Einzelbild herunterladen
 

Verlag Langgaffe 21

„TagdlatthauS".

SchLlter-tzollk geöffnet non 8 Uhr morgens bi» 7 Uhr abend».

wöchentlich

Bezugs-Preis für beide Ausgaben: MI. t.— monatlich, Mb 3.— vierteljährlich durch den Verlag Langaaffe 21 . ohne Brtngerlohn. Ml. ».05 vierteljährlich durch alle deutschen Postanstalten, ausschließlich Bestellgeld. — Bezugs-Bestellungen nehmen außerdem entgegen: in Wie»daden die Zweigstelle Bis' marckring IS. sowie die Ausgabestellen in allen Teilen der Stadt: in Biebrich: die dortigen Aus­gabestellen und in den benachbarten Landorten und im Rheingau die betreffenden Tagblatt-Träger.

13 Ausgaben.

Fernruf;

„TagblatlhauS" Nr. 6650-53.

Von s Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonntag».

Anzeigen-Preis für die Zeile: IS Pfg. sur örtliche Anzeigen im „Arbeitsmarkt" und „Kleiner Anzeiger» in einheitlicher Satzsorm: M Psg. in davon abweichender Satzaussührung, sowie für alle übrigen örtlichen Anzeigen: 3» Psg. für alle auswärtigen Anzeigen: 1 MI. für örtliche Reklamen: 2 MI. für auswärtige Reklamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchlaufend, »ach besonderer Berechnung. — Bei wiederhoücr Ausnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entsprechender Nachlaß.

iiKkfiKAHhKAMWdHW »»EU«, »-am«'..n»i »>«■■» ga.iaiK. «-»««,»» «202 ».MW. ^'US^ggiSfilSSaiHSSSSS

Sreitag, 18. August 1916. MOraSN-KUSaabL. Nr. 390. . 64. Jahrgang.

Siegreiche Abwehr weiterer russischer Masienanftürme.

Außerordentlich hohe Verluste der Russen.

Neue italienische Vorstöße verlustreich abgewiesen.

österreichisch-ungarischer Tagesbericht.

^V. T-B. Wien, 17. Aug. (Nichtamtlich.) Amtlich «erlautet vom 17. August, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Heeresfront des

Generals der Navallerie Erzherzog Karl.

Im Capul-Gebiet ist dieHöheStara- O b c z h n a genommen worden. Südlich von Moldova ttttb an der oberen Bystrzyca scheiterten russische Vor­stöße. Sonst bei der Hceresfront __ nach den bereits gestern gemeldeten Angriffen bei Horozanka keine be- ionderen Ereignisse.

Heeresfront des

Seneralfsldmarfchalls v. Hindenburg.

Bei der Armee des Generalobersten B o e h m- E r m o l l i kam es gestern zwischen Perepelnki und Pieniaki zu Kämpfen von größter Heftig­keit. Der Feind trieb durch mehr als 12 Stunden ununterbrochen seine Massen gegen unsere Stellungen vor. Die meisten Anstürme brachen schon vor unseren Hindernissen zusammen. Wo es dem Gegner, wie bei Manajev, vorübergehend ge­lang, in unsere Gräben cinzudringen, wurde er durch Reserven z u r ü ck g e w a r f e n.

Die siegreiche Abwehr des rusiischen Stoßes ist ebenso sehr dem trefflichen Wirken deutscher und österreichisch-ungarischer Batterien wie der tapferen Haltung der Infanterie, namentlich der w e st u n g a r i s ch e n Regimenter Nr. 12 sKamaron) und 72 (Poszony) zu danken. Unsere Ver­luste sind gering; die feindlichen außerordentlich höher. Weiter nördlich nichts von Belang.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Während die Italiener gestern ihre Tätigkeit an der Front zwischen Plava und der W i p p a ch auf lebhafte Slrtillerieseuer beschränkten, griffen sie zwischen diesem Fluß und Oppacchiasella unsere Stellungen fünfmal tiefgeglicdert an. Nur an einer Stelle hatten unsere Truppen den Feind im Nahkampf zurückzu werfen, im übrigen brachen seine Stürme unter besonders schweren Verlusten schon in unserem Feuer zusammen.

