits von de» Schlägen Brussilows erholt haben.
Die Schlacht in Podolicn.
Ein Glanztag unserer verbündeten Artillerie.
Br. Berlin, 18. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Dem „L.-A." wird aus dem K. und K. Kriegspressequartier über die Schlacht in Podolien gedrahtet: Der Donnerstag war ein Glanztag der deutschen und österreichischen Artillerien. Lchon mit ihrem Feuer zerstreuten sie die Menschenwogen, die an den Hindernissen unserer ungarischen Regimenter angelangt, im Kleingewehrfeuer vollends verebbten. 'Rur eine einzige dieser Sturmwellen kam bei dem Dörfchen Manajow nahe heran, aber sie war schon so matt, daß sie dem Angriff unserer Reserven nicht standhalten konnte, zurückflutete und vernichtet wurde. Dank dem orkanartig dahinbrausenden Wirkunqsfeuer der Batterien konnte die eigene Infanterie sehr geschont werden. Der Kampftag forderte zwar außerordentliche Zähigkeit unserer braven Besatzungen, belud jedoch fast ausschließlich den Feind init schweren Verlusten.
Die Mithilfe der Türken in Gnlizicn.
Die Genugtuung in der türkischen Presse.
W. T.-B. Konstantinopel, 17. Aug. Anläßlich der Nachricht von der ersten erfolgreichen Teilnahme der türkischen Truppen an den Kämpfen gegen die Russen in Galizien betonen die Blätter in schwungvollen Leitartikeln, daß das Erscheinen der türkischen Truppen an der Ostfront einen neuen tatkräftigen Beweis der innigen Waffenbrüderschaft der Türkei mit ihren Verbündeten sowie der Einheit der Front und der Kriegsleitung des Vierbundcs erbringe, während die Verbandsacmecn alles dieses vergebens erstreben. Die Blätter stellen hierbei fest, daß die Türkei, indem sie einen Teil ihrer nach dem Siege an den Dardanellen und im Irak sreigewordenen, nunmehr untätigen Kräfte ihren Verbündeten zur Verfügung stellt, zur Bezmingnng ihres gröhv