An der Tiroler Front scheiterten kleinere feindliche Unternehmungen am Monte Piano und Civaron.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Außer der gewöhnlichen Gesechtstätigkeit an der unteren Bojusa nichts Neues.

Der Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Ereignisse zur §ee.

Erfolgreicher Fliegerangriff auf Venedig.

In Erwiderung des feindlichen Fliegerangriffs auf Triest hat in der Nacht vom 16. zum 17. «in Flugzeugge- schwadcr Venedig angegriffen. Es wurden der Bahnhof, Magazine, das Arsenal und militärische Objekte ausgiebig mit schweren, leichten und Brandbomben belegt, viele Volltreffer erzielt und ein großer Brand in den Bahnhofsmagazinen erzeugt. Ein zweites Geschwader griff erfolgreich den Jnnenhafen von G r a d o, eine Batterie am unteren I f o n z o und militärische Objekte von M o n f a l - c o n e an. Trotz heftiger Abwehr sind alle Flugzeuge un- versehet eingerückt. Flottenkommando.

Oer Krieg gegen Rußland.

Neuer Zlugzeugangriff auspapenholm.

W. T.-B. Berlin, 17. Aug. (Amtlich. Drahtbericht.) Am 15. und 16. August haben unsere Seeflugzeugc er­neut die Flugstation Papenholm auf Oesel und am Strande der Insel Runö stehende feindliche Flugzeuge mit gut deckenden Spreng- und Brandbomben ange­griffen. Trotz heftigen Abwehrfeuers mit anschließen­den Luftkämpfen sind unsere Flugzeuge sämtlich wohl­behalten zurückgekehrt. Ein in derselben Nacht von vier feindlichen Flugzeugen auf Angerusee ausgcführ- ter Angriff verursachte nur geringen Sachschaden.

Ein verzweifelter Mahnruf Herdes an Rußland.

Nr. Genf, 17. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Herde gibt als einziges Mittel gegen den völligen Abfall der bisher treugebliebenen Rnssen-Polen die sofortige Ein­nahme Lembergs an. Die Offensive muffe endlich einen großen Sieg bringen, dessen Echo bis War­schau dringe.

Die polnische Staatsangehörigkeit.

Wien, 17. Aug. Kürzlich wurde berichtet, daß in den von den deutschen sowohl wie von den österreichisch-ungarischen Truppen besetzten Teilen Polens die Bewohner auf den Pässen und anderen amtlichen Urkunden nicht mehr als russische Untertanen, sondern als Polen oder als Bürger des Königreichs Polen bezeichnet werden sollten. Was es mit dieser Verordnung für eine Bewandtnis hat, geht dem „T a g" zufolge aus einem Lubliner Bericht der polnischen Blätter hervor, in dem es heißt:

.... Gleichzeitig tritt eine Verfügung ins Leben, der eine tiefere politische Bedeutung zukommt. Den Einwohnern «nseres Landes wurde die „polnische Staatsange­hörigkeit" zuerkannt. Seit der Okkupation ließ sich des öfteren in staatsrechtlicher Beziehung viel Peinliches wahr­nehmen. Europa hat seit vielen Jahren die Existenz der durch eine internationale Vereinigung anerkannten polnischen Staatshoheit vergessen und gewöhnte sich im Laufe der Jahre, das Königreich als eine der zahlreichen Provinzen des russi­schen Reiches zu betrachten. Entsprechend den Haager Be- schlüffen von 1607 betrachten also die Okkupationsbehörden die Einwohner des Königreichs als russische Staatsangehörige, und diese Staatsangehörigkeit wurde auch in den ausgestellten Pässen dokumentiert. Nicht genug damit. Die Einwohner des Königreichs Polen, die der Krieg in Polen überrascht hat, wurden in weiterer Konsequenz als Staatsangehörige eines feindlichen Landes betrachtet und dementsprechend behandelt. Freilich: die österreichischen Behörden bemühten sich nach

Möglichkeit, diesen unerfreulichen Zustand zu mildern. Im Prinzip aber waren fie gezwungen, den bestehenden Bestim­mungen Rechnung zu tragen. ES kamen direkt verzweifelte Fälle vor. So geschah es zum Beispiel, daß die Frau eines Legionärs, der im Verbände der österreichisch-ungarischen Armee kämpfte, als feindliche Staatsangehörige behandelt wurde. Die Fälle gelangten zur Kenntnis des Ministeriums für Galizien. Minister Morawika intervenierte mit Erfolg in jedem Falle, doch im Wesen blieben die Polen aus dem Königreich Staatsangehörige. Das Ministerium für Galizien verfaßte eine Denkschrift, in der auf histori­scher und staatsrechtlicher Grundlage der Beweis erbracht wurde, daß die unabhängige polnische Staatshoheit Europa gegenüber nie aufgehört hat zu existieren. Zum Beweise hier­für werden einige Redewendungen aus amtlichen Aktenstücken der letzten hundert Jahre angeführt, und dann heißt es: „Wir hoffen alle, daß diese neue Verfassung allgemeine Beach­tung finden wird, daß das Königreich Polen für immer das Königreich Polen bleiben wird." In einer Fußnote dazu wird bemerkt: „Auch das Generalgouver­nement Warschau hat die Staatsangehörigkeit im Königreich Polen im gleichen Sinne geregelt. Das hat seinen Ausoruck in der Wahlordnung für die Stadtverord­netenversammlung in der. Landeshauptstadt gefunden; ferner wird auf den Reisepässen statt der bisherigen Bezeich­nung: „Russe" fortan „Polen, Generalgouvernement

Warschau" angeführt.

Zum 86. Geburtstag Kaiser Zranz Josephs.

Die Huldigung in der „Norddeutschen Allgemeinen".

W. T.-B. Berlin, 17. Aug. (Nichtamtlich. Draht­bericht.) Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Kaiser und König Franz Joseph vollendet morgen das 86. Lebens­jahr. Wandten sich schon in Zeiten des Friedens an die­sem Tage die Gedanken der Völker Österreich-Ungarns und des deutschen Volkes der ehrwürdigen Persönlich­keit des Herrschers auf dem Throne der Habsburger mit besonderer Wärme zu, so hat die Verehrung für das Haupt der habsburgischen Monarchie während des Krieges noch eine weitere Vertiefung und Festi­gung erfahren. Mit unverbrüchlicher Bundestreue mit unserem Kaiser verbunden, war Kaiser Franz Joseph inmitten gewaltiger Ereignisse der Willensstärke Führer seiner Völker, der das Staatsschiff mit sicherer Hand durch die brandenden Wogen klar erkannten Zielen zusteuerte. Mit Bewunderung sieht auch das deutsche Volk zu dem erhabenen Monarchen empor, der die Last der Jahre um so leichter zu tragen scheint, je mehr die höchste Verantwortung für die Zu­kunft seines Staatswesens wuchs. Gestützt auf ein u n- erschütterliches Vertrauen zu dem Siege der guten Sache, für die Österreich-Ungarn und seine Verbündeten kämpfen, blickt der Herrscher heute wie je voll Zuversicht dem Ausgang des gegen­wärtigen Ringens entgegen. Dem treuen Bundesgenossen unseres Kaisers, dem weisheitsvollen Lenker der Geschicke Österreich-Ungarns und dem uner­

müdlichen Förderer der Wohlfahrt seiner Völker bringt Deutschland ehrerbietige Huldigung dar und vereint sich mit den Stämmen Österreich-Ungarns mit dem innigen Wunsche, daß die gütige Vorsehung auch wei­terhin über seinem Haupte walte und ihm vergönnen möge, die Früchte einer schweren und großen Zeit in einem gesicherten Frieden aufgehen zu sehen.

Oer Krieg gegen England.

Rücktritt des englischen Minister­präsidenten?

Nr. Haag, 17. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) In wohlinformierten Londoner Kreisen hält man aufs neue den Rücktritt A s q u i t h s für unmittelbar bevorstehend. Man meint, er habe sich bisher nur durch die Unterstützung der Konservativen behaupten können, doch hätten ihn die Kon­servativen letzthin mehrfach im Stich gelassen. Ihre Führer sollen sogar trotz angeblich noch immer bestehenden Burg­friedens direkt Opposition gegen seine Vorschläge geführt hoben. Falls es zu einer Kabinettskrisis kommen sollte, nennt man wiederum Llohd George, Churchill und C a r s o r als künftige führende Persönlichkeiten.

300 000 Wehrpflichtklagen in England.

W. T.-B. London, 17. Aug. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) „Daily Mail" berichtet, daß 20 0 0 Gerichtshöfe, die Be­ratungen gegen die Wehrpflicht entscheiden, noch 300 00 0 Fälle zu erledigen hätten. — Die „Daily Mail" schreibt: Die Forderungen der Eisenbahner auf eine Lohnerhöhung von 10 Schilling pro Woche könne nur dadurch gerechtfertigt wer­den, daß die Kosten des Lebensunterhaltes über alles Er­warten gestiegen und seit vorigen Oktober um 65 Prozent gewachsen sind.

Unterhauskritik an der mangelnden Verteidigung der englischen Ostküste.

W. T.-B. London, 17. Aug. (Nichtamtlich. Drahtbericht.

Unterhaus.) Sir A. Gelder fragte, weshalb in einer Stadt an der Ostküste Abwehrgeschütze weggenommen worden seien, die mehrere Monate lang mit Erfolg benutzt worden waren, um Luftangriffe zurückzuweisen. Die Weg­nahme der Geschütze hatte am 7. August beträchtliche Verluste an Menschenleben und Eigentum zur Folge. Gelder fragte weiter, ob die militärischen Behörden geeignete Schritte tun würden, die entfernten Geschütze durch andere gleichwertige zu ersetzen und für brauchbare Schein­werfer zu sorgen, so daß die Stadt zukünftig ebenso gut ver­teidigt würde, wie ffüher. Major B a i r d erwiderte, es müsse sich um ein vollständiges Mißverständnis handeln. Es läge aber nicht im öffentlichen Interesse, einzelne Angaben zu machen. Wenn die Geschütze entfernt wurden, so seien sie durch andere bessere ersetzt worden. Die Scheinwerfer in der betreffenden Stadt seien gut und unter normalen Umständen wirffam, aber bei nebligem Wetter sei die Wirksamkeit not-^ wendigerweise vermindert. Sir A. Gelder sagte, daß die heutige Erklärung von Major Baird und ebenso seine Er­klärung vom letzten Donnerstag durchaus in Widerspruch mit den Aussagen von Tausenden von Leuten ständen, die Zeugen des Angriffs waren. Major Baird erwiderte, er habe unumstößliche Tatsachen mitgeteilt. Gelder erklärte sich durch diese Antwort unbefriedigt.

Ein Vannwarendampfer gekapert.

Nr. Kopenhagen, 17. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bin.) Der Malmöer Dampfer „Unes", mit Grubenholz nach Eng­land unterwegs, ist gestern im Sund von einem deutschem Kriegsschiff gekapert und nach einem deutschen Hafen geführt worden.

Der amtliche englische Bericht.

W. T.-B. London, 16. Aug. (Nichtamtlich.) Amtlicher Be­richt des Generals Haig: Abgesehen von einigen kleineren Jnfanteriegefechten bei Poziöres, wo unsere Linie nunmehr verstärkt wird, trat zwischen Ancre und der Somme keine Ver» änderung in der Lage ein.

*

Die amtlichen französischen Berichte.

W. T.-B. Paris, 17. Aug. (Nichtamtlich.) Anitlicher Be­richt vom Mittwochabend: An der Sommefront schritten wir nach einer kräftigen Artillerievorbereitung am Nachmittag zur Offensive, die uns nördlich Maurepas bedeutenden Ge­winn eintrug. Unsere Truppen nahmen in Verbindung mit dem britischen Heere eine ganze Linie der deutschen Gräben aus einer Front von ungefähr 1500 Metern und erreichten einige Punkte der Straße Guillemont—Maurepas. Südlich dieses Dorfes wurden auf einer Front von 2 Kilometern und einer Tiefe von 300 bis 600 Meter alle Stellungen östlich der Straße M a u r e p a s—C l e r y nach einem sehr heftigen Kampf, der dem Feinde erhebliche Verluste kostete, durch unsere Infanterie gleichfalls beseht. Diese beiden glänzend geleiteten und schnell durchqcführten Kampfhandlungen ge­statteten uns, eine Anzahl Gefangene zu machen, deren Zahl noch nicht festgestellt ist. Südlich der Somme gingen um dieselbe Zeit unsere Truppen zum Angriff vor und bemäch­tigten sich in einem einzigen Schwünge eines Systems stark befestigter deutscher Gräben auf einer Länge von ungefähr KM